Hilfsmittelärger

Vor ein paar Tagen kam ein Rezept über eine Kniegelenksorthese rein, bei der erst einmal unklar war, ob wir überhaupt liefern dürfen. Haben wir auch die dafür erforderliche Präqualifizierungs – Lizenz bei der Krankenkasse des Patienten? Da wir glücklicherweise inzwischen Re- Präqualifiziert sind  (jaaa, diese Wortschöpfung gibt es tatsächlich!) und auch diese Hilfsmittelgruppe darunter fällt haben wir die Orthese bestellt. Man muss wissen, eine Rückgabe des Produktes scheidet aus, da wir es über unseren Großhandel disponiert haben, und Orthesen kommen nicht so häufig vor, als dass wir für diese jemals wieder eine Verwendung haben. Daher wurde im Vorfeld wirklich alles formale richtig gut geprüft. Als die Orthese eingetroffen war riefen wir die Kundin an, damit sie sie abholen kann, und sie kam auch sofort – mit einem neuen Rezept. Die Arztpraxis hatte sich nämlich leider vertan, und den falschen Namen samt falscher Krankenkasse draufgedruckt. Da es keine Stammkundin war und das Alter ebenfalls passte konnte es uns nicht auffallen. Die Dame hat es aber bemerkt, weil sie auch den Medikationsplan unter dem falschen Namen mit nach Hause bekam. Also hatte sie bei der Praxis angefragt ob alles damit seine Richtigkeit hat. Dass das Auswirkungen auf ihre Bestellung bei uns haben könnte war ihr natürlich nicht klar gewesen, denn Otto Normalverbraucher kennt sich mit den verworrenen rechtlichen Regeln nicht aus. Wir fielen dafür aus allen Wolken, denn wir wissen jetzt gar nicht mehr, ob wir lieferberechtigt sind. Unsere Kasse zeigt nämlich an, dass vor der Abgabe bei dieser Krankenkasse ein Kostenvoranschlag einzureichen ist. Wenn wir Pech haben schicken die uns nämlich eine rote Karte und verlangen, dass unsere Kundin ein Sanitätshaus aufsucht. Dann hätten wir eine teure Orthese bestellt, die uns niemand erstattet. Schöner Mist!

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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5 Antworten zu Hilfsmittelärger

  1. ednong schreibt:

    Verursacher ist doch die Arztpraxis. Sollten die doch im Zweifelsfall bezahlen …

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    • Aponette schreibt:

      Gibt es einen Smilie, der vor Lachen vom Stuhl fällt? Wenn ja, dann den hier bitte einfügen. Die Arztpraxis soll grade stehen? Im Leben nicht. Da würde ich eher hin gehen und das Rezept abrechnen….

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    • ApothekerinAD schreibt:

      Das ist ein Wunschtraum:
      Die Apotheke wird für viele Fehler, die die Arztpraxis macht, retaxiert. Es ist meines Empfindens besser geworden. Beispielsweise wurden eine Zeit lang Rezepte nicht bezahlt, da statt: „Gemäß schriftlicher Anweisung“ „gem. schriftl. Anweisung“ auf dem Rezept stand. (Ich weiß, dass ist jetzt schon 3(?) Jahre her.)
      Ich bin mal gespannt, wie viele Retaxen wir bekommen werden, weil UNS bei der Rezeptkontrolle nicht aufgefallen ist, dass der Arzt seinen Vornamen und seine Berufsbezeichnung nicht aufs Rezept gedruckt hat. (An dieser Stelle: ich weiß, dass die Kassen eine Übergangsfrist vereinbart haben in der nicht retaxiert wird. Deswegen warte ich noch.)

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  2. Judi schreibt:

    Gibt es bei Euch kein Sanitätshaus in erreichbarer Nähe? Irgendwie käme ich ja nie auf die Idee, mit so einem Rezept in die Apotheke zu wackeln. Was sollt ihr denn noch alles machen? 0.0

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