Kundentypen Teil 8 – Die beste Freundin

Dieser Kundentypus ist ziemlich gefährlich. Es handelt sich dabei immer um alleinstehende Frauen zwischen 25 und 75 Jahren, die es anfangs wirklich schaffen, dass sie einem leid tun. Meist kaufen sie zunächst richtig gut ein und lassen sich ausschließlich von dir beraten, erzählen laut wie toll alles gewirkt hat was du bis jetzt empfohlen hast. Das macht ein wirklich gutes Bauchgefühl, und blind für die Warnungen von Kollegen, dass die Dame gefährlich ist. Man kann ja so gut mit ihr. Phase 2 fängt an wenn sie erkrankt ist und darum bittet, dass du ihr dies und das bitte nach Hause bringen sollst. An der Türe hat sie das Geld nicht dabei und bittet dich, doch schnell rein zu kommen. Drinnen erwarten dich zwei leere Kaffeetassen und die Bitte: „Ach setzen sie sich doch einen kleinen Moment hin und trinken eine Tasse Kaffee mit mir. Ich bin immer so einsam! Ich suche dann währenddessen das Geld raus.“ Machst du es dann aus Mitleid, schnappt die Falle zu. Künftig wird sie in der Apotheke laut verkünden dass du zum „Kaffeekränzchen“ bei ihr warst, und du stehst vor den Kollegen irgendwie doof da. Weitere Übergrifflichkeiten folgen wenn man es nicht schafft sich ganz klar abzugrenzen (was ewige Feindschaft und schlechtes Gerede folgen lässt). Ich hatte zum Beispiel mit einer Frau zu tun, die mich bei ihrem Fitnessclub als „Notfallnummer“ hinterlegt hatte falls ihr einmal etwas zustoßen sollte. Irgendwann rief dieser Verein bei der Apotheke an damit mit mitgeteilt wird:
„Frau Z. hat sich den Arm gebrochen und ist auf dem Weg ins Krankenhaus. Sie hat ihren Hausschlüssel dagelassen damit sie in der Wohnung ein paar Dinge für sie einpacken können um sie ihr zu bringen, Waschzeug, Bademantel und sowas.“
Dann steht man erst mal da und weiß nicht was man tun soll. Diese und ähnlich unangenehme Dinge geschehen, wenn man solche Personen zu nahe an sich ran lässt aus falsch verstandenem Mitleid. Aus der Nummer kommt man nur sehr schwer wieder raus – also besser erst gar nicht einfangen lassen!

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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2 Antworten zu Kundentypen Teil 8 – Die beste Freundin

  1. nickel schreibt:

    Oha krass, diese Sache mit der Notfallnummer. Ich hätte gar nicht gewusst, wie ich reagieren soll. Wie hast Du die Situation denn gelöst?

    Solche Kunden hat man so ähnlich auch im Supermarkt. Sie kauen einem dann jedes Mal ein Ohr ab. Ich bin ja jetzt schon 2 Monate nicht mehr an der Kasse. Trotzdem kam neulich ein Kunde auf mich zu, mit dem ich mich immer ganz gern unterhielt, umarmte mich einfach und nannte mich „meine Kleene“. Sehr unangenehm…

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  2. ednong schreibt:

    Oha,
    Notfallnummer. Ich glaub, da wäre ich auch ziemlich verdattert. Da es aber ja die Nummer der Apotheke ist, würd ich den Chef sich drum kümmern lassen. Einmal machen und dann drauf bestehen, dass man nicht als Notfallnummer eingetragen wird. Man ist ja schließlich für alle da – da kann man nicht Notfallnummer für einzelne sein. Und dann schriftlich bestätigen lassen.

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