Morgellonen/Morgellons – der neueste „heiße Scheiß“ der Verschwörerszene!

Manchmal fragt man sich ernsthaft, ob es vielleicht noch ein klein wenig unwissenschaftlicher zugehen kann in der Aufgewachtenszene. Und es funktioniert tatsächlich, denn der neueste „heiße Scheiß“ sind Morgellons. Kleine fadenförmige bisher noch unerforschte „Würmer“, die bis zur Coronakrise aus Wunden zu wachsen schienen, und in diesen Zeiten aber lieber auf Masken oder Coronatest- Abstrichstäbchen leben.

Man findet YouTube Videos bei denen entweder empörte Aufgeweckte oder kreischende junge Damen schwarze Fussel auf Masken oder dem Teststäbchen anpusten oder andrücken, und dann im Makro filmen, wie es sich unter Einfluss von Wärme bewegt. Dafür kann es nur eine Erklärung geben: das sind Morgellons – Würmer deren Aussetzung auf der Maske oder dem Stäbchen von der Regierung befohlen wurde, um uns alle krank und gefügig zu machen.

Ich lasse das Geschwurbel mal von jemandem erklären, der sich damit besser auskennt:

Dass es sich dabei um Fasern handeln könnte, die aus Verbundstoffen zusammengesetzt sind, und die sich bewegen, weil sie entweder elektrostatisch aufgeladen sind, oder schlicht weil sie warm werden ist natürlich weiiit hergeholt, nicht wahr?

Das geilste an dieser neuen Verschwörungstheorie finde ich persönlich aber, dass sie sich nicht einmal die Mühe gemacht haben, einen neuen Namen für die bösen Würmer zu finden, sondern es bei Morgellons belassen haben. Wie man Menschen therapiert, die damit befallen sind ist nämlich bereits seit vielen Jahren bekannt! …und nein, ich spreche da nicht von der Ausleitung durch Heilpraktiker:

Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Morgellons-Krankheit

Offenbar würde es vielen Leuten besser gehen – wenn sie schon quer denken müssen – sich von einem Arzt helfen zu lassen, der sich damit auskennt. Hinterfragen ist ja richtig und gut, aber man sollte bei seiner Recherche im Netz dann auch seriöse Quellen zu Rate ziehen, und nicht YouTube Videos von völligen Laien, die selbst nicht wissen was sie sehen. Für ein Kleinkind ist es auch unzweifelhaft „magisch“ wenn man das Licht anknipst. Die wissenschaftliche Erklärung für diesen Prozess ist ihnen noch zu komplex.

Selig die arm sind im Geiste… ich hoffe nur, wir bleiben an der Teststation von solchen Menschen verschont. Die Arbeit dort ist wahrlich schon belastend genug.

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Die Nase – eine erogene Zone?

Ich habe durch die Testerei nun so einige Nasen gesehen. Dicke, dünne, knubbelige, feine. Es gibt Nasen mit putzigen kleinen runden Nasenlöchern, solche mit langen schmalen Schlitzen, stark behaarte oder komplett haarlose.

Sie haben manchmal große Poren und glänzen, und manchmal haben sie eine ganz feine und trockene Haut. Ab und zu sieht die eine Seite auch ganz anders als die andere aus. Und das Innenleben erst!

Nasenscheidewände scheinen bei jedem Menschen irgendwie anders aufgebaut zu sein. Auch hier gibt es glatte, oder solche mit kleinen Hügeln und Verengungen.

In manche Nasen gleitet mein Teststäbchen wie von selbst, bei anderen kommt man nur schlecht hinein, oder bräuchte ein angewinkeltes Stäbchen, um besser voran zu kommen – kurz, jede Nase ist anders, und das war mir vor dem testen tatsächlich noch niemals so bewusst.

Etwas anderes war mir dagegen auch neu. Offenbar kann der Naseninnenraum auch eine erogene Zone sein…

Während die meisten Probanden froh sind, wenn sie den Probennahme-Vorgang hinter sich haben, niesen müssen oder es sie fürchterlich kitzelt, scheint es der eine oder andere durchaus zu genießen, wenn ihm ein Fremder in der Nase popelt.

Da werden manchmal genießerisch die Augen geschlossen, und ich merke, dass eine wohlige Entspannung einsetzt. Was Anfang vergangener Woche passiert ist, das hatte ich allerdings so noch nie:

Ein durchaus nicht hässlicher Mann im mittleren Alter schloss dabei zunächst die Augen, um mich dann anzusehen:

„Oh, das fühlt sich ja richtig gut an. Geil!“

Ok… um die etwas peinliche Stille zu überbrücken plauderte ich etwas darüber, dass die Tests ja inzwischen nicht mehr so invasiv sind wie zu Beginn der Testerei, und so ein „Popeltest“ ja glücklicherweise nicht weh tut.

„Nein, nein. Das ist total schön was sie da machen. Wenn ich noch ein drittes Nasenloch hätte, dann dürften sie da jetzt auch noch rein.“

Sprachs und ließ mich verdattert stehen. Offenbar habe ich den Herren da jetzt auf ganz neue Ideen gebracht. Wer weiß, vielleicht gibt es in ein paar Monaten ganz neue Sextoys auf dem Markt? So ein Teststäbchen aus Leder? Oder enes das vibriert? Wer weiß?

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Was so alles zusammenwächst…

Man kann über Jens Spahn sagen was man will – aber er schafft es zur Zeit, dass sich die Menschen die im Gesundheitssystem arbeiten gerade über alle Berufsgrenzen hinweg solidarisieren wie nie zuvor.

Aufgefallen ist mir das am vergangenen Montag. Zunächst hatte ich versucht, für meine Eltern einen Impftermin zu ergattern. Und ich hatte tatsächlich einen echten Menschen am Apparat, nachdem ich die 116 117 gewählt hatte. Ich war so erschrocken, dass ich fast aufgelegt hätte 😉

Meine Eltern sind beide über 70 Jahre alt, und damit in der Impf-Prio-Gruppe, die montags „aufgemacht“ wurde. Als ich ihnen einen Termin verschaffen wollte, bedauerte der nette Herr am Telefon, dass er mir nicht weiterhelfen kann. Die Bundesregierung habe zwar verkündet, dass die Altersgruppe meiner Eltetn sich nun registrieren kann, aber das System könne es noch nicht umsetzen. Er hat sich dafür sehr entschuldigt, und offenbar Beschimpfungen erwartet. Ich habe nur gesagt, dass ich jetzt nicht mit ihm tauschen möchte, und gut verstehe, was er sich jetzt anhören muss, weil ich in einer Apotheke arbeite und die Leute uns wegen der versprochenen kostenlosen Coronatests für jedermann ebenfalls die Bude einrennen. Auch hier wussten wir am vergangenen Montag noch nicht, wie wir sie umsetzen sollten.

Der „Callcenter Mitarbeiter“ drehte auf einmal auf. „Ach, sie arbeiten in einer Apotheke? Das ist ja toll, dass ich sie gerade am Telefon habe! Wie läuft denn das nun mit den Tests? Ich werde hier ständig deshalb angerufen!“

Also verbrachten wir die nächste Viertelstunde damit, darüber zu sprechen wie die Testungen ablaufen könnten, und wie blöd es ist, alle Neuerungen gleichzeitig mit den Kunden über die Presse zu erfahren, ohne dass deren Umsetzung zum Verkündungszeitpunkt geklärt ist. Am Ende des Gesprächs fühlten wir uns glaube ich beide ein wenig getröstet…

Kaum war ich in der Apotheke liefen die Telefone ob der Testungen heiß. Unter anderem riefen auch Ärzte an, mit denen ich in den vergangenen 10 Jahren noch niemals telefoniert hatte. Auch sie wollten von uns erfahren, wie wir gedenken die Testungen durchzuführen, und wie wir dokumentieren und abrechnen sollen. Auch sie waren stinksauer und wussten nicht, wie sie ihren Patienten erklären sollen, dass die Politiker in diesen Tagen mehr versprechen als umgesetzt werden kann. Auch hier bestand ein Konsens darüber, dass wir so etwas noch nie erlebt haben.

Vielleicht schafft die Pandemie- Politik an Ärzten und Apothekern vorbei, was die Standesvertreter in vielen Gesprächen nie geschafft haben, denn die beiden Berufsgruppen schaffen gerade so etwas wie eine gemeinsame Solidarität untereinander. Denn wir merken immer deutlicher, dass wir tatsächlich im selben Boot sitzen. Wir sollten daher auch gemeinsam in die gleiche Richtung rudern, damit wir voran kommen.

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Corona-Impfung – die volle Wahrheit ;-)

Ich bin jetzt geimpft!

So, da stehe ich nun in einer laaaaangen Schlange vor dem Eingang zum Kreisimpfzentrum. Viele betagte Menschen vor mir halten die Ansteherei nur schwer aus. Ich stehe seit etwa 15min, und trotzdem sind noch gut 20 Menschen plus Begleitung vor mir. Ich bin gespannt wie es drinnen aussieht.

Berechtigt bin ich nun übrigens in zweierlei Hinsicht. Einmal weil ich Lehrerin bin, und zum anderen, weil ich bei uns in der Apotheke Corona Tests durchführe. Quasi eine „Doppelbelastung“ 😉

So. Erste Hürde passiert, und Vorfragen alle richtig beantwortet:

1. Berechtigungsschein der Schule dabei

2. Keine allgemeine akute Erkrankung in den letzten 14 Tagen

3. Keine Coronainfektion durchgemacht

4. Keine andere Impfung in den letzten 14 Tagen

Jetzt stehe ich in einer Halle wieder in einer Schlange vor dem Impfbereich.

In der großen Halle angekommen bekommt jeder erst einmal einen Sitzplatz im nächsten Wartebereich zugewiesen. Das dauert offenbar tatsächlich länger als ich angenommen hatte.

Nächste Hürde genommen: die Impfaufklärung, in der darauf hingewiesen wird, dass ich nicht schwanger sein darf, und in der nach Allergien und Vorerkrankungen gefragt wird. Ich unterschreibe meine Impfwilligkeit.

Nun sitze ich in einem abgetrennten Bereich mit ca. 20 anderen Menschen und schaue einen 6-minütigen Film zur Aufklärung, warum die Impfung nötig ist, wieviele Menschen bereits erkrankt und gestorben sind, und mit welchen Impfreaktionen man rechnen kann.

Der Film ist vorbei und ich wurde weitergeschleust in einen weiteren Wartebereich zur Individualaufklärung. Irritierenderweise sieht der Zuweiser aus, wie der Bösewicht aus dem Münsteraner Tatort „Väterchen Frost“. Er hat alle Opfer vor dem Ermorden mit einer Spritze betäubt. Gruselig!

Der junge Mann in der Aufklärungskabine ist sehr freundlich. Er scheint leicht verunsichert zu sein, als ich ihn frage, warum der nächste Termin bei mir in 8 Wochen stattfindet, obwohl er selbst von 9-12 Wochen spricht. Er meint, realistisch gesehen würde der sich vermutlich sowieso nochmal verschieben.

Nun stehe ich vor „Kabine 10“ mit dem Astra Zeneca Impfstoff. Mein Impfpass ist bereits beklebt worden.

Der sehr junge Arzt hat seinen Job gut gemacht. Den Piks habe ich nichtmal gespürt. Als ich mich darüber verwundert zeige, weil die Bilder in den Medien immer soooo lange Nadeln zeigen regt sich der Arzt auf: “ Ich kann das garnicht verstehen, warum die immer so Horrorbilder zeigen!“ Nun sitze ich vor einem Bildschirm, auf dem Nummern angezeigt werden. Meine Nummer ist rot. Wird sie in einer Viertelstunde grün, dann darf ich gehen sobald ich den Abmeldebereich passiert habe.

Fazit: sehr gut organisiert, und viel Bohei um einen kleinen Piks. Ich bin gespannt, wie ich ihn vertrage!

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Theoretisch kann ich geimpft werden…

Mein Vermittlungscode ist schon mal da

Angeblich können sich ab jetzt Lehrer und testendes Apothekenpersonal impfen lassen. Angeblich sei ja auch zu viel Astra Zeneca Impfstoff da, den keiner haben will. Komisch nur, dass ich in keinem der fünf Kreisimpfzentren einen Termin bekomme. Ich hatte sogar jemanden am Telefon, der mir aber nur sagen konnte, dass ich es nächste Woche doch nochmal versuchen soll.

Angeblich konnte er für mich auch keinen Code generieren, damit ich es per Computer immer mal selbst versuchen kann. Komisch nur, dass ich es dann 2 Stunden später als ich es doch mal versucht habe problemlos geschafft habe.

Angeblich sei da alles top organisiert. Komisch nur, dass ich das so nicht glauben kann. Meine Motivation, mich in Zeiten der Virusmutationen weiterhin in der Schule und bei den Testungen in die vorderste Reihe zu stellen sinkt jedenfalls.

Ich mache weiter, weil ich einen Sinn darin sehe, und weil ich endlich etwas tun kann, aber ich wäre gerne besser geschützt. Es kotzt mich nur an, jetzt überall zu lesen, dass ich in der Priorität aufgestiegen sei (was ja folgerichtig ist), und dass wir zu viel Astra-Impfstoff hätten den keiner haben will, und dann bekomme ich trotzdem keinen Termin.

Was stimmt nicht an diesem Bild?

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Tests über Tests

Nachdem Bundesgesundheitsminister Spahn angekündigt hatte, dass sich ab März jeder der möchte kostenlos in teilnehmenden Apotheken und Arztpraxen testen lassen kann war es aus mit der “ Ruhe“.

Wir testen bei uns Erzieher in Kindergärten und im Hort sowie Lehrer, aber an ihrem Arbeitsort, wo uns auch ein entsprechender Raum zur Verfügung gestellt wird. Eine goldene Nase verdient sich niemand an den Berechtigungsscheinen des Lehr- und Erziehungspersonals, denn wir haben Kosten für Personal, Materialien (die Tests selbst, die Entsorgung des kontaminierten Materials, Einmalkittel, FFP3 Mundschutz, Visiere, Schutzbrillen, Unterlagen etc.). Wir erhalten 30€ pro Person, die über den Nacht- und Notdienstfonds vergolten werden.

Aber wir machen das gerne, um einen Beitrag bei der Bekämpfung der Pandemie zu leisten.

Nun kam diese Ankündigung, dass wir testen sollen/ können/ dürfen für 18€ pro Person. Das erscheint nicht nur verdammt wenig – das ist es auch. Keine der ansässigen Apotheken war bereits im Vorfeld bereit dazu, uns hier zu unterstützen. Wir haben trotzdem nach einem passenden Raum gesucht (unsere Apotheke gibt das nicht her), und nach jemandem, der diese Tests durchführen kann (unsere Personaldecke ist einfach zu dünn, als dass wir das auch noch leisten könnten).

All die Vorarbeit ruht jetzt allerdings, denn nach dem gestrigen „Corona- Kabinett“ ist klar, dass Spahn seine Ideen nicht abgesprochen hat. Die 18 Euro sind offenbar noch zu viel, und es gibt zahlreiche weitere offene Fragen.

Daher testen wir jetzt vorerst nur Lehrer und Erzieher. Ich bin gespannt ob die Tests für die Öffentlichkeit tatsächlich wie angekündigt ab dem 8. März stattfinden können, oder ob diese Entwicklung nicht durch die kommenden Schnelltests für zuhause überholt wird.

Als Apothekenpersonal muss man wirklich flexibel bleiben wie ein Gummibärchen und darf alles erst dann glauben, wenn es gesetzlich abgesegnet vor einem liegt. Vertrauen in die Aussagen der Politiker- insbesondere in das Wort von Herrn Spahn habe ich jedenfalls kaum mehr.

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Ängste, die jede PTA kennt

Zur Zeit unterrichte ich meine Oberkurse immer nur in halber Klassenstärke, um den Coronabestimmungen Rechnung zu tragen. Die Atmosphäre bei solch kleinen Kursen empfinde ich als etwas ganz Besonderes.

Es bleibt einfach mehr Zeit für das soziale Miteinander, und es kommen ganz andere Themen auf. Wir lachen mehr zusammen, aber es wird sich auch getraut, über Ängste zu sprechen. Ausgerechnet eine meiner besten Schülerinnen hat sich getraut etwas zur Sprache zu bringen, was vermutlich jede NeuPTA kennt: die Angst vor dem Kunden.

„Was ist, wenn er mich etwas fragt, das ich nicht beantworten kann? Ich habe das Gefühl, dass ich GARNICHTS weiß! Ich habe Angst, dann dumm dazustehen.“

Ja, ich denke sie kann gar nicht ermessen wie verdammt gut die meisten Berufsanfänger – mich eingeschlossen – das verstehen können. Ich weiß heute noch, wie mein erster Kunde ausgesehen hat, und was ich bei ihm falsch gemacht habe. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das besser werden wird.

Was sie braucht ist ein Team, das sie auffängt und ihr unterstützend zur Seite steht. Sie darf sich niemals scheuen, bei einer Beratung um Hilfe zu bitten. Und sie muss ehrlich sein. Wenn sie etwas nicht weiß, ist das kein Beinbruch. Sie sollte dem Kunden dann offen sagen, dass sie sich noch in der Ausbildung befindet, und um sicherzugehen, dass die Beratung zu 100% stimmt gerne eine Kollegin/einen Kollegen mit dazunehmen möchte. Ist das zeitlich nicht möglich, kann sie ihm sagen, dass sie sich erkundigt, und ihn umgehend anruft, sobald sie sicher ist, was in dieser Situation am Besten zu tun ist.

Ich habe ihr erklärt, dass niemand sauer auf sie sein wird, wenn man sieht, dass sie sich ehrlich bemüht, den Kunden bestmöglich zu bedienen. Niemand kann, wird und darf erwarten, dass sie schon alles kann, wenn sie aus der Schule kommt. Dort bekommt sie nur das Fundament, das tragfähig ist, in dem man aber noch nicht wohnen kann. Ihr Haus baut sie in den nächsten Jahren darauf auf. Solche Gespräche tun glaube ich beiden Seiten gut.

Abgeschlossen hat den Schultag dann Erzählungen der anderen Klassenkameraden über die ersten skurrilen Erlebnisse in der Apotheke. Eine Schülerin wurde beispielsweise von einem Kunden nach dem „Playboy“ gefragt – den sie dann auch eifrig suchen ging – bevor ihr Chef ihr verriet dass der Kunde die „Apotheken Umschau“ haben wollte.

Eine andere Schülerin erzählte von einem Anruf einer Dame, die sie gebeten hat, quasi per Ferndiagnose über das Telefon herauszufinden, ob ihr Zwergsiebenschläfer gestorben ist. Er war seit drei Tagen nicht mehr aus seinem Häuschen gekommen…

Ein Schüler wurde von einer Kundin gebeten, ihr bei seinem nächsten Botendienst doch drei Kästen Mineralwasser mitzubringen. Die seien so schwer.

Und ein anderer Schüler muss jedes Mal wenn er bei einer Dame etwas vorbeibringt nach dem klingeln an der Haustüre warten, bis sie den Schlüssel herunterwirft. Dann soll er die Post mit nach oben, und den Müll (getrennt) mit nach unten nehmen.

Alles Dinge die ich so oder so ähnlich auch kenne, und die irgendwie auch die Würze in den Alltag bringen. Man hat etwas zu erzählen, zu lachen und sich aufzuregen. Die Arbeit in der Apotheke ist schon etwas ganz besonderes!

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Fach PTA für Kalenderfragen

Nachdem ich kürzlich mit einer Freundin über die Apothekenkalender gesprochen habe, habe ich gemerkt, dass ich hier tatsächlich noch keinen frei zugänglichen Artikel zum Thema „Kalender“ eingestellt habe.

Das kann so nicht bleiben, die Kalenderfrage ist nämlich (außer in diesem Jahr, da waren es Grippeimpfungen und Masken) die wichtigste Frage des Monats Dezember.

Hier ein paar gesammelte Werke aus meinem PTA Forum zum Thema „Kalender“. Alles so oder so ähnlich auch schon selbst erlebt:

Kundin:Haben sie schon Kalender? PTA:Ja hier schauen Sie mal, welchen hätten sie den?
K: Das wars? Haben sie nix anderes? Sparen sie jetzt auch?

Dann nehme ich für meinen Sohn, meinen Enkel, meine Schwester, meine Eltern & für’s Büro auch noch einen mit, ja?‘

Wir haben 5 verschiedene Wandkalender, dann noch Taschenkalender. Und dann kommt: „Haben Sie nicht einen mit Namenstagen“ oder „ich bräuchte einen Klappkalender, haben Sie sowas auch?“

Der Kalender darf nur soundso breit sein, sonst passt er nicht an seinen Platz!

„Nein, wir haben keinen Taschenkalender mehr, nur noch 2 Sorten Wandkalender.“ „Ach! Den haben Sie nicht mehr? …und was können Sie mir nun als Ersatz anbieten? Ich kann ja wohl schlecht mit einem riesigen Kalender in der Tasche herumlaufen!

Für jede Wand einen.
Und die Nachbarin darf ich nicht vergessen!

Bei mir kam heute eine Dame und meinte vorwurfsvoll „Mein Mann ist Kunde bei Ihnen und hat noch keinen Kalender bekommen!“ 
Oh, dann haben wir Ihn wohl bei der jährlichen Kalender-frei-Haus- Lieferaktion vergessen *Ironie aus*
Was denken die Leute sich eigentlich 
Lt. KK hat er zuletzt Mitte Oktober was bei uns gekauft; na da gabs wirklich noch keine

Sagen Sie mal… warum hat der Kalender denn keine Spiralbindung? Das ist total unpraktisch, weil ich die abgerissenen Seiten dann für das neue Jahr sammeln muss. Wegen den Geburtstagen. Die muss ich doch auf einen neuen Kalender übertragen können!

Der Hammer war letzte Woche eine Kundin, die drei Kalender verlangte, eine Schere aus der Handtasche zog, alle Gutscheine rausschnitt die unsere Apotheke jeden Monat unten drangehängt hat, dankte und die Kalenderreste in den Abfalleimer vor der Tür entsorgte. Wie frech kann man eigentlich sein???

Bis auf das letzte Beispiel habe ich wirklich alles schon gehört, und ich finde diese Unverfrorenheit auch echt schlimm. Eventuell könnte es (auch gegen die anderen Auswüchse) helfen pro Kalender wenigstens einen Euro Schutzgebühr zu nehmen. Die könnte man dann zum Beispiel dem Kindergarten spenden.

Gut, dass wir nur ein Kalendermodell haben! Wobei wir auch in dunklen Stunden schon darüber nachgedacht hatten, unseren Wandkalender ein kleines Stückchen breiter und auch etwas kürzer als in den Vorjahren zu bestellen. Da gibt es an so manchen Tapeten plötzlich einen auffälligen weißen Fleck (insert diabolisches Kichern here)… aber neiiiin! So gemein sind wir dann doch nicht 🙂

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„Ich hab kein Corona“

Ich verliere selten die Beherrschung in der Apotheke, aber kürzlich hat es eine Kundin doch geschafft. Ich fühlte mich schon beinahe wie bei der „versteckten Kamera“ oder zumindest in einem Planspiel der Kammer zur Überprüfung der Beratungsqualität. Aber es war wohl doch eine Szene, wie sie das Leben selbst schreibt.

Eine Dame mittleren Alters betrat die Apotheke und räusperte sich bereits beim Eintreten mehrfach. Ich fragte nach ihren Wünschen.

„Ich habe so einen trockenen Husten. Der ist sehr unangenehm. Und Fieber, ein wenig Durchfall und Halsschmerzen habe ich auch.“

„Wie steht es mit dem Geschmackssinn?“

„Gut dass Sie fragen! Seit gestern schmecke ich praktisch gar nichts mehr. Können Sie mir da etwas verkaufen?“

„Vor allem möchte ich Sie bitten, bei ihrem Arzt oder der Nummer 116 117 anzurufen, um einen Termin für einen Coronatest zu vereinbaren.“

„Ach was Corona. Ich hab kein Corona. Verkaufen sie mir halt irgendwas! Ich will heute Abend noch zu Freunden gehen, und das geht nicht, wenn ich mich so schlecht fühle.“

„Dass Sie keine Coronainfektion haben können Sie erst dann socher wissen, wenn Sie einen negativen PCR- Test in den Händen halten. So lange Sie außerdem mit diesen Symptomen überall herumlaufen könnten Sie andere Menschen anstecken, die die Infektion vielleicht nicht so gut wegstecken wie Sie. Bleiben sie zuhause bis sie einen Termin haben.“

„Ich hab keine Lust mir jetzt irgendwo einen Arzt zu suchen, der testet. Ich kenne da keinen.“

„Ich kenne eine Praxis hier um die Ecke. Ich schreibe ihnen gerne die Adresse und Telefonnummer auf.“

„Was ist das denn hier? Ich hab gedacht ich bin in einer Apotheke! Sie müssen mir doch helfen!“

„Nur wenn meine Hilfe nicht bedeutet, dass sie dann erstrecht unter Menschen gehen und sie infizieren!“

„Ich. Hab. Kein. CORONA!“

„Das. Können. Sie. NICHT. Wissen!“

„Das ist mir jetzt zu blöd hier“

Sprachs, ging ihrer Wege und lässt mich „mit Puls“ in der Apotheke stehen. Da rettet mich auch keine „visualisierte liegende acht“ vor der Wut über so viel Unverständnis (eine Methode bei der man angeblich schneller wieder runterkommt, wie mir in einem Seminar zum Umgang mit schwierigen Kunden einmal nahegelegt wurde).

Herr wirf Hirn oder Steine – aber ziel bitte genau!

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Summer bodies are made in winter…

Nachdem Corona mir gewichtsmäßig nicht gerade gut getan hat, habe ich nun begonnen mich gemeinsam mit einer alten Schulfreundin zu bewegen. Und es tut mir wirklich gut. Auch für meine Psyche ist das Laufen an der frischen Luft genau das richtige.

Wir nehmen unsere Jungs mit, die in die gleiche Klasse gehen, und laufen einfach los. Es ist kein Marathon, sondern nur eine 7km Stecke, aber für den Anfang reicht das völlig aus, um abends ein gutes Gefühl, und nach dem aufstehen morgens ein paar Muskelschmerzen zu haben. Wie sie heute sagte: wir mussen dem körperlichen Verfall etwas entgegensetzen. Nicht dass wir mit 50 aussehen wie Omas.

Ich laufe also dem Winterblues einfach davon, auch wenn das Wetter mit seinem Nieselregen nicht gerade dazu beiträgt, den inneren Schweinehund ruhig zu halten.

Das neue Jahr beginnt außerdem mit vielen Planungen für die wie ein weißes Blatt vor mir liegenden 365 Tage. Erstens werde ich im Januar die ersten Unterrichtsbesuche für den Abschluss meiner zweijährigen Ausbildung zur Technischen Lehrkraft haben, die im Juli zuende sein wird.

Außerdem hat mich eine ehemalige liebe Kollegin ohne mein Wissen für den Wettbewerb zur „PTA des Jahres“ angemeldet. Ich habe eine Weile überlegt, ob ich mich diesem Druck wirklich aussetzen möchte, mich dann aber tatsächlich dafür entschieden in den Ring zu steigen 😉 Nun bin ich gespannt, ob ich unter circa 500 Bewerbern tatsächlich unter die letzten 20 komme, die um den Titel kämpfen dürfen.

Und zuletzt stecke ich jetzt schon zusammen mit meiner Kollegin voll in den Planungen für die Examen an der Schule. Es wird nicht langweilig, und das ist die Hauptsache.

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