Stayin‘ alive…

Mitte der Woche haben wir beim Nachmittagskaffee ein schweres Thema besprochen – Reanimation. Den Anlass dazu gab der Chef, der uns von seiner Patientenverfügung erzählte, die er vor kurzem fertig gestellt hatte. Ich berichtete in dem Zusammenhang über die Folgen einer zu spät begonnenen Reanimation. Bereits nach 5min ohne Sauerstoff fangen die Hirnschäden nämlich schon an, daher lehne ich für mich eine Reanimation ab, sofern sie nicht sofort erfolgen kann. Es ist sooo wichtig, dass die Beatmung so schnell wie möglich einsetzt, sonst ist man ein Pflegefall. Wenn 15- 20min nach einem Autounfall zum Beispiel erst der Rettungsdienst damit anfängt ist es zu spät. Ein Lehrer in meiner damaligen Ausbildung zur „Medizinischen Dokumentations- und Kodierfachkraft“ (seines Zeichens Pfleger und Kodierer) hat das ganz krass ausgedrückt:

„Gott gebe mir die Kraft, wenn ich in den Garten gehe und meinen Enkel mit dem Gesicht nach unten im Gartenteich treiben sehe, dass ich ihn nicht reanimiere.“

Das ist zwar etwas heftig für meinen Geschmack, gibt mir aber zu denken. Für die Apotheke haben wir jedenfalls eine Taschen- Beatmungsmaske bestellt, um im Falle eines Falles schnell und mit verringertem Ekelrisiko helfen zu können. Der Chef hat in dem Zusammenhang noch Sandra gebeten, die Apotheke kommissarisch zu leiten bis ein Nachfolger gefunden ist, sollte er selbst plötzlich sterben oder handlungsunfähig sein. Da hat man schon einen dicken Kloß im Hals wenn man ernsthaft drüber nachdenkt was so alles passieren kann…
Einen Fall in dem die Reanimation geglückt ist trotz schlechter Vorzeichen findet sich in diesem Blog. Auf den bin ich gestern gestoßen und finde ihn äußerst interessant und gut geschrieben.
Warum heißt nun die heutige Überschrift „Stayin alive“? Zum einen weil es ja darum geht, ums „am Leben bleiben“, zum anderen weil sich der Takt dieses Liedes der Bee Gees perfekt eignet um zu überprüfen ob die Herzdruckmassage die richtige Frequenz hat. Zu langsam oder zu schnell ist ja nicht besonders sinnvoll, und wenn man neben dem beatmen auch noch das Herz weiterpumpen lässt ist man gut beraten, im Geiste diesen Song mit zu singen. In diesem Sinne – passt gut auf euch auf!

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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2 Antworten zu Stayin‘ alive…

  1. einjohannes schreibt:

    Blöd wenn man dann kein Rhythmusgefühl hat… (Ich entschuldige mich für den makaberen Zusammenhang)

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  2. Sarah PTA schreibt:

    Another one bites the dust geht auch ^^

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