Fazit der Whistleblower…

Es ist ein undankbarer Job. Im Grunde sind nun beide Männer wirtschaftlich ruiniert und gesundheitlich durch den Stress angeschlagen. Aber alle zwei haben gesagt, sie würden es wieder tun. Aus einem Verantwortungsgefühl den betroffenen krebskranken Menschen gegenüber, und dafür dass sie sich noch im Spiegel in die Augen sehen können.

Beide Whistleblower sind nun seither arbeitslos und finden trotz vieler Bewerbungen keinen neuen Job. Das lässt tief blicken finde ich – offenbar gibt es in der Branche noch zu viele Möglichkeiten zu betrügen. Man sollte sich eigentlich eher fragen, ob die ANDEREN Mitarbeiter der Bottroper „Alten Apotheke“ noch irgendwo unterkommen!

Die Anderen? Die müssen ja nicht einmal irgendwo anders Lohn und Brot finden wie man meinen sollte, denn die arbeiten fröhlich weiter an ihrem angestammten Job. Denen wurde ja nicht gekündigt, und die Mutter dieses Mörders – ich schreibe das jetzt einfach mal so wie ich es empfinde – betreibt die Apotheken und Labore ihres Sohnes einfach weiter. Der sitzt im Kittchen und verweigert die Aussage. Die 56 Millionen Euro um die er die Krankenkassen beschubst hat werden ihm wahrscheinlich am Ende teurer zu stehen kommen, als die vermutlich vielen Toten und Schwerstkranken, die er sich durch die Abgabe von über 60000 Portionen gepanschten Krebsmedikamenten aufs Gewissen geladen hat.

Gewissen? Was ist das denn? Ach so – das ist diese hinderliche Einrichtung, die den beiden „Verrätern“ nun beruflich das Genick gebrochen hat. Der Apotheker, der das Geld zum Großteil bereits zur Seite geschafft hat, hat sich mit so etwas wahrscheinlich nicht weiter belastet.

Was ich auch schlimm fand war die Aussage des ehemaligen Bottroper Geschäftsführers, dass er eigentlich erwartet hatte, dass sich nun die Überprüfungsmechanismen verbessern würden. Dass nicht einfach nur alle 3- 4 Jahre eine angekündigte Begutachtung der Räumlichkeiten stattfindet, sondern dass nun gezielt die PRODUKTE der anderen Zytolabore stichprobenartig herausgefischt und getestet werden. Doch das hat (noch) niemand von den verantwortlichen Stellen veranlasst.

Wieso eigentlich? Wer sagt uns denn, dass dieser Betrüger der nun hinter schwedischen Gardinen sitzt der einzige war der trickst und streckt und unsauber arbeitet? Das sollte uns alle interessieren, denn jeden von uns könnte es irgendwann einmal treffen. Jeder könnte krank werden – oder Menschen die wir lieben – und jeder möchte doch so gut wie möglich behandelt werden. Ich verstehe jeden (!) der in diesen Tagen vor der „Alten Apotheke“ demonstriert und restlose Aufklärung sowie Prävention fordert. Und ehrlich gesagt verstehe ich keinen einzigen Mitarbeiter, der dort weiter für diese Familie arbeitet.

Über ptachen

PTA mit Leib und Seele.
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