Letzter Arbeitstag – Teil 1

Der Tag fing ähnlich wie gestern auch wieder mit 3 Rezepturen an. Im Laufe des Vormittags wurden auch wieder 5 Stück daraus – keine Ahnung was da gerade wieder los ist! Eine davon fing sich meine Kollegin Birgit ein, die sich an der Zusammenstellung der Inhaltsstoffe versuchte. Irgendwann bemerkte ich, dass ihr der Kopf rauchte. Sie rechnete, schimpfte und blickte in den Rezepturfächer von CAELO. Dann nahm sie das Telefon zur Hand, redete kurz, legte auf und schimpfte noch mehr. Es ging um den Wirkstoff „Neomycinsulfat“, den der Arzt einfach mit der Mengenangabe 0,1g in 20g Basiscreme verordnet hatte. Das ist etwas ungewöhnlich, denn die Mengenangabe bei diesem Stoff wird üblicherweise in I.E. (Internationalen Einheiten) angegeben, da die Konzentration so schwankt. Unsere Ausgangssubstanz hatte beispielsweise 735 I.E. in 1mg Wirkstoff. Der CAELO  Fächer gab nun als Richtkonzentration 100.000 I.E. / 100g an, damit wäre unsere angegebene Rezeptur deutlich überdosiert. Birgit hatte daher den verschreibenden Arzt angerufen, und war von der MFA mit den üblichen Floskeln abgewimmelt worden 

„Der Doktor ist gerade telefonisch nicht zu erreichen / operiert gerade / sie sind die ersten die deshalb anrufen / wir haben das schon immer so aufgeschrieben… etc. pp.“

Sie saß nun grummelnd vor dem Apparat und ärgerte sich über den Vorzimmerdrachen. Diese Rezeptur hatte ich jedoch schon mehrfach selbst hergestellt und das wunderte mich, denn eigentlich überprüfe ich die Plausibilität immer sehr genau. Ich schlug also die Normdosentabelle auf, und siehe da: dort steht die Konzentration 350.000 I.E. bzw. circa 0.1%. Wem glauben wir nun also? Dem Fächer oder der Tabelle? Der Chef schlug den Plausobilitätscheck bei pharma4U.de vor. Der entschied zugunsten der Normdosentabelle. Schon seltsam! Nach meinem Urlaub werde ich der Sache mal richtig auf den Grund gehen und bei CAELO anrufen. Sowas sollte eigentlich nicht passieren! Birgit war dann ganz begeistert von einem Rezepturenworkshop unseres Großhändlers, den ich für sie im September rausgesucht hatte. Zur Auffrischung der Kenntnisse bestimmt ganz sinnvoll, auch wenn ihr das Problem heute definitiv nicht anzulasten ist! A propos Rezeptur: die Ergebnisse meiner letzten ZL Rezeptur sind schon gekommen, und sie sind richtig gut geworden! Bin ganz stolz 🙂 Ansonsten war es heute recht ruhig, und es gab nur zwei etwas außergewöhnliche Situationen… von denen ich aber erst morgen berichte, weil ich noch fertig packen muss *hihihi*

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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