Fehlanwendungen

Das gibt es immer wieder – Kunden die vermeintlich sonnenklare Anwendungen falsch machen. Wir als abgebendes Apothekenpersonal sind ja gehalten die Medikamentenanwendungen zu erklären was wir auch gerne tun. Manche Kunden reagieren da sogar schon leicht genervt wenn sie zum x- ten mal gesagt bekommen dass sie nach der Einnahme von Aspirin nicht zum Zahnarzt gehen sollen oder dass das abschwellende Nasenspray nicht länger als 1 Woche gesprüht werden soll weil die Nase sonst zu trocken wird.

Manche Dinge erklären wir allerdings nicht, weil wir meinen die Anwendung sei klar. Ist sie allerdings nicht immer. Hier einige Beispiele wo wir uns wohl hätten präziser ausdrücken müssen, bzw. nicht so viel gesunden Menschenverstand voraussetzen dürfen :

1. Otovowen Tropfen: homöopathische Tropfen bei Ohrenschmerzen  (kann man jetzt von halten was man will, wir haben jedenfalls einen Arzt um die Ecke der das gerne auf Privatrezept verordnet). Wir sagten dem Kunden dass er davon im Akutfall 12 x täglich 12 Tropfen nehmen kann. Er kam nach 3 Stunden wieder und meinte das sei ja unmöglich weil er in sein Ohr nicht mehr als 3 oder maximal 4 Tropfen reinbekäme. Der Rest laufe einfach über. Äääh WIE BITTE? Einnehmen!!! Das arme Ohr!

2. Zäpfchen. Man sollte meinen dass jeder die Anwendung kennt und man nicht mehr erklären muss in welche Körperöffnung genau sie hinein geschoben werden sollen. Doch, muss man. Ich glaube in fast jeder Apotheke kam es schon mal vor dass ein Patient die Dinger geschluckt hat. ÄBÄH! Mal abgesehen davon dass die Dinger doch GROSS sind!

3. Ovula. Gut, nicht jede Frau weiß sofort wie diese Applikationshilfen zu bedienen sind, aber wenn man sich unsicher ist schaut man doch bitte auf den Beipackzettel. Oder ruft an. Oder fragt den Arzt. Irgendwas das die folgende Situation verhindert:

Kundin kommt in seltsamen Krebsgang in die Apotheke, man sieht ihr an dass sie Schmerzen hat. „Frau Ptachen, dieses blöde Applikationsstäbchen kommt nicht wieder raus. Was soll ich denn jetzt machen?“

„Wie haben Sie das denn angewendet dass sowas passiert? Da ist doch ein Strich drauf bis zu dem sie es nur einführen sollen!“

„Ach so? Ich dachte es soll ungefähr 15cm tief eingeführt werden! Stand auf der Packungsbeilage!“

„Die VAGINALTABLETTE soll so tief eingeführt werden, dafür ist die Applikationshilfe da!“

„Ach so…“

Gut, dass sie nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen ist wussten wir ja, aber das??? Nun denn, des weiteren stellt sich die Frage was genau ICH da jetzt machen soll? Die Dame in das Beratungszimmer bitten, mir eine Kopflampe umschnallen, die lange Pinzette mitnehmen und los geht’s? Ihr Frauenarzt konnte sie zum Glück von dem Stab befreien…

…to be continued…

Advertisements

Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Fehlanwendungen

  1. ednong schreibt:

    Oha,
    das muß ja richtig wehtun. Zumindest schon vom Lesen …

    Gefällt mir

  2. Pingback: Theater, Theater… | apothekentheater

  3. Pingback: Globuli „ohral“ | apothekentheater

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s