Retaxen und PTA Befugnisse 

Gestern hatte ich ja darüber geschrieben, dass der Chef wegen der 13€ Retax angefressen war. Kürzlich hatte ich das Thema Krebspatienten mit AOK Versicherung zu packen, und dass diese Kasse verlangt, dass quasi abgelaufene Chemotherapeutika verabreicht werden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieses Urteil hier etwas damit zu tun hat. Zum Glück steht das Gericht auf der Seite des Apothekers… 34000€ sind ne andere Hausnummer als 13€. Dann könnte ich verstehen, warum jemand seine Apotheke abgeben will! Außerdem wurmt mich gerade jetzt wieder die Tatsache, dass meine Befugnisse als PTA derart eingeschränkt sind, und es keine Möglichkeit gibt, den Chef wenigstens stundenweise zu vertreten. Er ist sichtlich gestresst in der letzten Zeit und musste auch einige zusätzliche Nachtdienste übernehmen. Eine Apotheke im Nachbarort hat nämlich zu gemacht, und eine andere wird umgebaut, was zu 4 Diensten in 5 Wochen führte. Aber da hatte ich schon mal drüber geschimpft... man kann es aber nicht oft genug sagen: es frustriert einfach, dass dieser an sich tolle Beruf dermaßen schnell in einer Sackgasse landet. Dass es keine Möglichkeit gibt seine Befugnisse in der Apotheke zu erweitern, egal wieviele Jahre man Erfahrung vorweisen kann oder wieviele Zusatzausbildung man gemacht hat. Wer weiß, vielleicht ändert sich da ja irgendwann mal was, wenn den Apotheken weiterhin so das Personal ausgeht…

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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9 Antworten zu Retaxen und PTA Befugnisse 

  1. ednong schreibt:

    Glaubst du ernsthaft, daran ändert sich was? Wahrscheinlich wird es dann eher den Apotheker Light geben. Oder die PTA Light. Schneller durch in der Ausbildung, noch wenige Wissen und billiger. Wie eigentlich überall.

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  2. OtaconHC schreibt:

    Dass eine PTA mit egal wie viel Erfahrung nicht eine einfache Zusatzqualifikation erwerben, und dadurch auch vorübergehend ohne Apotheker den Laden schmeißen darf verstehe ich bis heute nicht.

    Man kann ja Bedingungen daran Knüpfen. Der Apotheker muss auf jeden Fall in dieser Zeit telefonisch erreichbar sein, und im Zweifelsfall innerhalb von XX Minuten vor Ort sein können oder sowas in der Art.

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    • ApothekerinAD schreibt:

      Mit der Vertretung durch PTA tue ich mir ehrlicherweise gesagt etwas schwer. Das liegt aber in meinem Fall eher daran, dass ich bei meiner letzte PTA (sehr erfahren) doch sehr darauf schauen musste, ob alles richtig läuft/was sie denn jetzt wieder erzählt.
      Auch von der Qualität der Rezepturen war ich nicht in jedem Fall überzeugt. (Klumpig geht einfach nicht.)
      Ich weiß, dass ich damit den vielen PTA, die bemüht sind unrecht tue. Vor allem auch im Hinblick darauf, dass einige Apotheker nicht besser sind.
      Mit einer Zusatzausbildung könnte ich mich jedoch vermutlich anfreunden.

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  3. Aponette schreibt:

    Retaxe sind schon so eine Sache, wir haben diesen Monat gleich zwei! Rezepte über ein Hepatitis medikament „eingefangen “ – zweimal im Preis über 20.000€ – da bekommt man schon massiv Bauchweh. Warum? Ganz einfach, wir müssen die Summe vorfinanzieren, Einkaufspreis je so 18.500,- €, haben trotz genauer Prüfung der Verordnung die Gefahr, daß eine Retax kommt (Komma falsch, man kann es ja einfach mal probieren, was weiß ich), haben als Rohgewinn grade mal 550,-€. Unser Staat bekommt aber über die Mehrwertsteuer satte 3500,-€!!! Also gut das Sechsfache ohne Risiko und Arbeit. Und das beste dabei: wenn es eine Vollabsetzung gibt, darf Schäuble das Geld dennoch behalten, denn die MWSt. Wird nicht zurückgezahlt……

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    • ApothekerinAD schreibt:

      Ich drücke (für das nächste Jahr) ganz fest die Daumen, dass es gut geht und keine Relax kommt.
      Und ich unterschreibe an dieser Stelle, dass der Rohgewinn lächerlich gering ist im Vergleich zu Aufwand/Zeit/Risiko/…

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  4. Delilah schreibt:

    Finde das mit der nicht-möglichen Zusatzqualifikation für PTA auch etwas weltfremd…
    Das führt dann zu so kuriosen Dingen, dass meine Kollegin und ich (Apothekerinnen, sie seit 15 Jahren in der Industrie, ich immerhin seit 3…beide in dieser Zeit keine Apotheke von hinter der Theke gesehen) panisch von ehemaligen Praktikumsbetreuern angerufen werden, die dringend einen Tag Krankheitsvertretung brauchen, man hätte dann auch erfahrene PTA die für einen alles regeln.
    Das heißt man wäre nur als „Unterschriftenaffe“ da und muss sich (quasi halbblind) auf Leute verlassen, die man nicht kennt, von denen einem aber gesagt wird, dass die das können :-/ Aber wer dann bei Fehlern haften muss ist klar *seufzt*

    Nene, da sollen die erfahrenen PTA das lieber selber machen dürfen…zumindest kurze Zeiten in Ausnahmefällen…und evtl. mit dem Apothekenleiter in Telefonreichweite…

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  5. Raeblein schreibt:

    Nein liebes PTAchen da werden wir keinen gemeinsamen Boden finden so leid es mir tut.
    und ich glaube auch da treibt man den Teufel mit dem Belzebub aus.

    Mein Bauchgefühl sagt mir das diese „Vertrettung“ über kurz oder lang ausgenutzt wird, was nicht im Interesse der Apotheker sein kann, zu mal an diesem „Blind haften“ ja was dran ist, es ist Sein Geschäft das die PTA zu Grunde richtet, und sein guter Name während sie im Zweifelsfall wegen irgendetwas das auf „grobe Fahrlässigkeit“ endet davon kommt. (okay und ihren Job ist sie auch los.) das einzige was ich mir vorstellen könnte wäre ein „Rabat“ auf das Pharmaziestudium was die Anforderungen, die Dauer und den Zugang angeht. aber dann natürlich auch ne Gehaltsteigerung (und die kann der Apotheker vermutlich nicht bezahlen.)

    und was die Verbesserung der Personalsituation angeht hm nein ich glaube nicht, ich kann mir nicht vorstellen das jemand der PTA nicht macht weil es kein „Weiter“ danach gibt sagt „Oh jetzt darf ich Chef vertreten wenn er keine Zeit hat.“

    Den Job attraktiver macht man mit mehr Geld und oder weniger Arbeitszeit.
    oder mit einer anderen Zusatzqualifikation

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    • ptachen schreibt:

      Na klar würden wir da auch über mehr Geld reden während der Vertretungszeit. Zusammen kommen wir durch den „Rabatt“ auf das Studium, was von einer Zusatzlernzeit + Prüfung nicht so weit entfernt ist denke ich. Wo der Unterschied dabei sein soll seine Apotheke plus Haftung von einer erfahrenen PTA mit Zusatzqualifikation oder von einer im Zweifel frischgebackenen Apothekerin vertreten zu lassen verstehe ich allerdings nicht…

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      • Raeblein schreibt:

        Das manchmal (!) Erfahrung blind macht für neues „haben wir immer so gemacht.“
        und das eine Apothekerin im Zweifelsfall mehr zu verlieren hat als eine PTA.

        Und was das Geld angeht nicht nur während der Vertretungszeit sondern generell, denn machen wir uns nichts vor die Generation die gerade heranwächst hat größeres Bedürfnis nach Geld (muss es vielleicht auch haben wegen der Altersversorgung?) sprich wenn du wirklich Nachwuchs willst der dann auch noch bereit ist sich NÄCHTE um die Ohren zu schlagen dann wirst du ihm nicht sagen können „also wenn du alleine bist gibt es das Gehalt einer Apothekerin“ von der Bürokratie und der Gefahr des Betrugesmal gar nicht anzufangen. du wirst sagen müssen ab Abschluss der Ausbildung gibt es X Euros nach 2 (3?) Jahren kannst du eine Weiterbildung zur „Pillenkennerin“ machen und bekommst dann x+50% dauerhaft.

        Mal abgesehen davon ist der Apotheker doch Kaufmann (im Sinne HGB) sprich wenn er sagt ich kann den Dienst nicht machen ist das seine Entscheidung oder?

        oder sollte es hier eine sonderreglung geben, wie wäre es mit „Söldner apothekern“ die man eben „anheuert“ ggf. eben auf Kammer ebene. Weil ich denke zumindest in größeren Städten ist Nachts ja nicht „Kundenkenntnis“ (Frau meier verträgt Medikament X nicht) sondern Pharmazeutisches Wissen und gute Nerven gefragt oder?

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