Selbst schuld?

Nochmal auf das gestrige Thema zurück zu kommen… da ich mich über das Wiedersehen mit der „alten Bekannten“ gefreut habe war es nicht nur im Blog zu lesen, ich habe auch privat drüber gesprochen.
Eine Freundin von mir meinte knallhart, sie fände es nicht gut dass sie Allgemeinheit für die Suchtprobleme bezahlen soll. Die meisten seien doch eh arbeitslos und hätten noch nie was in die Krankenkasse einbezahlt, außerdem seien sie selbst Schuld daran dass sie krank sind. Hätten ja nicht anfangen müssen Heroin zu nehmen.
Ich war ehrlich gesagt platt. Nicht nur wegen der Herzlosigkeit, wir können doch jetzt nicht anfangen die Leute für alles selbst geradestehen zu lassen, oder? Wo wollen wir denn da anfangen, wo aufhören?
Der Lungenkranke oder krebskranke Raucher, soll der auch die Therapie selbst zahlen?
Die übergewichtige Diabetikerin, soll die ihr Insulin auch selbst übernehmen?
Der Manager oder die berufstätige Alleinerziehende mit Burnout, dürfen die ebenfalls blechen?
Oder wenn das Kind eine Mittelohrentzündung hat, wollen wir da haben dass die Krankenkasse nachfragt ob immer drauf geachtet wurde dass die Mütze richtig sitzt?
Nee nee nee.
Außerdem bin ich etwas gefrustet gerade. Gestern WÄRE eine interessante Fortbildung GEWESEN auf die ich hätte gehen können, aber mir ist leider etwas dazwischen gekommen. So eine Kacke…
Ich hoffe so eine Gelegenheit ergibt sich mal wieder.
Mist, Mist, Mist!

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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5 Antworten zu Selbst schuld?

  1. ednong schreibt:

    Klar,
    ich meine, irgendwo müssen Grenzen gesetzt werden. Man kann die Allgemeinheit nicht alles zahlen lassen, was ein jeder für sich selbst zu verantworten hat. Dennoch oder gerade die Deutschen sollen sich ja arg gut (über)versichern – also letztlich zahlt es dann doch die Gemeinschaft (der jeweils Versicherten).

    Es ist schwierig, da die Grenzen zu ziehen. In diesem Fall vermute ich, dass knapp 90 Euro Monatskosten für die Gemeinschaft zu tragen sind. Allerdings auch nur solange, wie der Anteil der entsprechend Erkrankten nicht zu groß wird. Das ist halt wie bei allen anderen Dingen auch – hast du eine Krankenkasse, die viele alte oder chronisch Kranke als Versicherte hat, müssen die letztlich die Beiträge anheben. Werden diese generell angehoben, zahlen natürlich auch die Versicherten der Kassen, die eher Gesunde Versicherte haben – und gesunden dabei selber (oder haben einen großen Überschuß). Abhilfe wäre da dann eine staatliche Versicherung.

    Ich denke, das Thema ist halt recht komplex. Und klar, in Deutschland ist das schon recht gut. Geht aber vielleicht noch besser. Und wenn ich da an früher denke, was da noch alles an Leistungen inkludiert war …

    Und bzgl. Seminiar: gibt es bestimmt noch mal. Einfach mal nachfragen, ob und wann es wieder so etwas gibt. Ich hoffe, es war nichts (allzu) Schlimmes, was dazwischen kam.

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    • ptachen schreibt:

      Neee. War nix schlimmes, nur was organisatorisches…
      Eine staatliche Einheitsversicherung wäre manchmal gar nicht so verkehrt. Früher wurde wirklich viel Schindluder getrieben, das dürfen wir heute alles ausbaden!
      Was sind übrigens die knapp 100€ Monatskosten gegen die Kosten die ein Krebs- oder HIV Kranker „produziert“? Da sagt ja auch keiner was. Zu Recht.

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  2. Molly L. schreibt:

    Finde ich nicht besonders nett von Deiner Freundin. Erstens mal: Wer lebt denn schon 100%ig gesund, treibt regelmäßig Sport, isst 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag, wohnt smokfrei etc.?
    Und zweitens kann man auch erkranken, obwohl man halbwegs vernünftig gelebt hat. Wünsche ich natürlich keinem.
    Was Drogen angeht … Ja, klar, hätte die Frau wohl gar nicht erst mit anfangen sollen, ja. Aber ist das ein Grund, einen Menschen aufzugeben? Ein Menschenleben ist mehr wert als alles Geld der Welt!

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  3. ednong schreibt:

    Ob ein Menschenleben immer mehr wert ist, als alles Geld? *grübel*
    Im Moment finde ich kein Gegenargument.

    Und ja, die Sache mit dem Krebs kam mir auch in den Sinn. Letztlich müßte man dann bei Jedem Ursachenforschung betreiben, um festzustellen, ob die Krankheit selbst verursacht/verschuldet wurde oder nicht, um zu klären, wer denn zahlt.

    Ist halt wirklich schwierig, das Thema. Denn Grenzen muß man ziehen, sonst zahlt die Gemeinschaft „jeden Shit“. Aber wo man diese auch zieht, es fühlt sich immer jemand benachteiligt.

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    • ptachen schreibt:

      Bei uns müssen die WANZ Kriterien eingehalten werden damit die Kasse zahlt
      Wirtschaftlich Ausreichend Notwendig und Zweckmäßig muss alles sein.
      Ob das immer so passt und sinnvoll umgesetzt wird lasse ich mal dahingestellt. Meistens wohl ja, manchmal eher nein. Das WIRTSCHAFTLICH steht jedenfalls nicht umsonst am Beginn dieser schönen Abkürzung

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