Der Führer im Keller

Heute hatten wir alle richtig Lust auszuräumen, aufzuräumen und auszumisten – vielleicht lag es am frühlingshaften Wetter, wer weiß? Der Chef hatte sich unseren zweiten Keller auf die Agenda geschrieben, und mit vollem Einsatz alte Kartonagen zerschnitten und ausgemusterte Sonnencreme- und Heftpflasteraufsteller ans Tageslicht befördert. Wir befanden sie alle als überholt und wollten sie raus haben. Also räumte er alles auf die Straße, wo sie innerhalb von 15min dankbare Abnehmer fanden. Völlig nassgeschwitzt nahm der Chef nachher am Frühstückstisch Platz, war aber völlig in seinem Element und richtig euphorisch über den plötzlich vorhandenen Platz und die Übersichtlichkeit in den Kellerräumen. Für den Keller Nr.1 hatte er am Morgen bereits einiges an Klarsichtboxen besorgt, in die jetzt erst mal alle Deko Objekte für die Schaufenster wandern.
Beim Kaffee unterhielten wir uns über das Wahlprogramm einer ziemlich neuen Partei, das mir gestern beim durchlesen Schnappatmung verursacht hat, ob des völlig veraltete Frauenbildes zu dem sie sich bekennt. Wir riefen es im Netz auf, und er las es mit einer gewissen Stimmlage und Betonung laut vor, so dass es sich noch schlimmer anhörte – à la Christoph Maria Herbst im Hörbuch von „Er ist wieder da“.
Später war nochmals der Gang in den Keller angesagt, als wir plötzlich laut und vernehmlich schnarrend den Chef in bekannter Manier hörten:

„Schöööön sauberrr muss es werrrrden, damit das Volk in einer rrrreinen Umgebung arrrrbeiten kann!“

Und er erschien im Kelleraufgang mit einer „Anonymus“ Maske. Wir schmissen uns weg vor lachen, bis Birgit plötzlich zischte:

„Pschschscht! Da kommt Kundschaft!“

Und schon waren wir wieder ernst. Aber so ein bisschen Spaß zwischendurch muss auch mal sein! Der Rest des Tages plätscherte so vor sich hin – mal hier eine Rezeptur, mal dort einen Aufsteller weggeräumt, mein persönliches Highlight war, dass ich für knapp 400€ Caudalie Ware an eine befreundete Apotheke abgeben konnte. Wieder was weg von den Ladenhütern!
Morgen werde ich den Tag mit Birgit und Sarah arbeiten, wenn es von der Kundenfrequenz her klappt muss nun Keller 1 unter unserer Ordnungswut leiden. Ich freu mich drauf!

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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Eine Antwort zu Der Führer im Keller

  1. ednong schreibt:

    Wow,
    das klingt ja, als sei der Frühjahrsputz ausgebrochen …
    Da wünsche ich euch man noch richtig viel Spaß und vor allen Dingen Erfolg. Klarsichtboxen für Deko-Artikel sind schon was feines …

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