Tierheilpraktiker beim BTB – Teil 10

Das erste und langersehnte Praxiswochenende (Grundlagenkurs A) im Zuge meiner Ausbidung zur Tierheilpraktikerin beim BTB liegt inzwischen hinter mir, und es war wirklich klasse!
Die Tierärztin, die uns in ihre Praxisräumlichkeiten hineinnschnuppern ließ war dieselbe, die ich bereits bei einem Sonntagsseminar kennenlernen durfte. Sie schaffte es wieder einmal, uns zu früher Stunde bei Laune zu halten, und sogar den juristischen Teil so interesssant zu gestalten, daß wir ganz Ohr blieben.
Auch die Gemeinschaft mit den anderen Kursteilnehmern empfand ich als sehr befruchtend, denn jede von uns kommt aus einem anderen beruflichen Sektor, hat andere Erfahrungen, und jede hat auch andere Zusatzkurse beim BTB belegt. So erfuhr ich auch noch vieles über Homöopathie, Akkupunktur oder Tierpsychologie im Rahmen der BTB Ausbildung. Am Ende der zwei Kurstage haben wir eine rege genutzte WhatsApp Gruppe gegründet, damit wir bei Fragen oder Anregungen schnell auch mal bei den anderen nachhaken können.
Doch zum Wochenende selbst: Samstags erfuhren wir, wie man eine korrekte Anamnese erfragt, welche Punkte besonders wichtig sind und welche nur im Spezialfall interessant werden. Wir sprachen darüber, wo unsere rechtlichen Grenzen liegen was die Behandlung angeht und welche Krankheiten wir erkennen müssen weil sie meldepflichtig sind. Auch die zuständigen Behörden wurden genannt bei denen die Meldungen abgesetzt werden müssen.
Nach der Pause ging es dann in den Praxisräumlichkeiten gleich aufs Ganze: Vier Kunden samt den tierischen Patienten der Tierärztin waren gekommen (vier Hunde in allen Größen) um sich von uns behandeln zu lassen. Wir gingen in 2er und 3er Gruppen zusammen und nahmen uns jeweils einen felligen Patienten vor. Nach der Anamnese und dem Körpercheck (Augen, Ohren – mit Otoskop – Nase, Maul, Zunge, Rachen, Lymphdrüsen, Puls, Herzschlag – mit Stethoskop – , After, Fell, Haut, Temperatur) gaben wir unsere Empfehlungen passend zur Erkrankung des Tieres ab und wechselten dann zum nächsten Vierbeiner. Wir durften sogar einmal die Skleren eines besonders braven Mischlings anfärben und mit einem Augenbad ausspülen um nachzusehen, ob die Hornhaut des Hundes verletzt ist.

Am Ende gab es eine große Besprechungsrunde, in der wir der Tutorin erzählten, was wir herausgefunden hatten und unsere Behandlungsmöglichkeiten vorschlugen. Da jede von uns noch etwas beisteuern konnte kamen wir so auf eine sehr befriedigende Möglichkeit jedem tierischen Patienten zu helfen – und sei es mit einer „Überweisung“ zum Tierarzt. Wir müssen auch unsere Grenzen erkennen, das hat unsere Tutorin uns sehr einfühlsam und doch eindrücklich klar gemacht.
Der zweite Tag war den Großtieren vorbehalten. Nach einer kurzen Einführungsrunde mit rechtlichen Themen fuhren wir zur Herde. Doch es waren weder Kühe noch Pferde, es war eine Gruppe der schönsten Esel die ich jemals gesehen habe.

Auch hier war der Körpercheck erst einmal das Wichtigste: Augen, Maul, Zähne, Nase, Lymphknoten, Puls, Ohren, Herzschlag, Hufe, After – alles wurde genauestens untersucht. Hier galt es die zwei Esel herauszufinden, die eine Hufkrankheit haben, deren Namen zu benennen und eine Behandlungsmöglichkeit vorzuschlagen. Es war Hufrehe, die aber gar nicht auf den ersten Blick zu sehen war (zumindest nicht für mich Laien), da die Besitzerin diese sehr gut pflegt und im Griff hat. Die Esel waren deutlich schwieriger zu händeln als die Hunde – auf Befehle wird eher nicht gehört, und wenn sie zur Bestechung ein paar Karottenscheiben angeboten bekommen, dann hört man vor lauter Kaugeräuschen keinen Herzschlag mehr…

Auch das war ein äußerst vergnüglicher und lehrreicher Tag, der uns allen noch einmal deutlich gemacht hat, welche Verantwortung wir für unsere tierischen Patienten auch haben. Zur tollen Dozentin kam in meinem Fall noch eine sehr stimmige Gruppe an Frauen dazu, die sich einfach prima ergänzt hat. Ein weiteres Highlight der Ausbildung, und ich freue mich schon auf den Grundlagenkurs B wo wir alles lernen sollen, was sich im Labor so prüfen lässt!

Dieser Beitrag erscheint mit freundlicher Unterstützung des BTB

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6 Antworten zu Tierheilpraktiker beim BTB – Teil 10

  1. Isabel Bromberg schreibt:

    Hallo, erstmal ein großes Lob ein deine Beiträge. Sie sind klasse geschrieben! Jetzt meine Frage: Hast du alle Seminare direkt hintereinander belegt? Ich könnte sie jetzt im April/Mai im 2 Wochen Abstand machen und habe schon etwas bammel vor der Prüfung!!

    Liebe Grüße
    Isabel

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    • ptachen schreibt:

      Hallo Isabel!
      Ich habe die Seminare innerhalb etwa eines halben Jahres gemacht und fand das auch gut so. Ich musste einige Dinge nochmal für mich überdenken und auch üben (!) – an dieser Stelle danke an die liebe D. (die Hündin einer sehr guten Freundin), bei der ich Verbände anlegen durfte und den Schluckreflex üben :-*

      Auch die Ausarbeitung meiner Hausarbeit bräuchte ein wenig Zeit…

      Gehe vor allem sicher, daß Du weit genug fortgeschritten bist um in den schriftlichen Test zu gehen!

      Es wird einiges an praktischem Wissen abgefragt (einzeichnen von Injektionsstellen s.c. oder v.

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    • ptachen schreibt:

      …ach ja… Danke für Dein Lob 🙂
      Es macht mir auch viel Spaß!

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  2. ptachen schreibt:

    i.v. etc. bei verschiedenen Tierarten z.B.). Oder Symptome bei diversen Erkrankungen benennen (nicht ankreuzen, selbst wissen) sowie die Normalwerte für Temperatur, Puls, Atemfrequenz bei verschiedenen Tierarten auch gewusst werden musste.

    Ich würde mir mehr Zeit nehmen. Zwei Wochen sind extrem kurz

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  3. Isabel Bromberg schreibt:

    Vielen Dank für deine Antwort! Ich habe mich jetzt doch dazu entschieden alle Seminare hintereinander zu machen (machen laut Dozentin wohl die meisten so). Jetzt habe ich aber doch etwas Bammel vor der Prüfung 🙈 ich hoffe es klappt alles.

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