Wetterfühlig

Auch wenn immer wieder behauptet wird, dass es Wetterfühligkeit nicht gäbe – ich glaube fest daran.

Wetterwechsel machen mich unglaublich müde. Kopfschmerzen, Sehprobleme, Übelkeit, Gereiztheit, Fahrigkeit und eine gewisse Wackeligkeit in den Knien gehören dazu. Und all das auf einmal überfällt mich immer dann, wenn ein Wetterumschwung stattfindet. So wie heute.

Alles was ich dann noch machen möchte ist mich verkriechen, mir die Decke über den Kopf ziehen, eine Suppe löffeln und Märchenfilme sehen.

Meine heutige Antwort auf den hereinbrechenden Herbst war eine Suppe mit Süßkartoffeln, Karotten, Paprika, Tomaten, Reisnudeln, Kokosmilch und einer Prise Zimt. Dazu noch „Die kleine Meerjungfrau“ und „Allerleirauh“ auf Amazon Prime.

Jetzt geht es wieder 🙂

Was nicht gerade zu meinem Wohlgefühl beigetragen hat ist diese Arzneimittelwarnung, die kurz vor dem Kassenabschluss per ApoSync- App reinkam:

Da sind nun viele Patienten die ohnehin schon verunsichert genug sind von Valsartan auf z.B. Candesartan umgestellt worden – und wieder wird eine potentiell krebserregende Substanz gefunden!

Und wieder einmal werden wir nur halb informiert ins Wochenende entlassen. Täglich grüßt das Murmeltier! Wenn wir Pech haben werfen uns die Kunden morgen früh ihre Packungen entgegen.

Man darf gespannt sein…

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Eine Frage…

…an die anwesenden Defekturen- Verwender!

Wie lange nutzt ihr in Defektur hergestellte Cremes/Salben etc.?

Ein Beispiel: ich stelle einen 500g Cremepott mit einer wirkstoffhaltigen Creme im Januar 2018 her und vermerke den Verfall mit Juli 2018.

Kann ich diese Creme im Juni 2018 noch für einen Kunden abfüllen und den Verfall auf dem Etikett auf Dezember 2018 ausfüllen?

Ich bin der Meinung: nein. Andere PTA (nicht bei uns in der Apotheke) sind der Meinung: ja.

Gibt es irgendwo Vorschriften dazu die mir genau aufzeigen wie das gehandhabt wird? Wenn ich nämlich ins NRF schaue finde ich zwar Verwendbarkeitsfristen der Grundlagen zu industriell hergestellten Produkten, aber Defekturen sind das ja nicht.

Hier steht, dass die Grundlage bis zum letzten Tag der Verwendbarkeitsfrist genutzt werden kann und die Aufbrauchsfrist beim Patienten sich anschließt.

Defekturen werden aber in der Apotheke hergestellt und sind für mich streng genommen eine große Rezeptur mit kürzerer Laufzeit als die Industrieprodukte…

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Ig Nobelpreis

Was wissen wir über den „alternativen“ Nobelpreis? Das sagt Wikipedia dazu:

Der Ig-Nobelpreis (englischsprachiges Wortspiel: ignoble [ɪɡˈnoʊbəl] unwürdig, schmachvoll, schändlich), gelegentlich als Anti-Nobelpreis bezeichnet, ist eine satirische Auszeichnung, um wissenschaftliche Leistungen zu ehren, die „Menschen zuerst zum Lachen, dann zum Nachdenken bringen“ („to honor achievements that first make people laugh, and then make them think“). Vergeben wird der Preis von der in Cambridge (USA) erscheinenden Zeitschrift Annals of Improbable Research.[1] Die erste Preisverleihung fand 1991 am Massachusetts Institute of Technology statt, seit 2012 werden die Preise an der Harvard-Universität überreicht.

Und was wissen wir außerdem?

Außerdem hat einer meiner entfernten Verwandten dieses Jahr einen der Preise gewonnen (ich verrate aber nicht, wer).

Ich bin so stolz 😉

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Habemus petitionem!

Das schrieb Christian Redmann gestern erleichtert bei Facebook.

Es hat wahrlich lange genug gedauert… jetzt aber ist sie noch vor dem Apothekertag fertig geworden – ich bin gespannt ob sie etwas ins Rollen bringt…

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Arzneimittelspenden

Es tut mir immer in der Seele weh, Arzneimittel wegzuwerfen die noch „gut“ sind, also deren Haltbarkeitsdatum noch lange währt. Abgegeben werden diese meist von Kunden, deren Angehörige verstorben sind. Die Unmengen an kaum oder sogar völlig ungeöffnete Packungen zur Entsorgung bringen. Doch Medikamente kann man ja leider nicht spenden… oder?

Viele Millionen Kinder und Erwachsene müssen jedes Jahr sterben, weil sie keinen Zugang zu medikamentöser Versorgung haben. Was läge also näher als die Arzneimittel die hier nicht mehr gebraucht werden dort hin zu schicken wo sie gebraucht werden? Ein Blick auf die Seite der „Apotheker ohne Grenzen“ klärt uns auf, warum diese Idee leider nicht so gut ist wie sie im ersten Moment klingt:

1. Das was wir zu viel haben, das haben diese Länder nicht zwangsweise zu wenig. Schicken wir jedoch nutzlose Medikamente dorthin müssen diese teuer entsorgt werden. Mit diesem Geld könnte man die Arzneimittel kaufen, die wirklich benötigt werden.

2. Die Medikamente sind deutsch beschriftet. Nicht jeder kann das lesen und verstehen. Auch die Krankenschwestern die vor Ort die Tabletten richten müssen erkennen können, um was es sich dabei handelt.

3. Die Darreichungsformen und die Wirkstoffe können derart gestaltet sein, dass im Empfängerland niemand weiß wie diese Arzneimittel angewandt werden.

Die Lösung für das erste Problem ist relativ einfach. Die tatsächlich in einem Mangelland benötigten Medikamente finden sich auf einer sogenannten „nationalen Arzneimittelliste“ des Empfängerlandes oder in der WHO-Liste der unentbehrlichen Medikamente. Etwas anderes sollte man gar nicht erst versenden. Vorher ist unbedingt darauf zu achten, dass die Darreichungsformen und Beladungsmengen der einzelnen Arzneiform denen im Empfängerland zumindest ähneln.

Die WHO hat daher für alle Arzneimittelspenden entsprechende Leitlinien erarbeitet, an die sich die Spenderorganisationen halten sollten wenn sie eine wirkliche Hilfe sein wollen.

Aber hilft uns das für unsere zurückgegebenen und ungebrauchten Arzneimittel? Leider nicht, denn einer dieser Leitsätze verbietet das verschicken von Packungen, die bereits an die Patienten herausgegeben wurden. Diese werden dem hohen Qualitätsanspruch der den Spenden zugrunde liegt nicht gerecht.

Eine Ausnahme macht dabei das Insulin, beziehungsweise der Verein „Insulin zum Leben„. Er sammelt und verschickt tatsächlich auch Packungen, die bereits angebrochen wurden wenn die Ampullen noch ungebraucht sind. Die Mühe des Vorsortierens und die Kosten des Versandes trägt er selbst. Die Empfänger vor Ort wissen genau, wie sie die Pens oder Durchstechflaschen verwenden müssen. Daher sind sowohl Einzelpackungen von Patienten als auch Ärztemuster willkommen. Der Verein engagiert sich seit Jahren dafür, dass kein brauchbares Insulin hier entsorgt wird, während in anderen Teilen der Welt Menschen sterben müssen weil es ihnen fehlt. Auch Blutzuckerteststreifen oder ungebrauchte Lanzetten werden dort verschickt, und Geldspenden für den Versand gesammelt.

Was dem Verein „Insulin zum Leben“ fehlt ist allerdings der hohe Bekanntheitsgrad der ihm zustehen sollte. Lasst uns etwas dagegen tun! Wer Geld- oder Sachspenden für den Verein übrig hat findet hier die Adressen. Aber auch Mundpropaganda ist wichtig. Also Leute: weitersagen!

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Überflüssige Überschüsse…

Die Krankenkassen haben mal wieder Überschüsse in Milliardenhöhe „erwirtschaftet“. Eigentlich ein Unding das verhindert werden müsste. Wie die das hinbekommen haben trotz der hohen Gehälter die sie sich selbst auszahlen? Ich denke lieber gar nicht darüber nach.

Herr Spahn denkt auch immernoch darüber nach, wie er die „Spieße der Versand- und der Vor-Ort- Apotheken gleich lang“ machen möchte ohne den Versand zu verbieten. Ich hätte da so eine Idee:

Warum verzichten die Kassen nicht einfach auf die Zu- und Aufzahlungen für Arzneimittel? Dann wären die Spieße annähernd gleich lang, die Überschüsse wurden abgebaut (genau wie Herr Spahn das möchte), das unsägliche Gelärch zur Befreiung von den Zuzahlungen würde wegfallen und alle (vermutlich außer den Kassen) wären glücklich.

Warum hat das eigentlich noch niemand vorgeschlagen? Hab ich irgendwo einen Denkfehler?

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Wer fährt zur Expopharm 2018?

Ich werde dieses Jahr zum ersten Mal nach zwanzig Berufsjahren die Expopharm besuchen. Dieses Jahr findet sie in München vom 10.- 13. Oktober statt.

Leider bin ich am ersten Tag nicht dabei wenn Herr Spahn spricht und sich (vielleicht) auch einmal direkt mit den Apothekern auseinander setzt.

Trotzdem freue ich mich, auch wenn mir von allen Seiten versichert wird, dass es sich im Grunde genommen um eine langweilige Veranstaltung handelt (zumindest was die Vorträge dort angeht).

Was mich interessiert ist vor allem wie die Messestände aufgebaut sind, was angeboten wird und wer sich dort überall tummelt.

Ach ja: für alle die, die sich noch nie mit dem Thema Expopharm auseinander gesetzt haben: sie findet 1x im Jahr im Wechsel zwischen Düsseldorf und München statt und nimmt für sich in Anspruch die „größte und bedeutendste pharmazeutische Fachmesse in Europa“ zu sein.

Daher findet sich dort auch alles was Rang und Namen hat. Pharmazeutische Unternehmen, Fachpresse, Fachleute und Hersteller. Gleichzeitig gibt es Vorträge von wichtigen Menschen die man besuchen kann. Ich bin gespannt und werde berichten ob sich die Anfahrt dort hin gelohnt hat 😉

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