Tierheilpraktiker beim BTB – Teil 11

Letztes Wochenende startete ich zum Grundlagenseminar B bei meinem Lehrgang zur Tierheilpraktikerin beim BTB. Dabei sollten uns Verbandtechniken bei Klein- und Großtieren nahegebracht werden. Auch Laborarbeit stand auf dem Programm.

Welche Proben kann ich selbst nehmen und damit arbeiten, welche sollte man dem Tierarzt überlassen und welche werden am Besten in ein Labor geschickt? Wie erkenne ich welche Parasiten, bzw. deren Eier und welche Schnelltests lassen sich auch ganz einfach vom Tierheilpraktiker durchführen? Solche und ähnliche praktische Fragen wurden erörtert, und wir haben erfahren, welche Labors Einsendungen von Heilpraktikern bearbeiten und welche nicht.

Am ersten Tag wurde viel zu Verbänden der Extremitäten und des Kopfes erklärt. Mir war zum Beispiel nicht klar, wie wichtig es ist zwischen den Zehen der Tiere ein Polster einzubringen. Wird das vergessen besteht die Gefahr, dass sie sich gegenseitig aufreiben und entzünden können. Ein solcher Pfotenverband besteht also zunächst aus Polsterwatte, die kleingerupft zwischen die Krallen gesteckt wird. Anschließend wird sie einmal komplett großzügig von hinten nach vorne über die Pfote gelegt. Etwa auf halber Höhe zum Ellbogengelenk wird sie umgeschlagen und quer über die Extremität gewickelt.

Zum fixieren verwendet man dann eine kohäsive Binde, die ähnlich angefangen wird zu wickeln, aber in „achten“ um das Bein geschlungen wird. Es ist wichtig, sie auch bei einem Verband um den Schwanz weder zu fest noch zu locker anzubringen, damit weder „der Verband beim Schwanzwedeln abfällt, noch der Schwanz selbst“. Unsere Dozentin schaffte es wieder einmal, uns durch Humor die wichtigsten Dinge näher zu bringen 😉

Im Labor untersuchten wir Hundekot mit Hilfe des Flotationsverfahrens auf Wurmeier, Katzenblut mittels Schnelltest auf Giardien und Eselsfell mit dem Mikroskop auf Parasiten. Außerdem führten wir mit einem Urinstick Untersuchungen an Hundeurin (Spontanurin aufgefangen mit einer Suppenkelle!) durch, und zählten Leukozyten in einem selbst erstellten Blutausstrich.

Am Ende von Tag 1 waren wir dann auch alle ziemlich geplättet und mussten das gelernte erst einmal sacken lassen.

Der zweite Tag begann etwas früher mit Laborbefunden die uns ausgeteilt wurden. Jeder bekam eine Blut, Serum oder Urinuntersuchung ausgeteilt und sollte anhand der Werte erklären, was das Tier für eine Grunderkrankung hat, und wie wir vorgehen würden. Das fand ich sehr interessant! Nach einer kurzen Stärkung fuhren wir wie das letzte Mal zur Eselweide. Einmal zum Verbände und Anamnese üben, und wir sollten die Gruppe sogar impfen. Bereits nach den ersten Untersuchungen auf der knallheißen Wiese war klar, dass der zweite Teil wegfallen würde. Durch die extrem hohen Temperaturen hatten die Tiere bereits genug Stress und einen erhöhten Puls.

Einen Hufverband bei einem Esel anzulegen ist ungleich schwieriger als bei einem Hund stellten wir fest.

Ich brachte es fertig mir von einem der grauen Brüder auf den Fuß treten zu lassen, und eine von uns wurde gebissen (es sind trotzdem tolle Tiere) 🙂 Schade, dass die Kurse jetzt erst einmal vorbei sind. Der Großteil unserer Gruppe sieht sich aber in ein paar Monaten zum Grundlagenkurs C wieder, bei dem es auch eine kleine praktische Prüfung geben wird. Ich hoffe ich verbesserte bis dahin meine anamnestischen Fähigkeiten mit denen ich an Tag 1 nicht gerade geglänzt habe…

Alles in allem war es wieder interessant und lehrreich. Vielen herzlichen Dank an unsere Tutorin beim BTB, die uns mit Witz, dem nötigen Ernst und Sachverstand unterstützt hat. Und Danke an die tollste THP- Anwärtetgruppe ever! Das hat echt perfekt gepasst!

Dieser Beitrag erscheint mit freundlicher Unterstützung des BTB

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