Neues in 2018 – Teil 2

Ebenfalls neu ist die Vereinbarung über die Teststreifenabrechnung mit der BARMER. Sie gilt bereits ab Neujahr 2018. Um die ganze Sache ein wenig zu verkomplizieren (zwei Preisgruppen reichen ja nicht aus), hat man jetzt drei Preisgruppen installiert. Die teure Preisgruppe A heißt jetzt PG3, die billige Preisgruppe B heißt PG2 und die superbillige (nochmal 2€ weniger als PG2) heißt PG1.

Vermerkt werden muss weiterhin bei Abgabe der billigen Teststreifen der VDAKen für die ebenfalls neuen Open House Verträge eine PZN, die den Apotheken für die Vertragserfüllung 50ct zubilligt, was aber im System nicht abbildbar ist. Klasse, oder?

Das alles wird vermutlich so kompliziert gestaltet damit sich am Ende überhaupt niemand mehr auskennt. Je mehr Rezepte retaxiert werden können um so besser für die KrankenKassen. Oder man verwirrt die Apotheker so sehr, bis sie den Kanal voll haben und sich selbst aus dem Verkehr ziehen (ähnlich der Inkontinenzversorgung die auch kaum noch jemand machen darf/will). Jede Kasse macht ihre eigenen Verträge bei denen sich jährlich die Abgabebedingungen ändern. Schwierig umzusetzen – sowohl für die Apotheken als auch für die Patienten. Um die Quoten für die billigen Teststreifen zu erfüllen (und der Strafe von 2- 2,95€ pro 50 Teststreifen zu umgehen) muss man viele Diabetiker auf ein neues System umstellen, und das will eigentlich niemand Betroffenes.

Zurecht? Ja, ich denke schon. Bei Birgits letzter Diabetes Schulung wurden alle gängigen Marken mit einer Testlösung mit bekanntem Glucosegehalt getestet. Heraus kam, was sicherlich niemanden verwundern dürfte: die teuren Streifen messen genau, die billigen hatten teilweise bis zu 10% Abweichung. Danach wird dann ja auch die Insulinmenge berechnet…

Falls man PI x Auge schätzen mag wieviel man sich spritzen muss – viel Spaß. Wir tun uns mit dem umstellen unserer Kunden weiterhin schwer und werden dafür in 2018 wohl wieder Strafe zahlen müssen.

Über ptachen

PTA mit Leib und Seele.
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4 Antworten zu Neues in 2018 – Teil 2

  1. -thh schreibt:

    Wobei sich dann die Frage stellt, wie relevant eine Abweichung von 10% ist. Der sichere Bereich ist – zumindest nach oben – ja doch recht groß.

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    • ednong schreibt:

      Nun ja,
      aber gibt es Menschen, bei denen es egal ist, wie genau die sich Insulin spritzen und Menschen, bei denen es wichtig ist?

      Wenn es die genauen Teststreifen gibt, warum muß man dann überhaupt die billigeren ungenauen Dinger haben? Bei Gesundheit sollte so ein Klassendenken nicht existieren, mMn.

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      • -thh schreibt:

        „aber gibt es Menschen, bei denen es egal ist, wie genau die sich Insulin spritzen und Menschen, bei denen es wichtig ist?“

        Das genau – die medizinisch erforderliche Genauigkeit – ist ja die Frage.

        „Wenn es die genauen Teststreifen gibt, warum muß man dann überhaupt die billigeren ungenauen Dinger haben?“

        Nun, das ist einfach: weil die genaueren Streifen teurer sind … Aufgabe der GKV ist es, mit den Versicherungsbeiträgen so sparsam wie möglich umzugehen und nur solche Kosten zu tragen, die notwendig sind. Wenn eine besondere Genauigkeit nicht erforderlich ist, gibt es keinen Anlass, sie zu bezahlen.

        (Und natürlich wird auch sonst gerne gespart. Das ist klar.)

        „Bei Gesundheit sollte so ein Klassendenken nicht existieren, mMn.“

        Solange sich niemand über steigende Kosten für seine Krankenversicherung beschwert, wäre das ein lösbares Problem. Die Bereitschaft, für die eigene Gesundheit Geld in die Hand zu nehmen, scheint mir aber im Allgemeinen eher gering ausgeprägt – für die Gesundheit anderer kann ich mir das noch weniger vorstellen.

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  2. Teure und billige Streifen unterscheiden sich allerdings nicht nur in der Meßgenauigkeit.

    So kann der Unterschied auf darin liegen daß der eine Streifen mit wirklich wenig Blut auskommt und man für den anderen den halben Finger ausquetschen muß. (und dafür dann vorher tiefer und schmerzhafter stechen muß)

    Oder es ist die Handhabung. Es gibt Streifen, die für Grobmotoriker (no offense) geeigneter sind als andere.

    Und jeder Streifen gehört zu bestimmten Geräten. Da gibt es die mit guter digitaler Tagebuchfunktion und die Gurken, die nix können. Oder mit integrierter Stechhilfe …

    Und zu guter Letztt: Dem Anwender gefallende Streifen erhöhen die Compliance. (ebenso wie wenig Abweichung). Und das wiederum erspart wesentlich mehr Kosten für Folgeschäden als das bissel Einsparen am Verkaufspreis.

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