Es kribbelt und krabbelt…

Nicht nur bei uns in der Apotheke ist das Phänomen bekannt – es gibt Familien, da tauchen diese Plagegeister nicht nur einmal auf, sondern ständig: die Kopfläuse!

Warum ist das so? Selbst wenn verschiedene Wirkstoffe ausprobiert würden, sie kommen immer wieder. Meistens sind es schlicht und ergreifend kleine Anwendungsfehler die dazu führen, dass man dieser Plage nicht Herr wird. Auch wenn es einen selbst von oben bis unten juckt wenn man mit den Patienten längere Zeit spricht – es lohnt sich auf jeden Fall zu fragen, WIE das Kopflausmittel angewendet wurde. Neben den üblichen Verdächtigen (zu kurze Einwirkzeit, zu wenig Mittel benutzt, Stellen auf dem Kopf ausgelassen) sind es vor allem folgende Fehler:

1. In der Gebrauchsanweisung steht irgend etwas von „handtuchtrockenem Haar“. Das bedeutet nur, dass das Haar leicht feucht sein sollte, nicht dass man ein Handtuch während der Einwirkzeit um den Kopf wickeln muss. Das saugt nämlich den Wirkstoff auf und verhilft auf diese Weise einigen Läusen dabei, zu überleben. Diese verbreiten sich danach fröhlich wieder. 

2. Noch mal zur Bedeutung von handtuchtrocken: das heißt, dass die nassen Haare mit einem Handtuch gut trocken gerubbelt wurden. Ist der natürliche Kopfschmuck nämlich zu nass, so ist auch das Mittel zu stark verdünnt um richtig wirken zu können.

3. Auch wenn es anders in der Gebrauchsanweisung stehen sollte: zur Sicherheit bitte IMMER nach 8- 10 Tagen die Prozedur wiederholen! Wenn nur eine handvoll Eier überlebt haben, fängt der ganze Zirkus wieder von vorne an.

4. Am besten ALLE Familienmitglieder behandeln. Auch die Erwachsenen!

5. Als Tipp: am Ende des auswaschens die Haare einmal mit 10%igem Obstessig spülen und danach mit dem Nissenkamm durch kämmen. Der verdünnte Essig löst nämlich den Kleber mit denen die Lauseier an den Haaren festgeklebt sind, und diese können rausgekämmt werden. Bitte richtig verdünnen, damit die Kopfhaut nicht leiden muss! Natürlich funktioniert normaler Essig Auch, aber Obstessig riecht einfach besser und verleiht dem Haar einen schönen Glanz.

6. Die Kämme und Bürsten mit einer alten Zahnbürste in Seifenlauge reinigen, und danach in selbiger für einige Stunden aufbewahren.

Hier ist die Übersicht aller gängigen Läusemittel:

gefunden bei der Pediculosis Gesellschaft

Viel Erfolg bei der Bekämpfung der Plagegeister… und ich geh mich mal ’ne Runde kratzen. Auf einmal juckt es üüüüberall am Kopf… seltsam…

Über ptachen

PTA mit Leib und Seele.
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9 Antworten zu Es kribbelt und krabbelt…

  1. nickel schreibt:

    Sollte man nicht auch seine Kleidung mal richtig durchwaschen? Setzt sich das Krabbelvieh nicht auch in Textilien ab? Gerade was Wolle und so angeht.

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  2. Neli schreibt:

    Bettwäsche wechseln, Plüschtiere im Plastesack für 14 Tage wegräumen und Mützen und Schals waschen das reicht, weil Kopfläuse brauchen unsere Körpertemperatur und unser Blut zum Leben. Sie legen ihre Nissen dicht an der Kopfhaut an die Haare und kleben ziemlich fest. Das erprobte Läusemittel in unserer Familie ist von mosquito med Läuse Shampoo10 einfach in der Anwendung und ich habe es immer nach 4 und 8 Tagen bei allen Familienmitgliedern wiederholt, dann ist man auf der sicheren Seite. Und immer schon während der Einwirkzeit mit dem Nissenkamm arbeiten, gerade bei langen Haaren bis zum Ende durchziehen, da findet man schon die Läuse und später die Haare strähnchenweise nach Nissen absuchen und auskämmen. Das sind meine Erfahrungen nach 6 Jahren wiederholter Läuseposten in Kindergärten und Grundschule und ich habe sehr lange Haare und fast immer welche abbekommen ( Kuschelkind).

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    • ptachen schreibt:

      Plüschtiere muss man nicht so lange wegpacken – die armen Kinder 😉
      3 Tage reichen dicke aus, denn länger als 2 Tage halten es die Läuse nicht ohne Blut aus

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    • stuttgarterapothekerin schreibt:

      Laut Wikipedia ist die Aktion Waschbär für Plüschtiere, Mützen und Schals nicht nötig – guckt ihr hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Kopflaus – Abschnitt Übertragungsweg beim Menschen, australische Studien.
      Und ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass die Biester nicht länger als 24 Stunden ohne Blutmahlzeit überleben. (finde gerade Stelle nicht) Kuscheltiere brauchen also auch nicht für 14 Tage weg…
      Elementar ist allerdings das nasse Auskämmen nach 4 und die erneute Behandlung nach 8 bis 9 Tagen.
      Und jetzt juckts mich auch 😉

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  3. Nanny Ogg schreibt:

    Eines meiner Kinder hat die lieben Kleinen aus dem Wartezimmer vom Kinderarzt mitgebracht. Das erste Mittel, das wir ausprobiert haben, hat leider gar nicht geholfen – nicht mal, als wir drei Stück mit dem unverdünnten Mittel beträufelt haben. In der Apotheke hätte ich das Geld dafür wiederbekommen können, habe es aber abgelehnt – was kann die Apotheke für die Resistenz der Viecher? Das zweite Mittel hat dafür super gewirkt.
    Was das Überleben angeht: Ich habe lebende Exemplare in einem dicht verschlossenen Glas aufbewahrt, selbstverständlich ohne füttern. Die waren erst nach 5 Tagen tot.

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