Die Freitagnachmittage

Ich habe niemanden in meinem Bekanntenkreis – außer den Menschen die Gesundheitsberufe ausüben – der freitags bis 18.30Uhr arbeitet.

So gut wie alle haben spätestens ab 14 Uhr Wochenende. Und das bekommen wir auch in der Apotheke häufig zu spüren. Bei Fachärzten oder besonders auf Ämtern anzurufen ist freitags auch ab 14 Uhr schon quasi unmöglich. Da ist so lange „dauerbesetzt“ bis um 15 Uhr der Anrufbeantworter seinen Text vom Wochenende herunterleiert. Bei Firmen nach 12 Uhr wegen einer Lieferauskunft anrufen? Vergesst es!

Wir werden häufig bedauert – nach dem Motto „Och du Arme!“ während hinter vorgehaltener Hand gesagt wird „Hättest du mal was Gescheites gelernt“. Und mit dem Freitag ist es ja noch nicht einmal vorbei, denn wir müssen auch samstags noch ran.

Meiner Kollegin Lea und mir ist jedoch etwas bemerkenswerter aufgefallen: wir lachen niemals mehr, als an Freitag Nachmittagen. Selbst wenn gerade kein Portaltag ist – oder gar ein Freaky Friday. Das hat sich bis heute nicht geändert, und das ist gut so. Die Freitagnachmittage lassen wir und jedenfalls nicht nehmen. Wenn uns jemand dafür bedauern möchte – nur zu. Und auf das beigefügte „Hättest du mal was Gescheites gelernt“ kann ich nur grinsen. Wenn du wüsstest… friday rules!!!

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Fitbit versa 2 – mein Weihnachtsgeschenk

Ich habe mich zu Weihnachten in diesem Jahr einfach mal selbst beschenkt, und mir eine Smartwatch zugelegt. Es wurde die Fitbit versa 2 und ich habe wirklich viel Freude daran.

Um meine Winterkilos zu verlieren habe ich das Schrittziel von 10.000 Schritten am Tag eingetragen, was sich bisher immer schon recht locker erreichen lässt. An den „aktiven Minuten“ muss ich dagegen noch etwas feilen.

Mein Ziel waren täglich 45 min. – das schaffe ich im Wochenschnitt immer ganz einfach, aber eben nicht an jedem einzelnen Tag.

Was das schlafen angeht waren 8 Stunden werksseitig eingetragen- die schaffe ich nie.

So sieht das in etwa aus – besonders die extrem kurze Tiefschlafphase ist übel. Im großen und ganzen zeigt mir die App dafür aber ein „in Ordnung“ an.

Erfreulich ist meine „Cardiofitness“.

Das lässt hoffen, dass ich euch noch eine Weile erhalten bleibe 😉

Alles in allem ein Antrieb für den inneren Schweinehund, ein Anreiz zu besserer Schlafhygiene und eine Beruhigung was mein Herz betrifft. Nette Sache – ich muss mich nur wirklich einbremsen, mich nicht von noch einer weiteren Seite unter Druck setzen zu lassen.

An Tagen an denen ich vorwiegend im sitzen arbeite muss ich keine 12.000 Schritte gehen, und es ist auch völlig ok wenn ich dann nur 20 „aktive Minuten“ verzeichnen kann.

Auch bei meinen 16:8 Fastentagen sollte es für mich durchaus ok sein, wenn es nur 15,50:8,10min sind. Ich bin da manchmal einfach zu monkig…

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DAZ Geschichtentaxi

Zum Ende des alten Jahres wird es bei mir nicht wirklich ruhig – eher im Gegenteil… da ist es zwischendurch entspannend ein Video zu sehen oder einen Podcast zu hören. Ganz besonders interessant ist es dann, wenn jemand spricht den ich kennenlernen durfte 🙂

Wer so gerne wie ich Menschen bei Gesprächen lauscht, die sich um das Thema Apotheke/Social media/Digitalisierung drehen, dem sei das aktuelle DAZ Geschichtentaxi mit Florian Giermann ans Herz gelegt. Ich will nicht zu viel erzählen, hört oder schaut einfach selbst mal rein!

Kommt alle gut ins neue Jahr!

Euer PTAchen 🙂

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Kluge Männer und unfähige Frauen – Danke DAZ!

Letzten Montag hatten wir in der Apotheke eine etwas erhöhte Pulsfrequenz- nachdem wir die Apotheker Zeitung gelesen hatten.

Grundsätzlich freuen wir uns auf die Zeitung der DAZ, denn sie enthält immer einen Querschnitt der Neuigkeiten der vergangenen Woche samt meist treffender Kommentare. Dieses Mal jedoch lag die Kommunikationsexpertin Frau Cornelia Tromm aus unserer Sicht komplett daneben. Es wurden Vorurteile präsentiert, antifeministisches Gedankengut verbreitet und Apotheker ganz klar als den Ärzten untergeordnet dargestellt. Was hat die DAZ nur geritten so etwas abzudrucken? Aber der Reihe nach…

Grundsätzlich sollten in diesem Artikel Kommunikationsprobleme (insbesondere im Zusammenhang mit Telefonaten) zwischen Apotheken und Arztpraxen beleuchtet werden. Das ging gründlich daneben.

Da stellen sich bei mir schon sämtliche Nackenhaare auf. Wir sind also ungeübt im Umgang mit anspruchsvollen Gesprächspartnern, ja? Ich frage mich ernsthaft, wie ich es seit nunmehr zwanzig Jahren bewältigen konnte, täglich Kundengespräche zu führen – mit Patienten die durchaus auch Professoren, Fachjournalisten, Ärzte, Architekten oder CEOs größerer Konzerne sind – ohne mich komplett lächerlich zu machen. Auch finde ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis durchaus anspruchsvolle Gesprächspartner, und empfinde mich selbst (man höre und staune) trotz eines fehlenden Studiums als solcher. Anmaßend, oder?

Unverschämt ist auch die Behauptung, eine Arzthelferin (die übrigens inzwischen MFA heißt liebe Frau Tromm) könne sich komplexe Sachverhalte nur so lange merken, wie ein Soufflee an der Luft stabil bleibt.

Aha. Apothekenleiter sind also DIE Kommunikationsexperten schlechthin, weil…? Sie das im Studium gelernt haben? Wohl eher nicht. Ich habe im Gegenteil schon von Apothekern gehört, die sich schlichtweg weigern überhaupt ein Telefon abzunehmen wenn es klingelt. „Dafür habe ich nicht studiert“ ist dann die gängige Entgegnung. Das wäre sicher eine Riesenhilfe wenn so jemand dann auch noch schulen soll.

Das ist nicht ganz falsch. Warum mich diese Formulierung trotzdem stört erkläre ich nachher.

Okay. Ich lächle also und zeige Verständnis, dass der Anruf ungelegen kommt. Bei uns ist das natürlich was völlig anderes! Wir haben alle Zeit der Welt um „Verständnisfragen“ zu formulieren.

Hallo Frau MFAchen, PTAchen aus der Vorstadtapotheke hier! Ich rufe an weil ich nicht verstehe, warum sie heute schon den dritten Patienten mit „Indometacin“ auf dem Rezept aus der Türe schicken *lächel*

Es kommt ihnen sicher ungelegen, dass ich sie nun schon wieder belästigen muss. Ich benötige bitte ihre Unterstützung um dem Arzt verständlich mitzuteilen, dass Medikamente mit diesem Wirkstoff gerade nicht lieferbar sind. *strahl*

Ich benötige bitte die Hilfe des Arztes um die Patienten auf ein anderes Medikament umzustellen, bis Indometacin wieder lieferbar ist *grins*

Vielleicht sollten sich unsere Chefs da einmal persönlich miteinander austauschen? Nur für den Fall, dass sie sich unseren Gesprächsverlauf nicht merken können?“

Ich freue mich da jetzt schon auf die erbosten Gesichter wenn die entsprechende MFA nach ihrem Feierabend wie ein Kugelblitz bei uns aufschlägt. Aber das liegt dann vermutlich daran, dass sie den Austausch mit anspruchsvollen Gesprächspartnern nicht gewohnt ist…

Super Idee. Da lädt der Herr Apotheker den Herrn Doktor zum Feierabend-Schoppen ein. Am besten im Herren-Separee bei einer Zigarre und einem guten Whisky. Geht es noch ein wenig klischeebehafteter Frau Tromm?

Im kompletten Text gibt es nur männliche Ärzte und Apotheker (die natürlich anspruchsvoll sind und auch bei Telefonaten alles richtig machen), und nur weibliche PTAs und Arzthelferinnen (die allesamt inkompetent zu sein scheinen und nur über eine begrenzte Merkfähigkeit verfügen). Super. Da fühlt man sich sowohl in der Berufswahl als auch bei der Einschätzung des eigenen Geschlechts doch richtig gut erkannt und angenommen.

Klasse Idee, wenn die 30jährige Apothekenleiterin den 50jährigen Arzt zum Feierabend-Schoppen ins Separee bittet. Ich hoffe sie merken, was bei diesem Bild in Schieflage gerät.

Sicher ist es richtig, dass miteinander geredet werden muss. Aber bitte auf Augenhöhe! Hier ist keiner besser als der andere weil er studiert hat, in einer Arztpraxis arbeitet oder männlich ist.

Ich frage mich, ob es solche Verhaltenscodices auch in Ärztezeitungen zu lesen gibt. Wahrscheinlich sind nur mal wieder die Apotheken so servil…

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Das wärmste Jäckchen…

… ist ein Cognjäckchen

Das pflegte schon meine Oma immer zu sagen, die für akute Frostanfälle immer einen solchen in ihrem „Barfach“ parat hielt. (Btw: gibt es sowas eigentlich noch? In modernen Wohnwänden scheint es ausgelagert worden zu sein).

Was hat das nun mit der Apotheke zu tun? Ganz einfach: das war der Lacher der Woche im „Theater“, denn außer unserem Chef besteht die Belegschaft nur aus „Friermenschen“ wie Birgit zu sagen pflegt. Da Lea und ich also morgens gerne mal zähneklappernd umherspringen, und der Chef oft nach einem seiner freien Wochenende den Thermostat entsetzt auf 26 Grad Celsius eingestellt findet hatten wir da eine „Schnapsidee“.

Wir schlugen ihm vor, uns morgens früh bereits mit einem Cognac zu versorgen um Heizkosten einzusparen. Dreimal dürft ihr raten, was er zum Weihnachtsfrühstück mitbrachte…

Jetzt brauchen wir nur noch einen Zapfhahn und ein paar Schwenker.

Gut, dass wir alles irgendwie mit Humor nehmen können 🙂

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Tu Gutes und sprich darüber

Viele ApothekerInnen und PTA haben angefangen, über die Dinge zu schreiben, die unsere Arbeit zu etwas ganz Besonderem machen. Etwas, das tatsächlich nur wir leisten (können oder wollen). Etwas, auf das man nicht verzichten will. Dazu möchte ich nun auch etwas beisteuern.

Letzte Woche kam eine unserer Kundinnen um Medikamente für sich zu holen. Sie hatte ein Candesartan verordnet bekommen, das von dieser Firma wieder einmal nicht lieferbar war. Ich erklärte ihr die Situation, und suchte ein Ersatzpräparat heraus. Sie schimpfte ein wenig über die Lieferengpässe, und ich riet ihr, sich mit ihren Sorgen an die Politik zu wenden, und ihrem Abgeordneten dazu ein paar Zeilen zu schreiben. Sie schaute mich einen Moment lang traurig an, und sagte, dass sie zur Zeit ganz andere Sorgen quälen was Medikamente betrifft.

Ihr Mann litt seit ein paar Jahren an einer chronischen Erkrankung, für die er lange Zeit keine adäquate Therapie erhalten konnte. Nun endlich fand eine Klinik ein Medikament, das ihm helfen konnte. Dieses schlug wunderbar an, und er war endlich nach Jahren wieder symptomfrei. Sein Hausarzt verschrieb ihm die Tabletten zunächst weiter, teilte ihm nun aber mit, dass die 600€ monatlich sein Budget zu stark belasten würden.

Er bot an, sie weiter aufzuschreiben, aber nur auf Privatrezept. Das kann sich das Paar aber finanziell nicht erlauben. Auch ein Gespräch mit einem „Vermittler“ zwischen Arzt und Patient brachte keine Einigung. Sie sagte, ihnen stünde nun ein trauriges Weihnachtsfest bevor wenn die Symptome wieder auftauchen.

Als sie gegangen war dachte ich lange über die Situation nach. Da musste doch etwas zu machen sein! In unserer Datenbank startete ich eine Wirkstoffsuche und fand zusammen mit meinem Chef ein anderes Medikament mit gleichen Inhaltsstoffen. Höher dosiert für eine andere Erkrankung, aber dosisgleich teilbar in die Menge, die unser Patient benötigt. Für einen monatlichen Betrag von unter 30 Euro. Und lieferbar!

Ich rief die Kundin Zuhause an, und teilte ihr den Namen und die Pharmazentralnummer mit. Sie rief bei ihrem Arzt an, und er schreibt es nun zum Off-label-Use für sie auf.

Die Freude und Dankbarkeit kann ich nicht beschreiben- und genau dafür stehe ich in einer Apotheke vor Ort.

Eine schöne Adventszeit wünsche ich!

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Schlagfertigkeit

Ich bin leider nicht schlagfertig. Das ist definitiv eine Eigenschaft, an der ich zukünftig arbeiten muss, denn ich glaube, dass ich auf diese Art sicher einigen Druck loswerden kann.

Wozu brauche ich sowas? Erstens wäre es schön, bei manchen Kunden mit einer entsprechenden Replik zu kontern wenn sie unverschämt werden. Zweitens würde es mir helfen, Situationen des Alltags besser zu meistern. Manchmal spüre ich sehr stark, dass auf meinen Gefühlen herumgetreten wird. Ob nun beabsichtigt oder gedankenlos ist dabei schon beinahe egal. Wäre ich schlagfertiger könnte ich so etwas parieren. Das schützt vor neuen Verletzungen.

Schlagfertige Menschen werden sicher nicht unbedacht angegriffen, weil man es „mit ihnen machen kann“. Das war schon in der Schulzeit ein großes Manko, dass ich mich nicht adäquat wehren konnte. Ich werde nur stiller und ziehe mich zurück. So lange bis es nicht mehr geht, ohne dass ich Schaden nehme, und dann schlage ich zurück. Unverhältnismäßig stark und verdammt endgültig – das ist genau so schlecht wie das dauernde einstecken. Ich möchte niemanden verletzen den ich eigentlich gerne mag, nur weil derjenige vielleicht unbeabsichtigt eine Grenze übertreten hat.

Kann man Schlagfertigkeit üben? Erlernen? Muss ich dazu genug Abstand zu meinen Empfindungen bekommen, oder geht das auch wenn ich mich gerade maßlos ärgere?

Ich bewundere Menschen, die selbst wenn sie gerade angegriffen werden eine innere Ruhe bewahren, und dabei auch noch humorvoll parieren können. (TFH – konntest du das eigentlich schon immer?)

Bei meiner letzten Fortbildung gab es zum Einstieg auf den Tag immer ein Gruppenspiel zur Auflockerung und zum gegenseitigen Kennenlernen. Eines davon war ein „Speed- Dating“ – in zwei Reihen stellten wir uns parallel auf, und eine persönliche Frage wurde gestellt. Wir mussten diese unserem Gegenüber innerhalb von 30 Sekunden beantworten, dann hatte er oder sie Zeit, auf die gleiche Frage zu antworten. Dann rückte die eine Seite auf, und eine neue Frage mit einem neuen Gegenüber wurde gestellt. Eine der Fragen war z.B „Zelten oder Hotelzimmer?“, eine andere „Wenn du dir eine Fähigkeit wünschen könntest, welche wäre das und warum?“

Mein Gegenüber wünschte sich ein fotografisches Gedächtnis, und ich mir Schlagfertigkeit. Warum wisst ihr jetzt…

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