Vier Liter Meduzin…

…hätte sie gerne, sagte Pippi Langstrumpf vorhin im Film. Als der Apotheker fragte gegen was sie denn helfen soll fiel ihr viel ein. Gegen Keuchhusten und Masern soll sie wirken, und gegen Fieber, Kopfschmerzen und sogar schmutzige Füße – nur dürfe sie nicht so sehr stinken. Bis auf die letzten zwei Wünsche scheint jetzt ein universell einsetzbares Kraut nicht nur gewachsen zu sein, sondern seit gestern auch legal mit Rezept über Apotheken beziehbar – Cannabis wurde endlich als Medikament legalisiert. Und zwar nicht nur der Wirkstoff, der als „Dronabinol“ bereits über BTM Rezept lief, sondern das Kraut selbst. Lange Zeit wurde dafür gekämpft, denn es ist tatsächlich für sehr viele Dinge nutzbar: gegen Übelkeit, gutartiges Tumorwachstum, Epilepsie, Asthma, Migräne, MS, Appetitlosigkeit, Krämpfe, Rheuma, Arthritis, Rückenschmerzen, Herpes, Lungenemphysem, verschiedene Alterserkrankungen und vieles mehr. Zukünftig darf es also auch für andere als für als austherapiert geltende Patienten verordnet werden. Man fragt sich unwillkürlich, warum das eigentlich so lange gedauert hat, denn ich erinnere mich, dass ich bereits vor gut 15 Jahren den Vortrag einer Interessengemeinschaft zu diesem Thema angehört habe. Möglicherweise hat sich die Politik damit schwerer getan als nötig, aus Angst damit der allgemeinen Legalisierung der Droge Vorschub zu leisten. Ich persönlich empfinde zwiespältig was das völlige Freigeben von Cannabis angeht. Es macht wohl nicht so stark abhängig wie zum Beispiel Alkohol, aber – und da wird mich niemand vom Gegenteil überzeugen – manche Menschen werden es doch. Das geht mit Wesensveränderungen einher und kann ein ganzes Leben umkrempeln. Andererseits sehe ich auch die Problematik, dass sich die Justiz ständig mit Kleinstmengenbesitzern befassen muss und die Beamten sicherlich sinnvolleres mit ihrer Zeit anfangen könnten. Nun denn – es ist ja noch nicht so weit, und bis dahin begrüße ich es, dass zumindest die kranken Menschen von der heilenden Wirkung dieser alten Kulturpflanze profitieren dürfen! Wie und wo wir sie zukünftig bestellen können werde ich dann wohl morgen erfahren, denn heute war mein letzter Urlaubstag. Ich fange erst mal langsam mit einem Samstag an zu arbeiten und schau mal, was sich verändert hat seit ich weg war…

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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2 Antworten zu Vier Liter Meduzin…

  1. ednong schreibt:

    Wenn das Zeug nur nicht so stinken würde …

    Aber à propos stinken : welcher Alkohol empfiehlt sich in welcher Menge für das Selbstgemachte frostfeste Wischwasser fürs Auto?

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  2. Shark schreibt:

    Ich finde diese ganze „Das ist doch eine gefääääährliche Droge! Einstieg in die Szene!!!!eineinelf“ Haltung so absurd. (Natürlich vertreten von Leuten, die mehr oder minder regelmäßig Alkohol konsumieren, da das in unserer Gesellschaft als normal gilt. Ich möchte mal wissen, ob es irgendeinen Politiker gibt, der nicht sein Gläschen Wein oder Bier trinkt.)

    Gerade wenn man alten Leuten sagt: „Canabis ist nicht das böse Zeug, was sich die Junkies spritzen, sondern der Knaster, den dein Opa früher geraucht hat“, kommt der „Ach sooo!“- Effekt.

    Bevor die USA aus ähnlichen politischen Gründen, die auch zur Prohibition geführt haben, Cannabis zu einer Bösen, Staats- und Gesellschaft zersetzenden verteufelte, war es da und in Europa nicht unüblich, Hanf in den Tabak zu mischen. Und das nicht erst bei Hippies und Co.

    Guckt:
    https://freestland.wordpress.com/2010/12/28/wilhelm-busch-opp-platt-krischan-mit-der-piepe/

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