Insulin- Pumpen

Es ist ein wenig ein stiefmütterlich behandeltes Thema in den meisten Apotheken. Die Versorgung der Diabetiker mittels Insulinpumpe.

Wir kennen uns in der Mehrzahl recht gut aus mit „unseren normalen“ Diabetikern. Konventionelle sowie intensivierte Insulintherapie sind keine böhmischen Dörfer, und in der Regel wissen wir alle welche Nadel auf welchen Pen passt. So weit so gut.

Nun gibt es da aber dieses etwas exotischere Grüppchen der Typ 1 Diabetiker mit Insulinpumpe, und wie ich leider immer wieder lesen muss kennt sich da wohl nicht jede Apotheke wirklich gut aus. Zumindest wenn man den Diabetikern Glauben schenken darf, die sich in den sozialen Medien darüber austauschen…

Diese geben ihre Versorgung mit Hilfsmitteln auch gerne in die Hand von Versendern – warum auch nicht, wenn sie die Kompetenz vieler Vor- Ort Apotheken in Frage stellen. Oft scheitert es wohl schon an der Frage welche Hilfsmittel denn überhaupt zusammen passen.

Meine liebe Kollegin Birgit – die wirklich keine Diabetesfortbildumg auslässt – hat nun (von der Konkurrenz – aber egal – Hauptsache das Wissen wird vermittelt) ein paar Übersichtspläne mitgebracht. Vielleicht kann es hier dem ein- oder anderen im Apothekenalltag helfen wenn mal wieder eine Pumpenfrage kommt:

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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13 Antworten zu Insulin- Pumpen

  1. Alexander schreibt:

    Ich bin zwar Typ 2er, ohne Pumpe, aber insulinpflichtig. Und ich hole meine Hilfsmittel (Pen-Nadeln, Lanzetten, etc.) bei einem Diabetes-Fachgeschäft vor Ort (welches zu einer Kette gehört, die auch versendet). Warum dort und nicht in der Apotheke? Na ja, zu Beginn war es Bequemlichkeit, der Laden ist praktischerweise direkt neben der Praxis meines Diabetologen. Aber inzwischen schwöre ich auf den Laden, weil dort, so mein Eindruck, die Fach- und damit die Beratungskompetenz deutlich besser als in allen Apotheken, die ich kenne, ist. Im Markt für Diabetiker tut sich unheimlich viel, gerade bei Meßgeräten, aber auch bei Pen-Nadeln. Gehe ich mit meinem Rezept in die Apotheke, krieg ich genau das was draufsteht. Mehr nicht. Im Fachgeschäft krieg ich das auch, zudem aber auch Tipps über neue Produkte bzw. Entwicklungen, idealerweise auch mal mit einer einer Probe dazu, z.B. neue Pen-Nadeln. Die kann ich dann testen und beim nächsten Arztbesuch sagen, daß ich zukünftig lieber die hätte, wenn ich merke, daß die für mich besser sind. Etwas, was ich so in der Apotheke noch nicht erlebt habe. Und das, obwohl ich eigentlich eine gute Stammapotheke habe. Aber in Sachen Diabetes schwör ich halt auf mein Fachgeschäft und für die Apotheke bleibt nur die Abgabe des Insulins.

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    • Alexander schreibt:

      Nachtrag: meine derzeit präferierten Pen-Nadeln könnte mir meine Stammapotheke übrigens gar nicht liefern. Begründung war, daß es da mit meiner (angeblich ach so exotischen) Krankenkasse, der BIG Direkt, keinen Vertrag gäbe. Spätestens jetzt müsste ich mit mejnem Rezept also in den Diabetesfachhandel.

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    • aponettesplauderei schreibt:

      Das finde ich jetzt grundsätzlich völlig in Ordnung. Nicht jede Apotheke, bzw. nicht jeder Mitarbeiter in der Apotheke kann sich in jedem Gebiet super auskennen.
      Und die Querelen mit den kranken Kassen hat Gedankenknick ja schon geschildert.

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  2. “ und in der Regel wissen wir alle welche Nadel auf welchen Pen passt.“

    Um ganz ehrlich zu sein, wenn das nicht nur ein Spruch sein sollte sondern ernstgemeint, dann ist das mit ein Grund, warum man nicht in die Apotheke damit gehen sollte: Die Nadeln passen auf jeden Pen. Nicht jeder Insulin-Zylinder paßt in jeden Pen, aber die Nadeln sind genormt.

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  3. gedankenknick schreibt:

    Zum Thema „Insulinpumpen“:
    Die meisten Kranken Kassen habe die Verträge, Pumpemzubehör zu liefern, den Apotheken GEKÜNDIGT. Ich selber habe einen Insulinpumpenträger betreut (und musste jedes Mal jede einzelne Gewindestange bei der Kranken Kasse zur Kostenübernahme erst einmal beantragen), bis mitr die Kasse schlicht und einfach VERBOTEN hat (via nicht-mehr-Genehmigung) den Patienten zu versorgen. Denn in VORLEISTUNG (sprich „Selbstbezahlung) wollte der auch nicht gehen.
    Hinzu kommt, dass einige Kranke Kassen Pumpenzubehör via „Monatspauschale“ abrechnen. Dies bedeutet, dass, wenn der Patient ein Rezept ausnahmsweise mal bei mir einreicht, aber seine Monatspauschale schon durch einen anderen Leistungserbringer für diesen Monat abgerechnet wurde, ich schlicht auf den Kosten sitzen bleibe, obwohl ich nichts falsch gemacht hate.
    Problem 3 – die Herstellerfirmen. Es gibt welche, die liefern mir das notwendige Zubehör einfach nicht. Punkt. Was mir der Hersteller verweigert kann ich nicht an den Patienten weiterreichen – auf wessen Kosten auch immer.
    Bleibt Problem 4: Die Präqualifikation. Jede einzelne Abrechnungsposition kostet extra Geld für die Präquali. Wenn ich weiß, dass ich eh NIE Pumpenträger versorge, mache ich also auch keine Präquali für Pumpenzubehör. Also DARF ich dann gar kein Pumpenzubehör abrechnen. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz.

    Zum Thema „Penzubehör“:
    Es wurde in der Zwischenzeit höchstrichterlich festgestellt, dass Sanitätshäuser auf die (gesetzlich vorgeschriebene) Zuzahlung VERZICHTEN DÜRFEN, Apotheken diese Zuzahlung aber KASSIEREN MÜSSEN. (Überhaupt haben Sanitätshäuser ganz andere Lieferverträge als Apotheken, und ich vermute schwer, dass denen tatsächlich wesentlich MEHR bezahlt wird für die selbe Packung als mir.) Ich habe da schon mehr als einen Patienten verärgert, der sich die blöden 2,50€ für 100 Pennandeln sparen wollte bei mir.
    Andererseits haben die unterschiedlichen Kassen unterschiedliche Verträge. So gibt es Kassen, die „Sicherheitsnadeln“ (die mit Stech-Schutz nach Benutzung) vollständig bezahlen, einige bezahlen den halben Einkaufspreis + MwSt. und andere lehnen Sicherheistnadeln schlicht als „vertraglich nicht geregelt“ ab. Das macht Spaß.
    Hinzu kommt: Wenn ich mehr „Durchlauf“ an Ware habe, lege ich mir mehr Ware hin. Wenn etwas NIE bei mir verlangt wird, habe ich es auch nicht auf Vorrat da.

    Ach ja, es gibt Kassen, wo ich tatsächlich jede 25€ für 100Pen-Nadeln erst genehmigen lassen muss. Wo ich jede 10€ für 100 Lanzetten genehmigen lassen muss. Und es gibt Kassen, die mir die Belieferung von ALLEN Diabetiker-Hilfsmitteln schlicht verweigern, trotz Anträgen! Ich habe 2 (bereist belieferte) Pennadel-Packungen, auf deren Kostenübernahmegebehmigung ich seitens der fraglichen Kranken Kasse seit 3 (!) Jahren warte. Keine Reaktion! Seit dem weigere ich mich schlicht, Versicherte dieser Kasse mit Zubehör zu beliefern. Bei Hilfsmitteln gibt es (im Gegensatz zu Arzneimitteln) übrigens keinen Kontrahierungszwang für Apotheken…

    Dann sollte man noch berücksichtigen, dass einige Firmen ständig quer schießen. So verweigert die Hauptstadt-Chemie-Firma z.B. Garantierleistungen bei ihren Pens, wenn nicht ihre hauseigenen Pennadeln verwendet wurden. Also nix mit Alternativhersteller, auch wenn diese (vom Gewinde her) passen.

    Überhaupt, seit diese unsägliche Differenz zwischen den Grobgewinde-Pens (alles, was irgendwie mit „Opti“ zusammenhing) und den Feingewinde-Pens (alle anderen) vor ca. 10 Jahren ENDLICH angeschafft wurde, passen eh alle Nadeln gewindetechnisch auf alle Pens, denn alle verwenden in der Zwischenzeit das selbe Feingewinde. Und wer sich nicht sicher ist, nimmt eben „Click“-Nadeln, die haben vorher auch schon auf alle Pens gepaßt.

    —-
    Ich halte mich bei Insulintherapie durchaus für leidlich kompetent. Aber wenn ich nicht bezahlt werde, werde ich keine Leistung erbringen. Und immer nur für LAU beraten bringt MEINEM Kind auch keine Marmelade aufs Frühstücksbrötchen. Sorry, aber so hart ist es zu sehen! Und Beschwerden bitte an die eigene Kranke Kasse richten deswegen, und nicht an mich. Denn DIE haben mir die Liefer-Verträge WEGGENOMMEN und mich damit als „klein und dumm“ in die Landschaft gestellt, zugunsten von großen Versendern mit Selektivverträgen. Nichts anderes.

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    • Alexander schreibt:

      Das klingt aus Deiner Sicht als Apotheker nicht gut. 😦 Finde es als Laie ja zum Kotzen, dass das alles so bürokratisch und chaotisch läuft.

      Gerade als Chroniker versucht man ja, seine Krankheit so gut wie möglich in seinen Alltag einzubauen, damit sie einem so wenig wie möglich zur Last fällt. Da sollte man ja meinen, daß die Krankenkassen es einem leicht machen. Wenn ich dann aber lese, daß manche Kassen bzgl. der Abgabe dringend notwendiger Hilfsmittel (und dazu gehören für uns Diabetiker so Sachen wie Pen-Nadeln, Teststreifen, etc. zwangsläufig) rumzicken, dann ist das erbärmlich. Und ich bin froh, daß ich solche Erfahrungen bisher nicht in größerem Ausmaß machen musste (außer daß, wie oben geschrieben, meine Stammapotheke mir meine Pen-Nadeln nicht abgeben darf) bzw. sie mich eben insofern nicht jucken, als dass ich das Diabetesfachgeschäft direkt neben der Praxis meines Diabetologen habe. So geht Rezept abholen und einlösen quasi in einem Aufwasch.

      Und die Stammapotheke, in der ich dann das Insulin hole, liegt dann quasi auf meinem Heimweg. 😉

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