Girls Day / Boys Day

Am 26. April ist bundesweit mal wieder Girls- Day beziehungsweise Boys- Day.

Alle Kinder der 5. Klassenstufe sollen dann in einen Betrieb gehen und für einen Tag mitarbeiten – die Mädels in einem typischen Mänberberuf, die Jungs in einem typischen Frauenberuf. So weit so verquast. Das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben möchte damit für ein „klischeefreies Miteinander“ werben

Das Projekt „Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag“ soll dazu beitragen, die Berufschancen von Mädchen in zukunftsträchtigen Berufsfeldern, in denen sie bisher unterrepräsentiert sind, d. h. insbesondere in (informations-) technologischen und naturwissenschaftlichen Bereichen sowie in handwerklichen Berufen auszubauen, um ihre Arbeitsmarkt-, Karriere- sowie Verdienstchancen zu verbessern. Der Girls’Day findet einmal jährlich, zumeist im April, als eintägiges Schnupperpraktikum oder Workshop statt.

Das Projekt „Boys’Day – Jungen-Zukunftstag“ gibt Jungen die Möglichkeit, Berufe kennenzulernen, in denen Männer immer noch unterrepräsentiert sind, vor allem Berufe aus dem sozialen, erzieherischen und pflegerischen Bereich. Durch jungenspezifische Schnupperpraktika, aber auch Workshops, werden neue Zukunftsoptionen in der Berufs- und Lebensplanung eröffnet sowie Sozialkompetenzen gestärkt. Das Teilprojekt „Neue Wege für Jungs“ thematisiert auf einer praxisorientierten und wissenschaftlichen Ebene die Überwindung der Barrieren im Berufswahlverhalten von Jungen, die eng verknüpft sind mit der Reflexion der zugrunde liegenden männlichen Rollenvorstellungen. Der Boys’Day findet ebenfalls einmal jährlich, zumeist im April, als eintägiges Schnupperpraktikum oder Workshop statt.

Wir halten fest: die Mädels sollen bitte in zukunftsträchtige Berufe mit besseren Verdienstmöglichkeiten hineinschnuppern, während Jungs ihre männlichen Rollenvorstellungen überwinden. Super Idee. Gerade in diesem Alter haben die echt Bock darauf…

Praktisch sieht es so aus, dass 98 von 100 Vorteenies so richtig GAR KEINE Lust darauf haben, und folglich die Mütter vorschicken um überall mal rumzufragen wer die Kinder für einen Tag beaufsichtigt.

Die Mädels werden augenrollend beim Kumpel vom Papa in der Autowerkstatt untergebracht, und die Jungs werden in die Kantine des ortsansässigen Pflegeheims geprügelt wo sie den ganzen Tag dem Küchenpersonal auf den Zeiger gehen.

Und wer kommt in die Apotheke? Wir hatten tatsächlich Anfragen von Müttern mit Kindern beiderlei Geschlechts, haben uns aber für die Jungs entschieden, da die Apotheke in den letzten Jahren doch eher ein Frauenberuf geworden ist.

Und wen dürft ihr am 26.4. alle so beaufsichtigen? (Bitte nicht falsch verstehen: ich mag Kinder sehr, und ich freue mich auch immer FREIWILLIGEN Praktikanten das Arbeitsumfeld Apotheke zu erklären. Doch dieser Girls/Boys Day spült Jahr für Jahr Kinder in die Apotheke, die nur hier sind weil ihre Mama gefragt hat, nicht weil sie es sich selbst herausgesucht haben weil es sie ehrlich interessiert. Das ist für beide Seiten nämlich krampfig und anstrengend und hilft in meinen Augen kein bisschen dabei, irgendwelche Klischees zu überwinden.)

Über ptachen

PTA mit Leib und Seele.
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4 Antworten zu Girls Day / Boys Day

  1. asuka44 schreibt:

    Zu uns in die Bücherei kommen zwei Jungs der 8. Klasse, die selber gefragt haben. Wahrscheinlich, weil die Bücherei direkt neben der Schule liegt. Aber immerhin selbst gefragt, man freut sich ja über Kleinigkeiten. 🙂

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  2. bombjack schreibt:

    Hm….hätte da einen Vorschlag zur Beschäftigung:

    Cyanotypie

    vgl. http://illumina-chemie.de/cyanotypie-t3305.html
    Anmerkung: Beim zweiten Rezept bitte das beachten: http://illumina-chemie.de/cyanotypie-t3305.html#59852 da fehlen noch 60 ml Wasser.

    Wie Du aus dem Bericht siehst, reicht zur Belichtung auch eine UV-Lampe (auch wenn es ewig dauert, allerdings hat die nur zwei kleine Röhren und damit wenig Watt). Ist u.u. bei Euch im Fundus vorhanden, wenn ihr TLC macht. Ansonsten geht die Sonne oder auch eine Sonnenlampe….von der Chemie her ist die erste Methode harmlos….bei der Zweiten sind nur Eisen(III)chlorid und die Ammoniak-Lsg. etwas heftiger, aber auch nicht so das Problem.

    Meiner Erfahrung aus diversen Workshops wie dem im Thread gezeigten, dass so was für Kinder faszinierend* ist….und wie Du an den Bildern dort siehst sind die Ergebnisse durchaus nicht so ohne.

    *= Okay…kommt auf die Kinder an…..

    Tipp: Dem Waschwasser Zitronensäure zu setzen um Ausbleichen zu vermeiden und zur Cyanotypie entweder das Tween 20 oder bis zu 3% Gelatine zusetzen, was dann zu einer besseren Haftung des Pigments auf den Fasern führt….bei letzterem mit kaltem Wasser die „Chemie“ heraus waschen.

    bombjack

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  3. ednong schreibt:

    „für beide Seiten krampfig“ – ja. Und dämlich dazu. Ich kann nicht Rollenmodelle beseitigen, indem ich andere Rollenmodelle etabliere.

    Die sollen sich ihre Plätze selbst suchen und davon gehen, woran sie Interesse haben.

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  4. altesweibsbild schreibt:

    Ich hab es gehasst, als Mutter, genau aus all den Gründen, die du beschrieben hast…….

    Liebe Grüße🌹

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