OP und Diagnose Teil 1

Nach der Vorbereitung (2 hübsche Pfeile auf meinem Bauch und das nette Flügelhemd) sagte man mir, ich solle bitte alle Wertsachen inclusive Brille in den Schrank einschließen, was ich auch tat. Dazu muss ich bemerken, dass ich knapp 7 Dioptrien auf beiden Augen habe, und den Rest der Bettenfahrt quasi blind hinter mich brachte. Im OP dann stellten sich der OP Pfleger und die Anästhesistin vor. Der Pfleger fragte mich nach meinem Namen und Alter, und bat mich ihm zu erklären, was für ein Eingriff stattfinden sollte. Als ich alles ordnungsgemäß beantworten konnte rief er:

„Herzlichen Glückwunsch, sie haben eine Ureterorenoskopie gewonnen!!!“

Irgendwie muss ich einen lustigen Eindruck machen… Die Anästhesistin fragte dann, ob ich sehr nervös sei, was ich verneinte.

„Ihre Hände erzählen mir aber etwas anderes, Frau Ptachen.“

Das kommt wahrscheinlich da her, dass ich hier nichts erkennen kann weil meine Brille im Zimmer liegt.“

„Was? Warum haben Sie die denn abgegeben???“

Naja – es wurde mir so gesagt.“

„Merken Sie sich bitte für die Zukunft: die Brille müssen Sie nie weggeben! Sie fühlen sich ja dann völlig ausgeliefert – noch dazu als Frau. Ich kann Sie ihnen auch gerne noch holen lassen. Das ist für die Narkose gar kein Problem. Annarkotisieren bis sie schlafen, und dann zack – Brille runter und Maske drauf.“

Das war nicht nötig, aber alleine diese lockere Art und das kümmern um meine Befindlichkeiten fand ich toll. Sie stellte mir noch die OP Schwester vor, drückte ihr dabei die Schulter und erklärte, dass sie zusammen seit den 80er Jahren hier arbeiten. Das alles entspannte mich mehr als jedes nüchterne VorOP Gespräch. Irgendwie ist das auch immer schon meine Erfahrung gewesen, dass die ganze Atmosphäre im OP viel lockerer zu sein scheint, als außerhalb. Die Frau hatte bei mir schon richtig gewonnen, und als sie die blaue Viggo direkt auf Anhieb passend in meiner Hand platzierte, war sie ohnehin mein Held.

„Frau Doktor, die Viggo musst du setzen, ja?“

„So blöd die Hand? Oh! Ja… sehe was du meinst. Ich neeeehme… ja. Blau. Ich nehme sogar blau. So. Oh Mann. Ich glaube die sitzt nicht. Können wir mal was durchblasen? Merken Sie wie es kalt wird? Ja? Ich versteh es zwar nicht, aber die sitzt! Sollten Sie aufwachen und haben einen anderen Zugang, haben wir während der Narkose was besseres gesucht.“

Ich kann nur sagen: die blaue Kanüle liegt immernoch! Das Schlafmittel was dann durchgeschickt wurde brannte ein wenig, dann weiß ich nichts mehr bis zum Aufwachraum.

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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4 Antworten zu OP und Diagnose Teil 1

  1. Die Unsoziale schreibt:

    Cooooooooles Team. 😀

    Und deine Station hat schon irgendwie ne Klatsche weg, wenn man den bericht von gestern dazu nimmt, was? 😀

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  2. Raeblein schreibt:

    Das mit der Brille kann ich nachvollziehen, in beide Richtungen. und ich weiß nicht ob mir das Risiko „blind“ im Op zu landen nicht vielleicht doch die relative Gewissheit wert wäre das meine (so wichtige) Brille auf mich in meinem Schrank wartet. und nicht beim Abnehmen oder ausschleusen verloren geht

    Denn gefühlt finde ich bin ich mit der üblichen „Prämedikation“ eh ein Stück schutzlos egal ob ich sehe oder nicht.

    abermals eine gute Besserung

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  3. Judi schreibt:

    Ich hoffe, in Teil 2 ist alles so gut weitergegangen wie es sich in Teil 1 anließ.
    Alles Gute Dir weiterhin!

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  4. ednong schreibt:

    Da hätte ich ja glatt ein Video vom OP erwartet 😀 Aber gibt es ja schon, wie sich Patient das Mittel selbst in die Adern drückt und dann Bruchteile von Sekunden nach dem Husten und den erstaunt Augen Öffnen in Narkose schickt.

    Dann Hof ich mal auf eine ebenso gute Fortsetzung.

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