Resignation (?)

Molly schrieb in ihrem Kommentar, die Apotheken sollten sich wehren. Das finde ich allerdings auch, nur wie? Demonstriert wurde bereits, es gab  (und gibt immer wieder einmal) Plakataktionen die informieren sollen, vor 2 Jahren etwa wurde auch mal einen Tag lang nur durch die Notdienstklappe bedient – und seien wir ehrlich- hat es etwas gebracht?
Die Öffentlichkeit nimmt die Not der Apotheken nicht wirklich wahr, der Apotheker ist in den Augen der meisten Leute immer noch per se ein reicher Mensch, der auf hohem Niveau jammert. Wie wird sich das ändern lassen?
Zur Preisgestaltung und zum Verdienst der Apotheken an verschreibungspflichtigen Arzneimitteln sei jedem der sich damit nicht auskennt dieser Link ans Herz gelegt.
Ich fürchte es ändert sich erst dann etwas in der Wahrnehmung unserer Kunden, wenn das Apothekensterben in dem Tempo weitergeht wie bisher. Hier im Landkreis schließen zum Neuen Jahr so viele Apotheken, dass der Nacht- und Notdienstturnus von bisher 23 auf 18 (!) Tage hochgesetzt wird. Das bedeutet, dass sich der Chef jetzt alle 18 statt alle 23 Tage die Nacht um die Ohren schlagen darf, und dass er keine 3 Wochen mehr am Stück in Urlaub gehen kann, ohne eine Vertretung zu suchen. Gut, das hat er sowieso noch nie gemacht, aber auch 14 Tage Urlaub müssen nun verdammt genau geplant werden.
Zum Thema PKA in der Vorstadtapotheke hat sich heute etwas getan! Bergen hat ab dem 1.12. einen festen Krippenplatz für ihr Kind ergattert, und  (jetzt drückt alle mal die Däumchen) ab dem 1.1.2016 eine Wohnung im Nachbarort so gut wie sicher. Sie trifft morgen ihre Vermieter in spe, die sich am Telefon aber schon mal positiv geäußert haben und sie sogar aus der Apotheke kennen. Mit dem Chef hat sie schon gesprochen, der hat gesagt dass er sie einstellt sobald sie frei ist. Ich freu mich total!
Anekdote von Herrn V. – Sandra schüttelte sich heute früh, ich hatte am Rande mitbekommen dass sie ihn bedient hatte:

„Brrrr, jetzt hat der dem Chef und mir auch noch die Hand gegeben, und die war sowas von kalt!“

„Was? Warum hat er das denn gemacht?“

„Na um sich zu verabschieden.“

Ja? Wo geht er denn hin?“ (frohlockend dass er uns eine Weile verlässt)

„Äh… nach Hause?“

Ich musste sooo lachen! Wenn er uns jetzt jedesmal theatralisch die Hand schüttelt wenn er nur um die Ecke geht,  was passiert dann erst wenn er mal in Urlaub geht? (Oder endlich mal in eine Klinik zur Neueinstellung seiner Medis). Lädt er uns dann zum essen ein?

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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7 Antworten zu Resignation (?)

  1. grunelli schreibt:

    Hmm, wehren oder doch vielleicht eher ändern? Das Geschäftsgebaren mancher Apotheken kann man nur mit Kopf –>Tisch umschreiben.
    Um zu verdeutlichen was ich meine eine kurze Geschichte.

    Ich dampfe statt zu rauchen. Ich hatte die Zutat Propylenglycol zu spät bestellt, b.z.w. Algin nicht schnell genug geliefert. Folgender Dialog ergab sich in 5 Apos.:
    Ich: Guten Tag, ich hätte gerne 20 ml Propylenglycol DAB
    Apo: Ja wofür brauchen sie das denn?
    Ich: um Liquid herzustellen
    Apo: und wofür brauchen sie das?
    Ich: zum verdampfen
    Apo: wo denn?
    Ich: Dampfe vorgezeigt
    Apo: *ungläubig guckt* Nee, DAFÜR verkaufe ich Ihnen nichts.

    Das könnte ich jetzt mit Menthol oder Glyzerin wiederholen.

    Verlange ich in einer Apotheke Fungizid Pumpspray 2N oder Kondome werde ich komischer weise nicht gefragt wofür ich es brauche.

    Mein Fazit, bestelle ich alles online, da gibt es keine unnötigen Fragen oder Abfuhren.

    Sorry.

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    • Nordmädchen schreibt:

      …ich sehe jetzt nur leider den Zusammenhang zu dem hiesigen Stein des Anstoßes nicht.
      Es ging hier eigentlich immerhin um dringend (!) notwendige (!) Arzneimittel, deren Abgabe von den Krankenkassen unnötig erschwert wird.
      Ihre Verärgerung über den obigen Sachverhalt in allen Ehren, aber hier ging es wohl kaum um dringend notwendige Medikamente, bei denen der Apotheker aus eigener Tasche drauf legen muss, um die Gesundheit des Kunden nicht zu gefährden….

      Gefällt 1 Person

    • gedankenknick schreibt:

      Für die (nicht) abgebende Apotheke muss ich mal eine Lanze brechen! Apotheken sind gesetzlich verpflichtet, bei der Abgabe von Chemikalien die Nutzung zu hinterfragen. Es besteht allerdings keine Abgabeverpflichtung, wie bei z.B. Rezepten. Andererseits besteht ein (gesetzliches) Abgabeverbot, wenn die angegebene Verwendung nicht nachvollziehbar oder gar für den Käufer oder Dritte gefährlich (potentiell) ist. Propylenglycol und Glycerol sind durchaus als Feuchthaltemittel Wasserpfeifentabak zugesetzt, aber schon hier wird der Grenzwert (industriell) häufig weit überschritten. Menthol als ätherisches Öl ist stark reizend, und hat in den tieferen Atemwegen (die man mit einem Verdampfer erreicht) nichts zu suchen. Dies ist völlig separat zu sehen von dem „besser-Atmen-Gefühl“, welches man durch die Erregung der Kälte-Rezeptoren in der Nasenschleimhaut erreicht. Außerdem führt Menthol, durch die Lunge aufgenommen, zu Herzrhythmusstörungen. Zudem ist Menthol ein Gefahrstoff, hier schlagen alle gesetzlichen Abagberegeln für Gefahrstoffe (incl. Dokumentation der Abgabe und der Belehrung des Erwerbers) zu. Natürlich nur für die Apotheke, nicht für den Versender!

      Der Vergleich wäre in diesem Fall, dass der DHL-Bote (Apotheker) für die Nutzung des Inhalts der gelieferten Päckchen durch dem Empfänger verandwortlich gemacht wird – der HERMES-Bote (Chemikalienversender) aber nicht. Klar würden dann alle ihre Pakete über Hermes bestellen, weil die DHL die Hälfte der Pakete nicht mehr rausrücken dürfte aus reinem Eigenschutz (schließlich könnte das im Paket befindliche Feuerzeug auch genutzt werden, um – aktuelles Beispiel – eine geplante Flüchtlingsunterkumpf anzuzünden. Dafür würed die DHL wohl nicht verantwortlich gemacht werden wollen.)

      Die Abgabeverweigerung geschah, so leid mir das als Aussage tut, schon vor der Hintergrund der 100%igen Haftung für Gesundheitsschäden (durch den Apothekenleiter), die der Erwerber bei fälschlichem Umgang mit den Chemikalien erleiden könnte, zu recht. Das liegt schon daran, dass a) die Einhaltung der Grenzwerte bei selbst hergestellten Dampf-Fluiden nicht von der Apotheke sichergestellt werden kann (und davon auszugehen ist, dass die deshalb selbst hergestellt werden, damit der Erwerber die Grenzwerte eben umgeht), und dass b) eine Gesundheitsgefährdung des Erwerbers durch das selsbt hergestellte Fluid nicht ausgeschlossen werden kann. Dass Chemikalienversender offensichtlich anderen (und wesentlich seichteren) Rechtsgrundlagen unterliegen, und zum Teil aus dem Ausland mit anderen Rechtsvorschriften und anderem Versicherungsrecht agieren, ist ein Problem, welches man nicht an der Apotheke, sondern lieber am Gesetzgeber bemängelt werden sollte.

      Ich könnte das auch so zusammenfassen: Die Apotheke soll Verbraucher auch davon abhalten, sich selber Schaden zuzufügen. Das hat sie in diesem Fall gemacht – darüber kann man einfach nur schimpfen, oder es zumindest gedanklich hinterfragen und zumindest verstehen. Sorry.

      Gefällt 2 Personen

    • gedankenknick schreibt:

      Achso, alternativ kann man als Erwerber auch dem Apotheker die Taschen volllügen, wofür man die Chemikalie braucht. Dann hat man zwei Möglichkeiten:
      1) Man kommt mit der Lüge durch und verliert jeden Haftungsanspruch des Apothekers.
      2) Man erzählt so einen Sch…wachsinn, dass man jegliche Glaubwürdigkeit verliert.
      In meiner Berufserfahrung kommt 2) weit häufiger vor, und danach verkaufe ich prinzipiell keine Chemikalien mehr an so eine Person, denn sie hat iher Glaubwürdigkeit für mich verlohren. Bei voller Haftung ist das untragbar für mich. Sorry.

      Gefällt 1 Person

  2. Nordmädchen schreibt:

    Ganz schwierig ist das. Ich muss sagen, dass mir beispielsweise der Ton auf dem Infoblatt zu aggressiv ist. Das bewirkt dann bei mir eher das Gegenteil dessen, was ja angestrebt ist. Weil ich mir als Kundin denke, dass es aber doch so schlecht für die Apotheken nicht laufen kann, wenn sich hier alle gegenseitig auf die Füße treten. (Ich muss dazu sagen, dass ich in einem Kurort wohne. Dennoch wundert es mich oft, dass alle 500m eine Apotheke steht.)
    Da bewirkt die Art, wie Du das hier erzählt hast, weit mehr. Zumindest geht mir das so. Also würde ich lieber mal solche Geschichten publik machen, weißt? (Aber das mögen andere anders sehen. Ich kann ja nur für mich stehen.)
    So oder so ist Bekanntmachen das A & O, vor allem bei den Betroffenen. Wenn mich das beträfe und mir die Apotheke das genau so erzählen würde und mir auch sagen würde, dass sie mir das Benötigte jetzt trotzdem besorgt, aber dies eben für die Apotheke dies, das und jenes bedeutet – was meinst, was ich für einen Rabatz bei der Krankenkasse machte?

    Frage, weil ich es nicht besser weiß: Was hat denn Euer Chef mit dem Notdienst zu tun? Darf den nur er abhalten?

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    • Belial schreibt:

      Der Notdienst darf nur durch Apotheker durchgeführt werden. Das kann sowohl der Besitzer der Apotheke sein, der ja auch ein Apotheker sein muss, oder ein angestellter Apotheker.

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