Warum studieren PTA keine Pharmazie?

Das ist ja eines der Lieblingsargumente der Menschen, die nicht nachvollziehen können warum sich manche PTA über ihre berufliche Sackgasse ärgern. 

Zum einen denke ich ist es einfach die Zeit. 3 Jahre schulische Ausbildung im Anschluss an die normale Schulzeit hat man als PTA ja bereits hinter sich – dann nochmal 4 Jahre an die Uni zu gehen und den Eltern weiter auf der Tasche liegen will auch nicht jede. Zumal irgendwann auch die Frage nach Kindern aufkommt. Ist man dann nämlich mit 25/26 Jahren endlich fertig mit der Lernerei möchte man auch erst einmal eine kleine Weile arbeiten… und nicht jeder kann sich vorstellen mit der Familienplanung zu warten bis man Mitte 30 ist (kann auch böse nach hinten losgehen).

Außerdem: ist man bereits PTA, dann hat man bei der Arbeit einige Apotheker kennengelernt, samt ihren Klagen über die verkrusteten Strukturen beim Studium, das harte „aussieben“ der Studenten, den Lehrplan, dessen Inhalte offenbar völlig an dem vorbeilaufen, was man tatsächlich als Rüstzeug in einer Apotheke gebrauchen kann.

Man fragt sich unwillkürlich: will ich mich ernsthaft noch 4 oder mehr Jahre mit so vielen unnötigen Dingen herumquälen, nur um später quasi den selben Job weiter zu machen den ich sowieso schon habe, nur mit größeren Kompetenzen und mehr Gehalt?

Es ist ein Abwägen der Gewichtigkeiten, und für mich persönlich wäre der Weg in ein Studium nicht der ins Pharmaziestudium gewesen. Eine gut befreundete PTA hat sich vor ein paar Jahren einen Ruck gegeben und ein Medizinstudium aufgenommen. Das ist zwar ebenfalls hart – sehr hart- aber danach erwartet einen auch ein völlig anderes berufliches Umfeld. Wenn man in einer Apotheke nicht glücklich ist, dann ist diese Entscheidung sicherlich die Beste.

Über ptachen

PTA mit Leib und Seele.
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5 Antworten zu Warum studieren PTA keine Pharmazie?

  1. -thh schreibt:

    Freilich gibt es gute Gründe, nicht (Pharmazie) zu studieren.

    Nur begründet das noch nicht, Kompetenzen zu fordern, für die das Studium der Pharmazie Voraussetzung ist … Es erscheint mir nicht ausgeschlossen, dass es nachvollziehbare Gründe dafür gibt, an den Abschluss einer Ausbildung oder den Abschluss eines Studiums unterschiedliche – nun ja, Berechtigungen zu knüpfen.

    (Man kann hier „PTA“ im Übrigen problemlos durch „Rettungsassistent“ oder „Notfallsanitäter“ ersetzen und „Pharmazie“ durch Medizin.)

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    • ptachen schreibt:

      Ich denke diese „Forderung“ (die im übrigen keine ist, sondern eine Hoffnung, ein Vorschlag, eine Überlegung) kommt daher, dass diese Kompetenzen früher an „Vorapprobierte“ oder Pharmazieingenieure verteilt wurden, die ebenso kein abgeschlossenes Pharmaziestudium vorzuweisen haben.
      Apothekerassistenten haben damals nur eine zweijährige Ausbildung innerhalb der Apotheke genossen und waren dann vertretungsbefugt. Diese Ausbildung wurde dann zum PTA abgeändert, aber die Vertretungsbefugnis wurde gestrichen. Die Hoffnung ist dahingehend, dies wieder zuzulassen – unter bestimmten Voraussetzungen.

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  2. aponettesplauderei schreibt:

    Ich habe über Deinen Betrag lange nachgedacht und eine Antwort auf meinem Blog geschrieben.
    Weiß eigentlich jemand, wie man auf DocCheck einen Kommentar abgeben kann?

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