Wie ich in die Vorstadtapotheke kam – Teil 2

Ich fand zu guter letzt eine Ausbildung zur „Medizinischen Dokumentations- und Kodierfachkraft“ beim TÜV die man auf PTA, MTA, Krankenschwester und MFA „draufsatteln“ kann und mit der ich in einem Krankenhaus hätte arbeiten können. Die Kosten hielten sich halbwegs im Rahmen (ich glaube es waren alles in allem etwa 1600€) und so verbrachte ich meine Samstage an denen ich nicht arbeiten musste ein Jahr lang im 70km entfernten Lernort. Das hieß früh aufstehen und durchhalten von 7,30Uhr bis 16,30Uhr. Ich hätte nie gedacht, dass es mir so schwer fallen würde so lange sitzen zu bleiben, aber es war wirklich anstrengend. In der Apotheke stehe ich ja vor allem und laufe herum, das Schülerdasein war schon so weit weg für mich, und das lernen anfangs auch etwas holprig. Die Krankenschwestern überwogen im Kurs bei weitem (es waren nur eine MTA und zwei PTAs sowie eine MFA dabei gegen 20 Krankenschwestern), aber wir waren ein lustiger Haufen und haben es unserem Kursleiter manchmal nicht ganz leicht gemacht. Als das Ende des Kurses nahte uns somit auch die Prüfung war in meiner Apotheke klar, dass kein Nachfolger kommen würde, wir waren einfach zu klein. Schweren Herzens entschloss sich mein Chef ganz zuzumachen und den Ausverkauf zu starten, Ende Juli sollte alles vorbei sein. Im April war nun die 4 stündige Prüfung für die ich richtig viel gelernt hatte, denn die Materie war ja für eine PTA wirklich nichts alltägliches. Ich setzte mich mit ICD Codes, TISS und Operationstechniken auseinander und mir brummte der Schädel. Die Ergebnisse sollten wir Ende Mai bekommen. Zufällig traf ich beim Dorffest meine ehemalige Kindergarten- und Schulfreundin Birgit. Die erzählte mir, dass bei ihr in der Apotheke händeringend eine PTA gesucht würde. Der Chef sei wirklich nett, die Kollegen auch, und die einzige „Vorgesetzte“ dort wäre sie. Und wieder schwirrte mir der Kopf. Ohne die Prüfungsergebnisse konnte ich mich noch nirgends bewerben und die kamen ja erst im Mai. Im Juli aber wäre der letzte Monat in meiner Apotheke, und ob ich so fix einen Platz in der Dokumentationsabteilung einer Klinik bekommen würde stand ja in den Sternen. Außerdem war diese „neue“ Apotheke ja fußläufig 30 Sekunden von meiner Wohnungstür entfernt, die 2 Stunden Mittagspause könnte ich also voll ausnutzen…

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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2 Antworten zu Wie ich in die Vorstadtapotheke kam – Teil 2

  1. ednong schreibt:

    Sag nicht, der Strand hat schon wieder gerufen …
    Nimm dir mal Ohropax mit, dann überhörst du sein Gerufe … 😉
    So spannend und schon wieder zu Ende.

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  2. nickel schreibt:

    Ach ich mag diese „Reihe“, wenn man diese Teile über deinen Weg zur Vorstadtapotheke so nennen mag. Irgendwie faszinieren mich solche Wege anderer Menschen. Und wenn sie dann noch so gut geschrieben sind wie hier, möchte ich mehr lesen. Mehr bitte. Ja? Bitte bitte! 🙂

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