Samstags in der Apotheke…

…kommt es mit schöner Regelmäßigkeit immer zur gleichen Situation: Kunden kommen mit schweren Krankheiten oder unklaren Symptomen zu uns und erwarten (!) dass man ihnen ein verschreibungspflichtiges Medikament aushändigt, das Dr. Google vorgeschlagen hat. Ihnen das auszureden und sie zu einem richtigen Arzt zu schicken ist schwierig. Das passiert auch nicht nur bei uns, sondern in vielen vielen Apotheken auf dem Dorf und in der Stadt – überall in Deutschland.

Dass der diensthabende Apotheker sich strafbar machen würde bei einer solchen Abgabe ohne Rezept ist den meisten dabei entweder nicht bekannt oder schlichtweg egal. Wer erlebt von Euch ähnliches, und gibt es sowas wie einen „Königsweg“ wie man damit umgeht? Man will ja auch der Kundschaft nicht vor den Kopf stoßen…

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PTA mit Leib und Seele.
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5 Antworten zu Samstags in der Apotheke…

  1. ApoPfalz schreibt:

    Oh ja, das leidige Samstags-Thema. Macht mir auch immer wieder Bauchschmerzen.
    Wichtig ist für mich: Nicht gleich auf Abwehr gehen à la „Das geht überhaupt nicht, wollen Sie, dass ich ins Gefängnis komme?“
    Einen Lösungsweg anbieten.
    – „Ich rufe mal schnell bei Ihrem Hausarzt an, vielleicht ist zufällig jemand da.“
    – „Ihre Hausarzt-Praxis gibt auf dem Anrufbeantworter an, dass Dr. XY die Vertretung übernimmt / dass Sie sich an den Ärztlichen Notdienst unter Telefon 116117 wenden sollen…. Im Notfall schickt Ihnen der Bereitschaftsdienst auch jemanden nach hause“
    – „Ich rufe mal kurz für Sie beim Bereitschaftsdienst an, ob Sie mit Ihrer Augenentzündung besser in die Augenklinik oder in die Bereitschaftspraxis fahren sollen“.
    – „Ich kann es schon mal für Sie zur Seite legen/ bestellen, damit es auf jeden Fall da ist, wenn Sie Montag früh mit dem Rezept kommen.“
    Das entschärft bei ca. 75 % der Anfragen die Situation und der Kunde geht zumindest mit dem Gefühl, dass ich mir für ihn Mühe gegeben habe und sein Problem verstanden habe.
    Für die restlichen („Aber ich hole das immer hier, die XY- Apotheke gibt es mir auch so, der Chef kennt mich, da ist schon in Ordnung, Sie sind schuld, wenn ich sterbe…“) habe ich leider auch keine Lösung.
    Das sind dann auch die, die Montags wiederkommen und sich beim Chef über Dich beschweren, Deine Entlassung fordern oder eine miese Bewertung bei Jameda schreiben. Da hilft dann nur ein dickes Fell und ein Chef, der hinter seinen Mitarbeitern steht.

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    • aponettesplauderei schreibt:

      In der XY Apotheke bekomme ich das IMMER … ja, was zum Henker sind Sie dann. HIER?
      Hab ich bisher noch nie genau so laut gesagt, aber gedacht
      Ich versuche immer eine non-rx Version zu finden, die es ja inzwischen häufig gibt. Ibuprofen 600 verlang, 400er ab mit dem dezenten Hinweis, daß man ja auch 1 1/2 nehmen kann, wenn nötig.
      Kortisonsalben gibt es inzwischen ohne Rezept, Diclo und Pantoprazol dito.

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  2. Nanny Ogg schreibt:

    Wie wäre es mit einem Info-Flyer „Rechtliches in der Apotheke“ o. ä.? Den kann man Kunden mitgeben bzw. zum Mitnehmen hinlegen/-stellen. Das wirkt etwas neutraler und weniger emotional. Nehmen ihn Kunden bereits ohne konkreten Anlass mit, dürfte das die Anzahl der Anfragen reduzieren.

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  3. Nanny Ogg schreibt:

    Ich hab schon vermutet, dass es keinen gibt. Warum nicht selbst einen verfassen?
    Dazu braucht man kein teures Programm, das geht auch in Word.

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