Wieder Post- OP – Teil 1

So, bin wieder raus. Heute früh kam ich erst wieder über Umwege dorthin wo ich wollte. Zuerst schickte mich die Information zur Patientenaufnahme, die mich im Computer nicht finden konnte weil ich die Aufnahme ja schon durch hatte. Also ging ich zur Urologie, und bekam ein Vierbettzimmer zugewiesen – diesmal bin ich die älteste hier. Mir wurde gesagt, dass ich erst gegen 14 Uhr dran sein werde und entließ mich in den Wartebereich. Da ich ja noch gut 3 Stunden vor mir hatte entschloss ich mich zu einem kleinen Spaziergang durch das Haus. Etwa eine Stunde später gabelte mich die Ärztin auf, die mich vor einer Woche untersucht hatte

„Ach HIER sind sie! Sie sind gleich dran, wir haben Sie vorgezogen. Kommen Sie mit.“

und sprach in ihren Piepser

„Dr.Sowieso. Ich hab Frau Ptachen gefunden und bringe sie mit zu euch.“

Peinlich… Sie lief mit mir in ein mir unbekanntes Zimmer wo ich mich umziehen sollte

Ähm… Sie wissen schon, dass das nicht mein Zimmer ist?“

„Was? Aber da steht, dass sie hier untergebracht werden sollen.“

„Ok, dann hole ich meine Tasche. Ich habe es mir ohnehin noch nicht gemütlich gemacht.“

Ich räumte meine Habseligkeiten aus dem Schrank, verabschiedete mich von den Bettnachbarinnen und folgte der Ärztin, die mir das andere Zimmer öffnete – bis Schwester Rabiata dazwischen ging

„Nein, nein, nein! Frau Ptachen soll doch chier cher!“

und deutete auf den Raum, den ich gerade grüßend verlassen hatte.

„Sagt mal Mädels, wisst ihr bald mal was ihr wollt?“

fragte die Ärztin augenrollend und genervt. Ich trat also den Rückzug in das bekannte Vierbettzimmer an. Dort dann wie vor ein paar Wochen Flügelhemd an und warten im Bett. Schwester Rabiata kommandiert:

„Und was chist mit Brîle?“

und streckt ihre Hand aus

Die lasse ich auf!“

„Wieso?“

„Weil ich 7 Dioptrien habe und sonst nichts sehe.“

Was Sie wollen schon sähen in OP?“

die Hand ist immer noch ausgestreckt 

„Ich bin unsicher ohne Brille. Die lasse ich auf.“

Sie lässt die Hand sinken, ist aber deutlich angefressen

„Und was íst, wenn gäht kaputt?“

„Dann ist das so.“

„Bitteschän“

Den Gesichtsausdruck kann man unter „Beleidigung“ sicher googeln, aber ich bin stolz auf mich, dass ich mich durchgesetzt habe. Wir fahren los. Im OP will ein Arzt gerade raus, blickt auf meinen Namen am Bett und sagt:

„Was? Frau Ptachen? Zieht ihr die jetzt doch vor? Warum hat mir keiner was gesagt? Die wollte ich doch machen!“

„Ja, Herr Z. ist ausgefallen.“

„Dann bleibe ich hier.“

„Äääh… wolltest du nicht gehen jetzt? “

„Danach.“

Ja! Ich wollte immer schon mal, dass man sich um mich prügelt… okay, nicht unter den Begleitumständen, aber immerhin. Der Arzt schlägt einen Plauderton an, fragt erst mal das übliche – wozu ich hier bin, was gemacht werden soll, ob ich Allergien habe. Ureterorenoskopie, DJ Entfernung, nein. Dann erzählt er mir, dass er morgens immer durch unser Dorf fährt um zum Bäcker zu gehen.

Zum „Helm“ gehen Sie bestimmt, oder?“

„Ja, für das Brot. Für den Hefezopf gehe ich aber zum „Amhügler“. Und beiden erzähle ich, dass sie die besten Bäcker sind die ich kenne. Verraten sie mich nicht!“

„Was würden Sie sagen, wenn ich ihnen verrate dass ich mit dem Bäcker Amhügler verwandt bin?“

„Neiiiin! Ich war dort zum ersten Mal vor ein paar Jahren, vorher bin ich nur zum Bäcker Helm gegangen. Aber ich wollte Schwäne füttern und hab noch altes Brot gebraucht, da hab ich beim Almhügler einfach mal gefragt. Die haben dann eine groooße Tüte aus der Backstube für mich geholt. Also hab ich ein Stück Nusszopf gekauft als Dankeschön – und jetzt bin ich abhängig!“

to be continued

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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Eine Antwort zu Wieder Post- OP – Teil 1

  1. ednong schreibt:

    Och Mensch,
    es/er hat nicht mal angefangen und das PTAchen hört schon auf 😉
    Ich hoffe, dir geht es gut und man hat ein paar Erkenntnisse gewonnen.
    Mit einem Bäcker verwandt, soso – daher wohl die Liebe zur Rezeptur 😛

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