Wie ich in die Vorstadtapotheke kam – Teil 1

Ich arbeitete noch in der nächstgelegenen großen Stadt in der Apotheke meines alten Chefs, als dieser verkündete nach seinem 65. Geburtstag, also in etwa einem Jahr, in Rente gehen zu wollen. Ein Nachfolger wurde nun gesucht, und für mich ergab sich die Frage ob ich denn weiter den langen Arbeitsweg auf mich nehmen möchte für eine quasi ungewisse Zukunft. Ursprünglich hatte ich nämlich in der Nähe dieser Apotheke gewohnt (5min mit dem Auto entfernt), aber nach der Trennung von meinem Mann, der in der alten Wohnung blieb, wollte ich doch woanders hinziehen. Die Trennung war einigermaßen hässlich, so dass ich erst mal bei meinen Eltern Unterschlupf finden musste. Von dort aus waren es nun 20 Autominuten bis zur Apotheke, was okay ist wenn man einen „normalen“ Arbeitstag hat und nur 1x hin und 1x zurück fährt. Da ich nun aber 2 Stunden Mittagspause hatte und den Weg 4x täglich fahren musste war das schon weniger angenehm. Bei meinen Eltern zu wohnen fiel mir (obwohl wir uns gut verstehen) nicht ganz leicht, denn wenn man 10 Jahre alleine gewohnt, und die 30 überschritten hat ist das schon sehr beschränkend. Es ergab sich nun, dass sich in meinem Heimatort ein fast perfektes Plätzchen für mich fand, und ich blieb einfach dort. Die 4x 20min nahm ich in Kauf, weil ich mich in dieser Apotheke so wohl fühlte, mir der Chef bei fast allem freie Hand ließ und mir meine Kolleginnen sehr lieb waren. Ich konnte mir nicht vorstellen woanders genau so glücklich zu sein. Nach der Ankündigung in Rente zu gehen überlegte ich hin und her. PTA in der Apotheke gefiel mir zwar ganz gut, aber ich wollte eigentlich nicht mehr irgendwo „unten“ anfangen, zu sehr war ich die Arbeitsweise gewohnt bei der ich mich nur dem Chef „unterordnen“ musste. Also informierte ich mich, was ich sonst noch so anstellen könnte. Labor fiel schon mal aus, die Identitätsnachweise gehen mir schon auf den Zeiger, arbeiten in der Industrie – das ist nichts für mich. Eine Krankenhausapotheke habe ich mir auch angesehen, was ich zwar interessant fand, aber ich hätte dort quasi den ganzen Tag im Keller gesessen. Ohne Tageslicht gehe ich ein wie eine Primel, also nein. Ich versuchte es beim „Feind“, aber die Krankenkassen wollen keine PTA sondern lieber SOFAs. Ein Fernstudium zum „Gesundheitsökonom“ war noch in der Überlegung, aber die immensen Kosten von gut 12000€ hätte mein Konto nicht verkraftet, außerdem wäre dann die Zukunft genauso ungewiss. Wohin dann, und was machen? 

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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9 Antworten zu Wie ich in die Vorstadtapotheke kam – Teil 1

  1. ednong schreibt:

    Wieso ist hier schon Schluß?
    Weiter, weiter … 😉

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  2. Aponette schreibt:

    Was bitte sind SOFAs? sehr ordentliche FachArbeiter? Super organisierte Finanz Angler? Sorgfältige Organisatoren für Auszeiten?

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    • ednong schreibt:

      Super organisierte Finanz Angler – ich glaub, das trifft es schon irgendwie 😉 SOzialFachAngestellte, wenn ich mich recht erinnere …

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    • stuttgarterapothekerin schreibt:

      Ironieon: Das sind Menschen, die von den kranken Versicherungen eingestellt werden, weil sie sich im Lesen von Gesetzesvorschriften auskennen, aber vor allem weil sie KEINE Ahnung von Medizin und Pharmazie haben und dadurch billiger zu bezahlen sind…..
      Ironieoff: Durfte mich schon oft mit Sofas rumschlagen, die immer noch glaubten, dass die Rote Liste(TM) das einzig wahre Nachschlagewerk ist, weil ihre Arbeitgeber ihnen weder ordentliches Arbeitsgerät (= aktuelle Lauer-Liste) noch Fortbildungen angedeihen ließen…
      OT: Auch aus dem Urlaub gelesen/geschrieben, Dein Blog muß mit! Work-Life-Balance, was ist das?
      *grins* genieß den Urlaub!

      Gefällt 1 Person

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