Seelentröster und Lachanfälle

Wir werden in der Apotheke mehr und mehr zu Seelentröstern habe ich den Eindruck. Ob es nun schwere und schwerste Erkrankungen, der Tod von nahen Angehörigen oder einfach „nur“ Schmerzen sind unter denen unsere Kunden leiden – sie kommen damit zu uns.

Und wir hören uns geduldig und mitfühlend alles an, was abgeladen wird. Wir ärgern uns mit und wir trauern mit. Wir nehmen auch so einiges mit nach Hause, und im Moment ist es gerade viel.

Seit ich selbst Mutter bin zerreißt es mir das Herz, wenn Kinder von schweren Erkrankungen betroffen sind. Ich denke nach Arbeitsschluss noch darüber nach, was das auch für die Eltern bedeutet. Wenn ich dann sage, daß mir manchmal die ein- oder andere Träne kullert, so ist das ernst gemeint und wirklich so.

Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Kunden, die kleinste Wehwehchen zu einer Riesensache aufblasen (die sie offenbar wirklich dafür halten) und uns lange Zeit mit Beschlag belegen. Das strengt auch an – auf eine andere Weise. Da möchte ich so manches Mal am liebsten nach dem Gespräch einen schalldichten Raum nutzen um einfach mal alles rausbrüllen zu können.

Und trotz allem Schmerz und trotz allen Ärgers gibt es täglich mindestens einen Moment an dem ich lauthals loslachen könnte. Beim rumblödeln mit Lea oder aus grundsätzlicher Situationskomik heraus gibt es dann doch noch etwas zu lachen.

Heute hatte ich mich über jemanden geärgert, und das auch bei Lea kund getan.

Lea: „Mach dir nichts draus, es ist doch Portalwoche. Sowas war abzusehen.“

Ich: „Warum war das abzusehen?“

Lea: „Weißt Du… Er hat einfach sein Portal gerade ganz weit offen stehen.“

Ich: „Ich weiß ganz genau, was der gerade offen hat, und das ist nicht sein Portal!“

Nach diesem Wortwechsel war es uns nicht mehr möglich nebeneinander zu bedienen. Danke für die Aufheiterung heute, das tat gut!

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Überarbeitet…

…fühle ich mich nicht, auch wenn mir von vielen Seiten zugeraunt wird, daß ich das sein müsste. Ich kann gar nicht aufzählen wie viele liebe Menschen sich darüber Sorgen machen, ich könnte einem Burnout entgegensteuern. Ich sehe das nicht so – aber vermutlich sieht man das ja selbst nicht kommen, sonst gäbe es ja niemanden mit Burnout 🙂

Ich bin glücklich – so wie es gerade läuft könnte es bleiben. Ehrlich gesagt habe ich mir das Leben das ich jetzt führen darf schon vor 10 oder 20 Jahren gewünscht. Vor 20 Jahren war ich aber zu unreif und beruflich unerfahren und vor 10 Jahren nicht (berufs)politisch interessiert genug. Das einzig richtige was ich damals getan habe (und wozu mir heute leider meist die Zeit fehlt) war, daß ich viel gelesen habe.

Ich weiß aber auch, daß mein Pensum zur Zeit sehr groß ist, und daß in den Teilbereichen meines Lebens alles glatt laufen muss, damit es passt. Eine Sache nur die aus dem Ruder läuft und das Kartenhaus klappt zusammen. Naja… eine Sache bekomme ich wohl noch geregelt, aber zwei oder drei werden dann doch schwierig.

Aber geht das nicht allen so?

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Neues Logo – dank Pharmama!

Bei unserem Treffen in Hamburg hat der Kinderdok angemerkt, daß jeder erfolgreiche Blog ein Logo braucht. Etwas unverwechselbares.

Er hat seinen gezeichneten Kinderarzt mit Bär, Pharmama ihre Quietscheente die sie rund um die Welt mitnimmt – und ich?

Beim Frühstück am nächsten Morgen habe ich laut vor mich hingedacht, dieses Thema einmal einer Freundin anzutragen, die sehr gut zeichnen kann.

Daraufhin meinte Pharmamas Mann: „Sie kann das auch!“ und deutete mit Aufenzwinkern auf seine Frau. Pharmama nahm noch einen Schluck Kaffee und lächelte mich an. „Hast Du schon eine Idee?“

Ich hatte eine vage Idee in welche Richtung es gehen könnte, aber keinen richtigen Gedankenblitz. Den hatte allerdings Pharmama (was bist Du kreativ!!!) und hat mir gestern etwas geschickt.

Das Logo ist derart grandios, denn es passt zu mir wie kein anderes. Eine Schildkrötendame mit einer Fantaschale (samt Ausgießer) als Panzer. Sie ist so niedlich geworden die Kleine.

Ein dickes Dankeschön an Dich – ich bin immernoch sprachlos :-*

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Tierheilpraktiker beim BTB – Teil 17

Nach der erfolgreich gemeisterten praktischen Prüfung zum Tierheilpraktiker beim BTB fiel ich erst mal in ein kleines Lerntief. Zur Vorbereitung hatte ich mir ja ein paar Tage frei genommen und mich mit kaum etwas anderem beschäftigt als mit den Prüfungsthemen und der Hausarbeit – das forderte erst einmal seinen Tribut.

Zuerst hatte ich ein schlechtes Gewissen dabei, die Lernerei ein wenig stiefmütterlich zu behandeln, doch ich beruhigte mich mit dem Blick auf meinen Lernstand. Ich hatte doch so einiges fast nebenbei erreicht, so daß ich mir ein paar Tage „Urlaub“ doch durchaus erlauben konnte.

Aus den paar Tagen wurde allerdings schnell mehr, denn es folgten diverse Geburtstage in meiner Familie, Weihnachten, Neujahr, der Alltag. Zum Glück ist da meine WhatsApp Gruppe der BTB-Mitstreiter, denn auf einmal kamen die Erfolgsmeldungen von zweien, daß sie es geschafft, und den Abschluss erreicht hatten. Und noch dazu „sehr gut“!

Ich freute mich, gratulierte und dachte direkt: „das will ich auch“! Schon zog ich die Lernhefte wieder hervor, machte mir Notizen und heftete Post-its ein. So weit will ich kommen bis zum 15.01., dann brauche ich wieder 3 Tage Zeit für anderes, aber am 19. und 20. kann ich es schaffen bis hier. Dann brauche ich wieder 2 freie Tage, und dann habe ich sogar mal 3 Stunden am Stück.

So beschriftete und beklebte ich die erhaltenen Lernhefte, und motivierte mich auf diese Weise zusätzlich, denn bei aller Tierliebe-das gilt nicht für den inneren Schweinehund. Der muss manchmal überwunden werden!

Zusätzlich motivierend wirkte eine ganz liebe Email, die ich von einer Bekannten erhielt der ich Tipps für die Mauke- Behandlung ihrer Stute gegeben hatte. Der Zustand der Hufe hatte sich deutlich verbessert, und sie führte das auf meine Ideen bezüglich der Fütterung und der Unterbringung zurück. All das waren Informationen aus den Lernheften des BTB

Einmal über die speziellen Krankheiten verschiedener Haustierarten und ihrer phytotherapeutischen Behandlung,

und einmal über die Erkrankungen der Haut und der Hautanhangsgebilde.

Ich muss bei solchen Anfragen noch viel nachschlagen und überlegen, das funktioniert (leider) noch nicht so schnell wie bei Fragen in der Apotheke. Aber dort habe ich ja auch 20 Jahre Berufserfahrung vorzuweisen – das wird noch besser, da bin ich sicher.

Also bin ich nun wieder frisch motiviert dabei weiterzulernen und den Abschluss gut hinzubekommen. Es hilft mir im Alltag sehr, daß von der Seite des BTB kein Druck kommt und auch Lernpausen kompensiert werden können. Die Tests zu den verschiedenen Lernheften konnte ich alle online bei meiner Zugfahrt nach Hamburg erledigen, was eine große Zeitersparnis bedeutet! Jetzt kann ich sogar schon bald den nächsten (und letzten) „Schwung“ Hefte bestellen. Super!

Dieser Beitrag erscheint mit freundlicher Unterstützung des BTB

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Resigniert…

…habe ich noch nicht komplett, aber ich bin echt gerade dabei.

Das ganze unmögliche Bohei um Securpharm ist doch nun schon nervend genug. Aber ich bin es ja inzwischen nach zwanzig Jahren in der Apotheke gewohnt, daß solch unsinnige Verordnungen klaglos umgesetzt werden. So ist die Apothekerschaft nun mal.

Ein Physikstudent, ein Medizinstudent und ein Pharmaziestudent bekommen von ihren Professoren jeweils ein Telefonbuch vorgelegt, daß sie auswendig lernen sollen.

Der Physikstudent: „Ich kann aus diesen Messergebnissen nicht auf den Versuch schliessen und damit ist das Ergebnis zu ungenau und wertlos!“

Der Medizinstudent: „Ich verstehe nicht in wie weit mich das in meinem Studium voranbringen soll. Das mache ich nicht!“

Der Pharmaziestudent schaut den Professor nur müde an und fragt: „Bis wann?“

Leider sehr zutreffend… Dann kommt Fritz Becker mit der glorreichen Idee eines Folgerezepts um die Ecke, daß der Versand – sorry for that – im Moment deutlich besser handhaben kann als die Apotheke vor Ort. Uns fehlt die Softwareunterstützung. Wollen die uns sehenden Auges in den Untergang schicken mit solchen übereilten Vorschlägen?

Nun der nächste Bolzen, den die Hamburger Apothekerschaft schießt: die Einführung des E- Rezeptes mithilfe der Software und des Know-hows von ZurRose (DoMo)!

Seid ihr eigentlich alle noch ganz bei Trost? Haben die alten Herren da oben überhaupt noch irgendeinen blassen Dunst davon, was hier an der Basis Lage ist? Ich begreife das nicht, wie man derart blind sein kann und sich quasi selbst auf die Schlachtbank legt.

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7 Gründe warum ich in Hamburg bin

10Uhr – komme gerade vom Frühstück mit Pharmama, ihrer Familie und dem Kinderdoc. Ich habe wirklich selten so nette Menschen getroffen, mit denen ich mich auf Anhieb wohl fühle. Es kommt mir So vor, als würden wir uns viel länger kennen. Das ist schön 😉

11Uhr – Treffpunkt mit dem stark verspätet eintrudelnden Fora (eine Minute hat er uns warten lassen, es ist nicht zu glauben!) und Tobi an den Landungsbrücken. In Hamburg ist es zwar grau und nieselt, aber es ist trotzdem immer eine Reise wert!

Wir machen zusammen eine Tour durch den alten Elbtunnel, am Fischmarkt vorbei über St.Pauli bis zum Rathaus, wo wir s’gramselet einsammeln. Sie passt mit ihrer ruhigen und freundlichen Art gut zu uns, und es ist als wäre sie von Beginn an bei uns gewesen.

Weiter geht es zur Elbphilharmonie, für die uns Fora schon Karten reserviert hat. Der Blick über die Speicherstadt und den Hafen ist trotz des trüben Wetters gigantisch.

15Uhr: Christopher von „Strebenswert“ wartet bereits mit Mira und Maria von DocCheck im Raum, in dem der offizielle Teil beginnt. Zuerst hören wir einen journalistischen Beitrag von Maria Braun, wie wir mit geschickt formulierten Überschriften Leser gewinnen. Dann folgen die Vorträge vom Kinderdok über die Evolution seines Blogs, von Pharmama über den Weg vom Blog zum Buch und von Tobias Sambale über Trolle (nicht nur) im Netz und wie man mit ihnen umgeht. Allesamt tolle und lehrreiche (und witzige!) Beiträge auf die ich an späterer Stelle noch genauer eingehen werde.

18Uhr: wir machen uns auf den Weg in Richtung des Restaurants. Als wir ankommen sind wir nass und verwuschelt. Unsere Alltagskleidung sieht nicht ganz so aus wie die der anderen Menschen die hier speisen – wir sind underdressed.

Ich: „Schau mal Pharmama wie die angezogen sind hier, die schmeißen und doch gleich raus!“

Pharmama: „Und es hat sogar Tischdecken!“

Kollektives lachen. Über den Rest des Abends lässt sich nicht viel mehr sagen als: tolles Essen, tolle Leute, toller Weißwein und unfasslich viele gute Ideen. Fora muss aufpassen, daß er nicht von den Schergen der Krankenkassen entführt wird bei seinen radikalen Einfällen!

Irgendwann blickte Pharmama sich um und bemerkte, daß wir die letzten Gäste sind. Das ehemals vollbesetzte Restaurant ist leer. Es war schon geraume Zeit so still um uns…

Was bleibt ist ein dickes DANKESCHÖN an alle Teilnehmer – es hat sich ein bisschen angefühlt wie eine Klassenfahrt. Ahoi Hamburg – schön war’s!

Ach ja… die Gründe:

1: die Stadt ist wundervoll

2: die Menschen mit denen ich mich hier getroffen habe sind es auch

3: ich konnte gute Ideen für das Bloggen mitnehmen

4: neue Blogger kennenlernen

5: das Essen und der Wein waren gut

6: ich muss den Alltag ab und zu hinter mir lassen

7: wir wollen zusammen ein Projekt angehen

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Senile Bettflucht

7Uhr – Eigentlich könnte ich ja heute mal ausschlafen. Kein Kind und kein Rind auf der Reise dabei, aber ich liege um diese Uhrzeit wach weil mein innerer Wecker mich zuverlässig um 6:45Uhr aus dem Schlaf reißt. „Aufstehen! Badezimmer, Kind fertigmachen, Pausenbrot richten, zum Kindergarten und in die Apotheke gehen!“ Oder ist das schon die senile Bettflucht?

Ähh… Nein. Ich werde mich um 8 Uhr gemütlich fertig machen und mich mit Pharmama und ihrer lieben Familie zum Frühstück treffen. Um 11Uhr haben wir mit den anderen einen inoffiziellen Treffpunkt ausgemacht, wollen ein wenig durch die Stadt ziehen. Je nach Wetterlage entscheiden wir, was wir uns zusammen ansehen.

Um 15Uhr geht es dann mit dem offiziellen Teil los und wir treffen uns mit Mira aus der Redaktion für die Vorträge. Abends gibt es ein gemeinsames Essen und dann…? Schauen wir mal.

Ich leg mich jedenfalls wieder hin… bis später!

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