PTA gesucht

Ein Thema, das in den PTA Foren immer wieder aktuell ist, sind die Stellengesuche. Es gibt Regionen in Deutschland, da werden PTA und anderes Apothekenpersonal händeringend gesucht – so dringend, dass sogar Apotheken schließen mussten – und Gegenden, da kommen auf 1 Stelle 5 PTA die suchen. Die apotheke-adhoc hatte vor kurzem auch einen Artikel zu diesem Thema. Nun fragte eine PTA, die Berufswiedereinsteigerin ist im Forum, ob sie eine bestimmte Stelle in einer Apotheke annehmen sollte. Der Chef hatte ihr angeboten, sie zunächst für 4 Wochen Probearbeiten zu lassen, mit einem Praktikantinnengehalt. Er wolle sich erst einmal einen Überblick darüber verschaffen, was sie (noch) kann. Der Entrüstungssturm im Forum war groß, denn 4 Wochen für 680€ Vollzeit zu arbeiten ist schließlich – gelinde gesagt – eine Frechheit! Probearbeiten – ja, aber maximal eine Woche, und dann zu normalem Gehalt war der Tenor. Dann fragte jemand, wie lange sie denn vor der 3 jährigen Berufspause gearbeitet hätte, die Antwort: keinen Tag. Bis auf das halbe Praktikumsjahr war also keine Apothekenerfahrung vorhanden. Hmmm. Nun wehte der Wind plötzlich aus einer anderen Richtung. Viele konnten jetzt den Vorschlag des Chefs verstehen, und rieten zu, den Job zu nehmen. Und ich? Was denke ich darüber?
Ich denke, sie sollte nochmal mit ihm reden. Sie hat die Ausbildung beendet und ist nun fertige PTA. Sie mit einem Praktikantengehalt abspeisen zu wollen ist für mich nicht okay, und klingt mir sehr danach, dass er nur eine Urlaubslücke schließen will, und ihm eine LeihPTA zu teuer ist. Ich verstehe durchaus seine Sorge, aber um festzustellen ob die Arbeitnehmerin ins Unternehmen passt gibt es eine Probezeit. Um festzustellen ob ich jemandem die Chance geben will die Probezeit überhaupt anzutreten gibt es 2 oder 3 Schnuppertage. Da zeigt sich doch schon einiges. Das PTA Einstiegsgehalt ist schon nicht besonders dolle, aber wenn ich jemanden 4 Wochen lang mit 680€ bezahle, kann derjenige nicht mal Miete und Essen dafür bezahlen. Das ist nicht okay. Was denkt ihr?

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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5 Antworten zu PTA gesucht

  1. OtaconHC schreibt:

    Ich halt das auch absolut nicht für ok.
    Lieber 3 Tage gratis probe arbeiten, um zu sehen ob sie ins Team passt und wie sie sich gibt.
    Wenn das klappt kann man immer noch ausmachen dass sie den ersten Monat kein volles Gehalt bekommt, aber mehr als 650€. Irgendwo im Bereich von 1200€ Netto wäre angemessen, und direkt vertraglich fest halten dass das Gehalt, wenn der erste Monat zufriedenstellend verläuft, angepasst wird auf…. ähm was auch immer das übliche Einstiegsgehalt für eine PTA ist 🙂

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  2. Die Unsoziale schreibt:

    Ich würde ihr DRINGENST davon abraten. Aus eigener Erfahrung.
    Ich bin auch mal an so jemanden geraten, der erst einen Monat Praktika mit „garantierter“ Übernahme wollte. Ich wurde zwar übernommen, aber die Stelle war nicht super. Ich musste voll arbeiten und habe nicht weniger geleistet als die andere MFA – von der Einlernung in die individuellen Arbeitsabläufe mal abgesehen. Habe mich krumm und bucklig geschuftet für sage und schreibe für 400€ – aber ich hatte damals keine andere Wahl. Die Stelle stellte sich dann im nachhinein als… hrmpf aus. Mobbing war an der Tagesordnung, die Leitung nutze ständig aus (schickte uns heim, wenn keine Arbeit mehr an stand ohne Zeitarbeitskonto – wollte man länger bleiben und einfach irgendwas machen, durfte man das nicht, Minusstunden wären ja nicht so schlimm. Als feststand, dass ich gehen würde (beide Seiten wussten das, ich hab am Jahresanfang darum gebeten), bat ich um eine entsprechende Anpassung um keine Minusstunden mehr zu generieren (Pro Tag fielen 2 Minusstunden an!) – alles nicht so schlimm, brauch ich nicht, das wird nicht weiter beachtet. Zwei Monate vor Beendigung das Arbeitsverhältnis, sollte ich auf einmal alle angefallenen Minusstunden abarbeiten und was nicht ausgeglichen wurde, sollte vom letzten Gehalt abgezogen werden – das war nebenbei nicht rechtens, da ich mehrfach um Ausgleichmöglichkeiten bat und sie jedes Mal vom Chef abgeschmettert worden sind), zwischendurch durfte man noch das Enkelkind babysitten und immer, wenn ich mich krank schreiben >musste<, gab es ärger. Ja, auch das eine Mal, wo ich im Krankenhaus lag (!).

    Das muss nicht heißen, dass das in der Apotheke ähnlich läuft, aber mir kräuseln sich da Haare. Abgesehen von den etwaigen "Mängeln" aufgrund der fehlenden Erfahrung – er hat sicher auch einen Grund, warum er das so machen will. In meinem Fall: weil es billiger war während der Einarbeitung. Ein absolutes NoGo.

    Wenn es darum geht, dass sie sich erst mal wieder in den Job einbringen kann (da verstehe ich den AG ja), kann man sich eventuell auch andere Lösungen einfallen lassen. Vielleicht im ersten Monat erst mal nur Teilzeit und dann hochstocken oder mit der Arge etwas vereinbaren (welche Konditionen das genau hat,weiß ich nicht – aber mir hat die Arge aktiv angeboten, dass es eine Pseudowiedereingliederung unterstützen kann – sprich für ca. 2 Wochen erst mal nur anbei arbeiten auf Kosten der Arge und dann voll über den AG, so kann in Ruhe eingearbeitet werden, beide Seiten können sich klar werden, ob es das wird, man fällt nicht aus dem ALG raus (!) und wenns passt, hat man einen Job bzw. eine neue Angestellte… allerdings ist die Ausgangssituation bei mir ja anders, da ich aus der Arbeitsunfähigkeit arbeitslos wurde).

    So oder so: wenn Praktikum, dann über die Arge laufen lassen. Wenn man dann nämlich nicht übernommen wird, muss man nicht ALG neu beantragen (was man machen muss, wenn man sich arbeitend meldet und dann rausfliegt – hatte ich nebenbei auch schon, als ich als einwöchige Krankheitsvertretung angestellt wurde und man mir das erst am Freitag mitteilte… am letzten Tag!).

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  3. Judi schreibt:

    pta-chen, ich bin da ganz bei Dir.
    Für mich liest sich das nach einer Engpassüberbrückung für kleines Geld – und dafür ist man auch als Wiedereinsteigerin ohne „Berufserfahrung“ zu schade.
    3 – 5 Tage Probearbeit (bezahlt! auf Minijobbasis) finde ich bei sowas vielleicht grade noch vertretbar. Aber eigentlich nichtmal das, in meinen Augen gibt es zum Kennenlernen neuer Mitarbeiter die Probezeit…

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