Wer einmal eine Reise tut…

…der kann was erzählen! Passend zum Fortbildungsthema diese Woche kontaktierte mich meine Schwester aus dem Urlaub in der Karibik. Ein Bekannter von ihr hat stark allergisch auf die Sandflöhe dort reagiert, und musste die infizierten Quaddeln an den Beinen von einem Arzt dort entfernen lassen. Dieser hat ihm ein Antibiotikum i.v. eingegeben und Dimenhydrinat Tabletten gegen die Allergie verschrieben. Sie hatten das Rezept dort in einer Apotheke eingelöst, nichts dazu erfahren und 20$ für 7 Stück ohne Verpackung bezahlt. Die Frage von ihr war: war das okay so? Hmmm… andere Länder andere Sitten sag ich mal. Dimenhydrinat als Mittel der 1. Wahl gegen eine Allergie zu benutzen ist hier in Deutschland sicherlich nicht okay, da gibt es wirksameres mit weniger Nebenwirkungen. Aber vielleicht kann man in der Karibik auf nichts besseres zurückgreifen? 20$ erscheint auf den ersten Blick ebenfalls extrem happig für etwas, das bei uns nicht einmal die Hälfte kostet – aber auch hier gilt: man weiß nicht wieviel dort unter welchen Bedingungen produziert werden kann, und auf der Insel wird sicherlich alles vom Festland importiert werden müssen. Einheitliche Preise wie hierzulande – Pustekuchen. Also in dem Fall ist auch das okay. Dass sie nichts dazu erfahren haben hat bestimmt etwas mit der Sprachbarriere und dem Ausbildungsstand der dort verkaufenden PTA (?) zu tun. Mein Ratschlag war erstens dafür zu sorgen, dass bei dieser Konstellation von Arzneimitteln nicht allzu viel Kalium ausgeschwemmt wird – Mittelchen zur Elektrolytersetzung bei Durchfallerkrankungen hat sie ja dabei. Zweitens sollte sich der geplagte Mann von der Sonne fernhalten, denn unter einem hohen Antibiotikaspiegel in karibischer UV Belastung hat er ganz schnell nicht nur einen kleinen Sonnenbrand sondern deutlich schwerwiegendere Probleme. Wenn man nun im ersehnten Urlaub weder Strand  (wegen der Sandflöhe), noch Sonne  (wegen Verbrennungsgefahr) genießen darf, was fällt einem da sofort ein um den Schmerz in Bein und Seele zu betäuben? Genau. Der Alkohol. Das führt direkt zu Warnung Nummer drei: weglassen dat Zeuch. Erstens ist es schlecht für die Leber, die wahrscheinlich im Moment genug damit zu tun hat die Medikamente zu verstoffwechseln, und zweitens wird der gute Mann sowieso schon eine verminderte Reaktionszeit haben. Das hat er sowohl dem Antibiotikum als auch dem Antihistaminikum zu verdanken. Wenn er nun noch ungebremst auf die Nase fällt hat er noch weniger Spaß an seinem Urlaub. Worst case also. Noch schlimmer wäre es nur gewesen, hätte seine Frau statt ihm das alles durchmachen müssen? Warum? Weil dann noch etwas wegfällt was Spaß macht…

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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10 Antworten zu Wer einmal eine Reise tut…

  1. ednong schreibt:

    Ich vermute mal, dass auch der Mann unter Antibiotika daran nicht mehr allzu viel Spaß haben wird, denn meistens wirken diese Mittel eher der Potenz entgegen …

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