Anstrengend…

…war heute mal wieder eine Diskussion um die Rabattverträge mit einem Kunden. Es gibt sie schon sooo lange, und manchmal habe ich das Gefühl ich hätte sie schon 10000x erklärt. An solchen Tagen wünschte ich, dass einmal ein Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen einen Tag bei uns verbringt und sieht welch ein Aufwand immer noch betrieben werden muss, um den Patienten die Rabattverträge zu erklären und „schmackhaft“ zu machen.

Richtig nett war heute ein Arzt, den ich anrief weil ein Patient einen Wirkstoff nicht vertrug den er ihm verordnet hatte. Zusammen suchten wir etwas passendes heraus, und am Nachmittag lag ein kleines Kärtchen mit einem „Danke schön“ im Briefkasten. Das war sehr erfreulich und es tat gut, dass unsere Hilfe offenbar wertgeschätzt wird.

Ich muss sagen, dass ich früher enger mit den Ärzten zusamengearbeitet habe, die in der Nähe meiner Vorgängerapotheke ihre Praxis betrieben. Bei den beiden Hausärzten, der Frauenärztin und dem Kinderarzt waren persönliche Gespräche schon beinahe an der Tagesordnung. Einer der Ärzte nahm mich sogar zwei mal auf einen Fortbildungskongress in der Nähe mit, den ich interessant fand. Als ich damals nach über 10 Jahren hier her wechselte nahm ich am letzten Arbeitstag mehrere Blumensträuße und Pralinenschachteln mit nach Hause – heutzutage denke ich, dass die Ärzte hier noch nicht einmal mit meinem Namen etwas anfangen können.

Das liegt aber auch mit an der Stuktur der Arztpraxen. Früher in der Stadt wechselten die Arzthelferinnen sehr häufig, so dass ein richtiges Vertrauensverhältnis zu ihnen nicht so recht wachsen konnte. Gab es Probleme mit einem Rezept, so verlangte ich normalerweise den Arzt selbst zu sprechen. Hier in der Vorstadt mache ich das mit den MFA aus, die schon so lange in der Praxis tätig sind, dass sie einen deutlich größeren Handlungsspielraum haben als ich das von früher gewohnt war.

So ist das überall anders – es soll sogar Praxen geben, bei denen liegen bereits unterschriebene Blanko Rezepte aus, die die MFA bei der Abwesenheit des Arztes einfach nur noch bedrucken müssen. So weit ist es hier zum Glück aber noch nicht 🙂

Über ptachen

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5 Antworten zu Anstrengend…

  1. aponym schreibt:

    In der großen Stadt unterschreibt auch mal die Arzthelferin i.V….allers schon erlebt… leider…

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  2. Alexander schreibt:

    Mal ganz pragmatisch gefragt: Was spricht gegen die unterschriebenen Blanko-Rezepte? Zumindest bei Patienten mit chronischer Krankheit, die regelmäßig das gleiche Zeugs verschrieben kriegen, kann das durchaus sinnvoll sein (da nicht jeder Patient so wie ich vorher anruft und seine Rezepte bestellt *g*). Ich habe definitiv Rezepte, die ich jedes Quartal benötige (Apidra, Lantus, Teststreifen, Pen-Nadeln, etc.).

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    • sttuttgarterapothekerin schreibt:

      wenn der entsprechende „Kunden“kreis das herausfindet und die Blanko-Rezepte findet, feiern sie ein Fest mit vielen berauschenden Dingen….nach eventuell nicht-legalem „Türöffnen“…
      Das kann durchaus auch für den Arzt negative rechtliche Folgen haben.

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      • Alexander schreibt:

        Dass Rezeptformulare (das gilt m.E. schon für nicht-unterschriebene) sorgfältig aufzubewahren und unter Verschluss zu halten sind, sollte doch eine Selbstverständlichkeit sein. Aber wenn dies das einzige Argument gegen einen kleinen Handbestand an blanko–unterschriebenen ist, dann steht die Argumentation auf eher schwachen Füßen.

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      • ptachen schreibt:

        Wenn ein Patient in eine Arztpraxis kommt, der Arzt ist nicht da und die MFA „verschreibt“ ihm etwas – wer haftet dann, wenn es schief geht? Der Arzt hat vielleicht nach dem letzten Besuch Medikament A durch B ersetzt, der Patient hat das vergessen, bemerkt zuhause lediglich, dass Medikament A nicht mehr ausreichend da ist und sagt „Einmal wie immer Frau Müller!“. Schon ist es passiert. Und das passiert häufig! By the way: der Arzt rechnet ja mit der KK eine Konsultation ab – rechnet er die auch ab wenn nur die MFA „konsultiert“ wurde? Ich befürchte es. Durch vorunterschriebene Rezepte ist das noch verlockender… Zu guter Letzt: die ein- oder andere MFA verordnet sich oder ihren Familienmitgliedern dann gerne mal eine halbe Hausapotheke voll Kram. Wird dann über Kind oder Enkel abgerechnet weil es dann nix kostet. Passiert leider auch häufiger als man meinen sollte…

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