Kleine Helferchen im Apothekenalltag – Teil 4

Nach 

Teil 1

Teil 2
Teil 3
nun Teil 4 – die Kitteltaschen- Büchlein von 1A- Pharma

Es gab sie auch schon zu anderen Themen, und die Aufmachung ist ein wenig kitschig/gewöhnungsbedürftig, aber drinnen findet sich eine brauchbare Zusammenfassung. In diesem Fall zum Thema Schmerzmittel.

Von den Symptomen der Erkrankungen über die verschreibungspflichtigen Medikamente, der OTC- Empfehlung der Leitlinie bis zu nichtmedikamentösen Hilfen und Alternativen ist fast alles zum Thema Schmerz kompakt und leicht verständlich zusammengefasst.

Für „alte Hasen“ in der Beratung ist wenig Neues dabei, aber so manches geht in der Alltagsberatung unter, so dass das Lesen dieses Heftchens nicht nur Neu- und Wiedereinsteigern eine Hilfe sein kann. Kostenlos bestellbar ist es auch noch – was will man mehr?

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Der mysteriöse Bademantel

Heute habe ich mit dem Chef ein kleines Erklärvideo zum neuen „Awinta one“ bei youtube angesehen. Mal von der „unglaublich sympathischen Besetzung“ des Filmchens abgesehen… Wer hat den Fehler bemerkt?

Zu Beginn und am Ende hat der vermeintliche Entwickler/Erklärbär (?) einen weißen Kittel an. Wahrscheinlich um die Laboratmosphäre zu unterstreichen, oder um bei der Apothekerkundschaft glaubwürdiger als „einer der ihren“ durchzugehen. Aber dann…

Mitten im Video trägt der Herr plötzlich einen Udoesken Bademantel? Ich wartete noch darauf, dass diese legere Badeklamotte in irgendeinen Kontext des Filmes passt, da hat er plötzlich wieder den Kittel an. Seltsam… Sollte unsere Aufmerksamkeit irgendwie getestet werden? 

Ich bin ehrlich – ich hab es beim ersten anschauen gar nicht gemerkt. Der Chef schon! Liebe Awinta – wenn euch irgendwie beim Dreh die weißen „Berufskasacks“ ausgehen, dann fragt doch mal nett bei euren Anwendern an, die leihen sicher gerne mal einen aus 😉

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Esoterische Entstörungen

Pascoe hat es, und auch Rabenhorst: einen Strich oberhalb des Barcodes. Ich habe mir bisher keine großen Gedanken über diesen ominösen Strich gemacht, er ist mir nur immer mal aufgefallen, ohne dass ich nachgeforscht hätte, was es damit auf sich hat.

In einem meiner PTA Foren habe ich jetzt einen Hinweis auf den Sinn und Zweck dieses Striches bekommen, und ich zweifle wieder mal am gesunden Menschenverstand… Eine PTA erzählte, dass sie einem Kunden immer mal die Medikamente per Post zukommen lassen, diese aber vor dem Versand einzeln in Alufolie einpacken müssen, damit sie nicht durch die Strahlen des Scanners der Post „verunreinigt“ werden.

Daraufhin schrieb eine Kollegin, dass diese Verunreinigung durch die Scannerstrahlung auch der Grund für den Barcode- Strich bei Pascoe sei. Bei dieser Firma, die viel homöopathisches verkauft konnte ich mir das irgendwie vorstellen, aber bei Rabenhorst? Ich googelte und fand folgenden Text aus der aufschlußreichen Kolummne von Markus Rohwetter in der „Zeit“:

Diese kleine Kolumne erzählt normalerweise von Unternehmen mit blödsinnigen Ideen. Dass aber auch Kunden solche Ideen haben können, illustriert das Beispiel Rabenhorst. Die Firma aus Unkel am Rhein verfügt über rund 200 Jahre Erfahrung in der Fruchtsaftherstellung. Ihre bekannte Marke Rotbäckchen ist in vielen Supermärkten zu finden. Rabenhorst-Säfte sind meist bio und in jeder Hinsicht grün. Trotzdem waren viele Kunden beunruhigt – weil die Flaschen und Tetrapacks Barcodes trugen. Die schwarz-weißen Längsstreifen, die an der Kasse gescannt werden, würden böse Energien bündeln und die Säfte verschlechtern. So sagten sie.

Rabenhorst bestätigt die Geschichte: Derart viele Kunden hätten sich wegen der Barcodes besorgt gezeigt, dass man seit einiger Zeit einen Querstrich auf deren oberes Ende drucke, der die bösen Energien angeblich neutralisiere. Der Seelenruhe verängstigter Safttrinker wegen. Die Querstriche sind also kein Druckfehler, sondern volle Absicht. Es gibt sie auch auf manchen Säften von Voelkl, einigen Sonnentor-Tees und Mineralwässern, die zum Standardsortiment von Bioläden gehören. Esoteriker bezeichnen die bizarre Strichpraktik als „Barcode-Entstörung“. Ihr liegt bislang kein anerkanntes Krankheitsbild zugrunde. Rabenhorst sieht das Thema nach eigenen Angaben neutral. Und erfreulich pragmatisch! Weil die Kunden es wollten, habe man den Querstrich halt aufgedruckt, teilt man mit. Kost’ ja nix. Und recht so! Wo man doch immer fordert, Unternehmen sollten auf die Bedürfnisse der Konsumenten eingehen. In diesem Fall drängen sich dann aber doch Fragen über die Kundschaft auf: Beeinträchtigt der Konsum von Fruchtsäften jene Hirnareale, die für klares Denken zuständig sind? Oder müsste, wer den Begriff der „Entstörung“ ernst nimmt, nicht ganz woanders ansetzen?

Ein schönes sauberes Wochenende wünsche ich Euch!

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Unsere kleine Familie

Heute kam sie wieder… Unsere Lieblingsvertreterin. Sie beschwert sich jedes mal bei uns, dass wir „ihre“ Produkte nicht in der Sichtwahl stehen haben, sondern die der Konkurrenz. Dass das unter anderem an ihrer arroganten Art liegen könnte ist ihr wohl noch nicht in den Sinn gekommen.

Sie kam jedenfalls mit ihrem Pilotenkoffer durch die Türe gerollert und ging direkt auf Lea zu, die sich ja eigentlich überhaupt nicht um den Wareneinkauf kümmert. Noch nicht mal bei ihr angekommen rief sie grußlos:

„Wie ich sehe haben Sie immer noch nicht den Marktführer in ihrer Sichtwahl platziert!“

Lea erwiderte trocken

„Nein. Und wir haben das auch nicht vor.“

Daraufhin stürzte der Chef nach hinten, weil er dermaßen lachen musste, dass das in der Offizin wohl nicht so gut angekommen wäre. Mit dieser Dame bin ich genau aufgrund solcher Sprüche noch nie ins Geschäft gekommen, und sie verließ auch heute die Vorstadtapotheke ohne uns etwas verkauft zu haben. Schön wenn wir uns bei sowas alle einig sind, sogar ohne vorherige Absprachen 🙂

Dass es menschlich richtig gut stimmt bei uns hat uns auch gerade ein Praktikant bestätigt, der uns in den letzten 14 Tagen bei der Arbeit über die Schultern geschaut hat. Als er heute ging hat er sich für die nette Aufnahme bedankt und angemerkt, dass er sowas wie hier noch nie erlebt hat. Wir wären wie eine kleine Familie, in der jeder den anderen unterstützt, ihn aufbaut wenn es nötig ist, wo aber auch viel gelacht und gescherzt wird. Und so ist es auch wirklich. Schön, dass ich hier sein darf – dafür bin ich wirklich sehr dankbar!

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Der Mann mit dem Gelhaar

Das Thema DoMo lässt mich nicht los, selbst wenn ich beim Arzt sitze und einfach nur „Deutschlands schönste Urlaubsorte“ im FOCUS anschauen möchte…

Wer blickt mir da von Seite 7 entgegen? Walter Oberhänsli – Chef der genannten Versandapotheke. 

Der „Revolutionär“ ist ja an die Börse gegangen um Geld für sein Unternehmen zu sammeln, das von Beginn an rote Zahlen geschrieben hat. Ich möchte mal wissen, was an der Idee Arzneimittel übers Netz zu vertreiben „revolutionär“ ist? Vielleicht das neuartige Vorgehen erst einmal gegen die nationalen Gesetze zu verstoßen und sich das dann erst im Nachhinein legalisieren zu lassen?

Gut, dass er im Prozess um das illegale Eröffnen einer Arzneimittelabgabestelle in Hüffenhardt im Gegensatz zum EuGh Urteil kräftig eine auf die Mütze bekommen hat, und nun sogar die Arzneimittel aus dem stillgelegten Lager abtransportieren muss!

Interessant fand ich die Informationen, die er an die zukünftigen Aktionäre weitergab. Der Anteil der verschreibungspflichtigen Arzneimittel, die über den Versandhandel in Deutschland an Kunden verschickt wird würde sich in nur 5 Jahren auf etwa 3,3% verdoppeln. Hatte nicht sein Manager Olaf Heinrich Anfang des Jahres in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau versucht Mitleid zu schüren? Und zwar mit dem kargen Anteil von nur 1% der Versender am RX Kuchen? Das doppelte von 1 ist bei mir nicht 3,3 – aber sei es drum.

Augenfällig ist für mich hier nur, wie mit Zahlen jongliert wird, die jedes mal anders ausfallen, je nach dem wer im Publikum sitzt bei dieser Selbstinszenierung. Und etwas anderes ist es ja nicht, wie bereits das Bild zeigt. Ein smarter, lässig dastehender Businessman im Anzug, der sich mit zurückgegelten Haaren die Brille zurechtrückt à la „ich habe den Durchblick“. Im Hintergrund ein alter, abgewetzter Apothekerschrank der seine besten Jahre schon länger hinter sich hat. Überhaupt nicht tendenziös – Gott bewahre!

Aber in dem Stil geht es dann auch weiter bei FOCUS. Auf den folgenden Seiten findet sich dann noch eine Gegenüberstellung der Positionen von SPD und CDU, wo das Thema RX – Versandverbot tatsächlich einmal thematisiert wird. In einem quasi fachfremden Blatt – ich musste mir die Augen reiben!

Liebe SPD – Ausbau der Telemedizin? Euer Ernst? Ich gehe sowohl lieber persönlich zum Arzt wie auch in die Apotheke, und ich hoffe dass meine Krankenkasse das auch zukünftig übernimmt. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie die CDU gewählt, aber bei dieser Wahl ist mir das Hemd näher als der Rock. Und ich denke, den vielen Mitstreitern in deutschen Apotheken geht es ähnlich!

P.S.: ich habe etwas wenig Erythrozyten und einen erniedrigten Hämatokrit. Könnte die Müdigkeit erklären… oder liegt es etwa doch am allabendlich späten bloggen…?

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Sommerzeit – Urlaubszeit Teil 2

Ich danke Euch für eure zahlreichen Kommentare und Meinungen zum Thema „Betriebsurlaub in Apotheken“. Ich habe mal spaßeshalber diese beiden Worte gegoogelt, und wir wären mit dieser Idee bei weitem nicht die Einzigen.

Was die Kammer dazu sagt weiß ich ehrlich gesagt nicht, aber da wir hier doch mehrere Apotheken im Umkreis haben denke ich nicht, dass grundsätzlich etwas dagegen spricht, für zwei Wochen zu schließen. Zumindest aus rechtlicher Sicht – aus der Sicht der Kunden sieht das wohl anders aus wie ich aus den Kommentaren herauslese.

Persönlich denke ich ebenfalls, es wäre besser wenn die Apotheke offen bleiben könnte, aber ich sehe natürlich auch die Schwierigkeiten, die wir jedes Jahr damit haben. Besonders in 3 Jahren, wenn dann wirklich alle Kinder (bis auf Sandras Kleines) in die Schule gehen und wir ganze sechs Wochen überbrücken müssen – der Chef, Bergen, Sonja, Birgit und ich. Ist ja klasse, dass wir alle altersmäßig und kindermäßig mehr oder weniger im gleichen Boot sitzen, weil wir unsere Sorgen oder Freuden dann natürlich besonders gut verstehen können… aber in diesem Fall ist es schwierig allen gerecht zu werden.

Allerdings wenn ich mal wieder lese, dass im „Mamikreisel“, auf „eBay“ oder „Quoka“ Arzneimittel verscherbelt werden denke ich auch, dass es nötig ist erreichbar zu sein.

Die Deutschen stehen angeblich auf Platz eins wenn es um das Bestellen von risikobehafteten Produkten über das Internet geht, und der Zoll beschlagnahmt von Jahr zu Jahr mehr gefälschte Arzneimittel. Das gibt zu denken…

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Sommerzeit – Urlaubszeit

Bald ist es wieder so weit und unsere Vorstadtapotheke „entvölkert“ sich. Unser Chef hat seinen Jahresurlaub schon hinter sich, als nächstes fliegt Bergen für 4 Wochen in die Türkei. Dann folgt Birgit mit 3 Wochen, sie überschneidet sich um eine Woche mit Sonja und mir – wir werden gleichzeitig ebenfalls 3 Wochen fehlen. 

Sarah verlässt uns in meiner 2. Urlaubswoche ganz um PTA zu werden, und Lea muss (da noch kinderlos) bis Mitte September aushalten. Das ist personalmäßig immer ziemlich eng – letztes Jahr waren noch Maria und Sandra einsatzfähig, das ist ja auch vorbei.

Daher hat unser Chef darüber nachgedacht, im nächsten Jahr (wenn uns auch noch Sarah ganz fehlt) die Apotheke für 14 Tage zu schließen. Etwas ungewöhnliches Vorgehen, aber irgendwie auch verständlich. Stabil planen kann man den Betrieb mit nur zwei Leuten eigentlich nicht.

Habt ihr Erfahrung damit gemacht, wie die Kundschaft ein solches Vorgehen aufnimmt? Meint ihr, dass sie Verständnis zeigen, oder eher abwandern? Außerdem hätte ich Angst, dass der ein- oder andere der noch nie im Netz seine Medikamente bestellt hat, das dann einfach mal ausprobiert. Das wären dann quasi die „Geister die ich rief“… Habt ihr alle übers Jahr immer durchgehend offen? Ich kenne das nur so, und wäre dankbar für einen Erfahrungsaustausch 🙂

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