Wie soll man das erklären…

Manche Dinge sind schwer zu erklären – wie auch, wenn man selbst dahinter kaum einen Sinn erkennen kann? Heute war es zum Beispiel eine Verordnung über Calcium Brausetabletten der roten Firma mit den zwei Buchstaben. Als wir das Rezept bedrucken wollten leuchtete uns dick und fett die Nachricht „Nichtarzneimittel, nicht verordnungsfähig“ vom Bildschirm entgegen. Seltsam, bisher ging das doch immer… Wir haben nämlich Brausetabletten mit genau der gleichen Zusammensetzung von der blauen Firma mit den fünf Buchstaben da, und da hatten wir bisher keine Probleme. Tatsächlich – gibt man probehalber die andere PZN ein, so ist die Übernahme ohne Schwierigkeiten machbar. Das liegt daran, dass die rote Firma keine Zulassung zum Arzneimittel für ihr Produkt beantragt hat (wahrscheinlich zu teuer) und es als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, die blaue Firma hingegen Forschung und Gelder in die Zulassung gesteckt hat und daher auf Kassenrezept verordnet werden darf. Oft hat sogar eine einzige Firma zwei identische Produkte auf dem Markt – eines für die Verschreibungen, und eines zum selbst bezahlen. Voltaren Schmerzgel und Voltaren Emulgel zum Beispiel, oder Laif 900 Balance und Laif 900. Andere Verpackung, gleicher Inhalt, einmal apothekenpflichtig und einmal verschreibungspflichtig. Nur – was mache ich jetzt mit meinem Calcium Kunden? Er hat gleich kundgetan, dass er das der roten Firma keinesfalls selbst bezahlen möchte, und nicht versteht, warum wir nicht die Brausetabletten der blauen Firma stattdessen abrechnen können. Also gab es wieder einen Anruf in der Praxis, die das Problem ebenfalls nicht begreifen, aber uns ein neues Rezept versprechen. Warum ist es nur manchmal so kompliziert in der Apotheke?

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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12 Antworten zu Wie soll man das erklären…

  1. ednong schreibt:

    Ja ehrlich,
    warum macht ihr denn immer alles so kompliziert? 😉

    Schließlich kannst du doch auch in den Supermarkt gehen, nimmst dir die Eier vom Biohof und läßt sie über die EAN der Billig-Eier abrechnen. Sollte doch auch gehen, ehrlich. Macht der Kunde bestimmt jede Woche einmal …

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  2. aponettesplauderei schreibt:

    Ich bin gestern auch in Erklärungsnot gekommen, als es um Zuzahlung und Mehrkosten für Augentropfen ging. Sch*** Festbeträge …..

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  3. Pingback: In Erklärungsnot…. | aponettesplauderei

  4. gedankenknick schreibt:

    Das Ca-BTb-Problem habe ich regelmäßig alle 3 Monate. Dann kommt der Patient wieder mit demselben (datumsaktulisierten) Rezept wie immer. Folge:
    1) Anruf bei der Praxis.
    2) Erklärung des Problems.
    3) Händische Änderung des Rezepts
    4) Gegenzeichung des Arztes (blöder Weise ohne Änderung in der Patientenkartei)
    5) Belieferung des abrechnungsfähigen AM
    Und 3 Monate später… siehe 1). *seufz*

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    • ednong schreibt:

      Echt? Da hätte ich der Praxis mal ein Foto gemacht, wie es auszusehen hat. Und dabei dann gleich eine Auflistung, was sie sich und anderen an (Arbeits-)Zeit ersparen.
      Oder alternativ: dem Kunden nur noch einen Zettel mitgeben, auf dem steht „Same procedur as last quarter …“

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      • gedankenknick schreibt:

        Die Problemstellung ist:
        §1 Der Arzt wird nicht für den Rezept(ausstellungs)Fehler bestraft, sondern der Apotheker.
        §2 Warum sollte sich der Arzt dafür interessieren, wenn doch gemäß §1 eh (nur) der Apotheker bestraft wird?
        §3 Sich geistig einmal damit auseinanderzusetzen verschiebt man deswegen aufs nächste Mal.
        §4 wait (3 month); goto §1

        Ich weiß, dass nicht alle Ärzte so sind, aber leider ein paar. Und wenn ich da durch die Praxis hüpfe wie Rumpelstielzchen, reden die dann überhaupt gar nicht mehr mit mir. Was beim nächsten Mal die Situation auch nicht einfacher machen wird…

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      • stuttgarterapothekerin schreibt:

        Danke für das Lächeln im Gesicht! Ich seh Dich gerade hüpfen…
        (und könnte bei bestimmten Praxen mithüpfen…und oft liegts nicht nur am Arzt, sondern auch an den Damen am Empfang – unabhängig von der zugrundeliegenden Qualifikation Arzthelferin oder MFA, da ist das Engagement der bessere Gradmesser für die gut funktionierende Kommunikation bzw Praxisführung)

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