Der große Unbekannte und die Macht

Heute hatte ich ein herrliches Telefonat mit der Firma WEPA. Seit Monaten hatten wir nämlich keinen Besuch mehr vom Außendienst, so dass inzwischen doch einiges anliegt, das wir klären wollen. Ich war mir nicht mal sicher, ob wir überhaupt noch jemanden haben, der sich für unseren Bezirk zuständig fühlt. Also klemmte ich mich ans Telefon und hatte gleich eine nette Dame in der Leitung, die im Computer nachschaute, wer denn hier eingeteilt ist.

„Ach, da haben wir ihn ja! Das ist der Herr Lanz!“

Herr Lanz? Hab ich noch nie gehört, ist der neu?“

„Ähm… wissen sie was? Ich kenne den auch nicht. Ich höre den Namen zum ersten Mal.“

Das sagte sie so ehrlich und direkt, dass ich erst einmal anfangen musste zu lachen. Sie stimmte auch sofort mit ein – sehr sympathisch!
Damit man den nächsten Witz des Tages besser versteht muss ich etwas ausholen. Als Bergen letzte Woche gefragt hatte, was so alles in den 3,5 Jahren ihrer Abwesenheit passiert ist kamen wir auf Mr. PTA zu sprechen. Der wurde als meine Elternzeitvertretung eingestellt und hatte sich dermaßen schlecht benommen, dass der Chef ihn trotz bevorstehenden Weihnachtsfeiertagen gefeuert hat. So ein paar Anekdoten von ihm werden hier wohl immer wieder die Runde machen, denn der war wirklich ne ganz spezielle Nummer. Mr. PTA fühlte sich nämlich zu Höherem berufen und haderte mit der – in seinen Augen – schlechten Bezahlung und den fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten. Er sagte immer, dass er noch Pharmazie studieren wolle. (Außerdem merkte er an, sich, wenn die Prüfungen zu schwer sind, „hochschlafen“ zu wollen, denn er hielt sich für ein Gottesgeschenk an die Weiblichkeit). Der Hauptgrund das Studium durchzuziehen war aber „die Macht“. Er fragte Sandra ernsthaft, wie das sei,  das „Gefühl der Macht“ zu spüren, wenn sie morgens im Badezimmer steht. Dass wir uns darüber immer noch köstlich amüsieren dürfte klar sein… Letzte Woche haben wir jedenfalls – inklusive Chef- wieder mal herzlich drüber gelacht. Heute erwähnte ich wieder etwas in der Richtung  („Na, habt ihr schon eure Lichtschwerter ausprobiert heute morgen?“), da höre ich das bekannte Geräusch aus den „StarWars“ Filmen aus dem Büro vom Chef. Ich stutzte einen Moment, da sprang er, sein IPhone durch die Luft wirbelnd um die Ecke und suchte nach Sandra um die Lichtschwerter zu kreuzen. Scheinbar hat er sich eine entsprechende App runtergeladen. Herrlich! Und da denken die Leute, dass es in einer Apotheke immer seriös und spaßbefreit zugeht. Wenn die wüssten… hihihi…

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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4 Antworten zu Der große Unbekannte und die Macht

  1. ednong schreibt:

    Hochschlafen – das geht? Wow.
    Und hey, du bist vom Thema abgekommen – gibt es denn den für euch zuständigen Koch nun? Kommt der zum Kochen Verkaufen vorbei?

    Und vor den Feiertagen gehen dürfen – wow, da muß er sich ja mächtig daneben benommen haben …

    Und wie ist das nun mit der Macht – spürt sie da morgens was vor dem Spiegel? 😉

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  2. Aponette schreibt:

    OMG! Was für ne Type, ich hoffe doch, das der nie Pharmazie studiert hat, denn der wäre ja wohl ein Witz – und ich frage mich auch, welche Macht? Mir wäre neu, daß ich als Apothekerin so viel „Macht“ hätte. Über wen oder was vor allem?
    Ich muß bei männlicher PTA an den Ehemann einer Apothekerin denken, der den Beruf noch nachträglich erlernt hat, weil sie Unterstützung in ihrer Apotheke brauchte. Aber der Typ war mir so was von zuwider, ich fand ihn sehr prollig und unangenehm. Zum Glück habe ich nur ein einziges mal mit ihm gearbeitet und da war er zu 99% im Büro. War mir ausgesprochen recht…..das Beste, als er je gebracht hat, war, als seine Frau (Apothekerin!) Blasenentzündung hat, er mich frage, was er ihr mitbringen soll und mich später anmaulte, das hätte nicht geholfen…..hallo, die Frau war selber Apothekerin! Wenn ihr meine Empfehlung nicht recht erscheint, hätte sie nur einen Stock tiefer gehen müssen um sich selber zu versorgen…..

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  3. OtaconHC schreibt:

    Macht? Welche Macht?

    Dass er mir Rattengift in die Rezeptur misch anstatt des vom Arzt vorgesehen Wirkstoff?

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    • ptachen schreibt:

      Ich glaube es geht eher darum, dass er „weisungsbefugt“ sein wollte. Er hat sich von Frauen ungern was sagen lassen, und das ist in einem so frauenlastigen Umfeld schwer, wenn du als PTA sowieso eher zum Fußvolk gehörst…

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