Dennis‘ Kommentar

Lieber Dennis – mir ist klar, dass ich niemanden überzeugen kann , der eine feste Einstellung zu einem Thema mitbringt (ich lasse mich ja auch nicht vom Wert der Internetapotheken überzeugen). Es ist ein wenig eine „Glaubenssache“ ob man per se für Geschäfte am Ort oder den Internetversand plädiert. Trotz allem will ich gerne etwas zu deinen Kommentaren schreiben, und sei es auch nur dazu gut jemanden zu überzeugen, der noch nicht festgefahren ist.

1. Argument: Die Apotheke leistet keine echte Aufgabe, die sich nicht leicht und besser automatisieren lässt.

Dazu fällt mir spontan die  Rezeptur ein. Dieses Argument kann nämlich nur von jemandem kommen, der keine schweren Hautprobleme, keine kleinen Kinder mit schweren Krankheiten, und keinen Krebs hat, der bestrahlt werden muss. Ich habe in meiner PTA Zeit einige Rezepturen hergestellt, die Leben retten, verlängern oder erträglich machen, und das können „just in time“, auf hohem Niveau tatsächlich nur wir – die Apotheken. Und zwar jede einzelne ob in der Stadt oder auf dem Land.

2. Argument – Prüfung auf Echtheit der Rezepte, auf Neben- und Wechselwirkungen ist auch elektronisch machbar. 

Stimmt – theoretisch. Wenn DAS Argument aber der Preis sein soll wie es im Kommentar anklingt, dann stimmt es schon nicht mehr. Gesetzt der Fall die „Europa Apotheek Venlo“ hat heute 10€ Rabatt auf L Thyroxin und „DocMorris“ morgen 5€ auf Riopan Tabletten – wer soll dem Patienten dann sagen, dass er das nicht zusammen einnehmen soll? Von potentiell tödlichen Wechselwirkungen bei anderen Kombinationen ganz zu schweigen… 

3. Argument – Die Vorort- Apotheke hier berät mich nicht wie ich es gerne hätte

Zieht nicht, tut mir leid – das ist ein Totschlagargument.  Es ist die Pflicht und Verantwortung jeder Apotheke zu beraten. Tut sie das nicht, würde ich mir eine andere Stammapotheke suchen – gibt ja nicht nur die eine. Wird Homöopathisches angeboten und das entspricht nicht meiner Glaubensrichtung gilt dasselbe (ich persönlich würde homöopathisches nur nach direkter Nachfrage abgeben, aber das ist nur meine eigene Überzeugung – viele Kunden möchten dieses Zusatzangebot haben). Damit die Apotheken bundesweit in einheitlich qualitativer Hochwertigkeit beraten, schicken die Kammern Testkäufer in die Apotheken, die Schwachstellen aufdecken sollen. Ich selbst bin bereits 2x getestet worden, und empfand die Situationen als praxisnah und konstruktiv. Das könnte Schule machen. Aber einfach zu sagen „die“ Apotheken beraten alle nicht, deshalb muss das die Online Apotheke auch nicht leisten können ist mir zu flach. Ich habe auch einen Verbandskasten im Auto obwohl ich ihn noch nie gebraucht habe.

4. Argument – „Same Day Delivery“ ist für Online Apotheken flächendeckend auch bald möglich

Dennis – dir ist schon klar, dass die Apotheken die durch das EuGh Urteil nun billiger liefern dürfen ausschließlich im Ausland sitzen? Ich wage zu behaupten, dass die niederländischen Kettenapotheken es NICHT schaffen werden eine Lieferung binnen einer Stunde auf eine Nordseehallig oder ins tiefste Bayern zu versenden – nicht mal mit Flugdrohnen. Nutze du doch aber die Möglichkeiten die heute bereits von den deutschen Apotheken geboten werden! Per WhatsApp, Threema oder CallmyApo ist es ganz einfach bei der nächsten vernetzten Apotheke ganz simpel zu bestellen. Ist etwas nicht gleich an Lager kann es so bestellt werden, ohne dass man irgendwelche Wege doppelt laufen muss. Gebracht wird es dann auch am gleichen Tag. 

5. Argument – Die Gewerbetreibenden vor Ort sind alle unflexibel und teuer – Internet ist die Zukunft 

Lieber Dennis, bedenke: DU bist schon aus beruflichen Gründen was das Internet und seine Möglichkeiten angeht up to date – ist Deine Oma das auch? Sterben die Läden vor Ort aus, wo soll sie einkaufen, von wem soll sie den Herd angeschlossen bekommen, wo soll sie die Medikamente holen? Der Einkauf in der Apotheke um die Ecke ist meist teurer, aber man unterstützt damit eine Infrastruktur, auf die die Alten und die akut Kranken angewiesen sind. 

Und im Falle einer Pandemie ist es ebenfalls besser auf eine wohnortnahe Versorgung zu bauen als auf ausländische Kettenapotheken… „Die Apotheken sind schon tot, sie wissen es nur noch nicht“ schreibst du – aber noch sehe ich die besseren Argumente auf unserer Seite. In der walking ghost Phase fühlen wir uns noch nicht!

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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13 Antworten zu Dennis‘ Kommentar

  1. OtaconHC schreibt:

    Das einzige was ich noch über Versandapotheken beziehe ist ein rezeptfreies Mittel für meine Großmutter dass sie anders gar nicht finanzieren könnte von ihrer Rente.
    Also ich rede da von einem enormen Preisunterschied weil es eine Versandapotheke gibt die es gute 20% unter dem EK anbieten.

    Ansonsten spare ich doch gegenüber meiner Apotheke hier ums Eck nicht besonders viel.

    Beratung habe ich schon immer bekommen, natürlich man kennt mich seit Jahren und wird nun wenn ich „400er Ibuprofen bitte“ verlange mich nicht ständig beraten. Außer ich würde verdächtig viele davon kaufen.
    Aber gerade wenn ich zB. eine Erkältung habe hol ich mir die Beratung in der Apotheke.
    „Was für eine Art von Husten? Ah da haben wir das für Tagsüber und Abends vorm Schlafengehen das hier damit sie Durchschlafen können.“

    Same Day Delivery ist unrealitisch, das kriegen bezahlbar nur Onlineapotheken hin die nah am Wohnort sind. Ansonsten kostet es dann vermutlich so viel Aufpreis dass ich auch mit dem Taxi zur nächsten Apotheke fahren kann.

    JA ich kenne die Preise die Paketschubserfirmen für so etwas nehmen.

    Vor allem bei Rezeptplichtigen Mitteln halte ich es für komplett ausgeschlossen.
    Eine Onlineübertragung gibt es nicht, und wenn es nach mir geht wird diese auch die nächsten Jahre nicht geben. Denn weder unsere Regierung noch die entsprechenden Verbände haben genug Peilung von IT-Sicherheit.
    Der Postbote wird dann aber garantiert auch kein Rezept überprüfen, und eigene Boten werden die auch nicht einsetzen, das lohnt sich nicht.

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  2. Aponette schreibt:

    Mir graust vor der Welt, die Dennis sich da her wünscht: sollen wir alles nur noch online bestellend? Wie sollen dann die Innenstädte aussehen? Lauter leer stehende Geschäfte und ein Heer Arbeitsloser? Es gibt Leute, die gerne in ein Geschäft gehen und mit anderen Menschen reden.
    Mit wem soll Oma Meier dann wenigstens einmal pro Woche noch reden? Wer bemerkt, dass Frau Müller so undeutlich redet und überprüft mal ihre Medikamente? Nicht der Arzt, der wird sie vielleicht noch einmal im Quartal sehen, weil seine Praxis völlig überlastet ist, weil jetzt alle die, die im Moment erst mal zu uns kommen, direkt zum Arzt rennen müssen. Wir haben circa 200-280 Kunden am Tag, davon sicher 80-100, die wegen leichter bis stärkerer Beschwerden zu uns kommen um hier schnell und unbürokratisch ohne jede Wartezeit Rat und Hilfe zu bekommen. Jetzt stellt Euch vor, nur die Hälfte davon muss zu Arzt, weil es keine Apotheke mehr vor Ort gibt. Unser Gesundheits-System wäre innerhalb kürzester Zeit völlig überlastet und kollabiert.
    Dann immer das blöde Argument, die Apotheke biete nie von sich aus etwas günstiges an. HALLO, SAGT DIR DIE VERKÄUFERIN IN DER BOUTIQUE: Nehmen sie doch das Shirt für fünf Euro, das tut es doch genau so.??? Wenn ich die Wahl zwischen zwei gleich guten Arzneimitteln habe, biete ich natürlich das an, bei dem ich die bessere Marge habe. Dafür muß ich mich doch nicht entschuldigen.

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  3. Die Unsoziale schreibt:

    Ach. Bestimmte Mittel bestellen wir ja auch in der Versandtapotheke. Unser Jahresvorrat Ibuprofen und meine ABC-Pflaster. Warum? Bei den Ibus keine Diskussion (nein, das finde ich nicht schlimm – aber ich als Kopfschmerzenchroniker mit verschiedenen Lokalisationen und keiner gefundenen Ursache brauche dann doch ein paar mehr als der Durchschnitt, auch wenn ich inzwischen viel runtergefahren habe… und fühle mich halt mit ner Packung mehr immer noch sicherer) und meine ABC-Pflaster, weil sie niemand in der Menge hat, wie ich sie kaufe (in der Regel 4 Doppeltüten; das ist immer das erste Mittel gegen den Schmerzen, um nicht so viele Ibus zu nehmen… und 4 Doppeltüten halten bei mir unter Umständen auch nur zwei Monate – wobei das seit meiner Krankzeit deutlich besser geworden ist… seltsam 😀 ).
    Mein Freund kauft sich noch Vaseline drüber (hier mehr aus Faulheit).

    Ansonsten… immer brav zur Apotheke. Und auch immer drauf hingewiesen, dass ich durchaus Schmerzmittel nehme.
    Schon wegen der individuellen Beratung gehe ich gerne zu Apotheken. Auch Ibu und die Pflaster versuche ich inzwischen häufiger über die lokalen Märkte zu beziehen (auch wenn ich gerade wegen den ABC-Pflastern inzwischen komisch angeschaut werde, weil ich jedes Mal „so viele wie sie da haben“ sage :D).
    Allein schon wegen der Geschichte mit meinen Migräneattacken, wo ich verzweifelt was gesucht habe, was wirkt und der Apotheker kompetent beraten hat (ursprünglich wollte ich Migränemittel, er riet dann aber zu den für mich unverträglichen Aspirin, weil Migräne schon zu weit fortgeschritten war und waren dann bei MCP-Novamin-Tropfen angekommen, was dann auch wunderbar wirkte… hätte im Versandt nicht so geklappt)

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  4. jdkrueger schreibt:

    Man merkt, daß tatsächlich noch zu wenige wirklich Ahnung haben, wie sich die Welt verändert. Natürlich braucht es noch ein paar Jahre, bis die Apotheken den Weg der Tante Emma Läden gehen. Das neuste Urteil hat das aber beschleunigt.

    Mein Tipp: In 5 Jahren ist das von mir geschilderte Szenario Realität.

    – Rezeptur kann man zentralisieren.
    – Wechselwirkungen sind mit dem elektronischen Medikationsplan im Griff.
    – Für die Beratung reicht auch das Telefon
    – Same Day Delivery kommt sofort flächendeckend, sowie Amazon noch mehr Druck macht. Maximal 2 Jahre.
    – Meine Oma braucht schon seit vielen Jahren keine Medikamente mehr. Meine Mutter (Rentnerin, Notebook, iPhone – wer unterschätzt die Reiter eigentlich alle so?) wohnt auf einem noch kleineren Dorf und freut sich jedes Mal riesig, was man alles online bestellen kann. Die müsste nämlich selbst für die Apotheke ins Auto. Dann lieber ins Haus geliefert und günstiger.

    Natürlichkeit ist dieses „aber wir sehen die Menschen, reden mit Ihnen, sind oft der einzige Ansprechpartner und können auch auf Dinge hinweisen, die keiner fragt“ richtig. Aber such ein Totschlagargument und nicht direkt sachlich. (Und ist in der Praxis auch einfach nur für max. 10 Prozent der Patienten richtig.)

    Und ich weiß gar nicht, ob ich super glücklich darüber bin, dass Apotheken weiter sterben werden. Aber es wird so kommen.

    Wie gesagt: Apotheken sind tot. Sie wissen es nur noch nicht. Und es wird nur noch wenige Jahre dauern, bis sie es (wirklich) merken. (Denn, wenn wir ehrlich sind, die fetten Jahre sind ja längst vorbei. Das Ende hat schon begonnen.)

    Erinnert sich noch jemand an Kaufhäuser? Oder Buchläden? Beides gibt es noch – aber beides ist praktisch tot, verglichen mit vor 15 Jahren.

    Brave new world.

    Viele Grüße
    Dennis

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  5. Aponette schreibt:

    Beratung geht nicht am Telefon! Oder wie willst Du Dir einen Ausschlag übers Telefon zeigen lassen, komm mir nicht mit Skype oder FaceTime, liebe Oma, heb mal deinen Fuß in die Kamera?
    Ich muss nicht nur hören, wie ein Husten klingt, ich muss mir auch dabei den Menschen ansehen, wie er hustet. Am Telefon kann ich nicht sehen, ob jemand der mit Rückenschmerzen kommt, schon schief steht oder sich bewegen kann. Und sag bitte nicht, die Patienten können das doch beschreiben, nein, können viel gar nicht! warum wohl hapert es so mit der tollen Tele-Medizin? Weil ein Arzt seinen Patienten als greifbaren Menschen vor sich haben muss. Und das geht uns in der Apotheke genauso. Hätte mir Frau X. Ihren Ausschlag damals nicht gezeigt, sondern nur beschrieben, dann wäre ich vermutlich nie drauf gekommen, dass es eine Gürtelrose war und ihr erst nur eine Kortisoncreme empfohlen, was die ganz Sache nur verschleppt und massiv verschlimmert hätte. So hab ich sie direkt zum Doktor geschickt und sie bekam gleich die richtige Behandlung. Das hätte ich aber auch über einen Bildschirm nicht erkennen können.
    Oder wie oft ergibt es sich in einem Beratungsgespräch, daß ich feststelle, hoppla, da liegt ein ganz anderes Problem zu Grunde, als der Laie-Patiente selber denkt. Die Versandapotheken werden sicher ihre Telefon-PTAs dazu anhalten schön lange mit dem Patienten zu telefonieren und selber aktiv nachzufragen. Nix da, die werden ihren Fragenkatalog abarbeiten nach Schema F und dann haben sie ihr QMS erfüllt und überhaupt warten da ja schon die nächsten fünf Kunden in der Warteschleife. Die Welt wird wieder ein Stück unpersönlicher und kälter werden, denn das war dann nicht ein nettes Gespräch zwischen dem PTAchen und der Frau Müller, sondern eine austauschbare Telefonistin mit minimalen Kenntinissen, die dann eventuell mal schwierigere Fälle an die Telefonapothekerin weiter gibt und wenn dann die vom Konzern vorgegebene Zeit abgelaufen ist und das Gnaze unrentabel wird, verweist man Frau Müller eben wieder an den Arzt. Der wird aber erst Recht keine Zeit mehr haben, weil ja ca. die Hälfte all derer, die früher mal kurz in der Apotheke ihre Beschwerden abgeklärt haben jetzt bei ihm im Wartezimmer sitzen. Eben weil sie von Angesicht zu Angesicht mit einem greifbaren Menschen reden wollen. Und nicht mit der anonymen Telefonstimme, die mit einem verdächtig indischen Akzent spricht und die Oma Bauer so schlecht versteht. So schlecht, daß sie statt drei mal täglich einmal mal verstanden hat und jetzt mit eine schweren Lungenentzündung auf Intensiv liegt. Sie konnte nämlich auch nicht mehr richtig lesen und so schön und ausführlich der Beratungsbrief der Versandapotheke auch war, was hilft es, wenn niemand da ist, der ihn vorließt?

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    • OtaconHC schreibt:

      Die haben nicht mal eine Frage katalog in Aller Regel.
      Aber Schema F stimmt. Denn es kommt nur auf eines an. SCHNELL!

      Es muss eine Quote erfüllt werden und die Warteschlange darf nur X Minuten lang sein.
      Eine ordentliche Beratung ist da nicht das Ziel, sondern eine schnelle und den Kunden dazu bringen etwas zu bestellen.

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  6. Nanny Ogg schreibt:

    An den Tod der Apotheken glaube ich auch nicht. Es mag sein, dass eine Versandapotheke gut ist für diejenigen, die genau wissen, was sie brauchen. Aber sobald jemand nicht mehr in ein Schema passt – Gewicht, Alter, Allergiker, multimorbid, überempfindlich – da braucht es eben doch Fachleute vor Ort. Eine Apotheke kann nicht alle Medikamente vorrätig haben. Aber für Patient X, der seine Medikamente immer in einem bestimmten Rhythmus benötigt, wird das auch schon mal vorab bestellt, damit es da ist.

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  7. ApothekerinAD schreibt:

    Ich muss an dieser Stelle sagen, dass ich das Körnchen Wahrheit in Dennis Kommentar fürchte.
    Ich denke nicht, dass die Apotheke sterben wird. Allerdings wird sich der Markt meiner Meinung nach verändern. Folgende ist meine Überlegung: Nach den Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern (Schweden, GB, und man wird jetzt die Entwicklung in Italien sehen), wird man die Dorfapotheken sterben lassen. Im Anschluss wird dann das Fremd- und Mehrbesitzverbot gekippt mit der Begründung die flächendeckende Versorgung aufrecht zu erhalten und in 10 Jahren arbeite ich in einer Apothekenkette und bin nicht mehr meinem Gewissen sondern dem Geldbeutel meines Arbeitgebers verpflichtet. Dann werden die Preise im Gesundheitswesen steigen. (siehe Schweden)
    Ich hoffe sehr, dass diese Entwicklung hin zu einem Mono- (oder auch Oligopol) verhindert wird.
    Ich möchte an dieser Stelle auch auf die undurchsichtige Preisgestaltung eines Onlinehändlers mit „A“ aufmerksam machen. (Je nach Nachfrage x-mal am Tag den Preis geändert.) Ich wünsche viel Spaß beim Mehrbezahlen während Erkältungswellen.

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    • ApothekerinAD schreibt:

      Jetzt habe ich komplett das Thema Datenschutz vergessen.
      Sollte es tatsächlich eintreten, dass ich mit einem Arzt skype, der mein Rezept an die Apotheke elektronisch weiterleitet und diese mir das Medikament liefert, wer sagt mir dann, dass meine Daten dann nicht von einem externen Dienstleister mit einer weiteren Information (Alter, Wohnort, Partyfoto auf FB,…) verknüpft wird und ich dadurch eine schlechtere Behandlung/höhere KK Beiträge/… bekomme.
      Nur mal als Gedanke.
      Sorry für den Bandwurm. 🙂

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      • OtaconHC schreibt:

        Der Umgang mit persönlichen Daten ist im Versandhandel ja jetzt schon grausig, auch bei Versandapotheken.

        Ich möchte nicht zu viel sagen, aber geht einfach mal davon aus dass eure Daten nicht mal im Ansatz ordentlich geschützt und Verschlüsselt werden.

        Wenn irgendwo wieder mal einer an eine Datenbank eines Webservers kommt war es das, alles frei verfügbar

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  8. Boreal schreibt:

    Wir haben bisher die Versorgung der Zuhause Sterbender vollkommen außer acht gelassen. Sicher, es entscheidet sich heutzutage nur noch eine Minderheit, zu Hause zu sterben.
    Jeder, der in der Apotheke arbeitet, kennt diese Patienten. Es kommen immer mehr Rezepte und dies täglich und am Ende stehen die Angehörigen mehrmals am Tag in der Apotheke. Die Schnelligkeit die wir bieten, kann auch kein Same Day Delivery bieten.
    Meinen letzten Sonderwagen vom Großhandel hatte ich für ein Betäubungsmittel/Sehr starkes Schmerzmittel für einen sterbenden Achtjährigen. Und natürlich liefern wir sowas auch ausserhalb des Botendienstes sofort nach Ankunft in der Apotheke aus. Die Angehörigen haben nämlich 1000 Sachen im Kopf und sind froh, wenn man Ihnen nur das kleinste bischen abnimmt.
    Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, was jede Apotheke in Deutschland für die Versorgung von Schwerstkranken an Service und Dienstleistungen auf sich nimmt, um es den Leuten ein kleines bischen einfach zu machen.
    Das Problem ist, wir reden nicht drüber.
    Doc Morris wirbt mit dem Pharmazeutischen 4 Augen Prinzip.
    Das ist bei JEDEM Vorgang bei uns Standard.
    LG Boreal

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  9. Zeddi schreibt:

    Ich bin Anfang 30 und sehr sehr internet-affin, ich bestelle (Da der Buchhandel wirklich bescheiden hier geworden ist seitdem – lange vor Amazon – alle guten Läden von der Thalia Kette aufgekauft worden sind) fast alles an Büchern aber auch Elektronik Krams (Spätestens seit dem alle kleineren Händler hier durch Media-Markt & Saturn verdrängt wurden sind … ich glaub ihr versteht was ich meine) bei Amazon ein, es ist wirklich sehr praktisch, geht schnell, große Auswahl, oft preiswerter e.t.c.

    Dennoch würde ich nie auf die Idee kommen bei einer Versandapotheke etwas zu bestellen.

    1. Der Persönliche Kontakt bei deutlich intimeren Fragen als „welches Buch lese ich gerne) fehlt komplett. (Ich denke das wird bei der älteren Generation sogar noch intensiver sein). Eine „echte“ Person bewertet man doch noch ganz anders als eine „Anonyme Telefonstimme“ ein „Beraterchat“ e.t.c. zudem: Denkt mal an die „Hochqualifizierten“ Hotlines aller möglichen Unternehmen.

    2. Selbst bei Same-Day Lieferung ist das nicht vergleichbar mit dem sofortigen mitnehmen gängiger Produkte.
    Typischer Fall: Ich bin Krank, brauche Antibiotika und ein Schmerzmittel z.B. wegen einer Mandelentzündung (hatte ich schon öfters) oder etwas für irgend einer Form des akuten Brechdurchfalls oder so.
    Ich schleppe mich also völlig K.O. zum Arzt, mir wird das Rezept ausgestellt, schnappp mir die Medis bei der nächsten Apotheke und ab wieder ins Bett -> Schlafen, denn schlafen ist bei mir die Beste Medizin.
    Bei der Same-Day Lieferung müsste ich mir dann nen Wecker! stellen aufstehen und mich „Vorzeigbar“ halten um den Boten die Tür aufmachen zu können. Wenn er denn kommt.
    Ganz 100% klappt das ja selbst bei Amazon nicht immer, und ist dort extrem teuer, selbst für Prime-Mitglieder. Für Versandapotheken (aus dem Ausland) wird das ja nicht Billiger. Ist die Marge da so groß das es für den Kunden „Umsonst“ sein wird?
    Und wenn das immer mehr um sich greift, auch in anderen Branchen, was für Auswirkungen hat das auf unser Straßennetz? Zurzeit wird ja viel „Gebündelt“ geliefert, aber Fahrzeuge die „SameDay“ machen bei den Paketdienstleistern wird man nicht mal Ansatzweise so auslasten können = mehr Fahrzeuge auf den Straßen.
    Was ist mit Schwierigen Verkehrssituationen, z.B. Flächendeckend Wetterbedingt. Oder man erinnere sich an die Poststreiks e.t.c.

    3. Für das Gros der Menschen sind „Apothekenkosten“ nicht sonderlich spannend im „normalen“ Budget. Hier mal ne Chreme, da mal ein Rezept, dort mal die „freien“ Schmerzmittel. Ob ich nun mit nem zwei-personen-haushalt im Monat rund 15 EUR in der Apotheke bezahle oder 13,90 EUR bei irgendwelchen Versandapotheken ist doch völlig egal, dafür wird kaum jemand seine Verhaltensweise ändern (Der Mensch ist ein Gewohnheits-Tier), da die meisten eigentlich mit den Apotheken und ihren Preisen relativ Zufrieden sind. Anders als Ärzte, bei denen man keinen Termin oder nur zu unzeiten einen bekommt, war das im „bekanntenkreis“ zumindest auch noch nie ein Thema. Dafür kriegt man ja nichtmal ne Tüte Pommes.
    (Bei Chronisch Kranken Personen sieht das u.U. anders aus)

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  10. Hexe schreibt:

    „Sie haben gerade Medikament ABC von Firma XYZ gekauft, andere Kunden kauften auch DDE, FGH, …“ „Aufgrund Ihrer letzten Betrachtungen empfehlen wir heute Medikament-Brauchst-du-eigentlich-nicht von Firma Noch-nie-gehört“ Nein danke! Da gehe ich lieber in meine wohnortnahe Apotheke, oder eine, welche gerade auf dem Weg liegt.
    Zum Glück muss ich meine Kranke Kasse nicht so oft in Anspruch nehmen. Aber wenn ich etwas benötige, dann JETZT und nicht morgen oder in einer Woche.
    Auch ich bestelle gelegentlich Dinge im Internet, aber Medikamente gehören definitiv nicht dazu. Wer garantiert mir denn, dass die Medikamente nicht schon 5 mal durch die bunte Republik und wieder zurück geschickt wurden? Wer sorgt bei extremen Temperaturen oder unsachgemäßer Beförderung dafür, dass die Medikamente beim Transport keinen „Schaden“ nehmen? Ich möchte keinen Hustensaft haben, der in der Flasche eingefroren ist, weil er über Nacht in einem LKW aus Usbekistan nach D transportiert wurde und dann noch im Paketverteilzentrum oder im Lieferfahrzeug Temperaturen unter 0°C ausgesetzt war.
    Dann lieber in die Apotheke um die Ecke gehuscht, im guten Glauben, dass hier alles korrekt transportiert und gelagert wurde.
    @PTAchen Danke für den unterhaltsamen Blog. Ich konnte mir schon sehr oft das laute Lachen nicht verkneifen. Zum Glück hab ich ein Einzelzimmer 🙂

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