Tierheilpraktiker beim BTB – Teil 12

So langsam komme ich beim Lernen in richtig interessante Sphären! Der Teilbereich Tierpsychologie (der beim BTB auch noch einmal extra zubuchbar ist) gestaltet sich für mich dabei besonders lehrreich.

Ich hatte bereits einige Haustiere die mein Leben bereichert haben, aber bisher war weder ein Hund noch ein Pferd dabei. Daher ist es für mich besonders spannend zu erfahren, wie diese so „ticken“, wie zum Beispiel ein Wolfsrudel aufgebaut und organisiert ist und was man daraus für die Beziehung zwischen Haushund und Mensch herauslesen kann. Das ein- oder andere Fehlverhalten meinerseits im Bezug auf Leckerlies die ich dem „falschen“ Pferd gegeben habe ist mir inzwischen auch klar geworden. (Niemals rangniedere Pferde bevorzugen indem das Stück Apfel diesem zuerst zugesteckt wird! Die Frechheit zuerst zu fressen wird es später vom ranghöheren Tier zu spüren bekommen. Besser erst dem Leithengst / der Leitstute etwas anreichen und dann zuletzt das rangniedere Pferd bedenken).

Im Phytotherapie Lernbereich des BTB fühle ich mich inzwischen sogar so sicher, dass ich die ersten Kräutermischungen zu Testzwecken an die Tiere verschiedener Bekannter abgegeben habe. Sowohl eine Mischung für Hunde zur Vorbeugung gegen Milben und Zecken, als auch eine Hustenmischung für ein Pferd hatten tatsächlich durchschlagenden Erfolg. Ich war selbst ziemlich verwundert, aber auch begeistert wie toll die Naturarznei bei den Tieren gewirkt hat! Das ist auf jeden Fall der Weg, den ich weiter verfolgen will.

Nun war auch der erste Schritt für mich zum Gewerbeamt nötig, denn ich habe mir den Tierheilpraktiker schon einmal als Kleingewerbe eintragen lassen. Der Vorteil ist, dass ich so alle Kosten die im Rahmen der Ausbildung anfallen steuerlich absetzen kann. Die Kosten von 20€ sind wirklich erschwinglich.

So wird es also für mich immer greifbarer, dass ich mich irgendwann offiziell „Tierheilpraktikerin“ nennen darf – ich arbeite jedenfalls ganz fleißig darauf hin. Ein Lernheft zum Thema Phytotherapie habe ich noch vor mir, dann steht die Prüfung an. Die Unterlagen dazu wurden mir bereits zugeschickt und ich habe sie schon überflogen. Die größte Herausforderung wird wohl sein mich kurz zu fassen, denn der Platz der für die Antworten gelassen wurde ist nicht groß, und Extrablätter werden nicht ausgewertet… aber das schaffe ich schon! In drei Wochen habe ich Urlaub, und ich habe mir vorgenommen, den Fragebogen bis spätestens Anfang September einzuschicken. Im November haben wir das dritte Praxiswochenende (mit Prüfung) und dann ist das Jahr schon wieder fast vorbei.

Bis dahin gibt es aber auf jeden Fall noch zwei interessante Sonntagsvorlesungen die ich besuchen will und von denen ich hier auf jeden Fall berichte! Man darf also weiter gespannt sein 🙂

Dieser Beitrag erscheint mit freundlicher Unterstützung des BTB

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Apotheker bei Douglas?

Heute sucht Douglas wieder mal in einer großen Apothekerzeitung per Stellenanzeige nach Apothekern. Apotheker bei Douglas? Warum das denn wird sich der ein- oder andere fragen?

Es geht um bisher apothekenexklusive Kosmetik.

Für diese gibt es so genannte Depotverträge, ohne die sich eine Apotheke (oder in diesem Fall eine Parfumerie) zum Beispiel kein Eucerin in den Laden stellen darf.

Bisher war es so geregelt, dass die Erlaubnis zum Verkauf von Beiersdorf (Eucerin) Produkten damit verknüpft war, dass man eine bestimmte Sachkenntnis vorweisen musste (Ausbildung als PTA oder Pharmaziestudium). Außerdem musste man sich halbwegs regelmäßig fortbilden und die Produkte mussten gut sichtbar präsentiert werden. So oder ähnlich läuft es auch mit anderen Herstellern exklusiver Apothekenkosmetik.

Hätte Douglas nun angestellte Apotheker, so könnten dort rein rechtlich gesehen nun ebenfalls Eucerin Produkte angeboten werden. Also werden die Depotverträge geändert.

Um weiterhin beliefert zu werden müssen wir jetzt in den Apotheken den Passus unterschreiben, dass die Produkte nur noch in unmittelbarer räumlicher Nähe zu OTC Produkten verkauft werden. Ich bin mal gespannt, ob Douglas das aufhält.

Die überlegen sich sicher irgend ein Schlupfloch… in Hamburg Eppendorf soll das erste Douglas- Geschäft mit Apotheker im August eröffnet werden. Quasi direkt vor der Nase des Beiersdorf Konzerns.

Honi soit qui mal y pense!

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Pharmazie – ein Frauensektor (?)

Sie halten sich allem politischen Unwillen zum Trotze hartnäckig, und es wird sie auch weiterhin geben: Frauen- und Männerberufe. Was ist es aber, das einen Arbeitsplatz genau dazu macht? Und warum gehört die Pharmazie (zumindest was die Arbeit in der öffentlichen Apotheke angeht) so eindeutig auf die eine Seite?

In meiner Familie sind die Berufe meist ganz klassisch aufgeteilt: die Frauen werden Sozialpädagogen, MFA, MTA, PTA, Friseurin oder Dekorateurin. Die Männer Computerfachleute, Elektriker, Werkzeugmacher oder KFZ- Mechatroniker. Die einzige Ausnahme war eine Schreinerin, die aber schnell reumütig zur Krankenpflege umschulte.
Auch in der Pharmazie führt der Trend wie auch in der Medizin ganz eindeutig zur weiblichen Seite – auch wenn sich das in der Berufspolitik nicht widerspiegelt. In den meisten Verbänden und Kammern sitzen Männer in den Führungspositionen, und das hat gute Gründe. Um das zu verstehen muss man zunächst erfassen, warum ein Beruf zu einem „Frauenberuf“ wird.
Trotz des beliebten und politisch korrekten „Girls- and Boys- Day“ entscheiden sich die jungen Leute weiterhin für Berufe, in denen das eigene Geschlecht überrepräsentiert wird. Zu einem die Männerberufe, in denen Technik, körperliche Kraft oder handwerkliches Geschick dominieren. Zum anderen die typischen Frauenarbeitsplätze im Bereich Erziehung, Soziales, Gesundheit oder allem was mit der Verschönerung des menschlichen Äußeren zu tun hat.
Doch warum ist das so? Männer könnten in diesen Bereichen doch ebenfalls erfolgreich arbeiten. Frauen streben seit Jahren bereits erfolgreich in Männerdomänen hinein, warum tun sich die Herren der Schöpfung dann so schwer damit, es ihnen gleich zu tun? Typische Frauenarbeitsplätze haben mehrere Dinge gemeinsam: sie befinden sich im Dienstleistungssektor, sind schlecht bezahlt, haben schlechte Aufstiegsmöglichkeiten und können gut in Teilzeit abgeleistet werden. Kein Wunder also, dass sie für junge Männer die einen Beruf ergreifen möchten wenig begehrenswert erscheinen.
Die Arbeit in der öffentlichen Apotheke deckt nun alle genannten Punkte perfekt ab. Teilzeitarbeit ist in der öffentlichen Apotheke problemlos machbar – das erscheint für junge Frauen mit Familie attraktiv. Man muss nur früh genug den Absprung aus dem Teilzeitbereich finden, denn mit einem Halbtagsjob steuern die Frauen direkt in die Altersarmut.
Allenfalls auf berufspolitischen Feldern sind die Männer in der Pharmazie deutlich überrepräsentiert. Da nutzen die Herren nämlich die erwähnte Tatsache aus, dass Frauen gerne nur Teilzeit arbeiten und sich den Arbeitsplatz in der Apotheke genau deshalb ausgesucht haben. Ein Engagement das über die üblichen Öffnungszeiten hinaus geht ist für Mütter oft nicht leistbar. Und versuchen doch einmal Frauen in die höheren Sphären hineingewählt zu werden, dann ist ihr Frausein ein Hemmschuh. Sie werden häufig als zu zaghaft und wenig durchsetzungsfähig angesehen. Wenn die Pharmazeutinnen dann aber doch zielstrebig und willensstark auftreten will niemand das „Mannweib“ wählen, denn dieses Verhalten wird ihnen immernoch übel genommen.
So wird es wohl noch einige Jahre weiter laufen: wenige Männer ergreifen wissentlich und willentlich einen Beruf, der ihnen kaum Augstiegsmöglichkeiten eröffnet und der im Vergleich mit der Industrie schlecht bezahlt wird. Teilzeitarbeit für Männer wird erst dann als attraktive Möglichkeit wahrgenommen werden, wenn ein Umdenken in der Gesellschaft stattfindet. Erst wenn Ein „Familienmanager“ auch der Vater sein kann, ohne dass diese Arbeitsteilung von der breiten Mehrheit belächelt oder sogar lächerlich gemacht wird, wird sich daran etwas ändern. So lange werden vor allem Frauen die Termine in den Arztpraxen machen, alte Menschen zuhause pflegen oder eben in der Apotheke hinter dem HV stehen. Und Männer repräsentieren dann auch weiterhin diese Frauenberufe nach außen.
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Frauen in den Apotheken

Es gibt immer wieder eine Frage in meinem Bekanntenkreis: „Warum hast Du eigentlich immer nur Kolleginnen und keine Kollegen?“

Die Frage ist berechtigt aber schnell beantwortet: die Bezahlung in den meisten Apotheken ist zu schlecht für Männer und Aufstiegschancen gibt es auch keine. Und daran wird sich vermutlich auch in der nächsten Zukunft nichts ändern. Zumindest wenn man sich anschaut, was bei den Tarifverhandlungen so herauskommt zur Zeit.

Auch wenn man als Angestellter natürlich versteht, dass sich viele ApothekenleiterInnen 5,6% mehr Lohn nicht leisten können ist das Gegenangebot der Arbeitgeberseite ein Witz. PTA die wie ich am Ende der Fahnenstange (sprich mehr als 15 Berufsjahre) angekommen sind hätten 8€ mehr im Monat, die PTA in den BJen von 3- 5 sogar weniger als 3€ mehr im Monat erhalten. Bei solchen Angeboten fühlt man sich schon verarscht um es mal ganz deutlich auszudrücken.

In den (Un)Sozialen Medien lese ich seither von immer mehr wechselwilligen PTA. Vor einem Arbeitsplatz in der öffentlichen Apotheke wird von einigen PTA regelrecht gewarnt. Viele monieren, dass wir trotz der umfangreichen Ausbildung und dem verantwortungsvollen Beruf zum Teil schlechter bezahlt werden als eine Kassiererin bei ALDI. Aber ganz ehrlich? Ich würde deren Job auch nicht machen wollen.

Wenn man eine gewisse Erfahrung mitbringt, fortbildungs- und arbeitswillig ist, dann muss man sich bei den Gehaltsverhandlungen besser verkaufen. Dann ist auch übertariflich oft noch was drin.

Ich verstehe auch die Lage der Leiter kleinerer Apotheken. Sie müssen mit der Politik kämpfen, verlieren immer mehr vom Reinerlös und sollen nun auch noch mehr Lohn zahlen? Von was denn bitte? Diese Brocken sind für viele zu schwer zu stemmen.

Letztlich muss man sich als angestellte Apotheker, PTA oder PKA fragen: „Was ist mir wichtig?“

Ist es die Teilzeitarbeit nur an Vormittagen um Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen? Will ich kurze Arbeitswege um mir ein Auto zu sparen? Will ich einen (relativ) entspannten Arbeitsplatz ohne die Hektik einer Apotheke in Innenstadtlage? Will ich bezahlbare Mieten? Dann gehe ich in eine kleine Dorfapotheke und muss auch einen geringen (Tarif)Lohn in Kauf nehmen weil mehr oft einfach nicht drin ist.

Die größeren Apotheken in der City oder in einem Einkaufszentrum gehören meist keinem Arbeitgeber, der die Cents im Portemonnaie zählen muss. Dort wird man aber auch abends deutlich längere Arbeitszeiten in Kauf nehmen müssen, mehr Hektik hinnehmen und auch öfter mal rauere Töne zu hören bekommen. Dafür würde ich dort aber auch nur mit einer deutlich besseren Gehaltsklasse arbeiten… oder eben gar nicht erst dort anfangen.

Es ist ja glücklicherweise für uns PTA so, dass wir (noch) zu einem gesuchten Beruf gehören und uns nicht unter Wert verkaufen sollten. Wer das trotzdem macht, der muss sich einmal selbst überdenken und nicht die Schuld auf andere schieben. Die, die online am lautesten über schlechte Löhne schimpfen sind sicherlich oft weder gewerkschaftlich engagiert, noch bekommen sie bei Verhandlungen mit dem Chef die Zähne auseinander.

Wer als Arbeitgeber seine Angestellten finanziell ausbluten lässt und sich selbst über Gebühr die Taschen vollstopft, der sollte mit Mitarbeitermangel bestraft werden bis er umdenkt. Ohne Verkäufer kann man nichts verkaufen. Aber ich hoffe, dass das eher die Ausnahmen sind und nicht die Regel.

So… eigentlich wollte ich ja über „Frauen in der Apotheke“ schreiben, und nicht über die neuesten Tarifverhandlungen… Aber manchmal verselbständigen sich die Themen während man schreibt ;-). Vielleicht klappt es ja morgen?

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Müde… einfach müde

fühle ich mich zur Zeit. Ich könnte im Stehen einschlafen, was vermutlich an der Erkältung liegt an der ich seit zwei Wochen herumlaboriere.

Nichts desto trotz dreht sich die Welt weiter (auch auf dem Apothekensektor). Es gibt immer wichtige Dinge mitzubestimmen wenn der Weg für die Apotheke vor Ort nicht immer weiter nach unten führen soll.

Die Petition gegen den Versand von rezeptpflichtigen Medikamenten hat immer noch viel zu wenig Zeichner! Das ist für mich absolut unverständlich, denn es arbeiten ja eigentlich genügend Menschen in der Apotheke denen das nicht egal sein kann!

Auch hier gibt es eine Möglichkeit abzustimmen. Und zwar über die Frage ob Fortbildungen für Apotheker zur Pflicht gemacht werden sollten. In meinen Augen nur weitere unnötige Bürokratie und eine Möglichkeit Geld aus dem System zu ziehen…

Ansonsten nähert sich die Reise- und Ferienzeit. Was habt ihr denn in eurer Reiseapotheke? Was hat euch vielleicht schon mal den Urlaub gerettet? Schreibt doch mal… 🙂

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Kunden ansprechen

In der Valsartan- Krise überlegen viele, die Kunden der letzten 3- 4 Monate aktiv anzusprechen die die belasteten Chargen erhalten haben. Auch hier in den Kommentaren ist es bereits angesprochen worden.

Es ist zur Zeit für uns einfach nicht abzusehen ob das wirklich sinnvoll ist. Wir wissen zwar, dass NDMA in den Tabletten nachgewiesen werden kann, aber wir wissen nicht wie viel es tatsächlich ist. Wenn sich herausstellt, dass das Arzneimittel nur im ppm- Bereich verunreinigt ist, und somit niemals eine echte Gefahr bestand (und das scheint sehr wahrscheinlich zu sein), dann verbreiten wir unnötig Ängste. Das führt im schlimmsten Fall dazu, dass die Patienten ihr Medikament einfach absetzen, und durch den hohen Blutdruck auch noch Leib und Leben riskieren.

Andererseits – so sehr wir hoffen dass das nicht der Fall ist – ist es tatsächlich gefährlich die betroffenen Valsartane einzunehmen und wir lassen die Patienten sehenden Auges die Tabletten weiterhin einnehmen wäre das fürchterlich.

Ich denke eine Lösung wäre es, alle Kunden die man noch ermitteln kann anzurufen und ruhig über die Lage aufzuklären. Man muss klar machen, dass es eine reine Votsichtsmaßnahme ist, sie zum Arzt zu schicken um auf ein unbelastetes Präparat umzusteigen – und nicht „Gefahr im Verzug“.

Aber soweit sollten die PTA und Apotheker einer öffentlichen Apotheke mit ihren Kunden umgehen können. WIR kennen sie ja persönlich – im Gegensatz zu DoMo und Konsorten…

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Die Synthese

Es ist tatsächlich genau so wie bombjack es vor 4 Tagen bereits hier vermutete. Dieser Link den er hier einstellte erklärt die Problematik recht gut. Für alle die, die es gern ausführlicher in Deutsch lesen wollen ist hier der Link zur adhocund einem sehr umfassenden.

Das Valsartan ist offenbar schon sehr lange verunreinigt, und niemand hat es gemerkt. Was wir nun noch nicht wissen ist die Menge an Verunreinigung.

Zu vernachlässigen? Über Jahre vielleicht doch kumulierend? Oder schon nach wenigen Wochen/Monaten der Einnahme tatsächlich krebserregend?

Was wir wissen, ist dass die Informationspolitik in diesem Fall erbärmlich war und ist. Und dass die Patienten verunsichert sind… und dass die betreffende Firma noch -zig andere Wirkstoffe als Lohnhersteller für Europa fertigt. Zum Beispiel Telmisartan auf das so mancher Patient vom Valsartan umgestellt wurde.

Sind die alle okay? Kann man darauf vertrauen dass da kein Schindluder getrieben wird? Ich bin gespannt was die nächsten Wochen so alles hergeben…

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