Netter Kurzbericht

Hier findet der geneigte Leser einen netten Kurzbericht über Online- und Präsenzapotheken. Samt Apotheker- Originalen wie man sie wohl bald nicht mehr finden wird…

P.S.: ednong schrieb gerade, dass der Link verfallen ist. Hier nochmals ein kurzer Bericht, Aussage ist dieselbe, nur ohne die „alten“ Apotheker… Ich geh mal auf die Suche nach dem Bericht von oben 🙂

P.P.S.: jetzt geht er wieder!

Veröffentlicht unter Allgemein | 3 Kommentare

Die „andere Seite“

Heute stand ich mal wieder auf der „anderen Seite“ war Hilfesuchende und nicht Beratende. Mein Kind hat in der letzten Nacht dermaßen beängstigend gehustet, dass ich es heute nicht in den Kindergarten schickte, sondern mit ihm zum Kinderarzt fuhr. Ich bin dort zugegebenermaßen nicht oft, da ich das meiste einfach mit Bettruhe und meinem eigenen Kinder- Krankheitswissen behandle, ohne den Arzt zu konsultieren. Fieber zum Beispiel ohne jegliche andere Symptome – was soll ich da beim Arzt? Was soll der schon großartig dazu sagen außer: Ibuprofen oder Paracetamol geben, viel Trinken und Bettruhe? Desgleichen bei irgendwelchen Feld/Wald/Wiesenkrankheiten. Ich bin meistens dort, wenn ich bei irgendwas unsicher bin, das war in der Vergangenheit eigentlich vor allem bei Hauterkrankungen der Fall, wo mir der Kinderarzt wirklich gut helfen könnte. Heute kam ich mir eher etwas deplaziert vor. Er wirkte leicht gestresst, wunderte sich laut darüber, dass mein Kind nun ein halbes Jahr nicht hier war, und behauptete erst einmal, wir wären zur U7a nicht da gewesen (was natürlich nicht stimmt). Er blickte mich nach dem abhören verwundert an – „alles frei“ und zog die Augenbrauen hoch. Alles nach dem Motto „was wollt ihr eigentlich hier, ist doch alles gut“. Doch er war ja die letzte Nacht nicht dabei und hat nicht diesen bellenden, röhrenden Husten gehört, hat nicht das weinende Kind gesehen, das immer nur sagte, dass ihm der Hals so weh tut. Er hat nicht bis drei Uhr Nachts gesungen und beruhigt und noch Tee gekocht. Er sieht am nächsten Morgen nur eine müde Mutter und ein Kind mit leicht geschwollenen Lymphdrüsen. Und das vorm Feiertag… so unnötig! Trotzdem erleichtert mich einfach das Wissen darum, dass die Lungen frei sind und die minutenlange Hustenattacke wohl vorerst einmalig bleibt. Er sagt noch etwas wie „schonen“, „Thymian“ und „bis nächste Woche besser vom Kindergarten zuhause bleiben“ und geht eilig aus dem Zimmer. Er hört nicht einmal das „Tschüs Herr Doktor!“ das mein Kleiner ihm nach der Untersuchung erleichtert hinterherruft, obwohl er die ganze Zeit die Zähne nicht auseinander gebracht hat vor Angst, was da wohl nun mit ihm passiert. So ist es vielleicht auch oft in der Apotheke wenn jemand Rat sucht, und uns der Grund warum jemand deshalb so besorgt ist, belanglos vorkommt. Wir sehen auch nur die Spitze des Eisbergs, und vieles was zum Gang in die Apotheke oder zum Arzt geführt hat Wissen wir nicht. Ich werde versuchen zukünftig sensibler zu sein und nicht vorschnell zu urteilen… wenigstens dafür war der Arztbesuch heute sehr sinnvoll.

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

Trübe Aussichten

Zwei AHA Effekte gab es heute in der Apotheke: als ich Colibiogen Tropfen reklamieren wollte, die bereits eine Woche nach Öffnung eingetrübt waren fragte mich die medizinische Angestellte der Herstellerfirma am Telefon:

„Wenn Sie die Tropfen in der Flasche schütteln und sie gegen die Sonne halten, glitzert es dann?“

„Ja, das tut es wirklich!“

„Dann sind es keine schlecht gewordenen Hefen, die wären gelb und trübe. Dann sind das Lactosekristalle. Die sind zugesetzt, weil die Tropfen keine Konservierungsstoffe haben. Völlig harmlos!“

„Dann kann ich dem Kunden sagen, dass er die Tropfen wieder abholen und weiterbenutzen darf?“

Genau!“

Perfekt! Das wusste ich nicht. Lactosekristalle die in der Sonne glitzern.

Den zweiten AHA Effekt hatte ich, als ein namhafter Pflasterhersteller heute seinen Vertreter eine neue Pflastersorte vorstellen ließ. Es gibt neue Wundpflaster, die keinen Kleber mehr haben, sondern Haftflächen aus Silikon. Damit kann man bereits angeklebte Pflaster absolut rückstandsfrei entfernen, und das Pflaster mehrfach „umkleben“. Hat man also das Teil irgendwie falsch angebracht: kein Problem, einfach abziehen und neu aufkleben – nein, besser gesagt neu anhaften lassen. Ich habe das Demopflaster bestimmt 7 oder 8x umgeklebt, und es hielt noch bombig, Birgit und Lea haben danach noch weiter getestet. Die Haftkraft ging jedenfalls nicht verloren, eine echte Neuheit wie ich finde. Ich fragte den Vertreter noch:

Sind die waschbar?“

„Äh… wieso das denn?“

„Na, dann braucht man zukünftig nur noch ein Pflaster pro Jahr!“

Er sah mich entsetzt an. 

Schauen Sie mich nicht so an, das war ein SCHERZ!“

Aber ich fürchte er hat es mir nicht abgenommen…

Veröffentlicht unter Allgemein | 3 Kommentare

Wer will hier wen hinters Licht führen?

Die „ApothekerZeitung“ titelte heute: „Mit fingierter Post gegen das RX- Versandverbot“. 

Hinter der etwas sperrigen Zeile verbirgt sich folgende Begebenheit: vor nicht allzu langer Zeit hatte DocMorris auf seiner Homepage die Kunden dazu aufgerufen, eine Postkarte an CDU Abgeordnete zu unterzeichnen, in der gefordert wird, dass der RX- Versand weiterhin bestehen bleiben soll. Das Porto übernahm natürlich der menschenfreundliche Konzern. 

Der Abgeordnete Wolfgang Stefinger machte sich nun die Mühe, den Absendern zu antworten – und bekam daraufhin direkt vielfach die überraschte Frage zu hören, woher er denn ihre Adresse hätte. Die Postkarten waren nämlich im Namen von DocMorris Kunden geschickt worden, allerdings ohne das Wissen der Absender selbst. 

Herr Stefinger versuchte zunächst, bei DocMorris selbst eine Antwort auf dieses „Paradoxon“ zu erhalten, doch er bekam niemals eine Antwort. 

(Das ist wohl das schwarze Loch bei der Post… es gehen ja auch immer mal Rezepte verloren die dort hin geschickt werden. Die müssen dann von der Arztpaxis wieder neu ausgestellt werden, was dann in etwa so aussieht)

DocMorris konnte also aufgrund des schwarzen Loches nicht reagieren, so machte der CDU- Abgeordnete das Thema öffentlich. Der DoMo Vorstand Max Müller versucht nun zu erklären, dass es „anscheinend vereinzelt einen Missbrauch durch eine oder mehrere uns nicht bekannte Personen“ gegeben habe um „damit DocMorris finanziell und in der Reputation zu schaden“. 

Ich vermute ja, die deutschen Apotheker waren es wieder… Wie die an die Daten gekommen sind? Offenbar hat der Konzern ein kleines oder größeres Problem, Kundendaten abzusichern. Herr Stefinger hofft ebenfalls, „dass die Versandapotheke den Schutz sensibler Kundendaten Ernst nimmt“. 

Das ist eben das Problem, wenn man viele Daten zentral irgendwo speichert – ein kleines Leck und es werden gleich hunderttausendfach Daten gestohlen – in einer Apotheke wäre das wohl nicht passiert, so groß sind wir gar nicht, dass sich zum Beispiel ein Hackerangriff lohnt. Da hätte Herr Müller von den vielen Millionen Euro, die in die Marketingkampagnen in Deutschland geflossen sind mal besser ein Milliönchen für die Datensicherung abgezwackt. 

Fazit ist also: entweder hat DocMorris betrogen, oder bei vertraulichen Daten geschlampt. Beides nicht besonders förderlich für die Kundenbindung, nicht wahr?

Veröffentlicht unter Allgemein | 3 Kommentare

Völlig irre…

… machten uns die Arztpraxen diese Woche. Ein Beispiel gefällig? Eine Praxis ruft uns montag mittags an, und kündigt ein Fax an. Es geht um ein Rezept für Frau Müller, die ihr Medikament dringend Dienstag früh benötigt – wir sollen es schon einmal vorab bestellen, damit es auf jeden Fall da ist. Machen wir doch gerne. Bestellt wird also ein BTM Pflaster mit 25mg Stärke. Als Frau Müller Dienstags vor uns steht und das Rezept herüberreicht machen wir lange Gesichter, denn auf dem Originalrezept steht 37,5mg. Ich rufe also in der Praxis an und frage, was das jetzt soll. Die MFA behauptet, die Bestellung der 25mg sei wohl im Hausbesuch rausgegangen, und daher fehlerhaft gewesen.

„Ach… und die Frau Doktor hat beim Hausbesuch ihr Faxgerät dabei gehabt oder wie stelle ich mir das vor?“

Ich liebe es. BTM Retouren sind ja auch völlig unkompliziert, nicht wahr? Das Schlimmste an dieser Situation ist aber, dass Frau Müller jetzt doch noch bis zum Nachmittag ausharren muss mit ihrem Schmerz. Unnötig sowas!

Als nächstes Beispiel Praxis Nr. 2: es wird nach einer guten Rezeptur gefragt, die einem Patienten helfen soll, der durch eine Strahlentherapie einen entzündeten Mund- und Rachenraum hat, und meine Kollegin Birgit empfiehlt die NRF- Rezeptur, die ich bereits im Schlaf herstellen kann: mit Lidocain und Dexpanthenol – die bekannte Stomatitislösung. Am Telefon bekommen wir die Zusage, dass ein Rezept ausgeschrieben wird, ich stelle die Rezeptur schon einmal her, damit nicht so viel Zeit verloren geht und der Patient gleich mit der Anwendung beginnen kann. Eine Stunde später steht er vor uns, und drückt mir ein Privatrezept in die Hand, das noch nicht einmal ordentlich beschriftet ist. RNF statt NRF, die Nummer ist ebenfalls verkehrt, obwohl Birgit beides mindestens 3x geduldig wiederholt hatte. Nach erneutem Anruf mit der Bitte um ein Kassenrezept weigert sich die Praxis ein solches aufzuschreiben, denn die Stomatitis Lösung sei ja „kein echtes Arzneimittel“, und die Kasse würde das sicher nicht bezahlen. Da fällt einem doch nichts mehr ein. Der Kunde hat doe

Veröffentlicht unter Allgemein | 3 Kommentare

Große Erkenntnisse

„Das Erste“ hat gestern Abend eine auch für Nichtpharmazeuten spannende Dokumentation gesendet: 

Gefährliche Medikamente – gepanscht, gestreckt, gefälscht

Der Sender schreibt dazu:

„Gestützt auf vertrauliche Dokumente und Ermittlungsakten, auf Aussagen von Whistleblowern, Ermittlern und Experten  entsteht das Bild einer Branche, in der nicht wenige Unternehmen buchstäblich über Leichen gehen, um die Rendite zu steigern. Die Dokumentation verfolgt den Weg der Medikamente von der Herstellung zum Patienten und zeigt, wo gepanscht, gestreckt und gefälscht wird – immer öfter mit tödlichen Folgen. Denn es sind längst nicht nur Lifestyle-Präparate, die manipuliert werden, sondern auch lebenserhaltende Medikamente.“

Ganz ehrlich? Wen wundert es denn tatsächlich, dass

– Medikamente die in Drittweltländern produziert werden zu großen Anteilen nicht der Qualität entsprechen, die wir von Herstellern innerhalb Europas gewohnt sind?

– auf einem Markt, der international verzweigt ist wie kaum ein anderer schlussendlich niemand mehr genau weiß, wer was produziert hat?

– dass Menschen skrupellos sind und Geld machen wollen, auch auf Kosten der Gesundheit von anderen?

– dass die Pharmaindustrie nicht darüber reden will?

– dass die Qualität leidet, wenn die wichtigste Vorgabe wie das Produkt zu sein hat BILLIG ist?

Am Ende der Dokumentation wird versucht eine Lösung für die ganze verfahrene Situation zu finden : Der Vorschlag wird gemacht, dass die europäischen Staaten den Pharmamarkt subventionieren, damit wieder im eigenen Kontinent produziert werden kann. Weil die Qualität der Ware, die Hygiene und die Arbeitsbedingungen in Deutschland beispielsweise besser kontrolliert werden kann als in Bangladesch. 

Ach was… Hätte nicht jeder halbwegs vernünftige Mensch das bereits vorher wissen müssen? Muss erst das Kind in den Brunnen fallen – respektive müssen erst Krebspatienten sterben, bis man merkt dass es auf einem Markt auf dem so viel Geld umgesetzt wird auch Gangster gibt? Aber Hauptsache die Arzneimittelherstellung aus dem teuren Deutschland outsourcen, um ihn dann mit Subventionen wieder zurück zu holen. 

Und Teile der Politik sind gerade dabei genau diese Fehler zu wiederholen: die auf qualitativ hoher Ebene arbeitende einheimische Apotheke zu ersetzen durch eine ausländische Firma, die sich vor allem dem Geld der Investoren verpflichtet fühlt. Denn Geiz ist geil, und billich will ich. Unsere Gesundheit sollte uns mehr wert sein. Hoffen wir, dass so mancher es nicht erst am eigenen Leib erfahren muss…

Veröffentlicht unter Allgemein | 5 Kommentare

#pharmacrime

Erschreckend diese Bilder… aber kein Wunder dass immer mal irgendwelche Lieferengpässe auftreten bei diesem System!

Scheint ein interessanter Beitrag zu werden im BR.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen