Preisgestaltung bei RX Medikamenten 

Aufgrund der heutigen Kommentare zeigt sich wieder einmal, dass viel über die Apotheken und deren Preise geschimpft wird, ohne dass man weiß, wie sich die Preise eigentlich herleiten. Wir hätten beispielsweise gar nicht besonders viel Spielraum die Preise herunter zu senken, wenn denn nun die RX Preise freigegeben würden. In Deutschland sind beispielsweise durch das AVWG (Arzneimittelversorgungs- Wirtschaftlichkeitsgesetz) seit gut 10 Jahren Naturalrabatte verboten worden. Das macht es schwer, günstig einzukaufen, die Rabatte an die Kunden weiterzugeben und gleichzeitig noch wirtschaftlich zu arbeiten. Auch sogenanntes „Preisdumping“ seitens der Hersteller wurde damals verboten ohne dass konkretisiert wurde, was das eigentlich bedeuten soll. Übrig blieb ein flaues Gefühl im Magen bei jedem Angebot das die Vertreter unterbreiten weil man ständig das Gefühl hat etwas anrüchiges zu tun. Doch konzentrieren wir uns auf die Preisgestaltung auf dem RX Sektor (zum besseren Verständnis: verschreibungspflichtige Medikamente). Diese dürfen also im Einkauf so gut wie gar nicht rabattiert werden, so dass die Apotheken – sollte die Preisgestaltung wie im Kommentar angeregt freigegeben werden – diese Rabatte von folgenden Gewinnmargen abziehen muss:

1. Beispiel allgemein und umfassend

2. Beispiel kurz und verständlich 

Also ist nicht so wahnsinnig viel zum einsparen da. Deshalb werden die kleinen und mittleren Apotheken auch langsam immer weniger, auch wenn es sicher irgendwo immer ein Dorf mit 3 Apotheken gibt bei denen zwei überflüssig erscheinen – das ist die Ausnahme und nicht die Regel. Die ausländischen Apotheken müssen sich an diese Gesetze jedenfalls nicht halten. Sie dürfen bei den Herstellern billiger einkaufen und jetzt auch noch den Verbrauchern Rabatte geben wie sie lustig sind. Fair ist das nicht, das wäre es aber eben auch nicht, wenn wir deutschen Apotheken Rabatte geben dürften. Weil wir im Gegensatz zu den Niederländern ja nicht billig einkaufen dürfen – wir würden uns zu Tode rabattieren. Ebenfalls sei hier nochmal ganz deutlich gesagt weil es offenbar falsch verstanden wurde: das Versandverbot das wir uns wünschen bezieht sich AUSSCHLIEßLICH auf rezeptpflichtige Arzneimittel! Ibuprofen oder andere rezeptfreie Medikamente betrifft das überhaupt nicht! Für weitere Fragen bin ich immer bereit Auskunft zu geben. Ich denke, wir werden besser verstanden wenn wir uns die Zeit nehmen dieses komplexe Thema für die interessierten Leute in Ruhe aufzudröseln. Auch wenn es manchmal mühsam erscheint – wie soll der „Otto Normalverbraucher“ wissen, dass der Arzneimittelpreismarkt ein ganz spezieller ist, den man eben NICHT mit anderen Märkten vergleichen kann?

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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Eine Antwort zu Preisgestaltung bei RX Medikamenten 

  1. gedankenknick schreibt:

    Bitte Kritiker nicht mit Fakten verwirren! Sonst kommen Sie mit Ihren Argumenten durcheinander. Dies sieht man z.B. sehr gut an den derzeitigen Meinungsäußerungen gewissen FDP-Mitarbeiter…

    Gefällt mir

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