Gierig und verabscheuenswert

Vor einiger Zeit ging es durch die Presse: ein Apotheker hat Krebsmedikamente gepanscht, und damit das Leben vieler Menschen aus reiner Habgier zerstört. In manchen im Labor hergestellten Zytoststikabeuteln war zu wenig Wirkstoff enthalten, in manchen gar keiner. Außerdem hat sich der Herr Apotheker im Reinraumlabor wohl verhalten wie ein Schwein, ging in Straßenklamotten dort hinein, wo steriles Arbeiten Voraussetzung hätte sein sollen, und nahm sogar seinen Hund mit. Es ist für mich ein absolutes Rätsel wie jemand mit dieser Schuld leben kann, das Leben, die Hoffnung, die Gesundheit und das Glück von so vielen Menschen zerstört zu haben.

Überführt wurde dieser Verbrecher von zwei seiner eigenen Angestellten, die nicht damit leben konnten mit ihrer Arbeit nicht zur Heilung, sondern zum Tod der Patienten beizutragen.

Ein guter Bericht darüber findet sich bei der PTAheute – auch mit Verweis auf die Seite von correctiv. Eine traurige Geschichte, eine die wütend macht, aber auch eine, die mich verwundert. 

Wie kann es sein, dass in diesem extremen Ausmaß – und das über Jahre – betrogen wird ohne dass irgendeine Aufsichtsbehörde etwas merkt? Für mich ist diese Person ein Serienmörder, jemand der Leid über Menschen gebracht hat die ohnehin schon aufgrund ihrer Diagnose am Abgrund stehen. Ich hoffe, dass er auch als das verurteilt wird was er ist: als Serienmörder. 

Er wirft durch sein Beispiel leider das schlechtmöglichste Licht auf seine Berufsgruppe, und das in den jetzigen Zeiten…

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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4 Antworten zu Gierig und verabscheuenswert

  1. Chou schreibt:

    So etwas ist echt krass. Ich frage mich, wie die Angestellten bei sowas, wo es wirklich direkt um Menschenleben geht, so lange zuschauen konnten?
    Hoffentlich bekommt dieser Apotheker seine gerechte Strafe, für uns Apothekenangestellte ist so etwas extrem ärgerlich und nicht nachvollziehbar.

    Gefällt 1 Person

  2. TFH schreibt:

    SO als nicht Pharmazeut erstmal spannend zu erfahren, dass ein Apotheker so eine Reichweite hat. (Vielleicht wäre da mal ein Hintergrundartikel interessant, wie das mit der Produktion so ist)
    Eine Geschichte mit „Hund im Reinraum“ hab ich schonmal von nem Reinraumtechniker gehört, vor ein paar Jahren.. ob das der gleiche war – oder ob es mehr Idioten gibt, die sowas machen ?

    Was die „Informationspolitik“ angeht, so seh ich das als hochkritisch an, aufgrund des Noceboeffektes..
    Die Information, Medikamente von einem Betrüger bekommen zu haben, kann da ggf einen immensen Schaden anrichten..
    schwierig…

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