Vorösterlich

Heute vormittag war streckenweise gut zu tun, dann wieder Tote Hose. Frau Z. hat heute früh gearbeitet, und war beim hereinkommen ganz baff, wie verändert alles aussieht weil die Wareninsel fehlt. Wie groß es vorne im HV wirkt, und wie sauber und ordentlich. Einiges an Ware hat allerdings nun keinen Platz mehr und steht im Schrank, was mir sehr missfällt. Ich bin immer noch der Meinung, dass man nichts verkauft, was der Kunde nicht unmittelbar sieht. Der Chef meinte, dass wir vorne zukünftig  mehr rotieren müssen, und konsequent alles was sich nach 14 Tagen noch nicht verkauft hat nach hinten räumen sollen, um der „Schrankware“ eine Chance zu geben. Das sei zwar viel Arbeit, aber wenn Bergen da ist, seien wir genug Personal für sowas. A propos Personal – Birgit kam heute nachmittag nicht in die Apotheke. Scheinbar wusste niemand Bescheid warum, so war Maria erst einmal völlig alleine, weil Sarah vor ihrem Dienstantritt noch etwas aus eine anderen Apotheke holen musste. Die beiden haben dann den Chef angerufen, der gemütlich zu mittag essen wollte, im guten Glauben dass Birgit ja da ist. Er kam dann wohl angeflitzt, aber war, als ich ihn heute nachmittag gesehen habe, deutlich angefressen. Im Kalender stand nämlich auch nichts…
Nun ja, zurück zum Vormittag: nachdem die Öffnungszeiten vorbei waren habe ich ja täglich noch 45 min zum werkeln im Hintergrund, und so habe ich mir einen unserer Vorratsschränke vorgenommen, der nun nachdem sämtliche Wareninselartikel einfach reingestopft wurden, völlig unübersichtlich war. Pflaster im durcheinander mit Badesalzen, Sonnencremetestern und alten Zahltellern. Geht ja gar nicht! Ich wütete bis eine Grundstruktur zu erkennen war, und fand sogar einige Dinge, die Frau Z. bei ihrer täglichen Inventurliste schon eine Weile gesucht hatte. Beim rumräumen stieß ich auf Handcremes, die wir mal günstig eingekauft hatten, und die nun hier hinten „vergraben“ wurden. Ich fragte den Chef, ob wir diese nicht in Ermangelung eines Ostergeschenkes für die Kundschaft am Samstag rausschenken können. Ich hab den einen oder anderen Spezi nämlich schon im Ohr:

„Da gehe ich am Ostersamstag in die Apotheke, lasse gaaanz viel Geld da, und dann haben die dort nichts für mich. Obwohl ich Stammkunde bin! Da suche ich mir aber jetzt eine andere Apotheke, im Nachbarort gab es sogar *insert hochwertige Zugabe here* wie meine Nachbarin erzählt hat!“

Man kann den Kunden nämlich jahrelang perfekten Service bieten – vergisst man einmal etwas in die Tüte zu legen ist man unten durch. Und das zu Zeiten des Antikorruptionsgesetzes! Das ist nämlich der nächste Fallstrick für uns Apotheken…

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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3 Antworten zu Vorösterlich

  1. Die Unsoziale schreibt:

    Hu? Das Birgit sich nicht zeigt, einfach so unangemeldet, wäre ja unüblich, oder? Ich hoffe, dass das nur einen „ups“ und keinen „Scheiiiße“-Grund hat. 😦

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  2. -thh schreibt:

    „Man kann den Kunden nämlich jahrelang perfekten Service bieten – vergisst man einmal etwas in die Tüte zu legen ist man unten durch. Und das zu Zeiten des Antikorruptionsgesetzes! Das ist nämlich der nächste Fallstrick für uns Apotheken…“

    Das verstehe ich in diesem Zusammenhang ja nicht wirklich …

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    • ptachen schreibt:

      Wir sind einfach verunsichert, was wir an Rabatten, Skonti oder Werbegeschenken überhaupt noch annehmen oder verteilen dürfen. Kundengeschenke dürfen ja jetzt schon einen gewissen Wert nicht überschreiten… was ändert sich da zukünftig alles noch? Darf ich in 5 Jahren vielleicht nicht mal mehr eine Tüte mitschenken? Gut – so wie das aussieht haben die Apotheken im Moment nichts zu befürchten, aber das wäre das erste Mal, dass bei einem bestehenden Gesetz die Daumenschrauben nicht immer stärker angezogen würden. Hab ich vielleicht etwas unverständlich ausgedrückt…

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