Warten

Warten zu müssen ist für viele Menschen schwer auszuhalten. Doch offenbar gibt es Unterschiede wo das warten müssen geduldet wird, und wo nicht. Uns ist jedenfalls immer wieder aufgefallen, dass die Kunden in einer Apotheke viel weniger bereit sind zu warten als beim Arzt oder in einer Metzgerei. Vor kurzem hatte ich mit Birgit zusammen Dienst und war am Telefon, als eine Kundin herein kam. Birgit befand sich hinten um einen Schluck Wasser zu trinken und ging nachdem sie die Klingel gehört hatte zügig nach vorne. Bis sie (nach etwa 5 Sekunden) dort ankam würde sie bereits mit einem

„Na endlich! Ich hätte ihnen den ganzen Laden ausräumen können bis sie mal vorne sind!“

begrüßt. 

In allen Fortbildungen zum Thema „Zusatzverkauf“ wird darauf hingewiesen, dass die Kundschaft sich erst einmal im Laden umsehen soll bevor man sie begrüßt und bedient. Die Realität sieht aber anders aus. Ist das Warenangebot in der Apotheke zu langweilig als dass man sich dort gerne einmal unschauen möchte? Oder liegt es daran, dass Generationen von Apothekern den Angestellten eingebläut haben nur ja jeden Kunden in Sekundenschnelle zu bedienen bevor er sich umdreht und geht?

Grundsätzlich gibt es einige Artikel die das Phänomen „warten“ beleuchten, nicht aber die Frage wann und wo es besser ausgehalten wird. Wäre vielleicht eine Forschungsarbeit wert?

Heute hatten wir wieder Kunden, die mich schon gegen 8:10Uhr in der Apotheke haben werkeln sehen und mir signalisierten, ich möge doch schon einmal öffnen wenn ich denn schon da bin. Da ich aber erst öffnen darf sobald ein Apotheker anwesend ist musste ich bedauernd abwinken und die Kundschaft darauf vertrösten zu WARTEN 🙂

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6 Antworten zu Warten

  1. Shark schreibt:

    Tja, das sind die selben Leute, die sich ewig lange in Läden aufhalten, hier mal gucken, da mal vergleichen, da mal probieren, ob es etwas neues gibt, Aber wehe, WEHE, sie haben sich in die Schlange an der Kasse eingereiht und haben dann jemanden vor sich, der länger nach Kleingeld kramt oder die Schlange sonst wie aufhält. Dann sind sie auf einmal im Zeitdruck. Egal wie lange man im Laden herumgebummelt hat – an der Kasse hat es schnell zu gehen, Zack, Zack! Freiwilliges Zeitverschwenden ist was ganz anderes, als wenn man dazu gezwungen wird.

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    • ednong schreibt:

      Nun ja ist ja auch so 🙂
      Einmal bin ich Herr meiner Zeit, in anderen Fall sind es andere …
      Höflich ist es dennoch nicht.

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      • Shark schreibt:

        Das finde ich ja das bemerkenswerte, dass es darum geht, wer bestimmt, wie du die Zeit verbringst.
        Es ist ja nicht so, als hättest du an der Kasse plötzlich keine Zeit mehr und einen dringenden Termin. Es ist einfach nur so, dass es keinen Spaß mehr macht da Zeit zu verbummeln, so wie man es stundenlang vorher beim „Shopping“ getan hat.

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  2. kat_wirdgutesjahr schreibt:

    Ich gehe in die Apotheke, um mich gezielt beraten zu lassen oder Rezepte einzulösen. Ich würde nicht auf die Idee kommen, zu denken, dass ich mal in der Apotheke rumstöbern gehe. Natürlich bin ich auch bereit, zu warten. Es können nun mal nicht alle Kunden gleichzeitig bedient werden. Wenn aber bei langer Schlange noch ein Schwätzchen über Gott und die Welt abgehalten wird, bin ich auch genervt und schaue demonstrativ auf die Uhr.

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  3. Judi schreibt:

    Wofür man in einer Apotheke Zeit zum Umgucken braucht erschließt sich mir auch nicht, ich gehe da hin um Rezepte einzulösen *gg*. Von daher könnte ich jetzt trotz häufiger Apothekenbessuche gar nicht sagen, was die vorm Tresen alles im Angebot haben, obwohl man im Wartebereich direkt daneben steht. Nur die selbstgemachten Hustenbonbons, die Nagelscheren und die Zahnpflegekaugummis hätte ich auf dem Schirm, das steht alles auf der Theke *gg*.
    Aber auch ohne „Stöberablenkung“ habe ich kein Problem damit zu warten. Weder wenn ich alleine bin und jemand ne Minute braucht bis er kommt (ich gehe davon aus, er/sie hatte was wichtiges zu tun) noch, wenn Kunden vor mir etwas länger brauchen.
    Das einzige wo ich pienzig werde ist, wenn Kunden warten müssen während Privatgespräche geführt werden. Ist mir in der Apotheke aber noch nie passiert.

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  4. Nanny Ogg schreibt:

    Wenn ich in einer Warteschlange stehe nutze ich die Zeit und lese. Dann ist es egal, wie lange es dauert.

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