Nix neues…

…gibt es heute im Theater. Ich war den ganzen Tag damit beschäftigt Hühnergötter und Donnerkeile zu suchen (erfolgreich!). Das zwischendurch nach neuen Apothekennachrichten stiezen deprimiert mich nur… ich meine Rabattverträge nerven schon lange, dass das aber auf Kosten von schwer krebskranken Menschen laufen muss ist wirklich kaum erträglich. Da sind die Leute nun ernsthaft erkrankt, und finden dann – AOK sei Dank – erstmal niemanden, der ihnen die dringend benötigte Arznei für 20 000€ liefern will. Ein Rezept um das sich vor ein paar Jahren alle gerissen hätten möchte vor lauter Angst auf den Kosten sitzen zu bleiben keiner mehr haben. Brave New World…

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Neue Pläne 

Zur Zeit muss es in der Apotheke ziemlich chaotisch aussehen wie mir zu Ohren gekommen ist. Das neue Badezimmer sieht zwar top aus, dafür ist das Labor wohl noch mit Planen abgehängt, es ist laut und sehr staubig. Alles in allem bin ich ganz froh, dass ich gerade Urlaub habe. Allerdings habe ich auch ein schlechtes Gewissen, denn der Chef arbeitet gerade alleine vorne. Im Hintergrund unterstützt ihn wohl Sarah mit Ware und Telefon, denn sie ist frisch aus dem Urlaub zurückgekehrt, aber der Rest von uns ist offenbar krank oder in die Ferien ausgeflogen. Ich hatte mich bisher damit beruhigt, dass ja zur Zeit ohnehin viele Praxen geschlossen haben und es etwas ruhiger sein wird, habe aber heute mit jemandem telefoniert, der mir erzählt hat, dass die Hölle los ist. Der Chef muss offenbar auch noch die Arztvertretung übernehmen, denn heute waren vor meinem Bekannten ziemlich viele Kunden vorher dran, die diverse Körperteile vorführten um zu fragen ob sie das selbst behandeln können. Während eine Frau ihr Dekolletee mit einem prächtigen Ausschlag präsentierte, zog sich eine dicke ältere Dame in der Sitzgruppe der Apotheke wohl bereits schnaufend die Kompressionsstrümpfe von den verschwitzten Beinen, um einen behandlungsbedürftigen Fuß- und Nagelpilz freizulegen. Das alles während mehrere Personen warteten… ich beneide den Chef wirklich nicht! Aber mein Mitleid schrumpfte ein wenig als er per WhatsApp anfragte,  wer von uns Lust hat für diverse Schülergruppen bei der Stadtolympiade am 3.10. in der Apotheke einen Parcours anzuleiten. Brausetablettenweitwurf oder ähnliches ist im Gespräch. Wenn er jetzt noch Nerven für sowas hat, dann kann es nicht so schlimm sein, oder?

Und hier noch ein herrlicher Dialog. Ich fordere meinen zweijährigen auf, sich endlich die langen Socken ausziehen zu lassen, weil er schwitzt. Er weigert sich standhaft. Der zehnjährige Bruder

„Warum willst du die denn anbehalten“

„Weil da gibt’s Zecken!“

„Du weißt doch nicht mal wie ne Zecke aussieht!“

„Weiß ich! Eine Zecke ist gaaaanz kneifig. Hat eine spitze Nase und einen Krebs im Mund!“

Da hätte ich auch Angst…

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Abhängigkeiten und Leckereien

Ich bin heute kaum aus dem Quark gekommen, dauermüde trotz vollem Programm. Im Schwimmbad wäre ich beinahe eingeschlafen, und ansonsten trane ich vor mich hin. Warum? Ich habe nicht mal schlecht geschlafen. Nach kurzem Kopfzerbrechen kommt die Erkenntnis: aufgrund eines sehr frühen Termins heute morgen bin ich ohne Kaffee aus dem Haus gegangen. Das geht GAR NICHT! Auch wenn es nicht das tolle Getränk aus der Apotheken- Jura mit warmer aufgeschäumter Milch ist, wenigstens einen Pulverkaffee hätte ich mir hinter die Binde kippen sollen. Erschreckend wie abhängig das Zeug macht. Ich trinke den Kaffee mit viel Milch und 1- 2 Löffeln Zucker, der Chef hat jetzt gerade verkündet, dass er zukünftig keine Milch mehr dazu trinkt, da nach den neuesten Erkenntnissen die protektive Wirkung nur dann erhalten bleibt, wenn er schwarz genossen wird. Maria hat sich darüber amüsiert, sie meinte über den Kaffeekonsum sei in den letzten Jahren so viel konträres berichtet worden, dass man nur 5- 10 Jahre abwarten muss bis die „neuesten Erkenntnisse“ wieder über Bord gehen. Das rauchen habe ich mir vor einigen Jahren abgewöhnt, den Kaffee werde ich aber beibehalten – egal was noch negatives darüber geschrieben werden wird. Laut Maria gilt das ja dann sowieso nur für ein paar Jahre… Da ich mich gerade ein bisschen apothekenlos fühle habe ich eine Diskussion im Forum verfolgt. Es ging um die verhassten Rezeptanlecker, und es kristallisierten sich zwei „Lager“ heraus. Die einen die das kaum tangiert, und die sich danach einfach schnell desinfizieren gehen, und die anderen, die davon zum Teil so angeekelt waren, dass sie den Beruf gewechselt haben. Da wurden natürlich auch die anderen Ekelkdinge erzählt, die man in der Apotheke so erlebt: blutverschmierte Blutzuckermessgeräte, schweißgetränkte 5 Euro Scheine aus der Brusttasche eines dicken Kunden (oder aus dem BH !!! Den Fall hatte ich öfter als ich in der großen Stadt gearbeitet habe wo ab und an Sinti und Romafamilien einkauften), gebrauchte und ungereinigte Fieberthermometer direkt aus dem Anus zu „Kontrollmessungen“ und vieles mehr. Vertreterinnen dieser Fraktion gingen sogar so weit, vor dem Kunden das Rezept zu desinfizieren, nennen das Verhalten ein „rücksichtsloses rumkeimen“, sagen man sollte „diesen Leuten eine scheuern“, eine erzählte, sie könne „KOTZEN“ wenn sie das sähe, sie würde den Kunden dann „das Scheißteil aus den Händen reißen“. Holla die Waldfee, was für Aggressionen! Ich denke diese Kolleginnen sind definitiv im falschen Beruf gelandet! Klar, ich mache dann auch keine Luftsprünge, aber es gehört eben dazu, zum menschlichen Kontakt. Wenn ich sowas nicht abkann – dann ist ein Büro vielleicht der bessere Arbeitsplatz. Eine hab ich dann aber doch geliked. Sie schrieb, man könne „diesen Kunden ja aufs Rückgeld spucken“, dann sei man quitt. Made my day!

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Halbzeitsbilanz

9 Tage Urlaub liegen hinter mir, 9 Tage vor mir- Zeit für eine Halbzeitsbilamz. Es ist wirklich schön hier. Mit dem Wetter haben wir echt Glück gehabt bisher, waren jeden Tag am Strand, aber auch im Zoologischen Museum und zum Sightseeing in diversen Küstenstädtchen. Die Ferienwohnung ist sauber, recht groß, und liegt etwas ab vom Schuss. Wäre der doofe Nachbar nicht, der sich gestern völlig überzogen über die spielenden Kinder aufgeregt hat – ich würde sie nächstes Jahr trotz des fehlenden O2- Netzes und der fehlenden Internetverbindung wieder mieten. Aber wie es im Urlaub immer so ist – manchmal wäre ich gerne wieder Zuhause. Beispielsweise wenn die Urlaubspflege meiner Echsen panisch anruft, dass die Chuckwallas am schlüpfen sind, oder eine der Schildkröten Eier legt. Ist ja typisch dass das genau jetzt sein muss, ne? Die Apotheke fehlt mir ebenfalls, aber ich muss zugeben, dass ich ganz froh bin, während der Umbauarbeiten nicht da zu sein. Also begnüge ich mich mit Telefonaten am Strand mit Sandra, oder damit Boote zu fotografieren, die heißen wie meine Kolleginnen. Und wenn es ganz schlimm wird lese ich in den PTA Foren lustige Begebenheiten aus anderen Apotheken. Den einen „Brüller“ will ich euch nicht vorenthalten (wat heb we lacht):

„Kunde kommt am Tag des Schützenfestes in Schützenuniform in die Apotheke, und verlangt eine Packung Viagra. Als das Rezept eingelöst ist kommt der Chef vorbei, hat den Kauf nicht mitbekommen und sagt laut:

„Na dann Gut Schuss Herbert“

Ich musste ganz schnell zum lachen ins Labor laufen.“

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Tablettenteiler

Heute sprang mich ein Text in der regionalen Zeitung regelrecht an: „Vorsicht bei halben Medikamenten!“ Es wird davor gewarnt, eigenmächtig die verordneten Tabletten zu teilen, um sie besser schlucken zu können, weil man viele davon gar nicht teilen darf. Einige Filmtabletten haben zum Beispiel einen Überzug, um den Inhalt vor der aggressiven Magensäure zu schützen. Das Fazit war, dass die Patienten ihre Apotheke befragen soll, ob sie teilen dürfen, und das ist gut und richtig. Noch ein Grund Tabletten zu halbieren kommt aber immer häufiger vor und fällt uns vermehrt in der Apotheke auf. Viele Ärzte verordnen von Herz/Blutdruck/Schilddrüsenmedikamenten die doppelte Stärke des benötigten Wirkstoffes, und sagen dem Patienten er solle die Tablette teilen. Vorteil ist einmal der Preis (eine Packung mit der doppelten Wirkstoffstärke ist meist billiger als zwei Packungen mit der einfachen Stärke), und einmal dass der Patient nicht so häufig in die Praxis kommt (idealerweise nur noch 1x im Quartal). Das ist insofern ein Problem, als dass sich viele Tabletten nicht wirklich exakt teilen lassen, und aus 10mg Wirkstoff nur im Idealfall 2x 5mg werden, aber im Regelfall dann eher einmal 6 und einmal 4mg oder schlimmer. Die Schwankungen sind natürlich nicht sinnvoll. Besonders problematisch ist diese Vorgehensweise in Zeiten der Rabattverträge, denn wenn z.B. die Firma HEXAL einen Wirkstoff in einer länglichen Tablette samt Bruchkerbe verpresst, hat AAA- Pharma diesen nur in einer runden Tablette ohne Kerbe. Besonders perfide ist es, wenn eine Kerbe drin ist, diese aber nur als Schmuckkerbe gedacht ist, die zum exakten teilen überhaupt nicht taugt! Dieser Fall stand leider nicht mit in der Zeitung, was ich schade finde, zeigt er doch wieder mal wie so oft, dass auf dem Gesundheitssektor auf Kosten der Patienten am falschen Ende gespart wird…

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Toiletten und andere Peinlichkeiten 

Noch nie habe ich in einem Urlaub derart viele Toiletten ansteuern müssen, wie in diesem. Das ist echt ein Problem, weil ich das vor meinem Stent im Harnleiter nicht musste, und diese Unterbrechungen einfach nicht gewohnt bin. Ich bin bisher meistens mit Y- Chromosomträgern unterwegs gewesen, die können am Strand auch mal heimlich im sitzen in den Sand urinieren. Selbst bin ich bisher morgens und abends je einmal austreten gewesen, doch jetzt kommt eine Mittagsunterbrechung dazu, die mich wirklich nervt – ich hatte bereits kurz über den Erwerb einer „Urinella“ nachgedacht. Befinden wir uns nämlich irgendwo in der Fremde, so ist es meinem zweijährigen Filius offenbar nicht zuzumuten, auch nur für zwei Minuten von meiner Seite zu weichen, ohne vor Verlustangst kreischend zu kollabieren. Das führt dazu, dass er einfach mit mir mitkommt. Er ist ein unglaublich neugieriger, quirliger, fragender Vertreter, der alles wissen, und alles anfassen muss. Öffentliche Toiletten mit ihm zu besuchen konnte ich bis vor dem Urlaub vermeiden, aber mit dem DJ Katheter schaffe ich es nicht mehr. Also muss ich darauf achtgeben dass er

– sich in der Warteschlange nicht vordrängelt

– die Klobürste nicht anfasst 

– nicht die Tür aufschließt während ich mich erleichtere

– nicht die Klobrille anfasst

– sich nicht auf den Boden setzt 

– nicht mit den Händen den Boden berührt 

– nicht allzu laut fragt „Warum setzt du dich nicht hin Mama?“

– nicht unter der Trennwand in die nächste Kabine stiezt und laute Kommentare über das Verhalten der Nachbarfrau abgibt

– nicht meine Tasche auf den Boden wirft 

– sich beim Verlassen des Etablissements gut die Hände wäscht 

– nicht in die Herrentoiletten läuft um sich interessiert neben die an den Urinalen stehenden Männer zu stellen (ihn dort wegzuholen war mit das peinlichste was ich in meinem Leben erlebt habe).

Ich bin jedes mal schweißgebadet wenn ich wieder aus der Toilette rauskomme, aber es lässt sich leider nicht vermeiden… A propos Toilette: der Chef hat uns Urlaubern ein paar Bilder von der neuen Nasszelle der Apotheke geschickt, und das sieht sehr vielversprechend aus! Gut eine Woche kann ich das nutzen, dann kommt am 7.09. mein nerviges Ersatzteil hoffentlich raus…

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Erste Hilfe mit der Reiseapotheke 

Wie gut es ist, immer eine ausreichend bestückte Reiseapotheke bei sich zu haben zeigte sich gestern wieder eindrücklich. Nach dem schönen Strandtag schlenderten wir in Richtung Kinderspielplatz, Kiosk und Toiletten, als eine etwa zwölfjährige an uns vorbeiflitzte. Sie musste wohl dringend mal austreten und hatte einen Mordsspeed, als sie über eine kaputte Bodenplatte stolperte, und mit den nackten Knien über den sandigen Asphalt schlitterte. Ich will gar nicht plastisch beschreiben wie das aussah, aber ihr könnt es euch sicher vorstellen. Sie war echt tapfer, aber man konnte ihr ansehen, wie viel Selbstbeherrschung das abverlangte! Die Arme! Zum Glück hatte ich die halbe Apotheke mitgeschleppt, so kamen Mullkompressen, Octenisept Spray, Octenisept Gel und Haftbinden zum Einsatz – und das kann ich wirklich jedem empfehlen bei sich zu haben. Mit dem Spray konnten die Wunden oberflächlich vom Schmutz befreit werden. Es spült den Sand runter ohne zu brennen. Das Blut und das „Waschwasser“ haben wir mit Tempos von der gesunden Haut gewischt, das Octenisept Gel großzügig auf der Wunde verteilt, Kompressen aufgelegt und mit der kohäsiven  (auf sich selbst haftenden) Binde umwickelt. Glück im Unglück, dass sie gerade uns vor die Füße gefallen ist… aber ich kenne das irgendwie. Ich schleppe tausend Dinge mit mir herum, brauche selbst gar nichts, aber wenn ich heimkomme ist die Reiseapotheke leer. Sei es drum, so habe ich meine „Karmakarte“ wenigstens mal wieder aufgeladen, wer weiß wozu das gut ist…

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