Kleine Helferchen im Apothekenalltag – Teil 1

Hier fange ich mit einer kleinen Reihe an um ein paar Alltagshelfer vorzustellen, ohne die so manches noch komplizierter würde. Den Beginn macht unser unentbehrliches Stempelkissen, die DAP Retax Hilfe

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Jede einzelne Abweichung vom Normalfall (Abgabe vom verordneten Medikament statt dem Rabattarzneimittel z.B.) müssen wir ja mittels einer Sonder PZN, die auf das Rezept gedruckt wird, festhalten. Beispielsweise die 2567024 bei pharmazeutischen Bedenken. Zusätzlich müssen wir aber auch noch schriftlich festhalten, welche Bedenken das genau sind. Je nach dem ob wir nun etwas nicht abgeben, weil der Patient das ablehnt (Compliance), ob der Wirkstoff besonders heikel ist, ob die Arzneiform unpassend ist  (beispielsweise weil das Medikament nicht geteilt werden kann/darf) oder oder oder  werden die Gründe in verschiedene Gruppen eingeteilt. Unser Stempel 1 auf Position 8 plus der handschriftlich eingetragenen Gruppe zusätzlich zur SonderPZN rettet uns nun vor der Retax. Position 6 stempeln wir auf, wenn wieder einmal etwas nicht lieferbar ist und wir stattdessen ein teureres Präparat mit dem gleichen Wirkstoff abgeben. Sinnvoll wäre es in dem Fall auch noch einen Screenshot zu speichern auf dem eindeutig zu erkennen ist, dass wir das besagte Medikament nicht bekommen – im Falle einer Überprüfung durch die Krankenkasse liegt die Beweispflicht nämlich bei der Apotheke. Stempel 2 wird besonders auf Position 8 viel genutzt – bei jeder Abgabe eines Antibiotikums oder Schmerzmittels, das nicht gerade in irgendeinem Rabattvertrag steht aber schnell benötigt wird. So ist dieser kleine Stempel ein sehr nützlicher Helfer, den jeder von uns mehrfach am Tag in der Hand hat.

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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16 Antworten zu Kleine Helferchen im Apothekenalltag – Teil 1

  1. ednong schreibt:

    Oh Gott,
    bekommt ihr die Stempel von der Pharmaindustrie gestellt oder gibt es da schon Standard-Stempel mit Wortband, die man in jedem Stempelshop bestellen kann?

    Selbst die vorgelegte Zuzahlungsbefreiung müßt ich noch mal aufs Rezept stempeln? Oh man, da wird man ja eher zur Bürokraft …

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  2. OtaconHC schreibt:

    Fentanyl, ist das nicht ein morphinartiges Schmerzmittel?
    Ist das so ähm… Stempelrelevant? Hilfe ich suche nach Worten….. 😦 Dass es dafür wirklich einen eigenen Stempel (bzw Stempel Einstellung) gibt?

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    • stuttgarterapothekerin schreibt:

      Die BtmVV (BetäubungsmittelVerschreibungsVerordnung) ist eine Sammlung von bürokratischen Fallstricken und fordert so manches vom Arzt…u.a. die Angabe der Beladung in mg von Fentanyl (und das entspricht nicht direkt der Freigabe pro 24h – zumindest meistens nicht)…und wenns den Arzt nicht interessiert ist die Apotheke die Dumme und wird entsprechend zur Kasse gebeten von der kranken Kasse bzw juristisch in Haftung genommen
      Stempelrelevant nicht unbedingt, aber wenn man sich den A…retten will muss man viiieeeel dokumentieren und ein Stempel hilft hier oft.

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  3. PTABayern schreibt:

    Hey, ich wusste gar nicht , dass es da einen Stempel gibt. Wir schreiben Allianz mit der Hand

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  4. Sabine schreibt:

    Passierschein A38

    Das lustige ist, dass es mit dem Stempel noch nicht getan ist, z.B. muss man bei Pharmazeutische Bedenken ja noch die Gruppe (A-F oder so, Arzneistoff, Patient, Arzneiform, Wasweißich) und die exakte Begründung ergänzen, dass es retaxsicher ist. Bei sich wiederholenden (immer wieder nicht exakt ausgestellten) Verordnungen in möglichst gleichem Wortlaut. Natürlich auch, wenn es ein anderer Kollege bearbeitet oder jemand das Rezept stellvertretend holt.
    Bleibt nur noch zu sagen:
    In dem Kessel mit Strychnin
    kochen wir erst Terpentin,
    darauf ein Narkotikum,
    einen Schuss Petroleum…

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    • Sabine schreibt:

      Und Stempel 2 Nr. 6 u 7 entbehren eigentlich jeder Grundlage – EIGENTLICH. Um die Kassen darauf hinzuweisen, dass wir uns an geltendes Recht halten, bevor sie wieder übereifrig losretaxieren, lieber schon mal einen Vorab-Stempel als einen Retax-Einspruch.

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      • ednong schreibt:

        Das habe ich bei den beiden Sprüchen auch gedacht. Vielleicht sollte man noch einen großen Stempel dazupacken mit:

        Achtung! Rezept wurde rechtskonform bearbeitet!

        😉

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