Frühstücksgespräche

Heute beim Frühstück hat Lea gefragt, ob wir eigentlich viele Retaxfälle haben, denn seit sie bei uns ist hat sie (toi toi toi) noch keinen mitbekommen. Nein, haben wir glücklicherweise nicht. Der Chef meinte, es wäre vielleicht einer im Monat, und der sei auch noch ab und an unberechtigt und wird nach Anfechtung fallen gelassen. Ansonsten sind die Fälle meist im Hilfsmittel Bereich. Wir sprechen da aber auch offen drüber, und keiner zeigt mit dem Finger auf den anderen nach dem Motto „die da hat Mist gebaut“. Ist jedem klar wie die Retax (letztendlich der meist vermeidbare Fehler) zustande gekommen ist, passiert sowas selten genau so ein zweites Mal. Manche Apotheken haben ja extra eine PTA angestellt, die sich den halben Tag um nichts anderes als die Retaxen kümmert- das wäre hier undenkbar! Herrn Lauterbachs neuester Blödsinn und die geplatzte „Talkrunde“ mit der ABDA und den Vertretern der Versandapotheken war das nächste Gesprächsthema. Dann habe ich erzählt, dass ich nach dem Koalitionsgipfel in allen Medien zunächst umsonst nach den Ergebnisgesprächen zum Thema RX- Versandhandel gesucht habe. Darüber wurde wieder mal nur in der Fachpresse berichtet. Das ist offenbar für den Otto Normalverbraucher ein absolutes Nischenthema, und für uns doch so wichtig. Obwohl es sogar in einem meiner PTA Foren die ein- oder andere Kollegin gibt, die noch nicht mal vom EuGh Urteil etwas mitbekommen hat. Der Chef meinte, dass sowas auch der Apothekenleitung anzukreiden ist, so etwas nicht zu thematisieren. Das gibt es wohl nur an Arbeitsplätzen ohne Frühstücksgespräche – vermutlich die gleichen Apotheken die so viele Retaxen haben, dass sich halbtags jemand darum kümmern muss. Es sollte überall mehr miteinander gesprochen werden!

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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3 Antworten zu Frühstücksgespräche

  1. ednong schreibt:

    Generell ist die Kommunikation unter- oder miteinander eine gute Idee. Immer. Also fast immer.

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  2. Judi schreibt:

    Frühstücksgespräche sind meistens gut und viel einfacher zu „organisieren“ als regelmäßige Meetings.

    Was das Nischenthema betrifft – wieviel liest Du in der Presse darüber, wie Physio- und Ergotherapeuten von den Kassen bezahlt – oder nicht bezahlt – werden, nachdem sie auf eigene Kosten eine 3jährige Ausbildung und meist noch diverse teure mehrwöchige Fortbildungen gemacht haben? Und wieviel (unbezahlten) Aufwand sie mit Prüfen und Bitte um Korrekturen der Rezepte haben etc.?
    Wie oft wird ausführlich und objektiv über die Problematik der Fallpauschale in Krankenhäusern berichtet?
    Oder unmedizinisch und ein kleineres „Publikum“ betreffend:
    Wieviel liest du über die Problematik bei der Ausbildung von Hufschmieden (wie wichtig die ist werden Pferdebesitzer erst verstehen wenn es keine mehr gibt, weil das Problem selbst in der „Branche“ totgeschwiegen wird).

    Jede Nische hat ihr Thema. Leider ist offenbar keine davon interessant genug sie für die „breite Masse“ aufzubereiten, weil man wohl nicht sehen/zugeben will, dass in fast jeder Branche die Probleme nicht nur die betrifft die dort arbeiten sondern noch viel mehr andere Menschen… :-/

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