Wer will impfen?

Zur Zeit gibt es gerade einen Disput zwischen Ärzten und Apothekern. Es geht ums impfen.

Der Ruf ist schon länger laut, dass die Apotheken (um die Impfstatistik zu verbessern) nun in ihren eigenen Räumlichkeiten diverse Seren verimpfen soll. Grippe z.B. gegen die in Deutschland keine 50% der Einwohner geimpft sind.

Das stößt (kein Wunder) auf den Wiederstand der Ärzteschaft, die extra noch einmal zum Ärztetag beschlossen festzulegen, dass nur ein „richtiger“ Arzt Patienten impfen darf. Keine MFA ohne ärztliche Aufsicht und schon gar kein Apotheker.

Ich muss sagen, ich persönlich würde gar nicht so gerne Nadeln in unsere Patienten pieksen wie so mancher meinen könnte. Aber als PTA bin ich wahrscheinlich sowieso nicht qualifiziert genug für sowas. Ich hätte Angst vor einem kollabierenden Patienten. Muss ja nicht einmal gleich ein anaphylaktischer Schock sein, der ein- oder andere fällt eventuell schon aufgrund der Nadel und des Piekses in Ohnmacht – das würde mir schon reichen…

Wie seht ihr das? Würdet ihr euch in einer Apotheke impfen lassen wollen (um der Warterei beim Arzt zu entgehen)? Und das pharmazeutische Personal hier: würdet ihr gerne impfen? Und falls jemand aus der Schweiz mitliest, wo das bereits praktiziert wird: welche Erfahrung habt ihr damit gemacht?

Danke für eure Kommentare!

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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19 Antworten zu Wer will impfen?

  1. Manu (from se Schweiz) schreibt:

    Hm, ich habe mich schon mal in der Apotheke impfen lassen. Ich werde das wahrscheinlich nicht mehr so machen, weil:
    – ging nicht über die Grundversicherung
    – ging nur mit Termin (weil nur der Chef impfen darf)
    – die Räumlichkeiten schienen für mich nicht wirklich dem Zweck angemessen (ohne Probleme bezüglich der Hygiene oder der Professionalität des Apothekers)

    Zur Ehrenrettung der impfenden Apotheke bleibt zu sagen, dass sie nicht meine Stammapotheke war, und dass, weil mein Hausarzt in einer Gruppenpraxis ist, ich dort immer sehr entspannt einen Termin bekomme und ich somit eine praktikable Alternative habe.

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  2. Bugmenot schreibt:

    Auf der einen Seite gegen Verlauf von OTC Produkten in z.B. Drogeriemärkten Stellung beziehen, aber dann selber Impfen wollen. Wie passt das zusammen?

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    • ApothekerinAD schreibt:

      Nun ja. Das ist ganz einfach: Am Ende liegt mehr Kompetenz in der Apotheke.

      Zum eigentlichen Thema: Ich weiß nicht, ob ich dafür oder dagegen bin denn es gibt gute Argumente auf beiden Seiten. Dann ist halt wieder die Frage wie viele Apotheken machen mit? Ist das Angebot dann flächendeckend? Nutzt das jemand?

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    • ptachen schreibt:

      Lies den Text bitte nochmal. Ich will nicht impfen.

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      • ApothekerinAD schreibt:

        Dein Text macht es (für mich) nicht leichter mich für eine Seite zu entscheiden. 🙂
        Ich fände jedoch sinnvoll, dass bevor man in der Apotheke impft, man vielleicht auch gerne mal offiziell ein Pflaster in der Apotheke aufkleben darf. 🙂

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      • ptachen schreibt:

        …oder eine Zecke entfernen

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  3. Judi schreibt:

    Da ich selbst keine Hemmungen habe meine Tiere bei Bedarf selbst zu impfen (selbstverständlich in Absprache mit dem TA) könnte mir die Spritze meinetwegen auch die Reinigungsfrau in Arztpraxis oder Apotheke geben 8-). Ich verstehe aber selbstverständlich jeden der da etwas „anspruchsvoller“ ist 😀
    Mir wäre es also egal ob es ein Arzt, die MFA oder entsprechend geschultes Apothekenpersonal machen würde.
    Allerdings würde ich mich in der Apotheke genausowenig gegen Grippe impfen lassen wie beim Arzt, ich wäre also frühestens in 8 Jahren wieder Kundin wenn die Tetanusimpfung wieder fällig wird.

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    • ptachen schreibt:

      Danke Judi 🙂
      Ich hab meinen Katzen damals und den Schildkröten heute ebenfalls Antibiotikaspritzen verabreicht. Ein Hexenwerk ist das nicht, so lange alles „normal“ verläuft. Kollabiert aber jemand will ich ungern die Schuldige dafür sein…

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      • Judi schreibt:

        Das kann ich gut verstehen.
        Mal von der anderen Seite aus betrachtet – ich bin in meinem Leben noch nie in einer Arztpraxis „umgekippt“, aber schon zweimal in der Apotheke (auch wenns lange her ist und die Apotheke natürlich nicht „schuld“ daran war). Die Versorgung war beide male hervorragend, insofern würde ich mir da als Kundin keine Sorgen machen *gg*. Aber trotzdem ist es natürlich der Horror, dass man jemandem nen kleinen Pieks verpasst und auf einmal sackt der zusammen, das würde ich auch nicht erleben wollen.

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  4. Nanny Ogg schreibt:

    Warum soll es nur das eine oder das andere geben? Zwei Beispiele für andere Möglichkeiten:
    Ein Arzt kommt zu vorher angekündigten Zeiten in die Apotheke und dort werden Termine vergeben, so dass niemand lange warten muss. Ebenso könnte ich mir eine große Aktion vorstellen, bei der z. B. Medizinstudenten ab dem x. Semester im Einkaufszentrum impfen – ebenfalls groß angekündigt, denn kaum jemand wird permanent seinen Impfausweis bei sich tragen.

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    • Judi schreibt:

      Apropos Aktionen – gibt es eigentlich diese Reihenimpfungen noch? Ich war auf einem Mädchengymnasium, da wurde in der 6. oder 7. Klasse damals (80er Jahre, NRW) die komplette Klassenstufe gegen Röteln geimpft. Es kam ein Team vom Gesundheitsamt, die Eltern waren informiert und hätten widersprechen können, fehlender Widerspruch reichte als Zustimmung.

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  5. gedankenkarrussel schreibt:

    Ich würde es für mich nicht wollen, aber das dürfte im beiderseitigen Interesse sein, nachdem ich während der letzten Impfung umgekippt bin^^ Ansonsten ist bei mir auch noch das Problem, dass ich fast immer einen mehr oder weniger ausgeprägten Infekt habe, wo ich den Arzt gerne bzgl. der Frage „heute impfen oder nicht“ befragen würde.
    Insofern hätte ich jetzt nicht unbedingt ein Problem mit so einem Angebot, würde es aber nicht nutzen, selbst wenn es die Kasse wie beim Arzt zahlen würde.
    Die Idee von Nanny Ogg finde ich aber interessant.

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  6. nickel schreibt:

    Ich kann gar nicht sagen, ob ich das in der Apotheke machen lassen wollen würden täte (ohweh)

    Ich traue den Apothekenmitarbeitern das zu, andererseits pieksen die so selten jemanden, dass es vielleicht unangenehmer sein könnte. Und wo gehe ich bei Komplikationen hin?

    Die Frage ist ja auch, ob in der Apotheke dafür überhaupt Zeit ist. Die Schulungen sind das eine. Aber zwischen Rezeptur, dem täglichen Apothekentheater und alledem auch noch Anamnesegespräche führen und impfen?

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    • ptachen schreibt:

      Danke nickel für Deine ehrliche Meinung! Genau darum geht es mir: mal zu hören was die einzelnen „Parteien“ dazu denken – medizinisches und pharmazeutisches Personal und die Kunden!

      Gefällt 2 Personen

      • nickel schreibt:

        Gerne!
        Was mir noch eingefallen ist: würde denn jede Apotheke die Räumlichkeiten dafür haben? Und zwar nicht nur eine Ecke mit Vorhang davor. Ich würde auch nicht wollen, dass jemand das Anamnesegespräch mitbekommt.

        Und zum Anamnesegespräch: mein Arzt kennt meine Vorgeschichte, das müsste ich in der Apotheke alles von vorne durchkauen – was wenn ich etwas vergesse?

        Das klingt jetzt so negativ, ich fände es nicht schlimm, wenn Apotheken das dürften. Man müsste aber eben auch über Risiken und Nebenwirkungen nachdenken 😉
        Ich würde vermutlich weiterhin zum Arzt gehen für die „großen“ Impfungen, könnte mir aber eine Grippeimpfung in der Apotheke durchaus vorstellen.

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  7. TFH schreibt:

    Ich finde die Idee wenig sinnvoll.
    Zum einen braucht es für die Invasive Methode des Impfens einen entsprechenden Praxisraum,
    wozu sollte sich eine Apotheke einen solchen extra einrichten müssen?
    Zum anderen sollten bei Impfungen Vorerkrankungen wie auch aktuelle Erkrankungen Beachtung finden, und die sollten in der Krankenakte beim Hausarzt hinterlegt sein, bzw vom Arzt erkannt werden.
    Ich glaub nicht, dass das irgendwas bringt.

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  8. landapotheker schreibt:

    Als Apotheker wäre ich bereit Patienten zu impfen, wenn ich entsprechend geschult wäre. Warum auch nicht, immerhin darf eine MFA beim Arzt ja auch Blut abnehmen und was ist Impfen denn anderes (unter anderen Vorzeichen).

    Ob das die Durchimpfungsrate allerdings wirklich erhöht wage ich zu bezweifeln. Denn wer Impfungen kritisch gegenüber gestellt ist, lässt sich weder vom Apotheker (oder dessen Personal) noch vom Arzt (oder dessen Personal) impfen!

    P.S.: Die „Raumfrage“ von TFH stellt sich für mich nicht. Da werden sich Mittel und Wege finden lassen.

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