100000 Aufrufe…

…waren es gestern hier im Blog, ich bin ganz platt. Lieben Dank an alle treuen Leser und Kommentatoren, ich hoffe ihr bleibt mir weiter gewogen!
Morgen starte ich mit einem langen Montag in die Woche, da Sandra noch Urlaub hat. Ich hoffe der Chef ist besser gelaunt als am Freitag, wo seine Stimmung am Nachmittag zum Gefrierpunkt hin tendierte. Er ist richtig stark erkältet und hatte sich auf ein langes Wochenende gefreut an dem er sich auskurieren kann, da klingelte das Telefon und Birgit meldete sich krank. Da sie diesen Samstag die einzige Approbierte ist, und Sandra nicht einspringen kann weil sie Urlaub hat, muss der Chef jetzt doch ran. Er war böse angefressen, und als ihm klar wurde, dass er auch noch mit Sabine zusammen an deren letzten Samstagsdienst arbeiten muss war es ganz aus. Auf einmal sah man ihn Formblätter wälzen und auf einmal zog er ein Formular heraus auf dem stand „Antrag auf Dienstbefreiung“ – und fing an, es auszufüllen. Apotheken dürfen nämlich nicht einfach so während der üblichen Ladenöffnungszeiten dicht machen, sie müssen dafür eine Erlaubnis der zuständigen Landesapothekerkammer einholen, um die ordnungsgemäße Arzneimittelversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Er füllte alles fertig aus und meinte fast schon trotzig:

„Nein, auf den Samstag hab ich jetzt einfach keinen Bock!“

Ich war ehrlich gesagt etwas platt, denn sowas stand wirklich noch nie im Raum. Er stand eine Weile vor dem Faxgerät und man sah, wie er mit sich rang, ob er es jetzt abschicken soll oder nicht – die Sorge um unsere Kunden gewann jedoch die Oberhand. Er schickte es nicht ab, damit niemand vor verschlossenen Türen steht, der Hilfe nötig hat, aber wir alle merkten, dass es ein großes Opfer bedeutete. Ich habe es selten mehr bedauert, dass ich ihm nicht anbieten konnte einzuspringen, denn eine PTA darf nun mal – egal wieviele Dienstjahre und Erfahrung sie mitbringt – keine Apotheke ohne Apotheker leiten. Selbst wenn es nur um 4 Stunden geht, auch wenn ein Approbierter die Rufbereitschaft übernimmt. Das ist so jammerschade, jede Chance ein wenig beruflich aufzusteigen ist einem genommen, wenn man als PTA in einer Apotheke „strandet“. Und das ist einer der Gründe, warum nur noch so wenige PTAs ausgebildet, und überall händeringend gesucht werden – Perspektivlosigkeit. Ich würde es – wie auch viele Mit- PTAs – gerne sehen, wenn die Möglichkeit bestünde nach vielleicht 5 oder 10 Berufsjahren und meinetwegen 2 Semestern Studium eine Prüfung abzulegen, die einem ermöglicht, als „Vorapprobierte“ zu arbeiten. Das gab es früher mal als Berufsbild für die Apotheken. Man konnte, wenn man das erste Staatsexamen als Apotheker hinter sich gebracht hatte als Vorapprobierter arbeiten, war quasi irgendwas zwischen PTA und Apotheker, und durfte (meine ich) bis zu 4 Wochen Chefvertretung machen. Ich möchte wirklich mal wissen, warum das abgeschafft wurde…
Nun denn, zurück zum Thema. Der Chef war jedenfalls den Rest des Tages grummelig und hat sich hinter seinem Rechner verschanzt. Die Laune verschlechterte sich sogar noch als er Sabine sah, die er auch zwei mal als „Mädchen“ betitelte. Wie es nun gestern mit den beiden weiter ging weiß ich nicht, ich habe nur eine kurze „WhatsApp – Konferenz“ mit ihm gehabt, die für seine Verhältnisse äußerst knapp ausfiel. Ich hoffe bis morgen hat sich seine Stimmung wieder gebessert, ab Dienstag ist Sandra ja auch wieder da um ihn zu entlasten. Schönen Sonntag noch allen Lesern und bis bald!

Advertisements

Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

25 Antworten zu 100000 Aufrufe…

  1. nickel schreibt:

    Der Arme, da kann ich ihn sehr gut verstehen. Wenn dann vielleicht noch irgendwas privat schief läuft, ist einfach mal gerade ALLES kacke.
    Und wenn man nicht mal ein Wochenende ausspannen kann, wenn man krank ist, verschleppt man das ewig und ewig weiter. :/

    Gefällt mir

  2. Raeblein schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch zu den Aufrufen und Genesungswünsche an deinen Chef.

    Was die „Vertrettung“ angeht mhh, Ich glaube ich bin dagegen.

    Hat das vielleicht ein ähnliches Problem wie in der Altenpflege ?
    Da gibt es auch „Examinierte“ nach altem Ausbildungsplan, Mit viel weniger Schultagen und anderen Unterrichtsinhalten, würde man nun sagen „Examinierte dürfen folgende Medikamente ohne ärztliche Anordnung geben..“ hätte man „alte“ Examinierte die von diesem Recht gebrauch machen ohne das nötige Wissen zu haben. oder wenn man eine Prüfung vorschaltet diese Prüfung machen und scheitern.

    Selbst wenn es ein solches Problem für die PTAs nicht gibt.

    Es würde den Apothekern an die Existenz gehen, denn machen wir uns nichts vor, Chef hätte die Option statt weitere Apotheker eben „verbesserte“ PTA zu nehmen und denen sicher nicht das gleiche Geld zu zahlen das ein Apotheker bekommt. (würde mich jedenfalls extrem wundern wenn es anders wäre) im Extemfall könnte man sogar Apotheker hinauswerfen und ersetzen.

    Gleichzeitig werden die PTAs die sich nicht in der Lage sehen eine entsprechende Prüfung zu machen plötzlich gegen jede verlieren die einen entsprechenden Schein in der Tasche hat. -> Mehr chancenlose Arbeitslose und oder deutlich schlechtere Gehaltsaussichten.

    Mit ein bisschen mehr Bösartigkeit könnte man sogar sagen, ich gründe mir ein „Apothekenimperium“ (wobei da war doch eine Maximalanzahl an Filallen?) und stelle einfach genug „verbesserte PTAs ein, die dann eben mich überall vertreten. gerade für die Billigapotheken sicher ein brauchbares Geschäftsmodell.

    Zur Klarstellung ich sage nicht das dein Chef zu solchem Verhalten greifen wird, ich sage nur das es in unsere Gewinn maximierenden Gesellschaft die Mehrzahl der Verantwortlichen so täte.

    bis bald und einen schönen Start in die Woche

    Gefällt mir

    • ptachen schreibt:

      Ja, ich gebe zu, dass das Problem nicht ganz von der Hand zu weisen ist – wobei erstens gar nicht sooo wahnsinnig viele PTA ausgebildet werden, dass es für die Apotheker gefährlich werden könnte, und auf der anderen Seite auch Apotheker noch sehr gefragt sind – so sehr gefragt dass sie zur Zeit aus dem benachbarten Ausland angefragt werden. Die spanischen oder italienischen Apotheker kommen dann samt Familien hier her, bekommen eine Wohnung besorgt und einen Deutschcrashkurs um dann hier Kunden zu beraten und Chefvertretung zu machen. Und die wirklich kompetente PTA die seit 20 Jahren im Job ist und die Apotheke samt Kundschaft aus dem effeff kennt wird ihm unterstellt obwohl er kaum einen geraden Satz zustande bringt. Hauptsache ein Apotheker ist anwesend… auch nicht dolle die Situation…

      Gefällt mir

      • Aponette schreibt:

        Liebes PTAchen,

        Ich will Dich dann nur eines fragen: möchtest Du dann auch die volle Verantwortung übernehmen? (An dieser Stelle muß ich kurz sagen, das dieser Satz durch Deinen selbstgewählten Nick arme leider einen Ton annimmt, den ich so wirklich nicht meine!)
        Ich kenne wirklich viele richtig fitte PTAs, von denen ich heute noch nach zwanzig Jahren Berufserfahrung noch etwas lerne und die ich selber bei manchen Dinge frage. Aber dennoch ist es so, das wenn Du einen Fehler machst, dann wird die anwesende Apothekerin zur Verantwortung gezogen, denn Du arbeitest unter ihrer Aufsicht.
        Ich finde auch, daß es etwas schade ist, das eine PTA nur bis zu einem bestimmten Punkt „Karriere“ machen kann, aber als angestellte Apothekerin geht mir das doch ähnlich. Ich könnte natürlich eine eigene Apotheke übernehmen. Aber schließlich könntest Du Dich als PTA auch mit einem Geschäft selbstständig machen, nur eben nicht mit einer Apotheke.
        Das Argument mit dem Kunden seit Jahren kennen zieht nur bedingt, denn genaus so könnte ich argumentieren, wenn es um die Abgabe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln geht, wenn der Hausarzt nicht da ist. Die Vertretung kennt Frau Maier ja gar nicht, aber soll grad mal auf ihr Wort hin ihr etwas verordnen.

        Gefällt mir

      • ptachen schreibt:

        Ich würde mich selbstverständlich dann auch den Konsequenzen stellen wenn ein Fehler unter meiner Aufsicht passiert, das ist doch ganz klar. Meine Versicherung müsste ich in dem Fall auch anpassen. Warum sollte ich vor der Verantwortung den „Schwanz einziehen“, wenn das die vertretenden Apotheker auch nicht können?
        …und ein Geschäft aufmachen kann jeder, da brauche ich auch keine PTA Ausbildung (by the way bin ich tatsächlich nebenher auch Kleinunternehmer und übernehme da auch Verantwortung).
        Den Ton verstehe ich schon richtig, keine Sorge 🙂
        Habe Dich hier ja nie herablassend „kennengelernt“ – im Nachhinein wäre ein anderer Nick besser gewesen…)

        Gefällt mir

      • Raeblein schreibt:

        Nun würde das nicht neue Probleme schaffen ?
        Wenn weder Chef noch andere Apotheker da sind haben die „geprüften“ PTAs was zu sagen, auch untereinander ? und wie ist das dann für die „nicht geprüften“ ? entsteht dann im Team nicht neuer unnötiger Zündstoff ? ´Vorallem wenn das ganze mehr als nur „Chef ist mal zwei Tage krank im Jahr“ ist. Wobei ich hier durchaus ein „Wegen Krankheit geschlossen“ eine Akzeptabele Lösung finde, aber als Kind einer Großstadt habe ich auch keinen Apothekenmangel, (ich wüsste in einem Kilometer umkreis mindestens 5 zu benennen) und ich denke auch nicht das jemand der eine Stammapotheke hat diese wechselt weil sie *einmal* geschlossen hat.

        Und was die „Fremdsprachigen Apotheker“ angeht, wenn sie verstehen das sie ein Sprachproblem haben werden sie sich schnell überlegen welchen ihrer „Untergebenen“ sie das Erstgeborne Baby zum hüten an Vertrauen würden und wem man schon mit einem Marmorblock überfordert, egal welche Ausbildung er genossen hat.
        Wenn der Betreffende das nicht verstehen nun dann sucht man sich halt jemanden der es tut.

        Gefällt mir

      • ptachen schreibt:

        Das „Kompetenzgerangel“ wenn der Chef nicht da ist lasse ich nicht gelten, das gilt ja dann auch wenn mehrere Apotheker da sind. Bei uns ist völlig klar, dass Sandra dann Vertretung macht, weil sie die Apothekerin mit den meisten Stunden ist.
        Was die ausländischen Apotheker angeht – oft sind die dann nur „pro forma“ da, den Laden schmeißen die Angestellten PTA und PKA. Bedienen tun die nur im Notfall. Apotheke schließen ist vor allem für die Leute blöd, die etwas bestelltes abholen wollen. Das Rezept mit dem benötigten Medikament befindet sich ja dann in der geschlossenen Apotheke. Selbst wenn noch 5 weitere im Ort sind bringt dir das dann herzlich wenig, nicht wahr?

        Gefällt mir

  3. ednong schreibt:

    Ach herrje,
    der Arme. Ich hoffe mal, dass er sich dann zumindest heute ein wenig Auszeit nehmen konnte und morgen etwas kurierter in der Apotheke steht. Da muß er ja Freitag schon arg fertig gewesen sein …

    Gefällt mir

  4. Molly L. schreibt:

    Och je, der Arme … Falls Du in der Gegend bist, könntest Du ihm ja eine leckere Suppe vorbeibringen! 😉

    100.000 Aufrufe? Meinst Du das ernst oder ist das eine Metapher?

    Gefällt mir

  5. ednong schreibt:

    100.000 allein gestern oder bis gestern?

    Gefällt mir

    • ptachen schreibt:

      Allein gestern *rofl* ahahahaaaa *lol* allein gestern *kiiicher* *lach* *prust* nee, was bist du witzig *hihihiiii*
      Ich bin doch keine Pharmama sondern ein Ptachen!
      Allein gestern… Scherzkeks 😉

      Gefällt mir

      • ednong schreibt:

        Hey,
        nicht den Scheffel unters Licht stellen, äh, umgekehrt. Es macht Spaß, hier zu lesen und ist interessant.
        Und weiß ich, wo deine Links überall rumschwirren. 100000 an einem Tag ist viel – aber wenn es ein Bot wäre … *hüstel*
        Trotzdem Glückwunsch dazu.

        Gefällt mir

      • ptachen schreibt:

        Danke. Ich habe lieber „echte“ Leser die das auch interessiert was ich schreibe, die Zahlen sind nicht soooo wichtig. Ich verdiene ja nichts dran. Trotzdem tut es natürlich gut und freut das Ego wenn plötzlich ’ne dreistellige Zahl dort steht!

        Gefällt mir

      • ednong schreibt:

        Hunderttausend ist, äh, nun ja, äh, sechsstellig
        *schnell-nochmal-nachzähl*

        In letzter Zeit bekomme ich übrigens sehr oft angezeigt „Dieser Kommentar konnte nicht veröffentlicht werden“ – und muß es dann noch einmal versuchen. Hast du irgendwie die Schrauben für Spamschutz angezogen? Das passiert selbst nach einem frischen Neustart von Firefox bzw. dem System, gleich nach dem Einloggen hier. Aber vielleicht schreibe ich ja auch nur zu schnell …

        Gefällt mir

      • ptachen schreibt:

        Jaaaa, es ist sechsstellig. Mea maxima culpa… peinlich!
        Was den Spamschutz angeht – äääh… nein. Ich wüsste ehrlich gesagt auch gar nicht wo 😉
        Das bedeutet dass du einfach zu schnell für das System bist. Gut?

        Gefällt mir

      • Wölfchen schreibt:

        lol PTAchen… wie macht man denn auch sechs- nur dreistellig? Fünf- oder Siebenstellig hätte ich ja noch erwartet… aber drei? 😀
        Und du willst dein Licht nicht unterm Scheffel stellen. Pff. 😉

        Gefällt mir

  6. Pingback: Retaxen und PTA Befugnisse  | apothekentheater

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s