Donnerstagskaffee

Heute früh empfingen mich nicht weniger als 3 Rezepturen, herzustellen bis 9.30Uhr. Das brachte mich gleich am frühen Morgen zum rotieren, als ich die Nachricht auf meinem Platz liegen sah. „Schuld“ daran war der Chef, der gestern von einer Dame mehrere Privatrezepte in die Hand gedrückt bekam. Sie fragte ihn, ob er die bis heute halb zehn bestellen kann, und er sagte gleich „Na sicher!“ ohne nochmal durchzusehen. Als er dann am abarbeiten war sah er mit Schrecken, dass 3 Rezepturen dabei waren. Gut dass ich morgens schon so früh da bin! Liebe Aponette, deinen gestrigen Kommentar habe ich – leicht abgewandelt- dem Chef vorgetragen, und er findet die Idee sehr gut, für Sonderwünsche wie die Tubenherstellung eine Aufzahlung zu verlangen. Es ist ja richtig: die Herstellung im automatischen Rührsystem ist schneller und einfacher, und keineswegs qualitativ schlechter. Wer das ablehnt und eine Extrawurst haben muss, kann die auch bezahlen! Der Tag verlief ansonsten sehr ruhig, ich versuche gerade alle Baustellen abzuarbeiten bevor ich im Urlaub bin. Retouren sind erledigt, der Keller geordnet, die Bestände aufgefüllt und die Freiwahl bestückt. Die angekündigten Vertreter wissen soweit Bescheid, und eigentlich sollte nichts schiefgehen… Zum Kaffee heute nachmittag erzählten Maria, der Chef und ich uns unsere schlimmsten Erlebnisse in der Apotheke mit Vorgesetzten. Der Chef sprach von einem Choleriker während seiner Famulatur und von der langweilig zähen Zeit im Bereich der Forschung an der Uni während seiner Promotion. Maria und ich teilen uns Erinnerungen an meine Lehrjahre (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4), nur verbrachte sie sehr viel früher ihre Zeit dort als ich. Schön fand sie es aber auch nicht! Wir waren uns am Ende einig, dass jedenfalls jetzt alles okay ist, somit wohl auch die harten Zeiten im Vorfeld sinnvoll waren, sonst wüssten wir wohl nicht zu schätzen, wie gut es uns hier geht. Meine eigene Urlaubsapotheke habe ich heute auch zusammengestellt und mitgenommen… langsam wirds ernst…

Übrigens ein „Hallo“ an den/die Leser aus den Vereinigten Staaten, von dort gab es heute 270 Aufrufe! Ein zweites „Hallo“ nach Japan mit 45 Aufrufen! So exotisch heute 🙂

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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6 Antworten zu Donnerstagskaffee

  1. Shark schreibt:

    Das kann man sich im Nachhinein immer sagen, dass man bei einem tollen Chef/einer tollen Chefin erst weiß wie gut man es hat, wenn man auch die A-Löcher kennengelernt hat. (Während man mit denen arbeiten muss, hilft es leider nicht viel.)

    Hach ja, Choleriker. Sind sie nicht wunderbar…? Das nimmt manchmal echt absurde Züge an. Ich hatte mal einen, der verlangte, dass man während der Arbeit nicht mit Kollegen sprach, so als sei man im Knast. Das ging so weit, dass man – wenn er in der falschen Stimmung war – nicht einmal betriebsinternes ansprechen durfte. Ein „Weißt du wo die Etiketten für XY nach dem Umbau hingekommen sind?“ konnte einen gigantischen Wutausbruch zur Folge haben. (Und natürlich war man auch an der nicht erledigter Arbeit schuld, wenn man die Etiketten nicht fand und der Kollege, der wusste wo die waren, da der die weggeräumt hatte, nichts sagen durfte.)

    Ganz besonders schön ist es auch, in einem Familienbetrieb zu arbeiten, wo familieninterne Zwiste auf dem Rücken der Angestellten ausgetragen werden. Wenn der eine Hü und der andere Hott sagt, hat man die A-Karte gezogen, egal was man macht.

    Meine allerliebste und freundlichste Chefin musste leider wegen Krankheit in Frührente gehen. Trifft sie sehr, da sie ihre Arbeit liebte. 😦
    Da kommt wieder man der Spruch zum tragen, dass es immer die Falschen trifft.

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  2. Pharmazeutikus schreibt:

    Hallo Ptachen,

    Dein Chef ist promoviert? Sehr interessant für mich ich bin nämlich auch Apotheker und in der Forschung gelandet wo es mir aber analog zu deinem Chef auch „nicht so gut “ gefällt. Daher zieht es mich auch (wieder) zurück in die Apotheke :-). Dazu hat auch dein Blog beigetragen 🙂 – ich lese ihn immer nach der Arbeit um den Feierabend einzuleiten -und langsam runter zu kommen; -)
    Vielen Dank für die lustigen Einsichten in die Vorstadtapotheke 🙂

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  3. Pingback: Letzter Arbeitstag – Teil 2 | apothekentheater

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