Kundentypen Teil 1- Der Choleriker

Wer kennt ihn nicht als Apothekenpersonal?

Den Choleriker.

Wenn er die Apotheke betritt fällt jedem der noch nicht vorne steht plötzlich auf, dass noch dringend Ware durchzuschicken ist, eine Rezeptur wartet, ein wichtiger Anruf bei einer Arztpraxis zu tätigen ist. Und die armen Schweine die am HV Tisch stehen und die sich nicht einfach in Luft auflösen können? Die versuchen ihre Beratung in die Länge zu ziehen damit der Kelch an ihnen vorüber geht. „Nein nein Frau Müller, suchen Sie ihr Geld ruuuuhig centweise aus dem Portemonnaie, wir haben ja Zeit, nicht?“

Irgendeine/n trifft es aber dann doch. Und wie es die Natur der Sache ist, ist genau bei diesem Kunden JEDES MAL irgendetwas nicht in Ordnung.

– Das Rezept ist zu alt ( 30 Tage gültig, BTM Rezepte nur 7 Tage)

– Der Arzt hat keine „aut idem“ Kreuze gesetzt so daß wir dem Kunden nicht die Medikamente geben können die auf dem Rezept stehen sondern die abgeben müssen deren Hersteller einen Rabattvertrag mit der jeweiligen Krankenkasse haben

– Ihm passt nicht dass du umfassend berätst – oder im Gegenteil zu wenig sagst

– Du hast ihm das letzte mal vergessen eine „Apotheken Umschau“ in die Tüte zu legen

– Ihm passt einfach deine Nase nicht

In jedem Fall ist das Ergebnis das selbe: eine Ader an seiner Stirn fängt an anzuschwellen während sich seine Gesichtsfarbe langsam vom rötlichen zu einem ungesunden lila hin verschiebt.

Entweder fängt er jetzt sofort an dich anzuschreien oder er verlangt lautstark nach dem Chef. Erklärungsversuche sind meistens vergeblich,  denn die Probleme hat der gute Mann ja eigentlich mit sich selbst. Du bist nur der Blitzableiter, der Sündenbock der die schlechte Laune ausbaden darf. Fehlende „aut idem “ Kreuze KÖNNTE man ja auch dort reklamieren wo sie nicht gesetzt wurden, in der Arztpraxis. Den Arzt anzuschreien traut sich der Choleriker aber nicht, die Apotheke lässt sich immer noch leichter wechseln als der Hausarzt.

Nun braucht es auf deiner Seite ein paar Voraussetzungen um mit solchen Leuten umzugehen. Erstens benötigst du gute Nerven und ein ruhiges Gemüt – der Choleriker meint nicht dich PERSÖNLICH. Jeden Anderen hätte das Donnerwetter ebenfalls getroffen, das Problem hat er nicht mit DIR sondern mit sich SELBST.

Freundliches und höfliches Entgegenkommen nimmt ihm den Wind aus den Segeln – nur nicht provozieren lassen! Auch gerne mal zustimmend nicken und besonders nicht dagegen reden.

Wenn Du dann noch einen Chef hast wie wir ihn zum Glück haben kann eigentlich nichts schief gehen. Er wird dich ruhig aber bestimmt verteidigen und zur Not lieber den Choleriker auf nimmer Wiedersehen ziehen lassen als dass er zulässt dass eine Mitarbeiterin fertig gemacht wird. Hatte ich schon erwähnt dass ich froh bin hier zu arbeiten…?

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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Eine Antwort zu Kundentypen Teil 1- Der Choleriker

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