Heute abend im Ersten…

…kommt der 100000ste Bericht darüber, dass freiverkäufliche Schmerzmittel potenziell tödlich sein können. Ach was…

Eigentlich meint man immer, es dürfte klar sein, dass eine eigenverantwortliche Einnahme eines Schmerzmittels ohne ärztliche Verordnung nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht mehr als 10 Tage im Monat erfolgen sollte. Aber wie so oft ist der Mensch ja weniger „sapiens“ als sein Artname vermuten lässt.

Aber ich nehme mich da selbst auch nicht aus… noch vor etwas mehr als einem Jahr nahm ich täglich 4 Novaminsulfon und 6 Ortoton. Wenn es Schmerzspitzen gab auch gerne mal noch zwei Dolormin extra dazu. Gut, dass meine Hausärztin mich dann irgendwann trotz zusätzlichem Bandscheibenvorfall zum Urologen statt zum Orthopäden geschickt hat, sonst hätte ich sicherlich heute noch Schmerzen.

Aber es gibt genug Menschen, die aufgrund von Kopfschmerzen zum Schmerzmittel greifen, dieses dann aber so häufig und lange einnehmen bis der Schmerz vom Entzug kommt wenn sie es absetzen.

Das ist aber schon lange bekannt, genau wie die Tatsache, dass man sich mit zu vielen Paracetamol Tabletten die Leber so stark schädigt, dass es zum Exitus kommt.

Warum also noch eine Sendung? Sommerloch? Naja – vielleicht wird es ja doch noch interessant. Ich schau es mir mal an…

Über ptachen

PTA mit Leib und Seele.
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6 Antworten zu Heute abend im Ersten…

  1. Pharmama schreibt:

    Ist doch ein Klassiker. Und vielleicht merken dann doch ein paar mehr, dass das halt Medikamente sind (und keine Bonbons). Stichwort: „Das hat mir noch nie jemand gesagt!“ – hast Du sicher auch schon gehört, auch wenn Du deine Kunden und Patienten regelmässig darauf aufmerksam machst. Interessanterweise kommt das dann häufig von denen, die jegliche Beratung oder Abklärungen in der Apotheke als Bevormundung abtun und verweigern … schliesslich kennen sie das Mittel (lies: haben es auch schon einmal gehabt) …

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  2. gedankenknick schreibt:

    Dies muss so sein, denn schließlich wollen ja viele Verbraucher die Schmerzmittel völlig digital (denn Digital first – Ahnunghaben second!) in Tankstellen und Supermärkten kaufen. Und Tankstellen- und Supermarktangestellten ist nicht zuzumuten, dass sie pflicht(!)beratend dem Verbraucher mit auf den Weg geben, dass Schmerzmittel nicht mit Benzin bzw. Getränken aus dem verschließbaren Glasschränken runtergespült werden sollten. Steht schließlich alles im Beipackzette… äh in der Bedienungsanleitung.

    Und wie intensiv die Bedienungsanleitungen so gelesen werden, merke ich bei jedem mal, wenn wieder ein Patient mit seinem Blutzuckermessgerät nicht klar kommt und selbiges Kaputt!“ ist. In 95% der Fälle ist es ein typischer Did-Not-Read-Manual-Error. 😉

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  3. Judi schreibt:

    Gerade bei Paracetamol kann man gar nicht oft genug drauf hinweisen welche Gefahren es birgt. Es wird rezeptfrei (und meiner Erfahrung nach im Normalfall auch beratungsfrei) abgegeben, ist für Kinder und Schwangere geeignet und wird gerade deshalb oft als „harmlos“ angesehen. Viel zu vielen Leuten ist nicht klar, was das eigentlich ist. Und man kann eben NICHT davon ausgehen, dass jeder das weiß ;-). Allerdings kann man auch nicht davon ausgehen, dass die, die es nicht wissen gewohnheitsmäßig „Plusminus“ gucken, aber hoffen darf man ja *gg*.
    Und auch, wenn ich Dir glaube, dass es bei euch anders ist, in der Realität ist es halt so, dass man in vielen Apotheken (zumindest in allen in denen ich es bisher „ausprobiert“ habe, und das geht nicht nur mir so) nicht-rezeptpflichtige Schmerzmittel übern Ladentisch geschoben bekommt, ohne dass da was zu gesagt wird. Bei dem Preis auch kein Wunder, für zweieuroschnuffzich kann man keine minutenlange Beratung leisten.
    Und im Internet sowieso. Nicht nur bei den pöhsen Holländern sondern auch bei jeder deutschen Versandapotheke.
    Ich meine das übrigens gar nicht böse. Ich finde, von jemandem der in der Lage ist sich ein Medikament zu kaufen sollte man erwarten dürfen, dass er auch auch in der Lage ist die Packungsbeilage zu lesen.
    Ist aber leider oft nicht der Fall, von daher ist Berichterstattung sicher sinnvoll. Ach wenns die 100.000ste ist.
    Themen wiederholen sich doch eh immer. Ich sage auch bei der xten Sendung über den Pflegenotstand/den Klimawandel/Suchtkrankheiten/ whatever nicht, dass es nie wieder eine geben soll. Da können sie meinetwegen mit aufhören wenn es das Problem nicht mehr gibt, aber nicht vorher.
    Wenn es im TV täglich ausschließlich neue Nachrichten gäbe wäre das Programm nach ner Stunde rum (wenn überhaupt) 😉

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  4. ednong schreibt:

    Was ihr immer nur habt. Sterben die Ahnungslosen, gibt es anschließend weniger Probleme. Oder so. Vor allen Dingen um diejenigen, die keine Beratung haben wollen, weil sie eh schon alles wissen, ist es sicher nicht schade.

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  5. Shark schreibt:

    Gruselig wird’s ja erst, wenn wir hier auch irgendwann Amerikanische Zustände haben sollten, wo das Schmerzmittel á 500 Stück im „Bonbongläschen“ in der Drogerie zu kaufen ist.

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