Apothekenbashing

Nach dem Mamablog aus unserer Hauptstadt beteiligt sich nun auch noch eine Zeitung am Apothekenbashing.

Liebe Apotheker, bitte mehr Mut zum Medikament!“

Danke! Vielen Dank für die Recherche im Vorfeld und die grundsolide Basis auf der sie ihr noch-nicht-einmal-Halbwissen stellen. Das entlarvt den Artikel als absolut undurchdacht. Keine gute Werbung für die Berliner Zeitung (und ich möchte in diesem Fall nicht wissen wie viele Artikel von ihnen ähnlich naiv geschrieben wurden Frau Karin Stemmler) – ich hoffe ihre Kollegen arbeiten da besser. Journalistisch jedenfalls auf einem Niveau mit dem Mamablog vor ein paar Wochen. „Tollabea“ hat allerdings nach den ersten Kommentaren eingelenkt und sich entschuldigt, schauen wir mal, ob sie diese Größe auch aufbringen – an fachlich und sachlich ausgezeichneten Kommentaren mangelt es jedenfalls nicht. „Liebe Karin Stemmler – Nur Mut zum Überdenken!“

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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11 Antworten zu Apothekenbashing

  1. Die Unsoziale schreibt:

    War das nicht so, dass rezeptflichtige Mittelchen, wie „Blutdrucksenker, Blutverdünner, Schilddrüsentabletten und Insulinpräparate“ (Zitat) nicht in der Auswahl liegen dürfen und selbst hinter dem Thresen in der Sicht apotheken- aber nichtrezeptpflichtige Medikamente gelagert werden dürfen, während halt in der „selber nehmen“-Abteilung nur Sachen liegen dürfen, die eben nicht unbedingt apothekenflichtig sind? Ohne groß recherchiert zu haben – aber irgendwie war das bisher beim groben Überblick bei jeder Apotheke in etwa so. o.O

    Hier gehe ich auch nicht von komischer Strategie auf (wobei es Sinn macht, Sachen, die der Kunde „so viel er will“ und daher auch gern mal stöbert“ in den Selbstnahmebereich gelagert werden, während auch apotheken- und nichtrezeptflichtige Medikamente eher nur in begrenzter Stückzahl abgegeben werden und dann mit entsprechenden Hinweisen, wegen Missbrauch und so), die jeder Laden exakt gleich macht (halt mit wechselnder Bestückung in der Selbernehmenauswahl), sondern an gesetzlichen und durchaus sinnvollen Regelungen (wo ja nun nicht jede Regelung sinnvoll ist… in dem Falle dann doch mal).

    Und wegen bestellen… tja… man weiß halt nicht, was die Dame da nun wollte. Vielleicht nichts exotisches, aber eben auch nicht, was man nicht eben mal so auf Lager hat. Und Rabattverträge, die eingehalten werden müssen, kann man nun mal schlecht vorlagern, wenn die sich alle Nase lang ändern.

    So, und nachdem ich das abgeschickt hab, lese ich mir mal die Kommentare durch und erfahre so auch, ob meine Meinung ob der gesetzlichen Regelung auch der Tatsache entspricht. 😀

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  2. Raeblein schreibt:

    Naja jetzt mal abgesehen davon das sie sich nicht über die geltenden Regelungen kundig gemacht hat. hat sie nicht vielleicht ein kleinwenig recht? sollte eine Apotheke mit ihrem hoffentlich fachkundig und gut bezahltem Personal nicht einzig vom verkauf von Medikamenten im engeren Sinne nicht nur existieren sondern sogar expandieren können? und zwar bitte auf Kosten der Krankenkassen und des Staates und nicht der Bürger,
    denn seine Krankheiten hat sich kein Mensch selbst ausgesucht.
    und würde wenn man in den Apotheken nicht ausschließlich „Apothekenpflichtiges“ gelagert wurde nicht tatsächlich mehr Platz zur Verfügung stehen? das man nach der Abschaffung der Rabatverträge wirklich mehr sofort abgeben könnte.

    Herzlichen Glückwunsch zum Blog-Geburtstag und auf viele weitere Jahre
    Raeblein.

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    • Die Unsoziale schreibt:

      Dann bleibt aber weiterhin die Regelung bestehen, dass rezeptflichte Medikamente ausdrücklich NICHT in Sichtweite des Kunden gelagert werden dürfen. Und: das ist durchaus sinnvoll. Man will ja nicht als Apotheker jeden Abend die ausgestellten Päckchen einsammeln und wegschließen, umso dann am Morgen wieder neu zu trappieren und dann bitte so, dass es a) Sinn ergibt, b) es ansprechend aussieht und c) das auch noch nach den Verkaufsstrategien (teurere Produkte in Augenhöhe, billigere weiter unten z.B.) entspricht. Wegsperren sollten Apotheken rezeptpflichtige Sachen allerdings, damit es etwaigen Einbrechern schwer gemacht wird (ausgestellte Ware, die man zuvor gesichtet hat und so genau weiß, wo sieht steht, in nen Sack werfen ist wesentlich schneller als das gewünschte Medikament aus dem Schrank oder ROWA zu suchen).
      Dasselbe Dilemma bei Dieben in Geschäftszeiten. Gestohlen wird eher das, wo man leicht herankommt und schnell weg flitzen kann. Also eher nicht die Sachen, die hinter den Angestellten aufgestellt werden. Also stellt man da die Ware hin, die nicht per Gesetz als „Sichtware“ verboten sind und die bei Diebstahl nicht nur den Geschäftsinhaber schaden (weil falsche Anwendung).

      Was bleibt der Apotheke also?

      Und: Erkältungsbäder, Blutdruckmesser, Pflaster und auch Lutschbonbons haben eine medizinische Relevanz. Sogar die Diätpulverchen! Sicher ist eine Diät für eine Person mit Gewicht knapp über den Idealgewicht nicht so… hrm… gesundheitsfördernd – aber auch das ändert sich halt, wenn das außer Kontrolle gerät. Wenn die Diätprodukte da beim abnehmen helfen, haben sie genauso ihre Daseinsberechtigung in der Apotheke wie Ibu oder Omep.
      Zumal ich in der Apotheke eher erwarte, dass sie dann auch noch medizinisch sinnvolle Hinweise geben, wenn man entsprechenden Rat sucht, als im Aldi.
      Und ja – auch bei Cremes sehe ich da eine Relevanz. Nicht jeder Hauttyp verträgt nun mal alles. Akne ist genauso eine hauttypische Erkrankung wie rissige oder ständig-trockene Haut und möchte behandelt werden. Im Discounter kann man keine Beratung erwarten, Drogerien kommen stark auf die Angestellten an (einfache Verkäuferin oder gut geschulte Kosmetikerin können hier schon den Ausschlag geben) – aber auch die wollen ja primär die teuren Fertigprodukte verkaufen. In der Apotheke wird hier notfalls noch selber gemischt oder – wenn man mit bereits probierten Mitteln unzufrieden war – finden auch mal eine Creme, die apotheken- oder gar rezeptpflichtig ist. Auf beides haben Drogeristen gar keine echte Einsicht (im besten Fall kennen sie schon solche Cremes, müssen dann eben auf die Apotheken verweißen, weil sie die nicht verkaufen dürfen).

      Und ja: natürlich wäre es wünschenswert, wenn Apotheken durch den Verkauf der mindestens apothekenpflichten Mittel überleben könnte. Aber selbst dann gehören die anderen Sachen genauso in die Apotheke!

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    • OtaconHC schreibt:

      Nein ich sehe nichts wo diese Frau recht hat. Sie hat keinerlei Ahnung aber davon sehr viel.

      [quote]und zwar bitte auf Kosten der Krankenkassen und des Staates und nicht der Bürger[/quote]
      Tja dann sag das mal dem Staat und den Krankenkassen, denn die sind Hauptschuldige an den vielen Problemen die Apotheken haben.
      Wo machen die Apotheken denn etwas zu lasten des Bürgers?
      Ich selbst sehe nur einen hervorragenden Service der (meisten) Apotheken.

      Trotz der komplett Menschenverachtenden Gängelung durch Krankenkassen hab ich mein Medikament spätestens am nächsten Tag. In der Regel sogar noch am selben Tag.

      [quote]und würde wenn man in den Apotheken nicht ausschließlich “Apothekenpflichtiges” gelagert[/quote]

      Alles was ich so in der Apotheke sehe hat meiner Ansicht nach medizinische Relevanz.
      Auch die Mittel welche auch von Drogerien geführt werden, denn selbst bei Cremes gibt es je nach Mensch medizinische Dinge zu beachten.

      Die Beratung die ich da in der Apotheke bekomme, übersteigt oftmals das was Drogeriemärkte bieten können.

      Auch bei einfachen Nahrungsergänzungsmitteln stoßen Drogerien da schnell an ihre Grenze. Trotzdem ist die Auswahl in der Apotheke wirklich übersichtlich und kompakt gehalten. Keine 5 Meter Regal nur für Hautcremes.

      Wobei sich das mit der Beratung im Laden ja seit dem Wegfall von Schlecker zumindest statistisch ein wenig ins Positive verschoben hat.

      [quote]das man nach der Abschaffung der Rabatverträge wirklich mehr sofort abgeben könnte.[/quote]

      Ich glaube würde man die Rabbatverträge abschaffen, und zwar sofort. Und die Regelungen vereinfachen, dann hätten Apotheken weitaus häufiger sogar etwas exotischere Medikamente verfügbar.

      Aber nein, das geht nicht, und den Gesetzgeber juckt es nicht.

      Ich frage mich was passieren müsste um das zu ändern?

      Das alle Apotheken mal 1 Woche streiken? Mit EHRLICHER Berichterstattung aller Medien warum diese Streiks stattfinden inklusive der Hintergrundinformationen?
      Ja das würde wohl wirken, aber da riskieren wir tausende von Menschenleben.
      Außerdem sagt mir etwas dass die Apotheker sich damit hochgradig strafbar machen würden.

      Du als Kunde, du bist nicht der Dumme.
      Wie man wegen kleinen Unzulänglichkeiten, wie dass man Später oder Morgen nochmal kommen soll, so herum jammern kann ist mir unklar.

      Der Dumme, derjenige der hier leiden und einstecken muss, das sind die Apotheken. Nicht du, und schon gar nicht Frau Stemmler.

      Aber man jammert ja gerne weil man selbst irgendwo kleine Unbequemlichkeiten hat.

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    • azura schreibt:

      Sie kennen diese Imbisse, die praktisch nur aus einem Fenster zur Ausgabe des Essens bestehen? Genau so würde eine Apotheke aussehen (müssen), wenn sie durch das Weglassen von Bonbons, Bädern und Cremes Platz für verschreibungspflichtige Medikamente machen würde. Alles, was verschrieben werden muss, dürfen Sie nämlich weder anfassen noch sehen, bis es Ihnen der Apotheker aushändigt.
      Natürlich müssten Sie (oder vielleicht eher Ihre Oma) dann halt draußen im Regen auf Ihre Medikamente warten. Es gäbe keine vertrauliche Beratung, kein schnelles Blutdruck, Blutzucker etc messen, kein Kompressionsstrümpfe anmessen und was sonst noch so gemacht wird.
      Und trotzdem wird die Apotheke nicht alles da haben! Wir haben bei uns etwa 10.000 verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente – von…80.000? die es in Deutschland gibt.. Raten Sie mal, wie viel man immer noch nicht auf Lager haben kann, wenn man seinen Lagerraum verdoppelt oder verdreifacht.

      Jeder Apotheker wird Ihnen gerne etwas abgeben, dass er tatsächlich da hat – bezahlen Sie es aus eigener Tasche und reichen Sie die Rechnung bei Ihrer Krankenkasse ein. Überreden Sie Ihre Freunde und Bekannte, das gleiche zu tun und vielleicht ändert sich dann mal was, weil die Kassen merken, was das für ein Aufwand ist.

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  3. nickel schreibt:

    Schade, dass ich die Kommentare dort nicht lesen kann, weil es nach 21 Uhr ist. (nicht zu einer bestimmten Zeit schreiben können, ok. Aber lesen?! Liebe Zeitung, mehr Mut zu Komm… Ach egal)

    Meinen allerherzlichsten Glückwunsch zum Bloggeburtstag! Dein Blog ist eine feste Größe in meiner regelmäßigen Blogtour geworden. Kommt mir tatsächlich schon länger vor als ein Jahr. Konfetti! Fanfare! Trompeten! Engelsgesang! Bunte Zuckerherzchen!

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    • OtaconHC schreibt:

      Ja bei der Zeitung scheinen nicht nur die Autoren von mieser Qualität zu sein, sondern auch die Technik selbst.

      Vermutlich damit man morgens nicht auf einmal tausende Kommentare moderieren muss, oder irgend so ein Blödfug.

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  4. Judi schreibt:

    Den Kunden möchte ich sehen, der in eine Apotheke geht in der es vor dem Tresen kahl ist – es sei denn, das ist pflichtmäßig in ALLEN Apotheken so. Und auch dann fänden die Kunden das doof – die meisten mögen es ja bunt.
    Mich nervt so einiges an meiner Apotheke, aber ganz sicher nicht, dass sie meine Medikamente bestellen müssen (und die dann nach ein paar Stunden da haben und bei Bedarf sogar zu mir bringen würden). Wo soll man denn z.B. den Platz für dreihundertdrölf Schilddrüsenmedikamente in x Dosierungen von x Firmaen haben, wo man keine Alternative abgeben darf? Das ist jetzt das Extrembeispiel, das mir aus eigener Erfahrung einfällt, da gibts sicher noch 100 andere.
    Mir ist es völlig wurscht, welche Firma meine Medikamente herstellt, aber die Apotheke ist nunmal an Gesetze gebunden. Ich habe z.B. als ich mir das letzte Mal L-Thyroxin verschreiben ließ extra bei meiner Krankenkasse nachgefragt, welche Firma da grad Zuzahlungsfrei ist und mir genau das aufschreiben lassen – eine Woche später. Entweder hatten die mal wieder spontan gewechselt oder die nette Dame vom Telefon hat mir Mist erzählt, aber diejenige, die absolut gar nichts dafür kann, dass ich nun doch die Zuzahlung leisten muss und das Medikament von dieser Firma nicht besonders gängig – ergo auch nicht lagernd – ist, ist doch die Apotheke.

    Was mich eher „stört“ ist, dass die Apotheken mit dem Freiverkaufkram so gut wie keinen Gewinn macht – das war mir bisher nicht so klar und ich finde es erschreckend, dachte bisher, dass man zumindest da ohne Retaxierungsgefahr leicht etwas Gewinn machen kann. Aber zumindest habe ich sie da nicht geschädigt, da ich tatsächlich da lieber das Gleiche (= einmal im Jahr ein Erkältungsbad) deutlich billiger im Drogeriemarkt kaufe 😎

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  5. Sabine schreibt:

    Vielleicht ist es auch eher eine Sache der Kommunikation. Vielleicht hat der guten Frau noch niemand die Hintergründe erklärt. Es klang auch so, als wäre sie schon alleine davon genervt, dass man den Computer braucht. Also: freundlich lächeln, Blickkontakt, Smalltalk, keine auswendig gelernten Floskeln, sondern auf den Menschen eingehen, der da steht.
    Hätte aber auch gern gewusst, was sie da für ein Allerweltsmedikament wollte.

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  6. Pingback: Intimes… und unbekannte Gemüsesorten | apothekentheater

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