Rückschlag für die Apotheker

Eigentlich galt sie bereits als sicher gesetzt für den Job als Gesundheitsministerin: Annette Widmann- Mauz. Doch jetzt kommt es doch anders als gehofft: Jens Spahn, der langjährige gute Freund und Geschäftspartner von Max Müller – des CSO von DocMorris – beerbt Herrn Gröhe als Minister. Das ist bitter für die öffentlichen Apotheken, denn somit ist nicht mehr davon auszugehen, dass dem Versandhandel von verschreibungspflichtigen Medikamenten Einhalt geboten werden wird – egal was in den Koalitionsverhandlungen festgeschrieben wurde.

Jens Spahn hat schon früher gerne Geschäfte zu seinem persönlichen Vorteil getätigt, die mit seinem Abgeordnetenstatus kollidierten. Lobbycontrol hat ihn daher bereits seit Jahren auf dem Schirm, und auch der FOCUS berichtete über die intransparenten Geschäftemachereien mit seinem Freund Max Müller. Auch die Beteiligung an einem Steuersoftware- Unternehmen parallel zur Arbeit als Finanzstaatssekretär wird von anderen Politikern als „grotesk“ und „bedenklich“ bezeichnet.

Er ist ein großer Befürworter der Digitalisierung des Gesundheitsmarktes, hält viel von Big Data und ist in diesem Bereich wohl ganz auf der Linie mit einem weiteren guten Bekannten (der jetzt auch noch eine Wohnung von ihm mietet): Mr. Digitalfirstbedenkensecond Christian Lindner. Dass dieser auf die Apotheker nicht gut zu sprechen ist, ist allseits bekannt.

Es weht uns nun zukünftig wohl weiterhin ein scharfer Wind um die Nase. Auf die CDU als wohlgesonnenen Partner verlassen können wir uns nicht mehr. Doch wer weiß schon was Frau Merkel vorhat – das Gesundheitsministerium hat schon so manchen Politiker fertig gemacht… Das würde ihr jedenfalls gut in die Karten spielen wenn sie damit ihren größten parteiinternen Kritiker los wird. Bisher hat sie durch ihren langen Atem noch jeden frechen Newcomer abgesägt.

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6 Antworten zu Rückschlag für die Apotheker

  1. ednong schreibt:

    Sie muß ihm ja nur ihr vollstes Vertrauen aussprechen, dann kann der Countdown beginnen …

    Vielleicht gibt es ja noch ein „Nein“ zur GroKo.

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  2. heutebösanonym schreibt:

    Mutti ist eben doch die Tochter von Bimbes-Birne – aussitzen hat sie gelernt!

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  3. sechseckiges Sterndingsbums schreibt:

    Was kann ich als armer Wähler denn machen, wenn eine eindeutig befangene Person Gesundheitsminister werden soll? Ich kann wohl nur in vier Jahren wieder nicht die CDU wählen.
    In vierzig Jahren kann ich dann meine Medikamente beim chinesischen Versandhändler bestellen, denn der niederländische wird bis dahin schon pleite sein.

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    • ptachen schreibt:

      Man könnte geballt einen so großen Proteststurm entfachen, dass er es gar nicht erst wird. Aber dazu fehlt den meisten Apothekern wahrscheinlich sowohl der Mut als auch die Hoffnung dass etwas Besseres nachkommt…

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  4. nickel schreibt:

    Na immerhin ist der Jens offen korrupt.
    Zum kotzen.

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  5. Pingback: High Noon… | apothekentheater

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