Neue irre EU- Kommissions- Ideen

Die neueste Idee bei der man sich fragen muss ob die am 1. April oder unter BTM- Einfluss erdacht wurde:

OTC- Arzneimittel von der Tanke.

Kurzer Auszug aus dem Text des verlinkten Artikels:

„Die Behörden werden aufgefordert, für gleiche Ausgangsbedingungen mit dem elektronischen Handel zu sorgen.“ Als positives Beispiel führt die Kommission die teilweise Freigabe des Verkaufs von OTC-Arzneimitteln außerhalb von Apotheke auf: In Portugal, Italien, Schweden und Dänemark könnten nun „bestimmte nicht verschreibungspflichtige Medikamente nun auch außerhalb von Apotheken zum Verkauf angeboten werden“.

Eine diesem Bericht vorausgegangene Umfrage der EU-Kommission unter großen Handelsplayern und Lobbygruppen ergab zum Arzneimittelmarkt ein gespaltenes Bild: In ihren Antworten hätten Apotheken- und Patientenvertreter auf notwendige Beschränkungen für den Verkauf von OTC-Arzneimitteln in Apotheken wegen des Gesundheitsschutzes hingewiesen. Auf der anderen Seite drängten große Händler und deren Organisationen auf den Verkauf von OTC-Arzneien außerhalb von Apotheken. Dies berge keine gesundheitlichen Risiken, sondern wirke sich positiv auf Preise und Verfügbarkeit aus. Der Verkauf könne dort unter der Aufsicht von qualifiziertem Personal stattfinden.

Diese Schreibtischtäter sollte man einmal mit Menschen zusammensetzen, die in den Ländern in denen das erlaubt ist gesundheitlich schwer geschädigt wurden!

Denn das „qualifizierte Personal“, das dann angeblich die Käufer im Einzelhandel berät, das gibt es dort schlichtweg nicht. An der Kasse wird beim Kauf von Ibuprofen sicherlich nicht gefragt, ob ein hoher Blutdruck und / oder Nierenprobleme vorliegen. Auch ein Wechselwirkungscheck ist bei Shell eher unwahrscheinlich.

Oder fragt bei EDEKA eine Fachverkäuferin vor dem Kauf von Aspirin ob ein Zahnarztbesuch ansteht?

Ach… was rege ich mich wieder auf? Offenbar ist die Ausbildung die ich absolviert habe genau so viel wert wie die einer Kassenkraft bei KIK. Manchmal kann ich gar nicht so viel essen wie ich brechen möchte bei so viel geballter Kompetenz unserer Regierungsorgane. Echt wahr.

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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5 Antworten zu Neue irre EU- Kommissions- Ideen

  1. Bugmenot schreibt:

    Habe unlängst Ibuprofen in einer Apotheke gekauft. Null, nichts, keinerlei Rückfrage bzg. Blutdruck oder Nierenproblemen. Was war somit für mich der Benefit, außer das ich wesentlich weiter fahren musste?

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    • ptachen schreibt:

      Schwarze Schafe gibt es immer und in jeder Branche. Das kann man nicht pauschalisieren. Lass das mal 20% sein, die da nichts sagen/fragen, und das wäre schon viel. In einer Tankstelle würde niemals irgendjemand danach gefragt werden.

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  2. gedankenkarrussel schreibt:

    Ich erlebe auch selten, dass wirklich nachgefragt wird, wenn ich Ibuprofen oder Aspirin – bei meiner Stammapotheke noch am ehesten, obwohl ich es da am wenigsten „erwarten“ würde, weil man mich dort kennt, meine anderen Medikamente gespeichert sind etc. In meiner nicht repräsentativen Stichprobe würde ich schätzen, dass in höchstens 10% der Fälle gefragt wird…
    Das ist durchaus was, was man verbessern könnte. Aber deshalb Medikamente an der Tankstelle anbieten, wo wirklich gar kein Hintergrundwissen vorhanden ist? Äh nein…
    In Norwegen habe ich allerdings auch schon einige Medikamente im Supermarkt gesehen. Im wirklich ländlichen Raum mit dünner Besiedelung finde ich das Thema schwierig. Vielleicht nicht unbedingt in Deutschland, aber zum Beispiel in Norwegen ist alles schon sehr verstreut und ich kann mir in manchen Gegenden kaum vorstellen, dass man eine Apotheke außerhalb der größeren Orte wirtschaftlich betreiben kann – selbst wenn alle alles dort kaufen würden. Einen kleinen „Landhandelen“ gibt es aber häufiger.
    Allerdings sollte es definitiv nicht der Standard werden. Dass der Supermarkt nahe der Apotheke OTC-Medikamente verkauft (durchaus in Norwegen schon gesehen) muss nicht unbedingt sein. Aber bei kleineren Läden auf dem Land könnte es hilfreich sein. Aber die paar Leute, die da arbeiten, könnte man vielleicht wenigstens rudimentär weiterbilden. Die Auswahl an Medikamenten, die es da gibt, ist ziemlich überschaubar, und da könnte es möglich sein.

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  3. Judi schreibt:

    Ich bin beim Kauf von Aspirin/Ibuprufen/Paracetamol in den letzten 27 Jahren noch nie irgendwas gefragt anderes gefragt worden als „sie wissen wie man das einnimmt, oder?“, und auch das nur selten. Und vorher auch nicht – nichtmal ob ich volljährig bin. In meinem Fall sind das also 100% der Apotheken, keine 20%, und wenige waren das sicher nicht. Und da bin ich ganz sicher nicht die einzige. Egal ob zuhause, im Urlaub, in anderen Stadtteilen, in der Nachbarstatd etc.
    Trotzdem bin ich dagegen diese Medikamente an Tankstellen oder Supermärkte auszulagern. Weil ich glaube, dass die Hemmschwelle das Zeug ohne Nachzudenken einzuwerfen größer ist, wenn wenn man beim Kauf einer Fachperson persönlich gegenüber steht. Und vor Allem weil ich denke, dass es in der Apotheke doch eine größere Chance gibt dass der Kunde evtl. drüber spricht warum er das Medikament braucht und dann eine fachlich fundierte Beratung erhält, ob das nun wirklich das richtige Medikament ist.

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  4. Nanny Ogg schreibt:

    US-Amerikaner, die in Deutschland wohnen/als Tourist hier waren erzählen durchaus begeistert, dass man die Medikamente nicht im Supermarkt bekommt und dass das Apothekenpersonal gut Bescheid weiß über die Medikamente. Und nun soll das woanders eingeführt werden?

    Zum Glück gibt es ja keinen Zwang, die Medikamente woanders zu kaufen, ich wüsste gar nicht, wo ich eine Tankstelle finde, da ich kein Auto habe. Dazu kommt noch, dass ich dem Verkäufer an der Tankstelle nicht genug vertraue, um von seiner Entscheidung meine Gesundheit abhängig zu machen.

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