OP und Diagnose – Teil 3

Die Nacht war der Horror! Meine Blase wehrte sich heftig gegen den unbekannten Gegenstand. Ich kann nicht mal sagen, dass es weh getan hätte, aber es fühlte sich an wie ein inneres wühlen und kratzen, dazu dieser heftige Harndrang, verbunden mit der Angst auf der Toilette zusammen zu klappen, da mein Kreislauf vorher bei jedem Gang zum Örtchen abgerauscht war. Ich saß viel auf meinem Bett, stellte das Fußteil steil nach oben und versuchte ab und an meinen Puls zu kontrollieren. Nach der Nachtschwester wollte ich nicht klingeln, denn die beiden 80-jährigen, die den gleichen Eingriff hinter sich hatten wie ich schliefen ruhig und hörbar schnarchend vor sich hin. Da werde ich als nicht mal halb so alte doch nicht um ein Schmerzmittel bitten, ha! Ein völlig falscher Stolz, wie sich am nächsten Tag herausstellte, denn beide waren mit einem Fentanyl Pflaster gut versorgt worden… Entsprechend verkatert fühlte ich mich am morgen danach. Mir war schlecht, und doch hatte ich Hunger. Das Krankenhausfrühstück befriedigte mich nicht im geringsten, und ich wollte nur noch nach Hause. Sch… doch die Katze auf die „unklaren Hohlraumverhältnisse“. Ich bin offenbar lange Zeit gut damit klar gekommen, ohne dass ich Probleme mit meiner Anatomie hatte. Das warten auf den MRT Termin im heißen Zimmer neben zwei inkontinenten Mitpatientinnen nervte mich. Die Schwester, die die Bestellungen fürs Mittagessen aufnahm sagte mir, dass sie bei mir noch warten wolle, vielleicht würde ich ja vorher noch entlassen. Um 10.50Uhr kam jemand, um mich zum MRT zu bringen, in dem ich 3x einschlief, und erst beim Kommando „einatmen, ausatmen, nicht mehr atmen“ wach wurde. Es dauerte recht lange bis ich wieder ins Zimmer kam. Das Mittagessen stand bereits am Platz, und da ich nicht gewählt hatte war es natürlich das, was keiner wollte: der gedünstete Fisch mit Spinat und Kartoffeln. Noch dazu kalt. Wuärks. Wenigstens die Erdäpfel und etwas Fisch hatte ich im hungrigen Magen, als die Krankenschwester hibbelig ins Zimmer kam

„Sie sollen bitte nochmal ins MRT. Sofort.“

„Wieso das denn?“

„Weiß ich auch nicht.“

Das klingt ja äußerst beruhigend. Im MRT Raum stand eine aufgeregte Dame, die vor meinen Innenraumbildern mit jemandem telefonierte.

„Ach, das haben Sie schon gewusst? Mich hat da aber niemand informiert. Auf einmal seh ich nur wie da Kontrastmittel abfließt was nicht in die Blase geht! Ja, die Frau PTAchen ist jetzt hier. Dann machen wir noch eine Sequenz.“

Sie legt auf, und sagt

„Sie wissen ja, wo sie sich umziehen können.“

Ich ziehe mich erst um wenn mir jemand sagt, was hier los ist!“

Sie blickt mich kurz verwirrt an, und merkt, dass da ein verunsicherter Mensch steht, und keine auslaufende Niere. Die Erklärung ist das ominöse Hohlraumverhältnis, über das die MRT Crew im Vorfeld nicht unterrichtet war, und das sie verwirrt hatte. Die endgültige Klärung brachte auch das zweite MRT nicht, daher soll ich in 6-8 Wochen wieder hin.

Als Versuch zur Klärung der anatomischen Verhältnisse. Klingt doch toll, oder? Der Operateur sagte mir zum Abschied nochmal, dass er ein großes persönliches Interesse daran hat, herauszufinden was da in mir vorgeht. Ich weiß nur nicht, ob mir das gefällt. Nicht dass jetzt irgendwie unnötig in mir rumgestochert wird, nur aus Neugierde…

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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2 Antworten zu OP und Diagnose – Teil 3

  1. stahldame schreibt:

    Wär vielleicht gut gewesen, wenn da die linke und die rechte Hand vorher miteinander geredet hätten *augenverdreh*. Gute Genesung!

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  2. ednong schreibt:

    Oh man, ich griene hier obwohl es dir doch irgendwie beshieten geht. Di meisterst das schon, PTAchen. Hat ja auch die Jahre zuvor geklappt. Und wenn der Operateur neugierig ist, bitte doch um Videoaufnahmen. Dann siehst du ja, was die machen.

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