Halt mich, nur ein bisschen…

Der Tag war geprägt von etwas, das einfach schmerzlich fehlt, wenn es nicht da ist: dem Internet. In den letzten Tagen ließ es die Apotheke immer häufiger im Stich, bis es sich gestern völlig verabschiedete. Der Chef erzählte ziemlich angefressen, dass der Techniker, der gestern bis 12 Uhr kommen sollte, auch um 12.30Uhr noch nicht da war. Als er um 12.45Uhr bei der Telekom anrief, wurde ihm ein Besuch bis 13.30Uhr zugesichert. Gegen 14.30Uhr fuhr der Chef dann nach Hause, und fragte interessehalber um 18.30Uhr von unterwegs nochmals nach, ob der Techniker langsam unterwegs sei. Dann wurde ihm mitgeteilt, dass dieser es wohl nicht mehr schaffen würde. Normalerweise ist unser Chef wirklich die Ruhe in Person, aber dieses Mal wurde er doch mal laut und ungemütlich. Im Team stehen die Zeichen auf Sommerurlaub, und heute war der letzte Tag bis Mitte September, an dem wir alle zusammen gearbeitet haben. Also schoben wir noch schnell eine Teamsitzung ein. Neben einem schönen Frühstück mit Brezeln, Tomaten, Feta und Butterzopf besprachen wir entspannt, was in den letzten Wochen positiv und negativ aufgefallen war, redeten über gelungene Fortbildungen und darüber wie man Privatrezepte so bedruckt, dass sie rechtlich korrekt dem Kunden übergeben werden können. Die Atmosphäre war wirklich angenehm, so dass wir über das on/off des Internets irgendwann schon Witze machen konnten. Der Chef fing sogar beim betrachten der Fehlerprotokolle an, im grönemeyertypischen stakkatoartiken Singsang das Lied „Halt mich“ umzudichten, und schmetterte:

„Tank mich voll mit Internet, gib mir bitte DSL, lass mich on, nur ein bisschen,  dass ich surfen kann!“

Und so ging es auch am Nachmittag noch weiter. Maria hatte ich auch schon eine Weile nicht mehr gesehen, ein- zwei Rezeptürchen waren noch zu erledigen, ubd die Kundschaft plätscherte so herein, dass das arbeiten wirklich gemütlich war. Am Ende des Tages wunderten wir uns dann beim Kasse machen, dass es doch so viele Leute waren, die uns besucht hatten. Auch der Chef war über die Kundenanzahl ganz überrascht und hatte sich völlig verschätzt. Maria brachte es auf den Punkt:
„Wisst ihr, wir sind einfach so ein tolles Team, dass wir die Kundenströme gar nicht mehr wahrnehmen, die wir den Tag über abarbeiten!“

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen! 

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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4 Antworten zu Halt mich, nur ein bisschen…

  1. ednong schreibt:

    Mit dem Internet klingt ja böse. Eigentlich hat das T bei Gesxhäftsanschlüssen doch nur ein Zeitfenster von 4 Stunden zur Reparatur …

    Gefällt mir

  2. Aponette schreibt:

    Es gibt so Tage, da kann man ganz einfach einen Kunden nach dem anderen „abarbeiten“ und dann gibt es Tage, da ist scheint’s bei jedem zweiten der Wurm drin. Nach ersteren geht man stolz heim und sagt sich: Wow, zweihundert Kunden heute und ich bin noch fit, nach zweiteren schleicht man gefühlte Stunden nach Torschluss aus der Apotheke, hat noch einen Stapel unerledigter Rezepte für den nächsten Tag und starrt ungläubig auf die Kundenzahl, von nur hundertfünfzig….

    Gefällt 1 Person

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