Ertrinken

Es ist wieder so weit und die Schwimm- und Badesaison hat begonnen. Kürzlich las ich auf einer Rettungsschwimmer Seite etwas über den Vorgang des Ertrinkens, und warum es oft einfach nicht so aussieht als ob jemand um sein Leben kämpft.

Es hat mir plötzlich eingeleuchtet, warum Kinder in unmittelbarer Nähe ihrer Eltern ertrinken können.

Hier ein Auszug aus dem Text:

1. In den meisten Fällen sind ertrinkende Menschen physiologisch nicht dazu fähig, Hilfe zu rufen. Da das Atmungssystem auf das Atmen ausgelegt ist und die Sprache die zweite/überlagerte Funktion darstellt, muss zunächst die Atmung sichergestellt werden, bevor die Sprachfunktion stattfinden kann.

2. Da sich der Mund beim Ertrinken unter der Wasseroberfläche befindet und nur kurzeitig wieder aus dem Wasser auftaucht, ist die Zeit für das Ausatmen, Einatmen und für einen Hilferuf zu kurz. Sobald sich der Mund einer ertrinkenden Person über der Wasseroberfläche befindet, wird schnell ausgeatmet und wieder eingeatmet, bevor der Kopf wieder unter Wasser abtaucht.

3. Ein herbeiwinken ist nicht möglich. Die Arme werden instinktiv seitlich ausgestreckt und von oben auf die Wasseroberfläche gedrückt. Diese Schutzfunktion soll den Körper über der Wasseroberfläche halten, um weiter Atmen zu können.

4. Eine bewusste Steuerung der Arme ist bei einer instinktiven Reaktion auf das Ertrinken nicht möglich. Ertrinkende Menschen sind aus physiologischer Sicht nicht dazu fähig, das Ertrinken durch bewusste und gesteuerte Bewegungen abzuwenden. Ein Winken nach Hilfe ist also nicht möglich.

5. Während der Dauer des Ertrinkens befindet sich der Körper aufrecht im Wasser.

Wenn einem das einleuchtet ist es einfacher, eine solche Notsituation zu erkennen. Da ich selbst einmal betroffen war kann ich außerdem in allen Punkten zustimmen. Hätte mein Vater diese Punkte nicht gekannt, wäre ich im Teenageralter tatsächlich keine paar Meter von ihm entfernt im Atlantik ertrunken. Dafür bin ich ihm ewig dankbar…

Über ptachen

PTA mit Leib und Seele.
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2 Antworten zu Ertrinken

  1. Judi schreibt:

    Gute Erklärung.
    Was noch wichtig ist ist, das „sekundäre Ertrinken“ zu bedenken. Zum Glück nicht so häufig wie es „im www“ manchmal suggerriert wird, aber dennoch eine reale Gefahr.

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  2. OtaconHC schreibt:

    Ich sage dazu immer das was ich beim DLRG zu Rettungsschwimmerzeiten den Leuten beigebracht habe.

    Ertrinkende sehen nicht aus wie ertrinkende, und man hört sie auch nicht.

    Das Bild des ertrinkenden dass man von den Medien im Kopf hat ist halt einfach nicht zutreffend.

    Auf der anderen Seite kann ich verstehen dass man in einem Hollywoodfilm die Leute nicht still und heimlich absaufen lässt.

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