90- jähriger wartet vergeblich auf DHL

Das hier war offensichtlich eine ganze Story wert.

Man fragt sich so vieles dabei… zum Beispiel warum der Herr wenn er schon zwei mal auf dringende Medis gewartet hat, die Rezepte ein drittes Mal in die Niederlande schickt. Da gibt es den Spruch „Fool me once- shame on you. Fool me twice- shame on me!“

Man fragt sich auch warum der gute Mann offenbar nicht zu Fuß in eine Apotheke kommt, aber zum Briefkasten schon.

Wer gehbehindert ist hat außerdem üblicherweise eine (Haushalts)hilfe die die Medikamente in einer normalen Apotheke abholen könnte. Das zahlt die Pflegekasse.

Wer keine Hilfe hat, sich trotzdem irgendwie zum Arzt schleppt und zum Briefkasten, es aber nicht zur Apotheke schafft – der hat zumeist ein Telefon zuhause stehen, mit dem die nächstgelegene Apotheke sicher zu erreichen ist. Ich kenne keine einzige ohne Botendienst. Keine.

Da ist also ein älterer Herr, der sich das Zeug lieber aus den NL kommen lässt um sich ein paar Kröten zu sparen. Er kennt die Probleme die dadurch entstehen können – nämlich dass er seine Medis nicht rechtzeitig erhält. Und er schickt die Rezepte trotzdem weiter dorthin.

Irgendwie fehlt mir da das Mitleid…

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Über ptachen

PTA mit Leib und Seele. Mittleres Alter, mittleres Gewicht, mittlere Optik. Meistens freundlich (bringt der Beruf so mit sich), etwas chaotisch, viel erlebt, viel gelitten. Bin jetzt mit mir im Reinen :-)
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11 Antworten zu 90- jähriger wartet vergeblich auf DHL

  1. Andre schreibt:

    Botensienste werden von Apotheken aber nicht unbedingt offensiv beworben, im Gegensatz zu Versandapotheken…

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    • ptachen schreibt:

      Das stimmt leider. Eigentlich sollten wir das rausplakatieren und im Radio senden – ehrlich wahr!

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    • gedankenknick schreibt:

      Botendienste zu bewerben ist deutschen(!) Apotheken ja auch IMMER NOCH in Deutschland VERBOTEN! Botendienste sind nur „als Ausnahme“ geduldet. Ansonsten muss man eine Versandhandelserlaubnis beantragen, und die Lieferung nicht per (betriebsinernem) Boten sondern per (betriebsexternen) Kurierdienst durchführen. Irrenhaus? Deutschland!

      Solcherlei Regeln brauchen sich niederländische Betriebe natürlich nicht zu unterwerfen – die sind ja nur von den deutschen Gesetzen betroffen, die ihnen gerade in den Kram passen…

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      • OtaconHC schreibt:

        Genau das ist auch der Grund warum die Macher von Medpex zB. nun in Holland auch ne „Apotheke“ gegründet haben.
        Vermutlich auch der Grund warum die Apothekerin von dort noch groß tönte dass ein Versand von Medikamenten aus dem Ausland zu verbieten der falsche Weg wäre….

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  2. OtaconHC schreibt:

    Mach mal ein „https://“ vor den Link, dann funktioniert er auch 🙂

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  3. Nanny Ogg schreibt:

    Mir fallen drei Sachen im Artikel auf:
    1. Medikamente werden nicht mit Priorität behandelt.
    2. Für Kühlung ist der Absender zuständig.
    3. Für ordnungsgemäße Zustellung ist der Empfänger zuständig.

    Und ich werde gefragt, warum ich Medikamente in meiner Stammapotheke kaufe? Bekloppte Welt…

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  4. TFH schreibt:

    „Aufschriften wie „nur gekühlt “ oder „Vorsicht, zerbrechlich“ seien im täglichen Geschäft sinnlos. „Alle Sendungen müssen schon entsprechend verpackt sein, damit nichts passieren kann. Sie laufen über die Transportbänder, und die können nicht lesen.“ “
    Sagt ja schon einiges aus über die Sinnhaftigkeit von Medikamentenversandt aus dem Ausland…

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  5. Naya schreibt:

    Wie kommt der eigentlich an seine Lebensmittel, wenn er ein Medikamentenpaket keine 1,5km entfernt abholen kann?
    Und wenn ihm jemand seine anderen Einkäufe bringt, warum kann er das nicht auch mit Medikamenten von der Apotheke machen lassen?

    Und wie bestellt er im Internet, wenn die Registrierung und Benachrichtigungen von der DHL-Seite ihn überfordern? Wenn jemand für ihn bestellt, warum organisiert der dann nicht auch, daß das Paket tatsächlich bei ihm ankommt?

    Besonders lustig find ich die Lösung, die ihm jetzt helfen soll: Er ist doch selber auch immer zu Hause, wurde nur nicht geklingelt (zumindest, wenn die Aussagen im Artikel korrekt sind), wie hilft es dann, wenn man eine andere Tür nennt, an der der Zusteller dann auch nicht klingelt oder eben mehrfach nicht klingelt?

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  6. landapotheker schreibt:

    Da gibt es noch eine ganz andere Frage, die bisher noch niemand gestellt hat: wie kommt der gute Mann an seine Rezepte? Im Normalfall muss er dazu zu seinem Arzt fahren (gefahren werden?). Und ebenfalls im Normalfall gibt es im unmittelbarem Umfeld des Arztes auch mindestens eine Apotheke.

    Also: wo ist der Arzt? Wo ist die nächste Apotheke dazu? DAS sind die Fragen, die gestellt werden müssen.

    Und ja, die Ärzte wollen jetzt in Richtung Fernbehandlung gehen. Aber wie misst man „fernebehandelt“ qulifiziert(!) den Blutdruck? Wie nimmt man Blutproben, die man ins Labor schicken kann? Hätte da mal jemand eine Antwort?

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    • Naya schreibt:

      Bei meinem Hausarzt ist keine Apotheke unmittelbar daneben, sondern ca 1km entfernt. Und er macht auch Hausbesuche (jeder der beiden Ärzte der Praxis hat da einen Vormittag pro Woche für reserviert). Also das kann durchaus sein, daß da der Weg zum Arzt sehr viel kürzer ist als zur Apotheke oder daß er sogar bei Hausarztfragen gar nicht aus dem Haus muß.

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