OP und Diagnose – Teil 2

Nach dem aufwachen hatte ich erst einmal das Gefühl wirklich dringend auf die Toilette zu müssen. Mein Puls blieb ständig zwischen 46 und 52, so dass ich sogar gefragt wurde, ob ich Sportlerin sei. Mir wurde mitgeteilt, dass ich jetzt einen „pigtail“ Stent in einer meiner Harnleiter sitzen habe. In einer meiner mehreren Harnleiter um genau zu sein. Das ist wohl relativ ungewöhnlich, denn meistens haben die Leute mit mehreren Harnleitern auch drei Nieren, nur haben sie sowas bei mir nicht gefunden. Bevor ich am nächsten Tag entlassen werden soll, sollte daher nochmal ein MRT gemacht werden.
Die beiden alten Damen auf meinem Zimmer sorgten ab und zu für komische Momente 

„Was ist denn das für ein hübsches Döschen?“

„Die Tablettenschachtel?“

„Nein, die große runde da!“

„Meine Zähne?“

„Das ist aber ein hübsches Döschen für die Zähnchen!“

Oder nach dem servieren des Abendessens:

„Hier hat jemand geklingelt?“

„Ja, ich war das Schwester! Mir fehlt was!“

„Was denn? Ich hab alles auf ihrem Teller, das Brot, die Butter, die Wurst…“

„Meine Zähne!“

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass der Fäkalhumor den die Kleinkinder in einer bestimmten Phase an den Tag legen, im Alter irgendwann auf einen Dentalhumor umschwenkt… Irgendwann kam dann auch mal der Oberarzt und versuchte mir zu erklären, was sie gefunden hatten. So ganz glückte es ihm nicht, denn er wirkte selbst ein wenig verwirrt. Den Hauptharnleiter hatten sie geschient, da er wohl perforiert war, was mir den Großteil meiner Flankenschmerzen nehmen sollte. Von meiner Niere gingen aber wohl weitere Harnleiter ab in ein unklares „Hohlraumverhältnis“, was sich „in keinem Lehrbuch finden lässt“. Daher soll am nächsten Tag das MRT stattfinden. Das ließ mich verwirrter zurück als zuvor. Ich bin also ein anatomisches Unikum, vielleicht sollte ich meinen Körper nach meinem Ableben der Wissenschaft vermachen 😉

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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7 Antworten zu OP und Diagnose – Teil 2

  1. Molly L. schreibt:

    Oh, ein PTAlien! 😀
    Gute Besserung!

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  2. ednong schreibt:

    Haha,an ein Alien dachte ich auch gerade.
    „Unbekanntes Hohlorgan“ – wer weiß, wie dein Körper das verwertet 😀

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  3. sbocean schreibt:

    Gute Besserung Patchen!
    Willkommen im Club der Menschen mit außergewöhnlichen Bauplan, Standard ist out.
    P.s. ich kenn das wenn Ärzte große Fragezeichen im Gesicht haben.

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    • ptachen schreibt:

      Hihihi! War wirklich witzig den Oberarzt dauernd mit den Schultern zucken zu sehen. Also gehöre ich jetzt zu den PuTAnten!

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      • sbocean schreibt:

        Oh ja, Schulter zucken ist noch harmlos. Mich hatte der Oberarzt für ein Monster gehalten, mit besonderen Rückenmark selbst laufen und atmen war ich dem damal echt unheimlich. Sorry sie sind zu kompliziert für mich ich kann ihnen nicht helfen. 😨
        Seit dem kurve ich 270 km quer durchs Land nur für einen Arzt der sich mehr aus kennt.

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  4. Die Unsoziale schreibt:

    Eindeutig ein Fall für Dr. House! Ob der mittlerweile wieder aus dem Gefängnis ist? 😀

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  5. Pingback: Rückblick und Dankbarkeit | apothekentheater

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