Gedanken zum Versandhandel und Apothekenlinks der Woche

Politisch gesehen war es für die Apotheken in Deutschland in den letzten Wochen ein extremes auf und ab. Zuerst dieses wirklich üble EuGh Urteil, dann dir Hoffnung auf ein schnelles RX Versandverbot, das sich vorerst schon wieder zerschlagen hat. Ständig die Mahnungen von „oben“ doch bitte die Füße still zu halten und sich nicht strafbar zu machen indem man selbst Boni an Kunden verteilt, und dann doch wieder einige Kollegoiden die durch egoistisches Verhalten versuchen Tatsachen zu schaffen. Dazwischen die oberpeinliche und unverständliche Kampagne der ABDA mit einem geöffneten Karabinerhaken für mehr Sicherheit zu sorgen. Wir standen jedenfalls kopfschüttelnd vor dem neuen Plakat. Das soll nun das beschworene „aus allen Rohren schießen“ bedeuten? Wenn ich dieses Zitat im Zusammenhang mit „Kabiner“ höre denke ich an ein Schnellfeuergewehr – und dann kommt sowas. Traurig aber irgendwie typisch Apotheke. Auch dass man meint die „breite Öffentlichkeit“ mit einer solchen Anzeige in der FAZ zu erreichen ist schon fast rührend naiv. Rot anzustreichen im Kalender wäre bei Ausstrahlung der neue Apothekentest bei der ARD Sendung „W wie Wissen“. Stellt euch mal vor… er war positiv für die VorOrtApotheken! Selten genug leider – aber da waren auch weder Herr Glaeske noch Herr Lauterbach mit beteiligt. Vielleicht sollte man alles auch pragmatisch sehen. Jemand meinte letzte Woche im Gespräch mit mir, dass letztlich die Verbraucher mit ihrem Einkaufsverhalten darüber abstimmen werden ob sich unsere Beratungs- und Fürsorgequalität durchsetzt. Er meinte

„Lass die Leute doch dort bestellen, sie werden schon sehen was sie davon haben wenn sie auf einmal die rabattierten Arzneimittel zugeschickt bekommen, weil niemand „pharmazeutische Bedenken“ hat etwas auszutauschen. Lass sie doch ein von DPD zerdrücktes Paket aufmachen in dem die Novaminsulfon Tropflasche zersplittert ist weil sie in der Versandhalle damit Fußball gespielt haben. Lass sie sich doch ärgern wenn Medikamente fehlen weil sie nicht lieferbar waren und niemand hat beim Arzt angerufen um ein Austauschpräparat zu finden. Glaub mir, die kommen irgendwann alle reumütig wieder zurück zu euch und werden dort nie mehr was bestellen!“

Schön wäre es… und das schönste wäre wenn bis dahin noch keine VorOrtApotheke hätte schließen müssen und noch keine Krankenkasse ihre Mitglieder dazu gezwungen hätte im Ausland zu bestellen.

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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9 Antworten zu Gedanken zum Versandhandel und Apothekenlinks der Woche

  1. Sabine schreibt:

    Wir hatten einen Kunden, der zwischen Bestellung (eines Artikels auf Rezept) und der Belieferung durch den Botendienst umgezogen ist. Und auf dem Rezept stand noch eine ganz andere Adresse.
    Da müsste sich ne Versandapotheke auch sehr clever anstellen.

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  2. Sarah Pta schreibt:

    Hach ja. Der eine Fall, als Brilique nicht lieferbar war und die Post gestreikt hat. 😜

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  3. Boreal schreibt:

    Ja son 4 Wochen langer Poststreik, der hätte jetzt was…..

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    • ednong schreibt:

      Was soll der bringen? Für die Versandlieferung gibt es genug Alternativen, selbst für das zu verschickende Rezept gibt es meist alternative Postdienstleister. Und im Zweifelsfall kommt die Versandapotheke dem Kunden mit Rabatten und Wertgutscheinen entgegen, für den ganzen Streß.

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      • Boreal schreibt:

        ednong, wenn die Medis im Streik festhängen, fällt den Betroffenen auf einmal auf, das es dieses Problem „Poststreik“ bei der Versorgung durch die Vor Ort Apotheke nicht gab und das man dort schnell und zuverlässig versorgt wird.Und Wertgutschein und Rabatte helfen nicht, wenn ich meine dringend benötigten Medis nicht habe oder wandeln sich die Wertgutscheine plötzlich in die ausgegangenen Tabletten um?

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      • ednong schreibt:

        Ja, das fällt auf. Schuld ist dann natürlich der Versender. Und nach mehreren Hin- und Hergesprächen dann vielleicht doch die Post, kann also niemand was dafür.

        Wer es billiger haben will, will es billiger. Und da Poststreiks äußerst selten sind …
        … außerdem ersetzt selbstverständlich die Versandapotheke die Medis, schließlich hat sie den Versender ausgewählt und wußte ja vorab, dass dort ein Streik ansteht.

        Und außerdem läßt sich Patient dann ein zweites Rezept ausstellen. Bedeutet also letztlich nur Mehrarbet für andere, bei Null Einsicht des Patienten/Kunden.

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  4. Delilah schreibt:

    Hast du dich schon mit der Petition beschäftigt? Ich lasse dir mal den Link hier…

    https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2016/_10/_21/Petition_68125.nc.html

    Wenn du dafür bist, kannst du ja vielleicht einen eigenen Blogartikel dazu machen, weil hier in den Kommentaren versauert das sonst…Ich finde es sehr wichtig, dass wir da jetzt unsere Netzwerke aktivieren, damit man was erreichen kann, bevor es zu spät ist!

    Gruß,

    Delilah

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  5. Pingback: !Volksentscheid! | apothekentheater

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